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Mietfabriken als Instrument des Ansiedlungswettbewerbs

Subtitle: Theoretische Überlegungen zur Risikoteilung zwischen Standort und Investor

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2007, 22 Pages
Author: Wolfgang von Hessling
Subject: Geography / Earth Science - Economic Geography

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2007
Pages: 22
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 26  Entries
Language: German
Archive No.: V117561
ISBN (E-book): 978-3-640-20012-2
ISBN (Book): 978-3-640-20585-1
File size: 202 KB

Abstract

This paper explores the instrument of rental factories used by governmental bodies to promote regional investments and economic growth. Having the competition between locations concerning the attractiveness for companies as a starting point, this article presents and describes the fundamental informational asymmetry of investment decisions between investors and governmental bodies. The analysis continues with an in-depht investigation of rental factories as an instrument in the location competition. Finally, the paper concludes with an assessment of rental factories and their effect on economic welfare.


Excerpt (computer-generated)

Technische Universität Ilmenau

Fakultät für Wirtschaftswissenschaften

Fachgebiet Finanzwissenschaft

Hauptseminar Neue Politische Ökonomie

im SS 2007

Thema-Nr. 3

Mietfabriken als Instrument des Ansiedlungswettbewerbs ­

theoretische Überlegungen zur Risikoteilung zwischen

Standort und Investor

vorgelegt von

:

von Hessling, Wolfgang

Studiengang Medienwirtschaft


II

Abstract

This paper explores the instrument of rental factories used by governmental bodies to

promote regional investments and economic growth. Having the competition between

locations concerning the attractiveness for companies as a starting point, this article

presents and describes the fundamental informational asymmetry of investment

decisions between investors and governmental bodies. The analysis continues with an

in-depht investigation of rental factories as an instrument in the location competition.

Finally, the paper concludes with an assessment of rental factories and their effect on

economic welfare.

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung in die Thematik

1

1.1.

Problemstellung und Zielsetzung 1

1.2. Vorgehensweise 1

2 Standortwettbewerb um Unternehmensansiedlungen

1

3 Das Informationsproblem bei Ansiedlungsentscheidungen

3

3.1.

Ursachen und Konsequenzen der Unsicherheit 3

3.2.

Möglichkeiten der Qualitätssignalisierung 8

4 Die Mietfabrik als mögliche Lösung des Informationsproblems

11

4.1.

Das Konzept der Mietfabrik 11

4.2.

Mögliche Formen der Bereitstellung von Mietfabriken 12

4.3.

Ökonomische Konsequenzen von Mietfabriken 13

5 Kritische Würdigung des Konzeptes und Ausblick

15


III

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1:

Extensive Darstellung eines Ansiedlungsprozesses 6

Abbildung 2: Darstellung der Wohlfahrtswirkungen der unvollständigen

Information 7


1

1

Einführung in die Thematik

1.1.

Problemstellung und Zielsetzung

Schwerpunkt dieser Arbeit sind Mietfabriken als regionalpolitisches Instrument des

Ansiedlungswettbewerbs. Dieses Konzept wird eingehend vorgestellt und analysiert.

Dazu soll die Eignung des Angebotes von Mietfabriken als Lösung für die grund-

legende Informationsasymmetrie bei der Standortwahl, sowie dessen ökonomische

Notwendigkeit und Konsequenzen für die Investitionstätigkeit untersucht werden.

1.2. Vorgehensweise

Zur Lösung der erläuterten Problematik wird zunächst der Ansiedlungswettbewerb

zwischen Standorten, seine Ausprägungen und ökonomischen Ergebnisse vorgestellt.

Anschließend wird die Problematik der asymmetrischen Informationsverteilung

zwischen Standort und Investor sowie deren effizienzmindernde Wirkung auf den

Umfang von Investitionsentscheidungen beleuchtet. Bei der Erörterung möglicher

Konfliktlösungen wird insbesondere auf Mietfabriken, deren Angebotsformen sowie

einzel- und gesamtwirtschaftliche Konsequenzen näher eingegangen. Abschließend

wird ein Ausblick für mögliche zukünftige Entwicklungen bezüglich der Gestaltung und

Anwendung geboten.

