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Lehramtsstudium und Schulalltag aus Sicht von Referendaren und Referendarinnen

Examination Thesis, 2008, 83 Pages
Author: Ann-Kristin Schneider
Subject: Pedagogy - School System, Educational and School Politics

Details

Category: Examination Thesis
Year: 2008
Pages: 83
Grade: 2,0
Language: German
Archive No.: V117541
ISBN (E-book): 978-3-640-20000-9
ISBN (Book): 978-3-640-20791-6
File size: 303 KB

Abstract

„Die Leistungen des deutschen Schulsystems werden aktuell wieder heftig diskutiert. Da ein Schulsystem aber nicht besser sein kann, als die darin Unterrichtenden, stehen im Zuge dieser Diskussion auch die professionelle Kompetenzen der Lehrerschaft wieder auf dem Prüfstand.“ (http://bildungsklick.de 08.03.2008 um 12:16 Uhr). Während früher Lehrer als Respektspersonen angesehen wurden, die mit einer umfassenden Allgemeinbildung beeindruckten, vor denen die Eltern Hochachtung und die Kinder Respekt hatten, werden heute Lehrer und ihre Arbeit in der Öffentlichkeit zunehmend in Frage gestellt. Vor allem auf Grund der Ergebnisse der verschiedenen PISA-Studien wurden in Massenmedien, in der Politik und auch in der Bevölkerung die Institution Schule sowie die darin tätigen Lehrer öffentlich kritisiert und ihre Arbeit hinterfragt. Andererseits haben unter anderem Schaarschmidt und Terhart erkannt, dass an den Lehrerberuf heute zunehmend mehr und vielfältigere Anforderungen gestellt werden als früher. Neben den damaligen Hauptaufgaben Wissensvermittlung und Erziehung steht der Lehrer heute durch den schnellen gesellschaftlichen Wandel vor neuen großen Herausforderungen. „Die Pluralisierung von Lebens- und Familienformen, die Liberalisierung der familiären Erziehungspraktiken und der vermehrte Einfluss von Medien aller Art auf Kinder und Jugendliche zwingen den Lehrer in seinem Schulalltag zu einer ständigen Auseinandersetzung und Reaktion auf diese Phänomene. Das heute geforderte „Allroundtalent“ Lehrer sollte neben dem üblichen fachlichen und didaktischen Wissen auch über Know-how im Krisenmanagement verfügen, um die fehlenden finanziellen Mittel der Schulen durch Kreativität und Zusammenarbeit mit Kollegen und Eltern aufzufangen. Es sollte pädagogisch-psychologische Kompetenzen ebenso mitbringen wie solche für den Umgang mit verhaltensgestörten und lernbehinderten Kindern. Daneben wird von Lehrern erwartet, dass sie sich über die Weiterentwicklung der pädagogischen Forschung informieren, um neue pädagogische Maßnahmen im eigenen Unterricht umsetzen zu können.“ (http://bildungsklick.de 08.03.2008 um 12:37 Uhr). Daneben kommen zusätzliche Aufgaben in der Schulsozialarbeit, Drogen- und Suchtprävention, der Ausgleich von Erziehungsfehlern im Elternhaus, die Integration von behinderten Kindern in die Regelschule, Migrationsprobleme usw. auf den Lehrer zu.


Excerpt (computer-generated)

Wissenschaftliche Hausarbeit im Rahmen der Ersten Staatsprüfung
für das Lehramt
an Hauptschulen und Realschulen im Fach
Erziehungswissenschaften,
eingereicht dem Amt für Lehrerbildung
– Prüfungsstelle Kassel –

Lehramtsstudium und Schulalltag aus Sicht von Referendaren und Referendarinnen

Ann-Kristin Schneider

 

