Please wait
Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.
Other, 1998, 11 Pages
Author: Caroline Boller
Subject: History - National Socialism, World War II
Details
Institute: Körber- Stiftung
Tags: Protest, Hamburger, Swing-, Jugend, Dritten, Reich, Schülerwettbewerb, Deutsche, Geschichte, Preis, Bundespräsidenten
Year: 1998
Pages: 11
Bibliography: ~ 4 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-21188-3
ISBN (Book): 978-3-640-21197-5
File size: 114 KB
Die Arbeit wurde mit einem Buchpreis ausgezeichnet.Die Arbeit wurde mit einem Buchpreis ausgezeichnet.Die Arbeit wurde mit einem Buchpreis ausgezeichnet.Die Arbeit wurde mit einem Buchpreis ausgezeichnet.
Other users also were interested in the following titles:
Abstract
Wer den Begriff der Swing-Jugend geprägt hat, lässt sich nicht feststellen. Wahrscheinlich war er eine Begriffsschöpfung der Nationalsozialisten, deshalb gebrauche ich ihn in Anführungszeichen. Die Bezeichnung „Swings“ und „Swinger“, wie sie in einigen Texten vorkommen, waren in den Kriegsjahren nicht gebräuchlich. In frühen Berichten der HJ-Gebietsführung wurden die Jugendlichen, die sich für den Swing begeisterten, als „vollendete Tango-boys“ bezeichnet, obwohl es nicht nur „boys“ waren und auch selten Tango getanzt wurde. Die Bezeichnung „Tango-boys“ oder „Tango-Jünglinge“ war damals die geläufige Bezeichnung für „tanzliebende Menschen in dekadenten Spelunken“ und diese wurden auch mit der (fast) überwundenen „Systemzeit“ assoziiert, als der Tango in deutschen Großstädten sehr beliebt war. Mit dem Tango hatten die Swings sehr wenig zu tun, wie es in einem ihrer Lieder zum Ausdruck gebracht wird: „Wir tanzen Swing, und zwar nach Noten. Wir singen hot, das ist verboten, und wenn die Bullente kommt, dann tanzen wir Tango. Und ist sie wieder weg, dann tanzen wir: Tiger-Rag, Tiger-Rag, Tiger-Rag…“ Anonym 1942 [...]
Excerpt (computer-generated)
Inhaltsverzeichnis
1. Zum Begriff der ,,Swing-Jugend" 2
2. Wer waren die Hamburger Swings? 3
3. Zur Motivation, Struktur und Organisation der Hamburger ,,Swing-Jugend" 3
4. Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Hamburger Swings und Pariser Zazous 5
5. Der Fall Günter Discher 6
6. Die Repressionsmethoden der Nazis gegen die ,,Swing-Jugend" 7
7. Zu den Lagern Uckermark und Mooringen 8
8. Parallelen zu heutigen Jugendbewegungen 9
9. Konsequenzen der Hamburger Swingbewegung 9
10. Literaturverzeichnis 10
1.
Zum Begriff der ,,Swing-Jugend"
Wer den Begriff der Swing-Jugend geprägt hat, lässt sich nicht feststellen. Wahrscheinlich
war er eine Begriffsschöpfung der Nationalsozialisten, deshalb gebrauche ich ihn in
Anführungszeichen.
Die Bezeichnung ,,Swings" und ,,Swinger", wie sie in einigen Texten vorkommen, waren in
den Kriegsjahren nicht gebräuchlich.
In frühen Berichten der HJ-Gebietsführung wurden die Jugendlichen, die sich für den Swing
begeisterten, als ,,vollendete Tango-boys" bezeichnet, obwohl es nicht nur ,,boys" waren und
auch selten Tango getanzt wurde.
Die Bezeichnung ,,Tango-boys" oder ,,Tango-Jünglinge" war damals die geläufige
Bezeichnung für ,,tanzliebende Menschen in dekadenten Spelunken" und diese wurden auch
mit der (fast) überwundenen ,,Systemzeit" assoziiert, als der Tango in deutschen Großstädten
sehr beliebt war.
Mit dem Tango hatten die Swings sehr wenig zu tun, wie es in einem ihrer Lieder zum
Ausdruck gebracht wird:
,,Wir tanzen Swing, und zwar nach Noten. Wir singen hot, das ist verboten, und wenn die
Bullente kommt, dann tanzen wir Tango. Und ist sie wieder weg, dann tanzen wir: Tiger-Rag,
Tiger-Rag, Tiger-Rag..."
Anonym 1942
Die swingbegeisterten Jugendlichen bezeichneten sich selbst aber nie als ,,Swing-Jugend", sie
hatten überhaupt keine geläufige Bezeichnung, denn sie waren weder eine geschlossene
Gruppe noch bildeten sie eine Organisation.