2

Standortwettbewerb um Unternehmensansiedlungen

Investoren stehen bei der Standortwahl für Produktionsstätten vor einer komplexen

Fragestellung mit vielen Determinanten, wie z.B. der spezifischen steuerlichen Stellung

der Unternehmung, den nutzbaren Infrastruktureinrichtungen und den Faktorpreisen vor

Ort. Zudem mag die Reputation des Standortes eine gewisse Entscheidungsrelevanz

besitzen. Da mit eben solchen Entscheidungen oftmals das wirtschaftliche und

gesellschaftliche Schicksal ganzer Regionen verknüpft ist, scheint eine nähere

Betrachtung der in diesem Zusammenhang auftretenden Fragen und Problemstellungen

geboten.1

1

Zur Bedeutung der Wirtschaftsförderung auch auf kommunaler Ebene vgl. z.B. Pforzheimer Zeitung.


2

Standorte stehen miteinander im Wettbewerb um Ansiedlung von Unternehmen,

Wohnbevölkerung und Konsumeinpendlern, also knappe mobile Produktionsfaktoren,

um damit für sich wirtschaftliches Wachstum und Prosperität, steigende Steuer-

einnahmen, sinkende örtliche Arbeitslosigkeit sowie eine wirtschaftsfreundliche

Reputation und damit Folgeinvestitionen zu sichern. Von den Standorten beeinflussbare

Wettbewerbsparameter stellen der Standortpreis in Form von Steuern und Abgaben

sowie die Qualität des standortbegleitenden Dienstleistungsbündels dar. So obliegt

beispielsweise die Festsetzung des Hebesatzes der Gewerbesteuer als Kommunalsteuer

oder die Bereitstellung kommunaler Infrastruktur den Gemeinden.2

Durch Wettbewerb auf dem globalen Markt für Standorte wird gewährleistet, dass die

Standorte Qualität im Sinne der ansiedlungswilligen Unternehmen liefern, um sich auch

langfristig genannte Vorteile zu sichern. Hierdurch werden volkswirtschaftliche

Allokationsgewinne erzielt, sofern die Kosten der Wirtschaftsfördermaßnahmen durch

deren positive Allokationseffekte überkompensiert werden.3 Ein hochqualitativer

Standort bietet einen für das Unternehmen attraktiven Mix aus politischen,

wirtschaftlichen und technologischen Rahmenbedingungen sowie Absatzmöglichkeiten,

Arbeitsmarkt und Infrastruktur, aber z.B. auch hoher Vertrauenswürdigkeit, geringer

Komplexität und ansiedlungsbegleitender Informationsasymmetrie.4 Allerdings wird der

interkommunale Wettbewerb auch zum Zweck der Verfolgung kommunalpolitischer

Ziele genutzt, was eine ineffiziente Anwendung und Allokation von

Wirtschaftsfördermitteln zur Folge haben kann.5

Um das attraktivste Eigenschaftsbündel anbieten und überzeugend demonstrieren zu

können, und so ihre Chancen auf lukrative Unternehmensansiedlungen zu erhöhen,

bedienen sich verantwortliche Entscheider von Gebietskörperschaften einer Vielzahl

von regulatorischen und fiskalischen Instrumenten der Ansiedlungsförderung mit dem

Ziel der räumlichen Lenkung von mobilen Produktionsfaktoren.6 Diese Eingriffs-

möglichkeiten resultieren aus der Tatsache, dass in einem Föderalstaat die Teilstaaten

2 Steinrücken und Jaenichen (2006a) 165f, 213ff; Benkert 170ff.

3 Benkert 173, 181ff; vgl. auch Steinrücken und Jaenichen (2006a) 124f.

4 Trumpp 166ff.

5 Benkert 180.

6 Vgl. Steinrücken und Jaenichen (2006a) 101ff; vgl. Steinrücken und Jaenichen (2006b) 243.



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