Inhaltsverzeichnis


1 Einleitung ... 4

Relevanz des Themas ... 4
Ziel der Arbeit ... 5
Aufbau der Arbeit ... 6

2 Theorie ... 8

Was ist Schulalltag? ... 8
Die Lehrerausbildung ... 12
Erste Phase: Das Lehramtsstudium ... 12
Zweite Phase: Vom Student zum Lehrer ... 15

3 Stand der Forschung ... 20

4 Methodisches Design ... 25

Planung ... 25
Stichprobe ... 26
Leitfadeninterview ... 27
Leitfaden ... 28
Auswertung ... 30

5 Durchführung der Studie ... 31

6 Darstellung der Ergebnisse ... 33

Einzelfalldarstellung ... 33
Interview 1 ... 34
Ausgewählte biographische Daten ... 34
Analyse des Interviews ... 34
Fazit des ersten Interviews ... 38
Interview 2 ... 39
Ausgewählte biographische Daten ... 39
Analyse des Interviews ... 39
Fazit des zweiten Interviews ... 44
Interview 3 ... 44
Ausgewählte biographische Daten ... 44
Analyse des Interviews ... 44
Fazit des dritten Interviews ... 48
Interview 4 ... 49
Ausgewählte biographische Daten ... 49
Analyse des Interviews ... 49
Fazit des vierten Interviews ... 52
Interview 5 ... 53
Ausgewählte biographische Daten ... 53
Analyse des Interviews ... 53
Fazit des fünften Interviews ... 57
Interview 6 ... 58
Ausgewählte biographische Daten ... 58
Analyse des Interviews ... 58
Fazit des sechsten Interviews ... 62
Vergleichende Zusammenfassung ... 64

7 Wie reagiert die Universität auf die Kritik der LiVs? ... 66

8 Fazit ... 74

9 Quellenverzeichnis ... 79

 

 

1 Einleitung


1.1 Relevanz des Themas


„Die Leistungen des deutschen Schulsystems werden aktuell wieder heftig diskutiert. Da ein Schulsystem aber nicht besser sein kann, als die darin Unterrichtenden, stehen im Zuge dieser Diskussion auch die professionelle Kompetenzen der Lehrerschaft wieder auf dem Prüfstand.“ (http://bildungsklick.de 08.03.2008 um 12:16 Uhr).

Während früher Lehrer als Respektspersonen angesehen wurden, die mit einer umfassenden Allgemeinbildung beeindruckten, vor denen die Eltern Hochachtung und die Kinder Respekt hatten, werden heute Lehrer und ihre Arbeit in der Öffentlichkeit zunehmend in Frage gestellt. Vor allem auf Grund der Ergebnisse der verschiedenen PISA-Studien wurden in Massenmedien, in der Politik und auch in der Bevölkerung die Institution Schule sowie die darin tätigen Lehrer öffentlich kritisiert und ihre Arbeit hinterfragt.
Andererseits haben unter anderem Schaarschmidt und Terhart erkannt, dass an den Lehrerberuf heute zunehmend mehr und vielfältigere Anforderungen gestellt werden als früher. Neben den damaligen Hauptaufgaben Wissensvermittlung und Erziehung steht der Lehrer heute durch den schnellen gesellschaftlichen Wandel vor neuen großen Herausforderungen.
„Die Pluralisierung von Lebens- und Familienformen, die Liberalisierung der familiären Erziehungspraktiken und der vermehrte Einfluss von Medien aller Art auf Kinder und Jugendliche zwingen den Lehrer in seinem Schulalltag zu einer ständigen Auseinandersetzung und Reaktion auf diese Phänomene. Das heute geforderte „Allroundtalent“ Lehrer sollte neben dem üblichen fachlichen und didaktischen Wissen auch über Know-how im Krisenmanagement verfügen, um die fehlenden finanziellen Mittel der Schulen durch Kreativität und Zusammenarbeit mit Kollegen und Eltern aufzufangen. Es sollte pädagogisch-psychologische Kompetenzen ebenso mitbringen wie solche für den Umgang mit verhaltensgestörten und lernbehinderten Kindern. Daneben wird von Lehrern erwartet, dass sie sich über die Weiterentwicklung der pädagogischen Forschung informieren, um neue pädagogische Maßnahmen im eigenen Unterricht umsetzen zu können.“ (http://bildungsklick.de 08.03.2008 um 12:37 Uhr).
Daneben kommen zusätzliche Aufgaben in der Schulsozialarbeit, Drogen- und Suchtprävention, der Ausgleich von Erziehungsfehlern im Elternhaus, die Integration von behinderten Kindern in die Regelschule, Migrationsprobleme usw. auf den Lehrer zu.
Daher stellt sich mir natürlich die Frage, ob die Referendare auf diese vielfältigen Aufgaben auch genügend vorbereitet werden?

