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Basel II - Der Handlungsbedarf für den Mittelstand

Other, 2003, 112 Pages
Authors: Alexander Scheling, Gent Goeters, Timo Petry, Marc Waetjen
Subject: Economics / Business: Investment and Finance

Details

Category: Other
Year: 2003
Pages: 112
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 37  Entries
Language: German
Archive No.: V11738
ISBN (E-book): 978-3-638-17809-9

File size: 358 KB
Notes :
Ausgezeichnete Projektarbeit an der DAV - Die Abschlussarbeit "BASEL II - Der Handlungsbedarf für den Mittelstand" wurde an der Deutschen Außenhandels- und Verkehrs-Akademie (DAV) in Bremen prämiert. Im Rahmen der Abschlussfeierlichkeiten erhielten die neuen Betriebswirte Gent Goeters, Timo Petry, Alexander Scheling und Marc Wätjen die mit 2.000 Euro dotierte Auszeichnung des Vereins der Förderer und Absolventen der DAV (VFA).


Abstract

Die Projektarbeit ist ein Leitfaden für mittelständische Unternehmen im Umgang mit den neuen Kreditvergabe-Richtlinien der Banken.


Excerpt (computer-generated)

Basel II
Der Handlungsbedarf für den Mittelstand

Abschlußarbeit an der Deutsche Außenhandels- u. Verkehrs-Akademie Bremen

von

Alexander Scheling; 
Gent Goeters;
Timo Petry;
Marc Waetjen

Februar 2003

Vorwort

[...]

Inhalt

Vorwort ... 1

Abbildungsverzeichnis ... 6
Abkürzungsverzeichnis ... 7

1. Einleitung ... 9

2. Von Basel I zu Basel II ... 11
2.1 Basel I ... 11
2.2 Neue Eigenkapitalrichtlinien (Basel II) ... 14
2.2.1 Das erste Konsultationspapier ... 15
2.2.2 Das zweite Konsultationspapier ... 15
2.3 Der Basel II - Fahrplan ... 17

3. Die drei Säulen des Konsultationspapiers ... 19
3.1. Die erste Säule: Mindesteigenkapitalanforderungen ... 20
3.1.1 Externes Rating (Standardansatz) ... 22
3.1.2 Internes Rating (IRB-Ansatz) ... 23
3.1.3 Operationelles Risiko ... 28
3.2 Die zweite Säule: Der bankenaufsichtliche Überprüfungsprozess ... 30
3.3 Die dritte Säule: Marktdisziplin ... 31

4. Der Rating-Prozess ... 33
4.1 Definition Rating ... 33
4.2 Risikobeurteilung durch Rating ... 37
4.3 Komponenten eines Ratings ... 38
4.3.1 Quantitative Faktoren ... 39
4.3.2 Qualitative Faktoren ... 40
4.4 Grundsatz zur Eigenkapitalunterlegung nach Basel I ... 43
4.5 Entscheidung: Internes oder externes Rating nach Basel II? ... 44

5. Ablauf des Rating-Verfahrens ... 50
5.1 Internes Rating-Verfahren ... 50
5.1.1 Festlegung der Unternehmensstrategie ... 50
5.1.2 Rating-Zusammensetzung ... 50
5.1.3 Gespräche und Präsentationen ... 52
5.1.4 Umgang mit dem Rating nach der erstmaligen Durchführung ... 52
5.2. Externes Rating-Verfahren ... 53
5.2.1 Entscheidung für ein externes Rating ... 53
5.2.2 Auswahl der Rating-Agentur ... 53
5.2.3 Rating-Vertrag ... 53
5.2.4 Vorbereitungsphase ... 54
5.2.5 Analysegespräch ... 54
5.2.6 Präsentation des Ergebnisses ... 54
5.2.7 Option zur Veröffentlichung ... 55
5.2.8 Pflege und Überwachung ... 55
5.2.9 Kosten ... 56

6. Abgrenzung und Begriffsbestimmung des Mittelstandes ... 57
6.1 Quantitative Kategorisierung ... 57
6.1.1 Definition des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM), Bonn ... 57
6.1.2 Definition der Europäischen Union für KMU ... 58
6.1.3 Definition der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ... 58
6.2 Qualitative Kategorisierung ... 58
6.3 Bedeutung des Mittelstandes in Deutschland ... 59

7. Aktuelle Finanzierungssituation des Mittelstandes ... 61
7.1 Eigenkapitalschwäche ... 62
7.2 Innenfinanzierung ... 63
7.3 Außenfinanzierung durch Kredite ... 63

