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Seminararbeit, 2007, 44 Seiten
Autor: Otto Zorn
Fach: Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwiss.
Details
Institution/Hochschule: Pädagogische Hochschule Ludwigsburg
Tags: Analyse, Umsetzung, Lewis, König, Kinder-, Jugendliteratur, Literaturverfilmung, Filmanalyse, Roman
Jahr: 2007
Seiten: 44
Note: 1,5
Literaturverzeichnis: ~ 26 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-19523-7
ISBN (Buch): 978-3-640-19535-0
Dateigröße: 349 KB
Unterrichtsrelevante Analyse eines verfilmten Kinderbuchs mit praktischen Anwendungsbeispielen
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Zusammenfassung / Abstract
Spielfilme sind längst nicht mehr reines Unterhaltungsprogramm, sondern eignen sich in vielen Fällen zur Behandlung und Diskussion allgemeiner Medienfragen sowie gesellschaftlicher Themenbereiche und Problemfelder (Ammann/Ernst 2000, S.7). Die Einbindung von Filmen in den Schulunterricht bietet unter anderem die Möglichkeit, multimedial an die zu behandelnde Thematik heranzugehen und die Eindrücke nicht nur durch das Lesen von Texten sondern auch audiovisuell aufzunehmen und zu verarbeiten. Gerade in dieser Zeit der Multimedialität, in der die heutige Gesellschaft aufwächst, und in der das interaktive Medium Internet eine immer größere Rolle spielt, ist eine genauere Betrachtung unterschiedlicher Medien und ihrer Darstellung des selben Themas interessant und birgt möglicherweise Erkenntnisse, die erst im direkten Vergleich zum Vorschein kommen. Filme lassen sich aus der heutigen Gesellschaft nur schwer wegdenken, denn nicht ohne Grund haben sie sich im Laufe des vergangenen Jahrhunderts zu einem bedeutenden Medium etabliert. Dass die Literatur am Anfang steht, ist ohne Zweifel, und wenn heute auch nicht alle Filme auf einer literarischen Vorlage beruhen, womit nicht das Drehbuch gemeint ist, so gab und gibt es doch eine beachtliche Menge an Literaturverfilmungen. Bei einem Blick in die Geschichte erkennt man, dass Literaturverfilmungen der Vorreiter für die Filme sind, wie wir sie heute kennen. In dieser Arbeit soll die zweite Verfilmung des Romans „Die Chroniken von Narnia – der König von Narnia“ genauer analysiert und die beiden Medien Buch und Film miteinander verglichen werden. Wie sieht die filmische Umsetzung der literarischen Vorlage aus? Wo sind die Grenzen des einen Mediums, wo die des anderen? Ist eine zufriedenstellende Umsetzung der Thematik im Zuge eines Medienwechsels möglich? Am Beispiel von Narnia soll der Medienwechsel von Literaturvorlage zu Kino-Verfilmung dargestellt und analysiert werden. Um das allgemeine Filmverständnis zu fördern, werden auch filmsprachliche Mittel wie z. B. Musik und Kameraführung genauer untersucht und beschrieben, genauso wie die einzelnen Charaktere selbst und die Begebenheiten, wie sie in der Verfilmung zum Tragen kommen. Zum Schluss der Arbeit werden Einsatzmöglichkeiten von „Narnia“ im Deutsch- und Religionsunterricht untersucht und mögliche Herangehensweisen ergründet. Dabei werden allgemeine didaktische Überlegungen ebenso wie ganz konkrete Unterrichtsvorschläge zum Tragen kommen.
Textauszug (computergeneriert)
Analyse der filmischen Umsetzung des Romans von C. S. Lewis
Hausarbeit
im Hauptfach Deutsch
als Akademische Teilprüfung I
im Modulbaustein M2: ,,Literatur und Medien für Kinder und Jugendliche" an der
Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg
vorgelegt von
Otto Zorn
WiSe 07/08
Fachsemester: 7
RPO I 2003
Ludwigsburg, den 10.12.2007
Inhalt
I. Fachwissenschaftlicher Teil 3
1. Inhalt/Analyse 3
1.1 Einleitung 3
1.2 Filmgeschichte und Adaptationsproblematik 4
1.3 Die Geschichte von Narnia 9
1.4 Analyse der Literaturverfilmung 11
1.4.1 Filmsprachliche Mittel 11
1.4.1.1 Perspektive 11
1.4.1.2 Einstellung 12
1.4.1.3 Filmmusik 14
1.5 Vergleich von Buch und Film 15
1.5.1 Die Erzählhaltung 16
1.5.2 Vergleich von Handlungsverlauf und Struktur 17
1.5.3 Der Ort 20
1.5.4 Die Zeit 21
1.5.5 Die Personen und Charaktere 23
1.5.5.1 Die Guten 24
1.5.5.2 Die Bösen 29
1.5.5.3 Der Konflikt zwischen Gut und Böse 32
II. Fachdidaktischer Teil 33
2. Allgemeine didaktisch-methodische Überlegungen 34
2.1 Einsatz von Narnia und Literaturverfilmungen allgemein im Unterricht 35
2.2 Fächerspezifische Zuordnung 36
2.2.1 Narnia im Deutschunterricht 37
2.2.1.1 Unterrichtsvorschlag für den Deutschunterricht 37
2.2.2 Narnia im Religionsunterricht 38
2.2.2.1 Unterrichtsvorschlag für den Religionsunterricht 39
Fazit 40
Quellen 42
2
I. Fachwissenschaftlicher Teil
1. Inhalt/Analyse
1.1 Einleitung
Spielfilme sind längst nicht mehr reines Unterhaltungsprogramm, sondern eignen sich in
vielen Fällen zur Behandlung und Diskussion allgemeiner Medienfragen sowie
gesellschaftlicher Themenbereiche und Problemfelder (Ammann/Ernst 2000, S.7).
Die Einbindung von Filmen in den Schulunterricht bietet unter anderem die
Möglichkeit, multimedial an die zu behandelnde Thematik heranzugehen und die Eindrücke
nicht nur durch das Lesen von Texten sondern auch audiovisuell aufzunehmen und zu
verarbeiten.
Gerade in dieser Zeit der Multimedialität, in der die heutige Gesellschaft aufwächst,
und in der das interaktive Medium Internet eine immer größere Rolle spielt, ist eine genauere
Betrachtung unterschiedlicher Medien und ihrer Darstellung des selben Themas interessant
und birgt möglicherweise Erkenntnisse, die erst im direkten Vergleich zum Vorschein
kommen.
Filme lassen sich aus der heutigen Gesellschaft nur schwer wegdenken, denn nicht
ohne Grund haben sie sich im Laufe des vergangenen Jahrhunderts zu einem bedeutenden
Medium etabliert. Dass die Literatur am Anfang steht, ist ohne Zweifel, und wenn heute auch
nicht alle Filme auf einer literarischen Vorlage beruhen, womit nicht das Drehbuch gemeint
ist, so gab und gibt es doch eine beachtliche Menge an Literaturverfilmungen. Bei einem
Blick in die Geschichte erkennt man, dass Literaturverfilmungen der Vorreiter für die Filme
sind, wie wir sie heute kennen.
In dieser Arbeit soll die zweite Verfilmung des Romans ,,
Die Chroniken von Narnia
der König von Narnia
" genauer analysiert und die beiden Medien Buch und Film miteinander
verglichen werden. Wie sieht die filmische Umsetzung der literarischen Vorlage aus? Wo
sind die Grenzen des einen Mediums, wo die des anderen? Ist eine zufriedenstellende
Umsetzung der Thematik im Zuge eines Medienwechsels möglich? Am Beispiel von Narnia
soll der Medienwechsel von Literaturvorlage zu Kino-Verfilmung dargestellt und analysiert
werden.
Um das allgemeine Filmverständnis zu fördern, werden auch filmsprachliche Mittel
wie z. B. Musik und Kameraführung und noch weitere genauer untersucht und beschrieben,
3
genauso wie die einzelnen Charaktere selbst und die Begebenheiten, wie sie in der
Verfilmung zum Tragen kommen und warum sie für das Verständnis der Geschichte
unabdingbar sind.
