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Möglichkeiten des Umgangs mit aggressivem Verhalten von Kindern und Jugendlichen... close

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Möglichkeiten des Umgangs mit aggressivem Verhalten von Kindern und Jugendlichen in der Schule

Scholary Paper (Seminar), 2007, 16 Pages
Author: Mathias Wick
Subject: Psychology - Consulting, Therapy

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2007
Pages: 16
Bibliography: ~ 7  Entries
Language: German
Archive No.: V117155
ISBN (E-book): 978-3-640-19385-1

File size: 59 KB

Abstract

Aggressionen im Sinne von sozial inkompetenten Verhaltensweisen sind generell ein Begleiter menschlichen Verhaltens und somit auch in der Schule beständig anzutreffen. Nicht zuletzt durch die Medien wird uns dies immer wieder – und zum Teil stark zugespitzt – ins Bewusstsein gerufen. Zudem, so wird häufig verkündet, fördere der aktuelle, durch Globalisierung, Wettbewerb und Individualismus geprägte Zeitgeist die Herausbildung egoistischer, asozialer Verhaltensweisen. Tatsächlich scheint das Ausmaß an Gewalt insgesamt, zumindest in der Wahrnehmung von Schulleitern und Lehrern, zuzunehmen, wobei dies vor allem anhand einer Verrohung des Umgangstons, Vandalismus und Körperverletzung festzustellen sei. Bei Diebstahl, Erpressung und Sexualdelikten stellen die Befragten keinen Zuwachs fest. Auf der anderen Seite gibt eine „nicht geringe“ Anzahl von Schulen an, keinen Anstieg bei kriminellen Verhalten beobachten zu können, gleichwohl lasse sich aber eine Zunahme verhaltensauffälliger und gestörter Kinder feststellen. Aggressives Verhalten und Gewalt treten am häufigsten in Sonderschulen auf. Am zweit häufigsten betroffen sind Sekundarschulen (Gesamt- und Realschulen), gefolgt von berufsbildenden Schulen und Grundschulen. Am wenigsten Aggressives Verhalten und Gewalt sind an Gymnasien zu beobachten. Vor dem Hintergrund insgesamt doch zunehmender Aggressionshandlungen an Schulen, erscheinen Interventionskompetenzen auf Lehrerseite umso dringender geboten. Ziel dieser Arbeit ist es, Möglichkeiten für den Umgang mit aggressivem Verhalten an Schulen aufzuzeigen, wobei sowohl auf konkrete, akute Situationen als auch auf langfristige Prozesse eingegangen wird. Eine theoretische Betrachtung aggressiven Verhaltens dabei geht den Interventionsmöglichkeiten voraus.


Excerpt (computer-generated)

Universität Potsdam

Institut für Psychologie

Seminar: Stress und Stressbewältigung

Wintersemester 06/07

Seminararbeit

Möglichkeiten des Umgangs mit

aggressivem Verhalten von Kindern und

Jugendlichen in der Schule

Mathias Wick

Lehramt an Gymnasien


Inhalt

Seite

1. Einleitung

3

2.

Aggressives

Verhalten

4

2.1 Begriffsbestimmung, Differenzierung und Funktion

4

2.2 Erwerb und Entwicklungsverläufe

6

3. Zu Möglichkeiten des Umgangs mit aggressivem Verhalten

8

in der Schule

3.1

In

konkreten

Situationen

8

3.2 Langfristig

10

4.

Zusammenfassung

14

5. Literatur

15

2


1. Einleitung

Aggressionen im Sinne von sozial inkompetenten Verhaltensweisen sind generell ein

Begleiter menschlichen Verhaltens und somit auch in der Schule beständig

anzutreffen. Nicht zuletzt durch die Medien wird uns dies immer wieder ­ und zum

Teil stark zugespitzt ­ ins Bewusstsein gerufen. Zudem, so wird häufig verkündet,

fördere der aktuelle, durch Globalisierung, Wettbewerb und Individualismus geprägte

Zeitgeist die Herausbildung egoistischer, asozialer Verhaltensweisen.

Tatsächlich scheint das Ausmaß an Gewalt insgesamt, zumindest in der

Wahrnehmung von Schulleitern und Lehrern, zuzunehmen1 (vgl. Petermann et al.,

1999, S. 21,22; Horn/Knopf, 1996, S. 28,29), wobei dies vor allem anhand einer

Verrohung des Umgangstons, Vandalismus und Körperverletzung festzustellen sei.