8. Konsequenzen für die Finanzierung des Mittelstandes ... 65
8.1 Kreditverknappung für den Mittelstand? ... 65
8.1.1 Theoretische Betrachtung ... 65
8.1.2 Bevorzugung durch Einordung ins Retail-Portfolio ... 66
8.2 Kreditverteuerung durch Basel II? ... 66
8.3 Finden Sicherheiten in Basel II Berücksichtigung? ... 68
8.5 Führt Basel II zu einem Anstieg der Insolvenzen? ... 69

9. Aktueller Vorbereitungsstand - Untersuchungsergebnisse ... 71
9.1 Kenntnisstand über Basel II und Rating ... 72
9.2 Führungsstruktur ... 73
9.3 Strategie, Planung, Controlling ... 75
9.4 Marktposition ... 76
9.5 Produktion ... 77
9.6 Finanzmanagement ... 77
9.7 Finanzierung ... 77
9.8 Bankenkommunikation ... 78
9.9 Sonstige Risiken ... 78
9.10 Auswirkungen von Basel II ... 79
9.11 Eigene Lösungsansätze ... 80
9.12 Kritik, Anmerkungen zu Basel II ... 81
9.13 Zusammenfassung ... 82

10. Aktueller Handlungsbedarf ... 83

11. Lösungsansätze ... 84
11.1 Ausrichtung des Unternehmens auf die Anforderungen von Basel II ... 84
11.1.1 Kenntnisstand ... 85
11.1.2 Nachfolge- und Vertretungsregelung ... 85
11.1.3 Zukunftsaussichten des Unternehmens ... 86
11.1.4 Transparenz ... 86
11.1.5 Risikobewältigung ... 88
11.1.6 Externes Rating ... 88
11.1.7 Aktive Kennzahlensteuerung ... 89
11.2 Reduzierung der Abhängigkeit von Kreditinstituten ... 89
11.2.1 Reduzierung der Kapitalbindung ... 90
11.2.1.1 Optimierung der Warenwirtschaft ... 91
11.2.1.2 Verkauf von nicht betriebsnotwendigem Vermögen ... 91
11.2.1.3 Debitorenbuchhaltung ... 91
11.2.1.4 Outsourcing ... 92
11.2.1.5 Verschiebung von Investitionen ... 92
11.2.1.6 Leasing, Factoring, Forfaitierung ... 92
11.2.2 Optimierung der Finanzplanung ... 93
11.3 Alternative Finanzierungsquellen ... 93
11.3.1 Leasing ... 94
11.3.2 Factoring ... 96
11.3.3 Forfaitierung ... 97
11.3.4 Private Equity / Venture Capital ... 97
11.3.4.1 Direktbeteiligungen ... 99
11.3.4.2 Mezzanine Finanzierung ... 99

12. Zusammenfassung und Ausblick ... 102

Literaturverzeichnis ... 103

Anhang ... 106


1. Einleitung

Das Thema "Basel II" berührt seit der öffentlichen Diskussion des zweiten Baseler Konsultationspapiers sowohl Banken, die die dort beschriebenen Anforderungen an ihre internen Rating-Verfahren umsetzen müssen, als auch Unternehmen, auf die diese Verfahren wirken. Was bisher nur für Großunternehmen galt, ist nun auch für den deutschen Mittelstand von Bedeutung. Gerade für mittelständische Unternehmen steht das Schlagwort Basel II für eine Bedrohung ihrer Existenz durch Kreditverknappung und steigende Zinsen.

Doch welche konkreten Auswirkungen hat der Baseler Akkord nun wirklich auf kleinere und mittlere Unternehmen? Welche Maßnahmen können vom Mittelstand ergriffen werden, um weiterhin eine adäquate Versorgung mit Fremdkapital zu akzeptablen Konditionen sicherzustellen? Wird Basel II zu einem weiteren Anstieg der ohnehin schon hohen Insolvenzquote führen?

Ist der deutsche Mittelstand überhaupt auf die neuen Anforderung vorbereitet? Um dies zu klären, haben wir eine Studie durchgeführt, um den aktuellen Vorbereitungsstand zu ermitteln und Bereiche aufzuzeigen, in denen Handlungsbedarf besteht.

