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Familienerziehung im historischen Wandel

Subtitle: Zu Jutta Ecarius 2002

Literature Review, 2003, 14 Pages
Author: Dr. Phil. Kathrin Kiss-Elder
Subject: Pedagogy - History of Pedagogy

Details

Category: Literature Review
Year: 2003
Pages: 14
Language: German
Archive No.: V117185
ISBN (E-book): 978-3-640-19544-2

File size: 64 KB
Notes :
Arbeit über Ecarius Arbeit zu Familienerziehung, inkl. der Fragen zu moderner Identitätsarbeit. Rezension ohne Sekundärliteratur.Arbeit über Ecarius Arbeit zu Familienerziehung, inkl. der Fragen zu moderner Identitätsarbeit. Rezension ohne Sekundärliteratur.


Abstract

Wissenschaftliche Grundlage der Arbeit von Ecarius sind sozialwissenschaftliche Analysen, die Lebensformen heute pluralisiert und individualisiert beschreiben (9). Dabei geht es darum, dass sich Lebensformen von einem festen Bild und festen Regeln lösen, z.B. wann „man“ Kinder bekommt, in den Beruf eintritt, wie lange „man“ einer Firma treu bleibt etc. Das bedeutet eine Zunahme von Freiheit, aber auch Orientierungslosigkeit und, in gewissem Rahmen, eine erhöhte Chance zu scheitern, weil „man“ eben nicht unbedingt mehr weiß, welches Handeln und welche Einstellung wirklich zielführend sind. Spannend ist der generationsübergreifende Ansatz von Ecarius, der mehrere Generationen zusammenfasst und in der Gesamtsicht analysiert. Damit geht es nicht mehr „um eine Abgrenzung der Generationen oder Generationskonflikte“ (9). Dies wird besonders relevant aufgrund gestiegener Lebenserwartung (s.a. 11) - immer mehr Heranwachsende erleben ihre Großeltern, weil diese eben noch leben. Die Dreigenerationenfamilie ist nach Ecarius These eine typische Familienform in unserer Zeit (s.a. 11). [...]


Excerpt (computer-generated)

Fachbereich/ Fach:

Pädadogik

Thema:

Familienerziehung im historischen Wandel - Jutta
Ecarius 2002


Gliederung

1. Ansatz 2

2. Grundfragen 3

3. Datenbasis 4

4. Methodischer Ansatz 5

5. Familie ­ begriffliche Verortung 6

6. Erziehung heute 8

7. Analyse 8

8. Erziehungsmuster 10

9. Zeitgeschichtlicher Hintergrund 11

10.

Zusammenfassung 12

11.

Quellenverzeichnis 13

1. Ansatz

Wissenschaftliche Grundlage der Arbeit von Ecarius sind sozialwissenschaftliche

Analysen, die Lebensformen heute pluralisiert und individualisiert beschreiben (9).

Dabei geht es darum, dass sich Lebensformen von einem festen Bild und festen

Regeln lösen, z.B. wann ,,man" Kinder bekommt, in den Beruf eintritt, wie lange ,,man"

einer Firma treu bleibt etc. Das bedeutet eine Zunahme von Freiheit, aber auch

Orientierungslosigkeit und, in gewissem Rahmen, eine erhöhte Chance zu scheitern,

weil ,,man" eben nicht unbedingt mehr weiß, welches Handeln und welche Einstellung

wirklich zielführend sind.

Spannend ist der generationsübergreifende Ansatz von Ecarius, der mehrere

Generationen zusammenfasst und in der Gesamtsicht analysiert. Damit geht es nicht

mehr ,,um eine Abgrenzung der Generationen oder Generationskonflikte" (9). Dies wird

besonders relevant aufgrund gestiegener Lebenserwartung (s.a. 11) - immer mehr

Heranwachsende erleben ihre Großeltern, weil diese eben noch leben. Die

Dreigenerationenfamilie ist nach Ecarius These eine typische Familienform in unserer

Zeit (s.a. 11).

Die geografische Flexibilität scheint dabei nicht so hoch wie angenommen (s.a. 36):

· In mehr als jeder fünften Familie wohnen die Großeltern nicht mehr als 15 min.

Fußweg entfernt.

· Bei 82% der 18-55-jährigen ist zumindest ein Elternteil in weniger als einer

Stunde zu erreichen.

· Bei 78% der 18-55-jährigen sind Geschwister in weniger als eiiner Stunde zu

erreichen.

Damit stehen zumindest potenziell Ressourcen für horizontale wie vertikale

Unterstützung zur Verfügung.

Mich erinnert der generationsübergreifende Ansatz vobn Ecarius an das Verfahren der

Familienaufstellung in der Psychologie, in der durch intergenerationeller Sicht

therapeutisch relevante Erkenntnisse gewonnen werden können.

Was mir bei dem Ansatz von Ecarius allerdings fehlt, ist der Bezug auf Patchwork-

Familien, die es ja nicht nur heute, wo dieser Begriff modern geworden ist, sondern

2


auch in der Mitte des letzten Jahrhunderts gab: Durch die Verheiratung von Witwern

und Witwen besonders auch durch die Kriegsfolgen gab es ja auch damals schon

etliche Familien, die aus mehreren ,,Rumpffamilien" zusammengesetzt waren.

Gleichzeitig wäre es heute eine spannende Frage, inwieweit die Scheidung familiale

Erziehungsmuster durch verschiedene Generationen verändert.

Sie thematisiert bewusst die Rolle des Staates bei der Gestaltung von Familien ­ durch

die Gewährleistung einer zumindest allgemeinen Ausbildung durch Schulpflicht und

staatliche Ausbildungsstätten, durch Kindergeld und Unterhaltspflicht. (9).

Gleichzeitig wird in dem Buch kaum auf die spezielle geografisch-kulturelle

Positionierung ihrer Stichprobe ­ der ehemaligen DDR ­ eingegangen, auch wenn dies

m.E. durchaus relevant ist. Ich hätte mir persönlich gewünscht, dass diese kulturelle

Verortung in ihrer Arbeit stärker thematisiert worden wäre. Zwar wird immer wieder

darauf eingegangen, wie prägend die zeitgeschichtlichen Umstände waren, trotzdem

habe ich den Eindruck, dass ihre Arbeit für Rezipienten, die die spezielle Lebensform

der DDR nicht miterlebten, teilweise nicht gut nachzuvollziehen ist. Hier hätte ich mir

manchmal mehr erklärende Kommentare gewünscht.

Ecarius beschreibt, ,,wie langsam das Feld von Familie, Sozialisation und Erziehung

entdeckt wird." (27) Nach einer Phase, in der Familie als Konzept abgelehnt und oft

,,totgeredet" wurde, wird Familienforschung offenbar langsam auch in der

Erziehungswissenschaft modern. Klar ist: Erziehung und Familie sind längst keine

Konzepte, die ad acta gelegt werden können. Wesentliche Anstöße sieht sie derzeit in

der Soziologie, vor allem in der Frage nah dem Verhältnis von Gesellschaft und

Familie. Sie fragt sich, warum die Erziehungswisenschaft so wenig dazu beigetragen

hat (s.a. 28). Gründe sieht sie in unscharfen Begrifflichkeiten was etwa ,,Familie" oder

,,Erziehung" ist, zudem in dem derzeitigen Diskussionsschwerpunkt, pädagogischer

Professionalisierung und pädagogischen Arbeitsbereichen (29).

Gerade die ungute Presse rund um die Pisa-Studie könnte m.E. diesen Schwerpunkt

weiter besonders virulent machen.

2. Grundfragen

Grundfragen von Frau Ecarius waren:

· Wie wird Familienerziehung zwischen jüngeren und älteren Generationen

gestaltet? Welchen Wandlungsprozessen unterlag diese Familienerziehung im

letzten Jahrhundert? (s.a. 9)

· ,,Wie wird Familienerziehung gegenwärtig gestaltet und welchen Anteil haben

Eltern und Großeltern?" (10)

· Wie soll in unserer Zeit Erziehung gestaltet werden?

· ,,Was sind die Inhalte von Erziehung?" (?) (10)

· ,,Wie erleben Heranwachsende die familiale Erziehung und welche Erfahrungen

machen sie?" (10)

· Wie hat sich die Familienerziehung im letzten Jahrhundert gewandelt? (s.a. 10)

· Welche Bedeutung haben dabei die familiären Generationsbeziehungen? (s.a.

10)

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