Please wait
Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.
Subtitle: Entwicklung und Anwendung von fachlich fundierten Controllinginstrumenten, dargestellt an einem praktischen Beispiel
Scholary Paper (Seminar), 2008, 26 Pages
Author: Dipl. Soz. Päd. / Dipl. Soz. Arb. Torsten Schrodt
Subject: Nursing / Foster Care Management / Social Services
Details
Institution/College: Niederrhein University of Applied Sciences Mönchengladbach
Tags: Ergebnisorientierung, Qualitätsmanagement, Sozialen, Arbeit, Qualitätsmanagement
Year: 2008
Pages: 26
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 39 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-19817-7
ISBN (Book): 978-3-640-19829-0
File size: 147 KB
Other users also were interested in the following titles:
Abstract
Vor allem bewusste Entscheidungen im politischen Raum führten zu einem veränderten Blick auf die Soziale Arbeit. Während noch vor einigen Jahren mit dem Verweis auf christliche Verantwortung oder Verpflichtung zur Solidarität neuen sozialen Problemen in der Regel mit einem Ausbau an Einrichtungen und Angeboten öffentlicher und freier Träger begegnet wurden, werden diese nunmehr als Kostenfaktoren und Belastung des Wirtschaftsstandortes im globalen Wettbewerb gesehen. Träger der Sozialen Arbeit reagieren hierauf unter anderem mit Maßnahmen zum Qualitätsmanagement um ihre Wirksamkeit und Leistungsfähigkeit zu belegen. Hierbei zugleich besonders bedeutend und umstritten ist die Katagorie der Ergebnisorientierung. Mit dieser Kategorie beschäftigt sich die vorliegende Hausarbeit. Zum Ende stellt sie mit der Balanced Scorecard ein mögliches Controlling- Instrument und dessen Anwendung vor.
Excerpt (computer-generated)
Hochschule Niederrhein
Mönchengladbach, SS 2008
Fachbereich Sozialwesen
Ergebnisorientierung im Qualitätsmanagement der Sozialen Arbeit
Entwicklung und Anwendung von fachlich fundierten Controllinginstrumenten,
dargestellt an einem praktischen Beispiel
Modul: Qualitätsmanagement
Im berufsbegleitenden Studiengang Sozialmanagement
Verfasser:
Torsten Schrodt
Inhaltsverzeichnis
1
Qualität(smanagement) und Ergebnisorientierung in der Sozialen Arbeit 3
2
Ergebnisorientierung im EFQM- Model s für Excel ence 7
3
Auf dem Weg zur Excel ence mit der Balanced Scorecard 11
4
Die Balanced Scorecard einführen 17
5
Abschlussbetrachtung 21
6
Literaturverzeichnis 22
2
1
Qualität(smanagement) und Ergebnisorientierung in der Sozialen Arbeit
Vor al em bewusste Entscheidungen im politischen Raum führten zu einem
veränderten Blick auf die Soziale Arbeit. Während noch vor einigen Jahren mit dem
Verweis auf christliche Verantwortung oder Verpflichtung zur Solidarität neuen
sozialen Problemen in der Regel mit einem Ausbau an Einrichtungen und
Angeboten öffentlicher und freier Träger begegnet wurden, werden diese nunmehr
als Kostenfaktoren und Belastung des Wirtschaftsstandortes im globalen
Wettbewerb gesehen. ,,Das Soziale wird nicht mehr voraussetzungslos als etwas
Schätzenswertes in der Gesel schaft angenommen, sondern erscheint angesichts
gewichtiger Finanzprobleme in den öffentlichen Haushalten als gewichtiger
Kostenfaktor, über dessen Wirksamkeit und über dessen effizienten Einsatz
Rechenschaft verlangt wird." (Merchel 1998, 11 / vgl. auch Beckmann 2004, 17).
