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Fallstudien-Analysen insolventer Unternehmen

Subtitle: Darstellung der gewonnenen Erkenntnisse, Methodenkritik

Scholary Paper (Seminar), 2007, 44 Pages
Author: Gerrit Thorn
Subject: Economics / Business: Controlling

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2007
Pages: 44
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 25  Entries
Language: German
Archive No.: V117157
ISBN (E-book): 978-3-640-19681-4
ISBN (Book): 978-3-640-19691-3
File size: 383 KB

Abstract

Im Jahr 2006 mussten 30.757 Unternehmen in Deutschland Insolvenz anmelden . Der durch Insolvenzen bedingte Verlust von Arbeitsplätzen lag in den Jahren 1999 bis 2005 bei durchschnittlich 540.000 Stellen. Der durch Unternehmensinsolvenzen voraussichtlich verursachte Schaden wird für das Jahr 2006 auf 31,1 Mrd. Euro geschätzt. Einhergehend damit ist die Vernichtung von Vermögen durch die Zerschlagung der insolventen Unternehmen. Es liegt somit nicht nur im Interesse der Anteilseigner oder der Geschäftsführung eines Unternehmens die Insolvenz durch frühzeitiges Erkennen zu vermeiden, sondern auch externe Adressaten, wie Kreditinstitute oder Lieferanten haben ein berechtigtes Interesse dar-an eine potentielle Insolvenz ihres Geschäftspartners frühzeitig zu erkennen. Wenn davon auszugehen ist, dass sich Insolvenzen vermeiden lassen oder der sich aus ihnen resultieren-de Schaden minimiert werden kann, falls sie nur rechtzeitig erkannt werden, stellt sich zwangsläufig die Frage: Wie können Unternehmensinsolvenzen frühzeitiger erkannt wer-den? Unter dem Aspekt der Früherkennung von Insolvenzen werden im Rahmen der Insolvenzforschung Fallstudien und empirische Untersuchungen insolventer Unternehmen durchgeführt. Die daraus resultierenden Erfahrungswerte sollen diesbezüglich zweckdienliche Informationen liefern. Die Analyse dieser Informationen im Hinblick speziell auf ihren Aussagegehalt, unter dem Aspekt der Früherkennung ist Gegenstand dieser Seminararbeit, deren Problemstellung sich wie folgt formuliert: Sind Fallstudien-Analysen insolventer Unternehmen in der Lage Erkenntnisse zu liefern, anhand derer es möglich ist die potentielle Insolvenz eines Unternehmens frühzeitiger zu erkennen?


Excerpt (computer-generated)

Seminar am Lehrstuhl für Wirtschaftsprüfung, Unternehmensrechnung und Controlling SS2007

Fallstudien-Analysen insolventer Unternehmen

-Darstellung der gewonnenen Erkenntnisse, Methodenkritik und Verbesserungsvorschläge-

von: Gerrit Thorn

1

Fallstudien-Analysen insolventer Unternehmen

Darstellung der gewonnenen Erkenntnisse, Methodenkritik

und Verbesserungsvorschläge

Seminararbeit

im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften

der Universität Duisburg-Essen

-Fachgebiet Wirtschaftsprüfung, Unternehmensrechnung und Controlling-

vorgelegt von:

Gerrit Thorn


Seminar am Lehrstuhl für Wirtschaftsprüfung, Unternehmensrechnung und Controlling SS2007

Fallstudien-Analysen insolventer Unternehmen

-Darstellung der gewonnenen Erkenntnisse, Methodenkritik und Verbesserungsvorschläge-

