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"Der erste Mensch / Le premier homme" von Albert Camus - Eine Untersuchung

Untertitel: Die Suche nach dem Vater und die Suche nach dem ersten Menschen

Seminararbeit, 2004, 17 Seiten
Autor: Diana Eckl
Fach: Romanistik - Französisch - Literatur

Details

Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2004
Seiten: 17
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 6  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V117498
ISBN (E-Book): 978-3-640-19820-7
ISBN (Buch): 978-3-640-19832-0
Dateigröße: 144 KB

Zusammenfassung / Abstract

„Le premier homme“ schließt den Kreis von Camus‘ Werken. „Le premier homme“ ist ein Roman der Wiederkehr: zurück zur Welt der Kindheit und der Jugend in Algerien, zurück zur Mutter, aber auch Suche nach dem Vater, dem Ursprung, der Kolonialgeschichte. Mit „Le premier homme“ knüpft Camus an seine ersten Texte an, die er 1937 unter dem Titel „L’Envers et l’Endroit“ veröffentlichte. Dieser autobiografische Roman, der die algerische Kindheit einerseits und die Suche nach dem unbekannten Vater andererseits verarbeitet, veranlasste die Autoren vieler Camusbiografien, ihre bisherigen Spekulationen zu annullieren. Erst 34 Jahre nach dem Tod Albert Camus‘ entschloss sich seine Tochter, diesen Roman zu veröffentlichen und so das Bild von Camus in der Öffentlichkeit zu verändern. Albert Camus wird am 7. November 1913 in Mondovi (Ostalgerien) als zweiter Sohn französischer Einwanderer geboren. Sein Vater stirbt 1914 nach einer Verwundung in der Marneschlacht. Seitdem muss die Familie in Belcourt, einem armen Stadtviertel Algiers, mit der Großmutter und einem Onkel in einer kleinen Wohnung leben. Die Armut ist allgegenwärtig und wird Camus grundlegend formen. Albert Camus arbeitet während des Philosophiestudiums (1933-1936) an der „Maison de la culture“ und gründet das „Théâtre du Travail“. Von 1943 bis 1944 arbeitet er als Journalist für die Widerstandszeitung „Combat“ und übernimmt später deren Leitung. In dieser Zeit lernt er Jean-Paul Sartre kennen. Am 10. Dezember 1957 erhält Albert Camus, begleitet von heftiger Kritik, den Nobelpreis für Literatur. 1958 bis 1959 arbeitet er am Roman „Der erste Mensch“. Am 4. Januar 1960 stirbt er bei einem Unfall im Wagen von Michel Gallimard auf der Fahrt von Lourmarin nach Paris. (vgl. Sändig, Brigitte 1997: 135-136) Die folgende Arbeit widmet sich der Aufgabe, den Titel „Der erste Mensch“ zu untersuchen. Die vorgegebene grobe Strukturierung des Romans wird beibehalten, so dass im ersten Teil die Suche nach dem Vater erläutert wird. Im zweiten Teil wird die Suche nach dem ersten Menschen näher untersucht.


Textauszug (computergeneriert)

Proseminar: Vatergestalten in der französischen Literatur des 19. & 20. Jahrhunderts

Sommersemester 2004

Albert Camus - Der erste Mensch

Auf der Suche

Diana Eckl

eingereicht am: 01. 10. 2004

1


Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis: 2

I. Einleitung 3

II. Die Suche nach dem unbekannten Vater 4

II.1 Algier ­ die Mutter 5

II.2 Monsieur Bernard 5

II.3 Bône 7

II.4 Der Anhang 9

III. Die Suche nach sich selbst 9

III.1 Das Lycée 10

III.2 Erwachsen werden 10

III.3 Heimat 12

IV. Fazit 14

V. Bibliografie 16

2


I. Einleitung

,,Le premier homme" schließt den Kreis von Camus` Werken. ,,Le premier homme" ist ein

Roman der Wiederkehr: zurück zur Welt der Kindheit und der Jugend in Algerien, zurück zur

Mutter, aber auch Suche nach dem Vater, dem Ursprung, der Kolonialgeschichte. Mit ,,Le

premier homme" knüpft Camus an seine ersten Texte an, die er 1937 unter dem Titel

,,L′Envers et l′Endroit" veröffentlichte. Dieser autobiografische Roman, der die algerische

Kindheit einerseits und die Suche nach dem unbekannten Vater andererseits verarbeitet,

veranlasste die Autoren vieler Camusbiografien, ihre bisherigen Spekulationen zu annullieren.

Erst 34 Jahre nach dem Tod Albert Camus` entschloss sich seine Tochter, diesen Roman zu

veröffentlichen und so das Bild von Camus in der Öffentlichkeit zu verändern.

Albert Camus wird am 7. November 1913 in Mondovi (Ostalgerien) als zweiter Sohn

französischer Einwanderer geboren. Sein Vater stirbt 1914 nach einer Verwundung in der

Marneschlacht. Seitdem muss die Familie in Belcourt, einem armen Stadtviertel Algiers, mit

der Großmutter und einem Onkel in einer kleinen Wohnung leben.

Die Armut ist allgegenwärtig und wird Camus grundlegend formen.

Albert Camus arbeitet während des Philosophiestudiums (1933-1936) an der ,,Maison de la

culture" und gründet das ,,Théâtre du Travail". Von 1943 bis 1944 arbeitet er als Journalist für

die Widerstandszeitung ,,Combat" und übernimmt später deren Leitung. In dieser Zeit lernt er

Jean-Paul Sartre kennen. Am 10. Dezember 1957 erhält Albert Camus, begleitet von heftiger

Kritik, den Nobelpreis für Literatur. 1958 bis 1959 arbeitet er am Roman ,,Der erste Mensch".

Am 4. Januar 1960 stirbt er bei einem Unfall im Wagen von Michel Gallimard auf der Fahrt

von Lourmarin nach Paris. (vgl. Sändig, Brigitte 1997: 135-136)

Die folgende Arbeit widmet sich der Aufgabe, den Titel ,,Der erste Mensch"

zu untersuchen.

Die vorgegebene grobe Strukturierung des Romans wird beibehalten, so dass im ersten Teil

die

Suche nach dem Vater

erläutert wird. Im zweiten Teil wird die Suche nach dem ersten

Menschen näher untersucht.

3


II. Die Suche nach dem unbekannten Vater

Der Roman ,,

Le premier homme

" gliedert sich in zwei Teile: der erste Teil beschreibt die

Suche nach dem Vater, den Jacques ­ so der Name der die Hauptfigur in diesem Roman ­ nie

kennengelernt hat, weil dieser gestorben ist, als er noch nicht einmal ein Jahr alt war.

Der Vater ist in der Marneschlacht im 1. Weltkrieg durch einen Granatsplitter verwundet

worden und schließlich in einem Lazarett in der Bretagne verstorben.

Jacques wächst also ohne Vater und eigentlich auch ohne Mutter auf, denn diese lebt in sich

gekehrt, in einer gewissen ,,Zerstreutheit" (EM1 1998: 138), ausgelöst durch ihre

Sprachbehinderung und den Analphabetismus. So erzieht ihn allein seine Großmutter ­ doch

diese mit aller Härte und Disziplin. Zum Haushalt gehören ebenfalls der taube und fast

stumme Onkel Étienne und Jacques älterer Bruder Lucien.

Das Kapitel 6a beginnt mit der neutralen Feststellung: ,,Jener hatte seinen Vater nicht

gekannt..." (EM: 153). Einige Zeilen weiter dann die Erkenntnis, dass ,,die Abwesenheit eines

Vaters [...] nie wirklich spürbar gewesen war". Und trotzdem macht er sich als 40jähriger auf

die Suche nach diesem Vater. Er will ergründen, was für ein Mensch sein Vater war, wo die

Wurzeln seines eigenen Lebens liegen und seine eigene Lebensgeschichte begreifen.

Er reist nach Saint-Brieuc zum Grab seines Vaters, nachdem ihn seine Mutter mehrmals

darum gebeten hatte und er erfährt durch den Friedhofswärter, dass sein Vater am 11. Oktober

1914 in einem Lazarett in Saint-Brieuc gestorben ist. Er empfindet diesen Besuch als nutzlos,

zum einen weil er seinen Vater nicht gekannt hatte und ,,sich [deshalb auch] keine Pietät aus

den Fingern saugen konnte", zum anderen da seine Mutter, die nie über seinen verstorbenen

Vater sprach, ,,sich von dem, was er sehen würde, nichts vorstellen konnte" (EM: 29). Beim

Lesen der Jahreszahlen auf dem Grabstein bekommt er plötzlich Mitleid mit diesem Vater,

der bereits mit 29 Jahren starb und so viel jünger war als er selbst. Die ,,natürliche Ordnung"

(EM: 31) war hier aus den Fugen geraten.

Jacques macht sich nun also auf nach Algier, um dort nach seinem Vater zu forschen und

dabei wird er viel über seine Familie erfahren. Dieses Entdecken drückt sich durch den letzten

Satz des vierten Kapitels aus: ,,Am Ende der Nacht würde er Algier finden." (EM: 62).

1 Das häufig zitierte Buch ,,Der erste Mensch" wird unter der Abkürzung ,,EM" angeführt.

4



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