Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2008, 19 Pages
Author: Tobias Kauf
Subject: Geography / Earth Science - Economic Geography
Details
Institution/College: Johannes Gutenberg University Mainz (Geographisches Institut )
Tags: Tourismus, Israel, Nahostkonflikt, Politische, Hintergründe
Year: 2008
Pages: 19
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 23 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-20006-1
ISBN (Book): 978-3-640-20581-3
File size: 1019 KB
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Abstract
Palästina und das heutige Israel liegen nicht nur seit jeher im Spannungsfeld geopolitischer und religiöser Auseinandersetzungen, sondern sind auch Zielort touristischer Aktivitäten seit über 3.000 Jahren. König Salomo errichtete erste Bäder am See Tiberias, Kleopatra residierte im Winter am Toten Meer und die Spuren römischer und byzantinischer Refugien am See Tiberias und im Jordantal sind heute noch zu finden (RITTER 1967: 169). Als Schmelztiegel und heiliges Land der drei monotheistischen Weltreligionen kamen seit jeher jüdische, muslimische und christliche Pilger ins Land, um die Wirkungsstätten ihrer Propheten und die Ursprünge ihres Glaubens zu erkunden. Im Zuge der zionistischen Besiedlung und der Wohlstandssteigerung seit der Industrialisierung wuchsen nicht nur Binnentourismus und Besucherzahlen an den heiligen Stätten, sondern begann auch der Ausbau der touristischen Infrastruktur Israels. Heute präsentiert sich Israel als modernes Reiseland mit einem sehr großen touristischen Potential. 3.000 Jahre Kulturgeschichte an der Schnittstelle der westlichen und östlichen Kulturkreise haben viele Relikte der Menschheitsgeschichte hinterlassen. Über dem ganzen Land schwebt die Mystik des Ursprungs von Judentum, Christentum und Islam und in mediterranem Klima und westlicher Affinität wird ein breites Themenspektrum moderner touristischer Angebote wie Kultur-, Bade-, Wellness- und Aktivurlaub vorgehalten. Dabei profitiert das touristische Potential weiterhin von der geringen Landesfläche, welche etwa der Größe Hessens entspricht und viele Ziele somit per Tagesausflug erreichbar macht. Angesichts weltweit wachsender Tourismusmärkte hat Israel eine große Chance, den touristischen Sektor weiter auszubauen und die Wirtschaftsstruktur des Landes nachhaltig zu stärken. Ob Israel in der Lage ist, sein touristisches Potential zu nutzen und welche Faktoren die Besucherströme beeinflussen, soll in dieser Arbeit gezeigt werden. Dabei möchte ich zunächst einen Überblick über die weltweite Entwicklung des internationalen Tourismus geben, bevor ich die Entwicklung und Bedeutung des Tourismus für Israel näher beleuchte und diese im Spiegel der politischen und wirtschaftlichen Lage diskutieren möchte.
Excerpt (computer-generated)
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Geographisches Institut
Hauptseminar im Sommersemester 2008
Der Nahost-Konflikt: Politische, wirtschaftliche und soziale Hintergründe
Entwicklung und wirtschaftliche
Bedeutung des Tourismus in Israel
Erstel t von:
Tobias Kauf
Geographie Diplom (10 FS), Publizistik (9 FS), Soziologie (8 FS)
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Entwicklung und Trends des internationalen Tourismus 3
3. Tourismus im Heiligen Land 6
3.1 Entwicklung der touristischen Infrastruktur 6
3.2 Touristisches Angebot heute 7
4. Die aktuel e Lage des touristischen Sektors in Israel 8
5. Das touristische Potential im Spiegel der Entscheidungsfaktoren und der
politischen Lage 12
6. Zusammenfassung und Ausblick 15
7. Literatur und Quel en 16
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1. Einleitung
Palästina und das heutige Israel liegen nicht nur seit jeher im Spannungsfeld geopolitischer
und religiöser Auseinandersetzungen, sondern sind auch Zielort touristischer Aktivitäten seit
über 3.000 Jahren. König Salomo errichtete erste Bäder am See Tiberias, Kleopatra residier-
te im Winter am Toten Meer und die Spuren römischer und byzantinischer Refugien am See
Tiberias und im Jordantal sind heute noch zu finden (RITTER 1967: 169). Als Schmelztiegel
und heiliges Land der drei monotheistischen Weltreligionen kamen seit jeher jüdische, mus-
limische und christliche Pilger ins Land, um die Wirkungsstätten ihrer Propheten und die Ur-
sprünge ihres Glaubens zu erkunden. Im Zuge der zionistischen Besiedlung und der
Wohlstandssteigerung seit der Industrialisierung wuchsen nicht nur Binnentourismus und
Besucherzahlen an den heiligen Stätten, sondern begann auch der Ausbau der touristischen
Infrastruktur Israels.
Heute präsentiert sich Israel als modernes Reiseland mit einem sehr großen touristischen
Potential. 3.000 Jahre Kulturgeschichte an der Schnittstel e der westlichen und östlichen Kul-
turkreise haben viele Relikte der Menschheitsgeschichte hinterlassen. Über dem ganzen
Land schwebt die Mystik des Ursprungs von Judentum, Christentum und Islam und in medi-
terranem Klima und westlicher Affinität wird ein breites Themenspektrum moderner touristi-
scher Angebote wie Kultur-, Bade-, Wel ness- und Aktivurlaub vorgehalten. Dabei profitiert
das touristische Potential weiterhin von der geringen Landesfläche, welche etwa der Größe
Hessens entspricht und viele Ziele somit per Tagesausflug erreichbar macht. Angesichts
weltweit wachsender Tourismusmärkte hat Israel eine große Chance, den touristischen Sek-
tor weiter auszubauen und die Wirtschaftsstruktur des Landes nachhaltig zu stärken.
Ob Israel in der Lage ist, sein touristisches Potential zu nutzen und welche Faktoren die Be-
sucherströme beeinflussen, sol in dieser Arbeit gezeigt werden. Dabei möchte ich zunächst
einen Überblick über die weltweite Entwicklung des internationalen Tourismus geben, bevor
ich die Entwicklung und Bedeutung des Tourismus für Israel näher beleuchte und diese im
Spiegel der politischen und wirtschaftlichen Lage diskutieren möchte.
2
2. Entwicklung und Trends des internationalen Tourismus
Wie in der Einleitung schon angedeutet, ist Tourismus keine Erfindung der Neuzeit. Der
Massentourismus wie wir ihn kennen entwickelte sich jedoch erst langsam im Zeitalter der
Industrialisierung, als mit zunehmendem Ausbau der Verkehrs- und Transportwege eine
schnel ere und günstigere Erreichbarkeit interessanter Orte entstand und das zu Wohlstand
gekommene Bürgertum der Reiselust des Adels nachzueifern begann (NOWACK 2006: 26ff;
WALZ 2004: 18).
Die explosionsartige Ausdehnung des internationalen Tourismus nach dem II. Weltkrieg
wurde vor allem durch den wirtschaftlichen Aufschwung in den westlichen Ländern eingelei-
tet. Mit steigendem Einkommen und Wohlstand erfreute sich das für viele Menschen nun
erreichbare Reisebedürfnis einer ständig wachsenden Nachfrage. Technischer Fortschritt im
Transportsektor und steigender Individualverkehr senkten die Reisekosten bei gleichzeitig
wachsenden Löhnen und sinkender Arbeitszeit. Steigendes Bildungsniveau und soziokultu-
rel e Veränderungen, wie Individualisierung und Pluralisierung der Lebensstile, diversifizier-
ten die touristische Nachfrage und die Angebotslage. Abbildung 1 zeigt die Entwicklung der
internationalen Touristenankünfte von 1950 bis 2020. Diese lagen 1950 bei etwa 25 Mil io-
nen Ankünften, 50 Jahre später bei 693 Millionen Ankünften, was einer durchschnittlichen
jährlichen Wachstumsrate von etwa 6% pro Jahr entspricht (ABU HASHEM 2003: 94ff).
Abb. 1: Entwicklung der internationalen Touristenankünfte 1950 bis 2020
Quelle: UNWTO 2008: 11
Im Jahre 2006 wurden von der UNWTO rund 846 Mil ionen internationale Touristenankünfte
registriert. 584 Bil ionen Euro Einnahmen bilden 9,9% des Weltsozialproduktes und 8,4% der
weltweiten Arbeitsplätze. Bis 2020 sol en die intern. Touristenankünfte laut UNWTO konstant
um jährlich 4% auf 1,5 Mil iarden anwachsen und der Anteil am Sozialprodukt auf 10,5% stei-
gen (UNWTO 2008; World Travel & Tourism Council 20081).
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