Zum Schluss der Arbeit werden Einsatzmöglichkeiten von ,,
Narnia
" im Deutsch- und
Religionsunterricht untersucht und mögliche Herangehensweisen ergründet. Dabei werden
allgemeine didaktische Überlegungen ebenso wie ganz konkrete Unterrichtsvorschläge zum
Tragen kommen.
1.2 Filmgeschichte und Adaptationsproblematik
Die Anfänge der Literaturverfilmung liegen weit zurück. Schon nach Entdeckung der
Projektionstechnik Ende des 19. Jahrhunderts, bei der eine Abfolge von projizierten Bildern
die Illusion einer kontinuierlichen Bewegung erzeugte, griffen die ,,Filmemacher" auf
literarische Vorlagen wie z. B. Goethes ,,Faust" zurück. Das war notwendig, da die ersten
Filme anfangs noch ohne Ton und Text auskommen mussten. Diese Anleihen an literarischen
Klassikern dienten somit dem besseren Verständnis der filmischen Handlung. (Vgl. Volk
2004, S.5)
Eine große filmische Weiterentwicklung war das Einblenden von Zwischentiteln und
bereits ,,
um 1910 bestanden die Filme teilweise bis zur Hälfte aus schriftlichem Text.
"
(Volk/Diekhans 2004, S.5)
Doch allgemeine Zustimmung gab es nicht. Schon seit Beginn gab es eine
Kulturdebatte über das Verhältnis von Literatur und Film und es wurden kritische Stimmen
laut.
Sie lehnten jede Verfilmung als ,,Verrat" am Erbe der Literatur ab, während die etwas
aufgeschlosseneren Traditionalisten die ,,Werk-, oder Originaltreue" als Grundvoraussetzung
für filmische Adaptionen postulierten.[...] Lange Zeit wurden Literaturverfilmungen
entweder rundweg als Verstümmelungen des Originals abgelehnt oder aber sie fanden,
solange sie um Werktreue bemüht waren, bestenfalls als gelungene Illustration Anerkennung.
(Volk/Diekhans 2004, S.6f)
Ende der 1920er-Jahre, mit der Einführung des Tons, begann der eigentliche
Vormarsch des Filmes und es kam erneut zu Kritik, denn die anfangs noch an den
Drehbüchern beteiligten Schriftsteller mussten sehen, wie der Bezug zur literarischen Vorlage
durch die Präsenz der Hauptdarsteller und die kraftvolle Wirkung des Tons in den
Hintergrund gerückt wurde. Vor allem in Frankreich und den USA wurden von Anfang an
viele Filme produziert, die mit der Zeit auch Deutschland hinter sich lassen würden.
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Durch die Zeit des Nationalsozialismus und die damit verbundene Gleichschaltung
auch der Kultur kam die Filmproduktion in Deutschland bis ca. 1950 beinahe zum Erliegen.
In der Nachkriegszeit entstanden hauptsächlich Unterhaltungs-, Kinder- und
Heimatfilme, die ,,
in der ,guten alten Zeit′ vor Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft
spielten
" (Volk/Diekhans 2004, S.9) und ab Anfang der 1950er bereits in Farbe zu sehen
waren.
Mit der Etablierung des deutschen Films in den 1960ern nahm die Verfilmung von
Literatur leicht ab, und angesichts der emanzipatorischen Tendenz der deutschen
Filmemacher erhoben auch die Literaturverfilmer nicht mehr ,,
den Anspruch einer möglichst
analogen filmischen Übersetzung, sondern lösten sich selbstbewusst von der Vorlage oder
gaben sich als eigenwillige Interpretation zu erkennen
" (Volk/Diekhans 2004, S.8f), was den
öffentlichen Diskurs weiter anheizte.
Bis in die 1980er-Jahre hinein ging die filmische Weiterentwicklung weitere große
Schritte und die Filmproduktionen wurden zunehmend teurer. Literaturverfilmungen gab es
weiterhin viele, mit dem Unterschied, dass der allgemeine Anspruch der Werk- und
Originaltreue auch im allgemeinen kulturellen Diskurs nahezu überholt war. In dieser Zeit
entstand auch die erste Literaturverfilmung von
Die Chroniken von Narnia
, die weiter unten
genauer betrachtet wird.