Es kam jedoch vor, dass sich einige unter ihnen als ,,Swing-Boys", ,,Hot-Boys", ,,Easy-Boys"
oder ,,Lotter-Boys" bezeichneten. Mit dem Wort ,,Lottern" war das Ideal des freien,
unkonventionellen Lebens mondäner Art gemeint. Die weiblichen Swings, denen eine
wichtige Rolle innerhalb der Swingbewegung zukam, wurden als ,,Swing-Girls", ,,Lotter-
Ladies", ,,Jazz-Katzen" oder ,,Swing-Babies" bezeichnet.
Im Volksmund wurden die Swings abwertend als ,,Swing-Heinis" bezeichnet, sowohl die
ersten ,,Swingtänzer" 1936 als auch die spätere ,,Swing-Jugend".
Diese Bezeichnung wurde vor allem von Swings aus proletarischem Milieu aufgenommen
und mit einigem Stolz verwendet: ,,Ecke Fruchtallee und Heußweg hatten wir das ,,Reichs-
Kino". Ein Kino, das für damalige Verhältnisse recht vornehm und elegant war. Die Ecke war
ein häufiger Treffpunkt von uns ,,Swingheinis"."
2
2.
Wer waren die Hamburger Swings?
Zur sozialen Herkunft der Hamburger Swings lässt sich sagen, dass einige aus
gutbürgerlichem, andere aus proletarischem Milieu kamen. Viele von ihnen besuchten das
Gymnasium. Sie teilten alle wie ihr Name schon sagt die Liebe zum Swing eine
bestimmte Art des amerikanischen Jazz.
Zu dieser Musikliebe gesellte sich eine locker-lässige Lebenseinstellung und die
Bewunderung alles Englischen, was sich natürlich auch im Kleidungsstil der Swings zeigte:
Der Kleidung kam eine große Bedeutung zu, denn die Swings waren eitel und bestrebt, sich
nach außen hin zu präsentieren.
Gedreht, schwarze Schirme waren das deutlichste Erkennungszeichen der bürgerlichen
Swings. Sie wurden bei jedem Wetter mitgetragen, aber nie geöffnet.
So konnte man den Swings schon ansehen, was sie vom NS-Ideal des militärischen Mannes
dachten.
Einige weitere Erkennungszeichen der Swing-Boys waren die schulterlangen Haare, der
maßgeschneiderte Anzug, das sehr lange Jackett mit auffälligem Karomuster, die zum
,,Windsor-Knoten" gebundene Krawatte und die Schuhe mit Kreppsohlen.
Auch hatten sie eine spezielle Gangart und Körperhaltung.
Die Swing-Girls trugen auch Hosenanzüge und kleideten sich mondän. Sie passten nicht in
das Bild, das die Nationalsozialisten von der deutschen Frau zeichneten, denn sie schminkten
sich und zogen sich recht elegant an womit sie also genau im Gegensatz zum
nationalsozialistisch propagierten Frauenbild standen: die deutsche Frau sollte möglichst
natürlich und gebärfreudig aussehen. Passend zu ihrem anglophilen Lebensstil redeten sie sich
mit englischen Vornamen an.
3.
Zur Motivation, Struktur und Organisation der Hamburger
,,Swing-Jugend"
Die Swings bildeten keine feste Organisation (s. S. 1), sondern nur Freundeskreise und
Cliquen. Ihre Treffpunkte waren Cafés und Clubs. Teilweise wurden auch Haus- und
Gartenparties veranstaltet.
Die Swings begründeten eine völlig neue Jugendkultur: Das jugendbewegte Fahrtenwesen,
das typisch für die HJ war, und auch bei den Edelweißpiraten nicht unbeliebt war, ersetzten
sie durch eine auf den Genuss von Konsumgütern ausgerichtete, urbane Lebensform.
3
Comments
No comments yet
Other users also were interested in the following titles:
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit - Formatvorlage / Vorlage für eine Hausarbeit für Microsoft Word
Author: GRIN VerlagPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2005 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit - Formatvorlage / Vorlage für eine Hausarbeit für OpenOffice.org
Author: GRIN VerlagPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2005 Download as PDF-file for 9,99 EUR
Formatvorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit / Vorlage zur Erstellung einer Hausarbeit
Author: Marco FeindlerPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2005 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Author: GRIN VerlagPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2008 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit
Author: Zoran ZivkovicPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Author: Claudia NickelPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2006 Download as PDF-file for 4,99 EUR
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Author: Maik PhilippPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - Hausarbeiten - Seminararbeiten
Author: Mark RichterPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2008
This text can be quoted and accessed from this url: