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Der Einfluss Schopenhauers in Thomas Manns "Buddenbrooks" close

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Der Einfluss Schopenhauers in Thomas Manns "Buddenbrooks"

Scholary Paper (Seminar), 2000, 16 Pages
Author: Hans Kalt
Subject: German Studies - Modern German Literature

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2000
Pages: 16
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 12  Entries
Language: German
Archive No.: V117464
ISBN (E-book): 978-3-640-19762-0
ISBN (Book): 978-3-640-19783-5
File size: 61 KB

Abstract

Ziel der vorliegenden Arbeit war es, den Einfluss Schopenhauers in Thomas Manns Erstlingsroman „Buddenbrooks“, erstmals erschienen 1901, zu erörtern. Die Haltung hierbei wird, in Bezug auf den Grad der Beeinflussung Thomas Manns durch Schopenhauer, eine gemäßigte sein, wie sie in etwa auch Gero v. Wilpert und Werner Frizen vertreten. Extreme Ansichten, wie z. B. von Erich Heller, der die „ Buddenbrooks“ als philosophischen Roman klassifiziert, werden aufgrund fehlender objektiver Belege und wegen gegensätzlicher Äußerungen von Thomas Mann selbst, nicht berücksichtigt. So wird sich die Betrachtung, nach einer Beleuchtung des Verhältnisses von Thomas Mann zu Schopenhauerischem Gedankengut (Kapitel 2), eingehend mit dem sogenannten Schopenhauerkapitel/ - erlebnis im 10. Teil, Kapitel 5 des Romans beschäftigen (Kapitel 3. 2.) und dessen intertextuellen Zusammenhang mit Schopenhauers „ Die Welt als Wille und Vorstellung“, II, Kapitel 41: „ Über den Tod und sein Verhältnis zur Unzerstörbarkeit unseres Wesens an sich“ verdeutlichen. Ferner werde ich in Kapitel 3. 3. auf einen Aufsatz von Peter Pütz eingehen, der die Dekadenz der Buddenbrooks schopenhauerisch erklärt und schließlich am Ende versuchen, die Rolle der Philosophie, respektive von Schopenhauers und Nietzsches Gedankengut, in den „Buddenbrooks“ in einem Fazit zusammenzufassen (Kapitel 4). [...]


Excerpt (computer-generated)

Friedrich- Alexander- Universität

Institut für Germanistik

PS: Die Anfänge Thomas Manns

Wintersemester 1999/ 2000

Hausarbeit

zum Thema:

Der Einfluss Schopenhauers in Thomas Manns ,, Buddenbrooks"















Inhaltsverzeichnis

1. Vorbemerkung 3

2. Erste Berührungen Manns mit dem Gedankengut Schopenhauers 4

3. Wie viel Schopenhauer ist in den ,, Buddenbrooks"? 7

3. 1. Manns eigene und andere Einschätzungen 7

3. 2. Das Schopenhauererlebnis 8

3. 2. 1. Einflüsse allgemein 8

3. 2. 2. Einordnung im Roman 9

3. 2. 3. Die Philosophie Schopenhauers ( 1788- 1860 ) 9

3. 2. 4. Inhalt und Interpretation 11

3. 3. Das Verhältnis Wille- Intellekt in den Buddenbrooksgenerationen 13

4. Schlussbemerkung 14

Literaturverzeichnis 15

2


1. Vorbemerkung

Ziel der vorliegenden Arbeit soll es sein, den Einfluss Schopenhauers in Thomas Manns

Erstlingsroman ,, Buddenbrooks", erstmals erschienen 1901, zu erörtern.

Die Haltung hierbei wird, in Bezug auf den Grad der Beeinflussung Thomas Manns

durch Schopenhauer, eine gemäßigte sein, wie sie in etwa auch Gero v. Wilpert1 und

Werner Frizen2 vertreten. Extreme Ansichten, wie z. B. von Erich Heller3, der die ,,

Buddenbrooks" als philosophischen Roman klassifiziert, werden, aufgrund fehlender

objektiver Belege und wegen gegensätzlicher Äußerungen von Thomas Mann selbst,

nicht berücksichtigt. So wird sich die Betrachtung, nach einer kurzen Beleuchtung des