Um den Sprung aus der Geschichte in die Betrachtungsebene zu schaffen, soll nun der
Blick zuerst auf die Adaptationsproblematik gerichtet werden, die bei der Verfilmung eines
Romans automatisch auftaucht. Adaptation bedeutet nichts anderes als ,Verfilmung von
Literatur′.
Die Problematik einer Adaptation spielt angesichts des medialen Wandels zwar keine
entscheidende Rolle mehr, sie soll aber dennoch erwähnt werden und den bis vor kurzem
noch bestehenden Kulturkampf andeuten, der nach Volk bis heute noch nicht ganz
überwunden ist. (Vgl. Volk/Diekhans 2004, S.6)
Die nachfolgend erwähnte Verfilmung wird herangezogen, da sie aufgrund ihres
Entstehungsdatums mehr in diese Kulturdebatte verwickelt war, als es die neue Verfilmung
heute ist.
In den Jahren 1988 bis 1990 wurden die ersten Realverfilmungen von
Die Chroniken
von Narnia
als TV-Serie von BBC (British Broadcasting Corporation) produziert. Aus
Budgetgründen wurden aber nur die ersten drei Teile des siebenteiligen Romans von C. S.
Lewis verfilmt. In einer Internetkritik aus dem Jahr 2006 schreibt der Autor, dass z. B.
Spezialeffekte verwendet wurden, ,,
die gar nicht so spezial sind, weil sie so schlecht sind,
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dass sie schon wieder begeistern! Allen voran die animierten Fabelwesen.
"1 Der Kritiker
spottet weiter:
Lachen musste ich auch beim Anblick der Kostüme, die bestenfalls für eine Schulaufführung
Genüge tragen. Schaut man sich Herrn Biber an, glaubt man, dass der Schauspieler in eine mit
Pelz beklebte Mülltonne gesteckt wurde, dazu die dickliche Bibermaske, klobige
Kunstlederhandschuhe und ein paar dunkelbraune Stiefel, täuschend echt ...
Die amateurhaften Schauspieler von damals geben der BBC-Verfilmung den
Rest. Man glaubt, dass die Produzenten ihr ganzes Geld in den mechanischen Aslan gesteckt
haben, der für damalige Verhältnisse wirklich gut animiert wurde. Aslans Schauspielkünste
übersteigen an dieser Stelle oftmals die der Kinder.2
Albersmeier schreibt dazu in einer Ausführung zur Adaptationsproblematik:
Traditionelles Wirtschaftsverständnis beruht auf der Überzeugung, dass das »alte«
Medium Literatur dem »neuen« Medium Film als etwas qualitativ Anderes, Besseres
gegenüberstehe, dass folglich die Verfilmung von Literatur nur eine Degradierung des
literarischen Originals nach sich ziehen könne. (1989, S.15)
Dabei muss beachtet werden, dass eine Verfilmung nicht immer den Anspruch hat, das
passende Pendant zur Literatur zu sein, sondern dass sie als Film auch alleine stehen möchte
und kann bzw. eine eigene Interpretation der Literatur darstellt. In solchen Fällen muss dann
zu Werbezwecken oft ,,
weniger der literarische Text als der Autor [...] als Aushängeschild
herhalten
." (Albersmeier/Roloff 1989, S.16)
Wie bereits erwähnt, ist eine weitere Problematisierung weniger relevant, da in der
heutigen Zeit eine freie Interpretation durch den Regisseur keinen Kulturstreit mehr auslösen
würde. Eine völlig wertungsfreie Untersuchung ist dennoch nur schwer möglich.
Die zweite, aktuelle Verfilmung von
Narnia Der König von Narnia
, die im Jahr
2005 in die Kinos kam, soll im weiteren Verlauf genauer untersucht werden und als Pool für
anstehende Vergleiche mit der Literatur dienen. Angesichts der bereits erwähnten medialen
Veränderung der letzten zwei Jahrzehnte, die zwischen den beiden Verfilmungen und darüber
hinaus liegen, soll diese Arbeit aber nicht eine Wertung bzw. Abwertung der Verfilmung
gegenüber ihrer literarischen Vorlage aufweisen, sondern lediglich die Gemeinsamkeiten und
Unterschiede zwischen Buch und Film herausarbeiten; eine Beurteilung obliegt letzten Endes
doch dem einzelnen Leser bzw. Zuschauer.
Auf einfache Weise werden zeitlos relevante Themen wie Treue, Freundschaft,
Schuld, Sühne, Rache und Tod erklärt und veranschaulicht. C. S. Lewis hat sich als Publikum
1 http://www.fuenf-filmfreunde.de/2006/12/26/die-chroniken-von-narnia-eine-bbc-verfilmung/ [Stand: 14.11.07]
2 http://www.fuenf-filmfreunde.de/2006/12/26/die-chroniken-von-narnia-eine-bbc-verfilmung/ [Stand: 14.11.07]
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seiner fantastischen Erzählung hauptsächlich Kinder und Jugendliche ausgesucht. Diese
Tatsache wird im weiteren Verlauf noch genauer beleuchtet. Ein Beispiel vorab: trotz der
vielen Toten und Verwundeten wirkt vor allem die unblutige Schlacht sehr kindgerecht. Die
Fronten sind geklärt, man weiß bei allen Charakteren, Edmund ausgenommen, auf welcher
Seite sie stehen. Ein zu starkes Mitdenken ist nicht zwingend erforderlich. Gut und Böse sind
wie Schwarz und Weiß klar voneinander getrennt und unterscheidbar.
Nun ist es bei
Narnia
so, dass sich Regisseur Andrew Adamson fast peinlich genau an
die Romanvorlage Lewis′ gehalten hat. Das gilt natürlich nicht für den ganzen Film, da die
Wahl der Charaktere und der heutige Stand der Technik, der in Spezialeffekten und
Computeranimationen sichtbar wird, eine entscheidende Rolle in der Umsetzung des Romans
spielen. Beim Lesen des Buches ist der Leser auf seine Vorstellungskraft und Fantasie
angewiesen, und je weniger der Autor die einzelnen Figuren im Detail beschreibt, umso mehr
ist die Fantasie des Lesers gefragt. Beim Film jedoch steht ganz stark die Vorstellung des
Regisseurs im Vordergrund, da ihm die Wahl und Umsetzung der Szenen und der Charaktere
obliegt. Im weiteren Verlauf der Arbeit wird dieses Thema noch stärker beleuchtet.
Wie Volk es in seinem Buch ,,Filmanalyse im Unterricht" treffend beschreibt, ist es
immer schwierig, zwei unterschiedliche Medien im direkten Vergleich gegenüberzustellen,
denn gerade Literatur und Film haben grundlegende mediale Unterschiede. Volk benutzt
dabei das Bild von Äpfeln und Birnen, die trotz ihrer offensichtlichen Unterschiede dennoch
in Relation zueinander gesetzt werden können. Man muss seiner Meinung nach den Vergleich
auf entsprechende Kriterien reduzieren.
Ebenso wenig, wie man von einer Birne erwarten darf, dass sie wie ein Apfel schmeckt,
sollten an Filme die ästhetischen Maßstäbe von Literatur angelegt werden. Bei grundlegenden
medienübergreifenden Vergleichen ist es also sinnvoll, auf normative Wertungen zunächst zu
verzichten. (Volk/Diekhans 2004, S.44)
Diese Aussage unterstreicht die aktuelle Haltung gegenüber Literaturverfilmungen.
Um einen Film richtig analysieren und bewerten zu können, sind eine genauere
Betrachtung der filmsprachlichen Mittel und die Abgrenzung der Literaturgattung notwendig.
Regisseur Andrew Adamsons
Der König von Narnia
ist bereits die zweite Verfilmung
der
Chroniken von Narnia
von C. S. Lewis. Diese Arbeit beschränkt sich hauptsächlich auf
die neueste Verfilmung von 2005.
Im Resümee einer Filmkritik im Internet beschreibt der Kritiker den Film Der König
von Narnia als ,,ein Fantasy-Spektakel mit Schlachtengetümmel im Stile von Peter Jacksons
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