Das Thema dieser Arbeit lautet: „Lehramtsstudium und Schulalltag aus der Sicht von Referendaren und Referendarinnen.“ Seit 2005 wurden in Hessen die Referendare und Referendarinnen in „Lehrer im Vorbereitungsdienst (LiV)“ umgenannt. Deshalb verwende ich in folgender Arbeit statt der im Thema genannten Begriffe Referendare und Referendarinnen die Abkürzung der neuen Bezeichnung „LiVs“ (Lehrer im Vorbereitungsdienst).
Daneben wird in dieser Arbeit aus Gründen der Vereinfachung und besseren Lesbarkeit eine geschlechtsneutrale Ansprache gewählt. Selbstverständlich meint die Verfasserin z.B. mit dem Begriff „Lehrer“ auch die „Lehrerin“, was für alle anderen weiblichen Begriffe gleichermaßen gilt.


1.2 Ziel der Arbeit

Zusätzlich zu den oben beschriebenen Eigenschaften des Lehrers wachsen mit zunehmender Selbstständigkeit der Schulen auch deren Verantwortung und Entscheidungsspielräume. Diese Heterogenität der Aufgaben stellt hohe und immer neue Herausforderungen an die Lehrer, die ein immer höheres pädagogisches Handlungsrepertoire erfordern.
Um diese vielfältigen Herausforderungen zu bewältigen, werden neue pädagogische Konzepte sowohl im Schulalltag als auch in der Lehrerausbildung an Universitäten und Studienseminaren entwickelt. So beschreibt z.B. Christian Reintjes in seiner empirischen Studie mit Hauptseminarleitern in Nordrhein-Westfalen, dass die „Debatte um Struktur und Inhalte der Lehrerbildung mehr als 150 Jahre alt ist, in zyklischen Abständen wiederkehrt und den Eindruck entstehen lässt, dass die Lehrerbildung eigentlich nie gut war und dennoch unglaublich gut werden kann.“ (Reintjes, C. 2006: 182.)
In dieser Arbeit werde ich empirisch ermitteln, inwieweit sich die Lehrer im Vorbereitungsdienst (LIV), auf das modularisierte Referendariat und den Schulalltag vorbereitet fühlen.

Die Studie soll sich, wie der Titel schon sagt, mit dem Lehramtsstudium und dem Schulalltag aus Sicht der Referendare auseinandersetzen. Dabei sollen gezielt die Referendare befragt werden, die nach der alten Studienordnung studiert haben und anschließend ihre Referendariatsausbildung in modularisierter Form absolvieren.
Die Studie soll einen Überblick geben, ob die Referendare eine Verbesserung der universitären Ausbildung als wichtig erachten bzw., ob sie das modularisierte Referendariat als Verbesserung ansehen. Des Weiteren möchte ich herausfinden, ob es übereinstimmende positive aber auch negative Aspekte gibt.
Ich untersuche auch, ob die Referendare eine klare Trennung zwischen der Universität und dem Studienseminar erlebt haben. Oder arbeiten die beiden Instanzen nach Meinung der LiVs doch enger zusammen als man dies bisher vermutet hat?

 

[...]



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