Angezweifelt wird sowohl die Wirksamkeit als auch die Effizienz sozialstaatlicher
Programme und Leistungen. Die Bemühungen die Sozialstaatsquote einzudämmen
und die ebenso politisch beschlossenen Schwierigkeiten der öffentlichen und vor
al em der kommunalen Haushalte führten zu empfindlichen Einsparungen bei den
sozialen Leistungen. Mit dem Ziel Kosten durch mehr Effizienz einzusparen wurde in
weiten Teilen der Sozialen Arbeit die traditionel e Stel ung von Wohlfahrtsverbänden
und freien Trägern und somit das Subsidiaritätsprinzip aufgeweicht und durch
Wettbewerb und Marktmechanismen ersetzt. Gefordert wird von den Trägern
Sozialer Arbeit ein professionel es Management, das die geringer werdenden
finanziel en Mittel effizient und effektiv einsetzt. Um Einbußen bei der Qualität der
Leistungen zu verhindern, wird auf Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement
gesetzt und diese durch Änderungen in den Sozialgesetzten von den Trägern
gefordert. Model e der ,,erfolgreichen" Betriebswirtschaft werden adaptiert, um der
Sozialen Arbeit zu mehr Effizienz, Effektivität, Wirksamkeit und Qualität zu
verhelfen.
Bei der Betrachtung dieses Kontextes ist die Abwehrhaltung vieler Professionel er in
der Sozialen Arbeit gegenüber Model en des Qualitätsmanagement verständlich.
Befürchtet werden vor al em Bemühungen die Soziale Arbeit technisch zu steuern,
zu standardisieren und zu kontrol ieren, und somit Verwaltungsaufwand zu erhöhen,
Handlungsspielräume zu zerstören und situatives und individuel es Handelns der
Professionel en unmöglich zu machen (vgl. Mül er 1998, 48f). Deppner und Trube
3
sehen bei Standardisierung und Formalisierung sogar die Gefahr, dass sich die
Soziale Arbeit zu einer strikt ,,anwendungsorientierten Handlungsdisziplin" entwickelt
(vgl. Deppner / Trube 2001, 39).
Besonders skeptisch bis ablehnend zeigen sich Fachkräfte im Hinblick auf die
Steuerung und Kontrol e von Ergebnisqualität, vor al em der Wirksamkeit ihrer
Tätigkeit. Diese steht al erdings in der politischen Diskussion im Mittelpunkt der
Qualitätsdebatte (vgl. Merchel 1998, 252). Zu Recht verweisen sie auf die
Komplexität der Sozialen Arbeit im Hinblick auf Wirkungen und die Relativität von
Qualität.
Bei der Betrachtung der Ergebnisqualität ist zwischen dem Output, der erbrachten
Leistung und dem Outcome, der erzielten Wirkung zu unterscheiden (vgl. Gerul
2007, 73; Stockmann 2000, 89; Merchel 2004, 42). Während der Output
beschrieben und messbar gemacht wird, lehnen viele Autoren das Outcome als
Ergebnisziel ab (vgl. Gerul 2007, 73). Zu Recht wird verwiesen auf das strukturel e
Technologiedefizit des professionel en Handelns, wonach ,,Aufwand und Ertrag,
Bedingungen und Auswirkungen (...) nicht kausal verknüpft (sind, T.S.) und die
Interaktion entsprechend nicht punktgenau planbar (ist, T.S.)" (Beckmann 2004, 20f
mit Verweis auf Luhmann / Schorr 1982). Zudem lässt sich vor al em langfristige
Wirksamkeit sozialpädagogischen Handelns häufig nur schwer bestimmen bzw.
messen (vgl. Hofemann 2005, 43; Merchel 2004, 46) und selbst wenn
messtechnische Probleme gelöst werden können, sind die Wirkungen auf Grund
des kooperativen Charakters sozialer Dienstleistungen nicht einseitig einem der
Partner zuzuordnen (vgl. Gerul 2007, 73; Berker 1998, 318).