von: Gerrit Thorn

II

GLIEDERUNG

GLIEDERUNG II

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS III

ABBILDUNGSVERZEICHNIS IV

1. Einleitung 1

1.1 Problemstellung 1

1.2 Gang der Untersuchung 2

2. Krisenursachen, Krisenprozess und Insolvenz 3

2.1 Begriffsbestimmungen 3

2.2 Phasenmodelle des Krisenprozesses 3

3. Erkenntnisse der Insolvenzforschung 7

3.1 Quantitative Insolvenzforschung 7

3.1.1 Empirische

Untersuchungen 7

3.1.2 Zwischenergebnis 10

3.2 Qualitative Insolvenzforschung 11

3.2.1 Empirische

Untersuchungen 11

3.2.2 Zwischenergebnis 17

3.3 Das Problem der Multikausalität 18

4. Analyse der Fallstudie von

Richard Morris

20

4.1 Beschreibung der Fallstudien 20

4.2 Insolvenzen im Textilsektor 21

4.3 Insolvenzen im Maschinenbausektor 27

4.4 Analyse einzelner Insolvenzen 30

4.5 Zwischenergebnis 32

5. Fazit 34

LITERATURVERZEICHNIS 37


Seminar am Lehrstuhl für Wirtschaftsprüfung, Unternehmensrechnung und Controlling SS2007

Fallstudien-Analysen insolventer Unternehmen

-Darstellung der gewonnenen Erkenntnisse, Methodenkritik und Verbesserungsvorschläge-

von: Gerrit Thorn

III

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

Abb. Abbildung

AG Aktiengesellschaft

BGB

- Das Statistisches Bundesamt und die Creditre-

form AG bezeichnen mit der Kurzform ,,BGB" die

BGB-Gesellschaft

- juristisch: ,,Bürgerliches Gesetzbuch"

BRD Bundesrepublik

Deutschland

EBIT

"earnings before interest and taxes"

eG eingetragene

Genossenschaft

GbR

Gesellschaft bürgerlichen Rechts

GmbH Gesellschaft

mit

beschränkter Haftung

Hrsg. Herausgeber

InsO Insolvenzordnung

Kap. Kapitel

KG Kommanditgesellschaft

oHG offene

Handelsgesellschaft

PBT

,,profit before taxes"

ROI

"return on investment"

u. und

v. von

Vgl. Vergleiche


Seminar am Lehrstuhl für Wirtschaftsprüfung, Unternehmensrechnung und Controlling SS2007

Fallstudien-Analysen insolventer Unternehmen

-Darstellung der gewonnenen Erkenntnisse, Methodenkritik und Verbesserungsvorschläge-

von: Gerrit Thorn

IV

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

1

Unternehmensinsolvenzen BRD 1990-2006

2

Phasenmodelle des Krisenprozesses

3

Insolvenzen - Rechtsform - Ruhrgebiet/BRD 2004

4

Insolvenzen ­ Rechtsform ­ BRD 1999-2006

5 Insolvenzen

nach

Branchenzugehörigkeit BRD 1999-2006

6

Empirische Studien der qualitativen Ursachenforschung 1930-1984

7

Systematisierung der Krisenursachen

8

Typologie von Unternehmenskrisen

9

Multikausalität von Krisenursachen

10

EBIT-PBT ­ Bambers Stores

11

EBIT ­ PBT Blackman & Conrad

12 Kausalitätskette

-

Bambers Stores/ Blackman & Conrad

13

Kausalitätskette - Blackwood Morton

14

EBIT ­ PBT ­ Blackman & Conrad

15

ROI, EBIT/Sales, PBT/Sales ­ R&J Pullman

16 Verschuldungsgrad

TCK

17

ROI - Berwick Timpo

18

Umsatzentwicklung Berwick Timpo

19

Verschuldungsgrad Berwick Timpo, Timpo

20

Kausalitätskette ­ Berwick Timpo

21

Kausalitätskette ­ Maschinenbausektor

22 Kausalitätskette

Mettoy


Seminar am Lehrstuhl für Wirtschaftsprüfung, Unternehmensrechnung und Controlling SS2007

Fallstudien-Analysen insolventer Unternehmen

-Darstellung der gewonnenen Erkenntnisse, Methodenkritik und Verbesserungsvorschläge-

von: Gerrit Thorn

1

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

Im Jahr 2006 mussten 30.757 Unternehmen in Deutschland Insolvenz anmelden1. Der

durch Insolvenzen bedingte Verlust von Arbeitsplätzen lag in den Jahren 1999 bis 2005 bei

durchschnittlich 540.000 Stellen.2Der durch Unternehmensinsolvenzen voraussichtlich

verursachte Schaden wird für das Jahr 2006 auf 31,1 Mrd. Euro geschätzt.3 Einhergehend

damit ist die Vernichtung von Vermögen durch die Zerschlagung der insolventen Unter-

nehmen.