Verhältnisses von Thomas Mann zu Schopenhauerischem Gedankengut ( Kapitel 2 ),

hauptsächlich auf das sogenannte Schopenhauerkapitel/ - erlebnis im 10. Teil, Kapitel 5

des Romans beschränken ( Kapitel 3. 2. ) und dessen intertextuellen Zusammenhang mit

Schopenhauers ,, Die Welt als Wille und Vorstellung", II, Kapitel 41: ,, Über den Tod

und sein Verhältnis zur Unzerstörbarkeit unseres Wesens an sich" verdeutlichen. Ferner

werde ich in Kapitel 3. 3. auf einen Aufsatz von Peter Pütz4 eingehen, der die Dekadenz

der Buddenbrooks schopenhauerisch erklärt und schließlich am Ende versuchen, die

Rolle der Philosophie, respektive von Schopenhauers und Nietzsches Gedankengut, in

den ,, Buddenbrooks" in einem Fazit zusammenzufassen ( Kapitel 4 ).

1 siehe: Ken Moulden/ Gero v. Wilpert ( Hg. ): Buddenbrooks- Handbuch. Stuttgart 1988.

S. 293- 304.

2 siehe: Werner Frizen: Zaubertrank der Metaphysik. Quellenkritische Überlegungen im Umkreis der

Schopenhauer- Rezeption Thomas Manns. Frankfurt a. M. u. a. 1980.

3 siehe: Erich Heller: Der ironische Deutsche. Frankfurt a. M. 1959.

4 Peter Pütz: Die Stufen des Bewußtseins bei Schopenhauer und den Buddenbrooks.

In Hermann Kurzke ( Hg. ): Stationen der Thomas Mann Forschung. Aufsätze seit 1970. Würzburg 1970.

3


2. Erste Berührungen Manns mit dem Gedankengut
Schopenhauers


Bevor man daran geht, die schopenhaurischen Elemente und Gedanken in den

,, Buddenbrooks" zu bestimmen, muss man zumindest knapp behandeln, inwieweit

Thomas Mann selbst und vor allem auf welche Art und Weise er mit Schopenhauers

Philosophie vertraut war.

Man wird feststellen müssen, dass ein eindeutiges Herausfiltern von

Schopenhauerischem Gedankengut, sieht man von dem expliziten

Bezug im 5. Kapitel des 10. Teils ab, nicht möglich ist. Die Frage der Rolle der

Philosophie in Thomas Manns Roman ist deswegen auch, laut Gero v. Wilpert5, der

,, strittigste Punkt in der ,, Buddenbrooks"- Forschung".

Schon bei der Datierung der erstmaligen Schopenhauerlektüre, den beiden Bänden

von ,, Die Welt als Wille und Vorstellung", von Mann ergeben sich die ersten

Schwierigkeiten: Manns Selbstäußerungen darüber sind uneinheitlich. So spricht er

bspw. in den ,, Betrachtungen eines Unpolitischen" ( 1918 ), dem ,, Lebensabriß"

( 1930 ), dem Schopenhauer- Essay ( 1938 ) und in späteren Briefen stets vom

,, dreiundzwanzig- oder vierundzwanzigjährigen Autor" [ der ,, Buddenbrooks" ], wenn

es um den Zeitpunkt der ersten Lektüre geht. Im Schopenhauer- Essay redet Mann

allerdings auch vom von der Willensmetaphysik Schopenhauers berauschten

,, Zwanzigjährigen".

Die Meinungen, welche Aussage/ n glaubwürdig sei/ en gehen auseinander. Gero v.

Wilpert z. B. vertritt die Version des ,, dreiundzwanzig- oder vierundzwanzigjährigen"

Erstlesers6 Thomas Mann, der zu diesem Zeitpunkt ( 1899 ) schon zwei Drittel des

Romans niedergeschrieben hatte. Begründend fügt v. Wilpert hinzu, dass in den

Entwürfen zu den ,, Buddenbrooks" kein spezifischer Schopenhauereinfluss

festzustellen sei, eine frühere Lektüre daher eher unwahrscheinlich sei7. Werner Frizen

dagegen plädiert für eine frühere Datierung des ersten Kontakts mit Schopenhauers

Werken, da die Konstruierung und Objektivierung, bzw., Verfremdung, (durch

Nietzsche ) des Schopenhauererlebnisses mehr Zeit zwischen eigener Lektüre und der

5 im Buddenbrooks- Handbuch, S. 293.

6 ebenda, S. 295f.

7 ebenda, S. 296.

4



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