In der vorliegenden Arbeit haben wir zunächst die historische Entwicklung der Eigenkapitalrichtlinien für Banken dargestellt und in dem Zusammenhang den aktuellen Stand der Konsultationen detailliert beschrieben. Danach wird der Rating-Prozess als solches mit den zugrundeliegenden Beurteilungskriterien erläutert und anschließend der Ablauf eines Rating-Verfahrens geschildert. Im weiteren Verlauf wird der Begriff des Mittelstandes und seine gesamtwirtschaftliche Bedeutung für Deutschland dargelegt. Daran schließt sich eine Darstellung der aktuellen Finanzierungssituation und der Konsequenzen von Basel II für die Mittelstandsfinanzierung an.
Nach der Darlegung der theoretischen Grundlage werden die wesentlichen Ergebnisse der bereits erwähnten Untersuchung vorgestellt und der sich daraus ergebende aktuelle Handlungsbedarf aufgezeigt. Eine umfangreiche Darstellung möglicher Lösungsansätze, wie beispielsweise die Ausrichtung des Unternehmens an die neuen Anforderungen oder die Erschließung alternativer Finanzierungsquellen, und ein Fazit schließen die Arbeit ab.

Mit der vorliegenden Arbeit möchten wir dazu beitragen, das Verständnis für Basel II zu erhöhen, und darüber informieren, welche Möglichkeiten dem Mittelstand offen stehen, um eine bessere Rating-Note zu erzielen, um zukünftig von der neuen Eigenkapitalvereinbarung zu profitieren.

2. Von Basel I zu Basel II

Der 1975 gegründete Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht setzt sich aus Vertretern der Zentralbanken sowie der Bankenaufsichtsbehörden der G10-Staaten (Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, Niederlande, Luxemburg, Schweden, Schweiz und USA) zusammen und tritt i. d. R. bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel alle drei Monate zusammen, wo sich auch sein ständiges Sekretariat befindet (vgl. Hirschmann 2002, S. 8).

Der Hauptanstoß für die Baseler Eigenkapitalvereinbarung von 1988 (Basel I) war die Besorgnis der Zentralbankpräsidenten der G10-Länder, dass das Eigenkapital der wichtigsten Banken weltweit auf Grund des anhaltenden Verdrängungskampfes, im Rahmen der fortschreitenden Globalisierung und Informationstechnologie, auf einen gefährlich tiefen Stand gefallen war. Damit Banken in der Lage sind Verluste abzufedern, ist es notwendig, entsprechende Eigenkapitalrücklagen zu halten. Nicht zuletzt stellt dies auch einen Anreiz für die Eigentümer dar, ihre Geschäfte auf umsichtige Weise zu tätigen (vgl. BIZ 2001, S. 11).

Veränderungen auf den Finanzmärkten sind der Ausgangspunkt für die Regelung des Baseler Ausschusses mit dem Ziel, die Stabilität der internationalen Kreditinstitute zu erhöhen. Weltweit werden die inhaltlichen Grundlagen für die bankaufsichtliche Regulierung von Kreditinstituten maßgeblich von den Normenwerken des Baseler Ausschusses geprägt (vgl. Keiner 2001, S.22).

2.1 Basel I

Die Eigenkapitalvereinbarung von 1988 (Basel I) verlangt von den international tätigen Banken der G10-Länder, dass sie ihre Adressenausfall- sowie Marktpreisrisiken nach dem Grundsatz 1 mit Eigenmitteln unterlegen. Im Verhältnis zu einem Korb von Aktiva, die je nach Risikogehalt unterschiedlich gemessen werden, sind zumindest 8% Eigenkapital zu halten. Das Eigenkapital wird (grob gesehen) in zwei Klassen unterteilt: Eigenkapital der Klasse 1 besteht aus dem Aktienkapital und den einbehaltenen Gewinnen, Eigenkapital der Klasse 2 enthält zusätzliche interne und externe Ressourcen der Bank. Das ausgewiesene Eigenkapital einer Bank muss mindestens zur Hälfte aus Kapital der Klasse 1 bestehen (vgl. BIZ, 2001, S. 11). Da die Beschlüsse der Baseler Übereinkunft rechtlich unverbindliche Vereinbarungen zwischen den beteiligten Bankaufsichtsbehörden sind, mussten diese formal in nationales Recht übertragen werden. In Deutschland geschah dies mit der vierten KWG-Novelle (Kreditwesengesetz) und Basel I im Jahr 1992 (vgl. Keiner 2001, S. 24). Der Grundsatz 1 konkretisiert die in § 10 Abs. 1 KWG festgelegte Anforderung, angemessene Eigenmittel vorzuhalten.

[...]


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