Abb. 1:

Unternehmensinsolvenzen BRD 1990-2006 Quelle: Statistisches Bundesamt

Es liegt somit nicht nur im Interesse der Anteilseigner oder der Geschäftsführung eines

Unternehmens die Insolvenz durch frühzeitiges Erkennen zu vermeiden, sondern auch ex-

terne Adressaten, wie Kreditinstitute oder Lieferanten haben ein berechtigtes Interesse dar-

an eine potentielle Insolvenz ihres Geschäftspartners frühzeitig zu erkennen. Wenn davon

auszugehen ist, dass sich Insolvenzen vermeiden lassen oder der sich aus ihnen resultieren-

de Schaden minimiert werden kann, falls sie nur rechtzeitig erkannt werden, stellt sich

zwangsläufig die Frage: Wie können Unternehmensinsolvenzen frühzeitiger erkannt wer-

den? Unter dem Aspekt der Früherkennung von Insolvenzen werden im Rahmen der Insol-

venzforschung Fallstudien und empirische Untersuchungen insolventer Unternehmen

1 Vgl. http://www.destatis.de/indicators/d/Irins01ad.htm, Stand: 6. Juni 2007.

2 Vgl. Creditreform (Hrsg.): Insolvenzen, Neugründungen, Löschungen 2006, S. 22.

3 Vgl. Creditreform (Hrsg.): Insolvenzen, Neugründungen, Löschungen 2006, S. 20.


Seminar am Lehrstuhl für Wirtschaftsprüfung, Unternehmensrechnung und Controlling SS2007

Fallstudien-Analysen insolventer Unternehmen

-Darstellung der gewonnenen Erkenntnisse, Methodenkritik und Verbesserungsvorschläge-

von: Gerrit Thorn

2

durchgeführt. Die daraus resultierenden Erfahrungswerte sollen diesbezüglich zweckdienli-

che Informationen liefern. Die Analyse dieser Informationen im Hinblick speziell auf ihren

Aussagegehalt, unter dem Aspekt der Früherkennung ist Gegenstand dieser Seminararbeit,

deren Problemstellung sich wie folgt formuliert:

Sind Fallstudien-Analysen insolventer Unternehmen in der Lage Erkenntnisse zu liefern,

anhand derer es möglich ist die potentielle Insolvenz eines Unternehmens frühzeitiger zu

erkennen

?

1.2 Gang der Untersuchung

Nach dieser Einleitung werden im zweiten Kapitel zunächst einige Begriffsbestimmungen,

in Bezug auf die Krise eines Unternehmens vorgenommen. Weiterhin soll die Dynamik des

Krisenprozesses dargestellt sowie auf seine unterschiedlichen Phasen eingegangen werden.

Durch die Einteilung in unterschiedliche Phasen ist eine eindeutigere Abgrenzung hinsicht-

lich des Krisenverlaufs möglich.

Das dritte Kapitel soll einerseits die Erkenntnisse und Vorgehensweisen der bisherigen

Insolvenzforschung darstellen, diese aber auch kritisch, bezüglich ihres Aussagehalts hin-

sichtlich der Prognosemöglichkeiten von Insolvenzen hinterfragen. Weiterhin werden die

aus diesen Erkenntnissen ableitbaren Probleme identifiziert. Das Gebiet der Insolenzfor-

schung wird in der Literatur auch oft als Insolvenzursachenforschung4 oder Krisenursa-

chenforschung5 bezeichnet.

Das vierte Kapitel widmet sich der Fallstudie von Richard Morris aus dem Jahre 1997. In

diesem Kapitel werden nicht nur die Ergebnisse von Morris wiedergegeben, es soll auch

versucht werden, ausgehend von den Erkenntnissen aus dem 3.Kapitel, diese konkret auf

diese Fallstudie anzuwenden. Ziel ist es die Ergebnisse von Morris soweit es möglich ist zu

ergänzen und im Anschluss daran zu überprüfen, inwiefern diese Ergänzung unter dem

Aspekt der Früherkennung weitere Erkenntnisse liefert.

Im fünften und letzten Kapitel werden die Ergebnisse in Form eines zusammenfassenden

Fazits verdichtet.

4 Vgl.

Kihm, Axel

in: Blöse, Jochen/ Kihm, Axel (Hrsg.): Unternehmenskrisen: Ursachen ­ Sanierungskon-

zepte - Krisenvorsorge ­ Steuern, Berlin: Schmidt, 2006, S. 36.

5 Vgl.

Krystek, Ulrich

: Unternehmenskrisen, Wiesbaden: Gabler, 1987, S. 33.


Seminar am Lehrstuhl für Wirtschaftsprüfung, Unternehmensrechnung und Controlling SS2007

Fallstudien-Analysen insolventer Unternehmen

-Darstellung der gewonnenen Erkenntnisse, Methodenkritik und Verbesserungsvorschläge-

von: Gerrit Thorn

3

2. Krisenursachen, Krisenprozess und Insolvenz

2.1 Begriffsbestimmungen

Der Begriff der Unternehmenskrise umschreibt das Auftreten nachhaltiger wirtschaftlicher

Schwierigkeiten von Unternehmen, die in einer existenzbedrohenden Notsituation enden

können.6 Die Unternehmensinsolvenz bezeichnet den finalen Zeitpunkt oder das letzte Sta-

dium dieses Krisenverlaufes.7 Demnach geht der Insolvenz eines Unternehmens immer

zunächst eine Krise desselben voraus. Die Insolvenz eines Unternehmens tritt im Allge-

meinen dann ein, wenn das Unternehmen nicht mehr in der Lage ist seine Geschäftstätig-

keit weiter auszuführen. Als gesetzliche Insolvenzauslösetatbestände sind die Zahlungsun-

fähigkeit, die drohende Zahlungsunfähigkeit und die Überschuldung anzuführen.8

Unternehmenskrisen treten nicht zufällig auf, sondern werden durch unterschiedliche Kri-

senursachen ausgelöst. Der daraus resultierende wirtschaftliche Verlauf des Unternehmens

wird als Krisenprozess bezeichnet. Während dieses Prozesses werden Symptome auffällig,

die ex post auf die Krisenursachen hinweisen. 9 Die destruktive Wirkung des Prozesses

endet in den negativen Auswirkungen der Insolvenz.10 Unternehmenskrisen dürfen also

nicht als Zeitpunkterscheinungen, sondern müssen als ein dynamisch ablaufender Prozess

betrachtet werden. Um diese Prozesse allgemein darstellen zu können, bedient sich die

Wissenschaft der so genannten Phasenmodelle, auf welche im Folgenden genauer einge-

gangen werden soll.

2.2 Phasenmodelle des Krisenprozesses

Der Verlauf einer Unternehmenskrise ist in charakteristische Phasen unterteilbar, welche

im Hinblick auf die Wahrnehmbarkeit und durch ihren Grad der Bedrohung unterschiedlich

ausgeprägt sind. In der Literatur finden sich zahlreiche Phasenmodelle, die den Prozess der

6 Vgl.

Krystek

S. 6 und

Kihm

S. 19.

7 Vgl.

Ritter, Wolfgang

: Unternehmenssanierung im neuen Insolvenzrecht: Eine Analyse aus Sicht der

Kreditinstitute, Sternenfels: Wissenschaft und Praxis, 2000, S. 30.

8 Vgl. §§ 17-19 InsO.

9 Vgl.

Hahn, Dietger/Krystek, Ulrich

in: Staehle, Wolfgang H./Stoll, Edgar (Hrsg.), Betriebs-

wirtschaftslehre und ökonomische Krise, Wiesbaden: Gabler, 1984, S. 6.

10 Vgl.

Hahn/Krystek,

S. 9.



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