Ebenso stel t sich, spätestens bei der Bewertung die Frage, was Qualität und die
richtigen Wirkungen sind. ,,Dienstleistungsqualität ist die Fähigkeit eines Anbieters,
die Beschaffenheit einer primär intangiblen und der Kundenbeteiligung bedürfenden
Leistung
gemäß
den
Kundenerwartungen
auf
einem
bestimmten
Anforderungsniveau zu erstel en." (Bruhn 2006, 38). ,,Kundenerwartungen stel en die
zentrale Größe bei der Beurteilung von Qualität von Leistungen dar." (Bruhn 2006,
78). Was al erdings Kunden bzw. Nutzer unter Qualität Sozialer Arbeit verstehen ist
subjektiv und vor al em auch in Anbetracht der Individualität der Lebens- und
Problemlagen, sowie der Leistungen individuel und kontextabhängig. Luschei und
Trube stel en somit fest, dass Offenheit bei den Verfahren und Ergebnissen
4
notwendig und bilateral auszuhandeln sind (vgl. Luschei / Trube 2001, 195).
Ausgehandelt werden muss das Verständnis vor Qualität, das in hohem Maße
wertebezogen und dynamisch ist, al erdings nicht nur mit dem eigentlichen Nutzer,
sondern mit sämtlichen Anspruchsgruppen, wie Gesel schaft, politische
Entscheidungsträger, Fachlichkeit und nicht zuletzt den Leistungsfinanzierern in
Gestalt von Spendern oder Verwaltungen. Da von diesen Anspruchsgruppen sehr
unterschiedliche und zum Teil widersprüchliche Vorstel ungen von Qualität und zu
erzielender Wirkungen vorherrschen, ist eine Forderung nach einer objektiven
Qualitätsdefinition unangemessen (vgl. Merchel 1998, 27). Andreas Schaarschuch
und Stefan Schnurr stel en somit fest: ,,Es geht nicht um die Herstel ung eines
widerspruchsfreien, überhistorischen Konsens über Qualität, sondern um die
Herstel ung zeitlich befristeter Übereinkommen über das, was auf der Basis je
unterschiedlicher Qualitätsperspektiven und der Aktualisierbarkeit entsprechender
Machtpotentiale zur Durchsetzung dieser Perspektive jeweils als Qualität gelten
sol ." (Schaarschuch / Schnurr 2004, 320). ,,Eine übergreifende und verbindliche
inhaltliche Orientierung für das professionel e Handeln in der Sozialen Arbeit" kann
die Qualitätsdebatte nicht leisten (Klatezki 2004, 186). Was also als Qualität im
Einzelfal gelten sol , muss in einem multiperspektivischen Dialog zwischen den
Anspruchsgruppen ausgehandelt werden. Zu bemerken ist hierbei, dass die
eigentlichen Nutzer sozialer Dienstleistungen bei dieser Definition von Qualität in der
Regel durch Experten vertreten werden und selbst nur über geringe
Definitionsmacht verfügen.
Wie man auch immer der Qualitätsdebatte gegenübersteht auf Grund der
gesetzlichen Anforderungen müssen Träger sozialer Dienste sich dieser stel en.
Hierzu gehört es auch sich klar zu machen, was die Qualitätsdebatte und das
Qualitätsmanagement zu leisten vermag. Die Qualitätsdebatte löst eine Diskussion
über Qualität und zu erzielende Wirkungen aus, welche die Fachlichkeit der
Sozialen Arbeit dazu zwingt, sich mit den verschiedenen Anspruchsgruppen
auseinanderzusetzten und in einem multiperspektivischen Dialog Qualität und
beabsichtigte Wirkungen zu definieren und transparent zu machen. Diese Definition
von Zielen begünstigt zielorientiertes Arbeiten und eine intersubjektive Bewertung
der Leistungen. ,,Die Qualitätsdebatte mit ihren auf Aushandlung und
Prozesshaftigkeit
ausgerichteten
Imperativen
implementiert
einen
reflexionsfördernden Mechanismus in die Soziale Arbeit, der mit seinen
5
Anforderungen an Transparenz im Hinblick auf Strukturen, Prozesse und
Ergebnisse sowohl nach innen Impulse zur Entwicklung professionel en Handelns in
einer professionsangemessenen reflexiven Organisationskultur setzt als auch nach
außen Legitimationsoptionen der Profession erhöht." (Merchel 2004, 139f).