Bei Diebstahl, Erpressung und Sexualdelikten stellen die Befragten keinen Zuwachs

fest. Auf der anderen Seite gibt eine ,,nicht geringe" Anzahl von Schulen an, keinen

Anstieg bei kriminellen Verhalten beobachten zu können, gleichwohl lasse sich aber

eine Zunahme verhaltensauffälliger und gestörter Kinder feststellen (Knopf, 1996, S.

28). Aggressives Verhalten und Gewalt treten am häufigsten in Sonderschulen auf.

Am zweit häufigsten betroffen sind Sekundarschulen (Gesamt- und Realschulen),

gefolgt von berufsbildenden Schulen und Grundschulen. Am wenigsten Aggressives

Verhalten und Gewalt sind an Gymnasien zu beobachten (Knopf, 1996, S. 14).

Vor dem Hintergrund insgesamt doch zunehmender Aggressionshandlungen an

Schulen, erscheinen Interventionskompetenzen auf Lehrerseite umso dringender

geboten. Ziel dieser Arbeit ist es, Möglichkeiten für den Umgang mit aggressivem

Verhalten an Schulen aufzuzeigen, wobei sowohl auf konkrete, akute Situationen als

auch auf langfristige Prozesse eingegangen wird. Eine theoretische Betrachtung

aggressiven Verhaltens dabei geht den Interventionsmöglichkeiten voraus.

1 Die Studien entstanden Mitte der 90er Jahre.

3


2. Aggressives Verhalten

Aggressives Verhalten in seiner auf Destruktion und Feindseligkeit ausgerichteten

Variante (vgl. Cierpka, 1999), wird als Verhaltensstörung und somit als sozial

inkompetentes Verhalten begriffen. Letzteres bildet den Gegenpool zu sozial

kompetentem Verhalten, das von

Döpfner, Schlüter & Rey

(1981) (zitiert nach

Hinsch/Pfingsten, 1998, S. 13) als ,,die Verfügbarkeit und Anwendung von kognitiven,

emotionalen und motorischen Verhaltensweisen, die in bestimmten Situationen zu

einem langfristig günstigen Verhältnis von positiven und negativen Konsequenzen für

den Handelnden führen" definiert wird. Herauszuheben ist hier die Situationsspezifik,

nach der kompetentes ­ oder inkompetentes ­ Sozialverhalten nicht per se an den

Tag gelegt wird, sondern nur in bestimmten Situationen auftritt.

Aggressives Verhalten ist auf lange Sicht recht stabil und reiht sich, neben

Hyperaktivität und Delinquenz, in die Riege der externalisierenden

Verhaltensstörungen ein, die den internalisierenden ­ soziale Ängste (soziale

Unsicherheit) und depressives (apathisches) Verhalten ­ gegenüberstehen

(Petermann et al., 1999, S. 11).

2.1 Begriffsbestimmung, Differenzierung und Funktion

Petermann / Petermann

(1997)

begreifen Aggression (aggressives Verhalten) als

,,ein (oft gut eingeschliffenes) Verhalten [...], das auf die Verletzung einer Person

oder eines Gegenstandes abzielt" (S. 5). Aggressives Verhalten kann sich in

unterschiedlichsten Ausdrucksformen vollziehen, die sich wie folgt differenzieren

lassen: nach ihrer Offenheit ­ offen gezeigte (Boxen, Beschimpfen) gegenüber

verdeckt-hinterhältiger (Aufhetzen, Gerüchte verbreiten) Aggression; nach ihrem

Modus ­ körperliche (Schlagen, Treten) gegenüber verbaler (Beleidigen, Drohen)

Aggression; nach ihrer Gerichtetheit ­ nach außen gewandte (Beschimpfen,

Beschädigen) gegenüber nach innen gewandter (Selbstverletzung, -beschimpfung)

Aggression; nach ihrer Direktheit ­ direkt auf Personen gerichtete (Prügeln,

Blamieren) gegenüber indirekt auf Personen gerichtete (Sachbeschädigung)

Aggression2 (vgl. Petermann et al., 1999, S. 13, Tab. 1). Darüber hinaus könne bei

2 In ihrem 1997 erschienenden Text zu Aggression führen

Petermann/Petermann

noch die

4



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