Qualitätsmanagement bietet somit die Möglichkeit der strukturierten und
systematischen Selbstbeobachtung und Reflexionsförderung.
Zwar muss auf Grund der berechtigten Einwände vor al em mit Ergebnisqualität
und Wirksamkeit als Kategorie in der Sozialen Arbeit reflektiert umgegangen werden
und auch ist es nicht denkbar ,,al e Bereiche der Sozialen Arbeit messbar zu
machen." (Meinhold / Matul 2003, 77). Al erdings helfen klar formulierte Kriterien, an
Hand derer die Qualität Sozialer Arbeit gemessen wird, das Selbstverständnis
gegenüber Anspruchsgruppen deutlicher zu machen und dienen zugleich als
Funktion der Qualifizierung professionel er Arbeit. Diese Kriterien müssen so
formuliert sein, dass sie notwendige Freiräume zur individuel en Unterstützung im
Rahmen Sozialer Arbeit unterstützen (vgl. von Spiegel 1998, 351 ff). Definierte Ziele
und Kriterien geben dem Handeln eine Richtung, verbessern das
Unternehmensergebnis sowie die persönliche Leistung und ermöglichen zudem eine
effektivere Kontrol e des gesamten Unternehmens (vgl. Bruhn 2006, 161). Eine
solche Kontrol e und von ihr ausgehende Bewertung der Arbeit abzulehnen, ist
nach Berker der ,,größte anzunehmende Unfug beruflicher Systeme" (Berker
1998, S. 323 nach Gerul , 2007, S. 69).
Zwar können und wol en Qualitätsmanagementsysteme aus sich selbst heraus
keine fachliche Qualität definieren, al erdings geben sie einen systematischen und
umfassenden Rahmen vor, um in einem diskursiven Prozess mit al en
Anspruchsgruppen (Ergebnis-)Qualität und hierzu messbare Kriterien zu definieren,
hierdurch transparente und handlungsleitende Ziele vorzugeben und die Qualität der
Arbeit zu messen bzw. intersubjektiv zu bewerten. Hierdurch leiten sie einen
organisationsweiten und systematischen Lern- und Reflexionsprozess ein, der dazu
führen kann die gemeinsam entwickelten Ziele besser zu erreichen. Indem im
Rahmen des Qualitätsmanagements reflektiert Qualität und zu erzielende Wirkung
definiert und transparent gemacht werden, unterstützt das Qualitätsmanagement
zudem widersprüchliche und nicht erreichbare Ansprüche an die Qualität Sozialer
Arbeit zu identifizieren und begründet zurück zu weisen.
6
Comments
No comments yet
Other users also were interested in the following titles:
Corporate Identity - die Zauberformel für den Unternehmenserfolg
Author: Eric HennersdorfEconomics / Business: Business Management, Corporate Governance, 2005 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Real Estate Investment Trusts - Charakteristika und Position von REITs in Deutschland und Ausland
Author: Viola HänschEconomics / Business: Investment and Finance, 2007 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Prozess der Leitbilderstellung
Author: Reinhard BrackeSocial Pedagogy / Social Work, 2003 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Einführung und zukünftige Bedeutung des Sozialmanagements in einem Wohnungsunternehmen
Author: Rene HeydaEconomics / Business: Business Management, Corporate Governance, 2008 Download as PDF-file for 7,99 EUR
This text can be quoted and accessed from this url: