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Subtitle: Ein Beitrag zur Technikgeschichte anlässlich des 85. Geburtstages von Herrn Prof. Dr. rer. nat. sc. techn. Hans Wicht
Scholarly Essay, 2008, 116 Pages
Author: Dipl.-Ing. (FH), Dipl.-Ing, Dr. Wolfgang Piersig
Subject: Metal Engineering / Metal Processing / Metal Structure
Details
Year: 2008
Pages: 116
Bibliography: ~ 32 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-19823-8
ISBN (Book): 978-3-640-19833-7
File size: 4157 KB
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Abstract
Die vorliegende Festschrift beabsichtigt, sowohl den Pionier der Elysiertechnik wie auch Nestor der elektrotechnologischen Kombinationsverfahren, Herrn Prof. Dr. rer. nat. sc. techn. Hans Wicht, anlässlich seines 85. Geburtstag zu würdigen, insbesondere aber auch die elektrochemische Metallbearbeitung (ECM) sowie den elektrochemisch kombinierten Materialabtrag, namentlich die des elektrochemisch-elektrothermisch-mechanischen Metallabtrages (ECETMM), zu vermitteln. Der Autor, ebenfalls ein ausgebildeter Mann auf diesen Gebieten, verdeutlicht an Hand der Thesen der im Beitrag gewürdigten Wissenschaftlerpersönlichkeit aus ihren Publikationen bzw. Mitveröffentlichungen, daß mit der ECM- und EC-Kombinations-Technik bedeutsame Steigerungen in der Produktivität, Verkürzung der Bearbeitungszeit, Herabsetzung der Aufwendungen für Werkzeuge und die Einschränkung der Anzahl von Fertigungseinrichtungen sowie Einsparung von Arbeitskräften bei gleichguter bzw. verbesserter Bearbeitungsqualität, Form- und Maßgenauigkeit in der erforderlichen Quantität sowie auch ökonomisch, gegenüber den konventionellen Verfahren erzielt werden können. Das Buch gibt dem Leserkreis, neben der Darstellung Anwendungsmöglichkeiten der ECM-Verfahren, unter Verwendung von Prinzipskizzen, Abkürzungen für Elysierverfahren und Zeichen zum Erkennen der funktionstechnischen Zusammenhänge des Elysierens auch einen breiten Überblick zu den Grundverfahren der elektrochemisch-elektrothermisch-mechanischen Technologien. Mit dem Buch wird hingewiesen, daß die Elektrotechnologien auch zukünftig in der Metallbe- und verarbeitenden Industrie optimale qualitative wie auch quantitative Lösungsvarianten für den Materialabtrag liefern können. Just in time soll es auch Informations- wie auch Anleitungshilfe sein für die auf den elektrochemischen und physikalischen Wirkprinzipien beruhenden Metallbearbeitungsverfahren. Mit der als Anlage aufgenommenen Publikation Elektrochemische Metallarbeitung von Prof. Dr. rer. nat. habil. Wolfgang Forker und Dipl.-Chem. Hans Wicht aus dem Jahre 1967 wird vom Autor das Ziel verfolgt, Spezialisten, Studierenden und/oder Laien wie auch Allgemeininteressierten einen ausgewogenen, zukunftsorientierten Artikel ins Gedächtnis zurufen, welcher auch noch heutzutage immer seine Aktualität von einst zur Orientierung auf die Verfahren der progressive Metallbearbeitung besitzt. Mit einer Vielzahl von Bildmaterial werden die Darlegungen illustriert.
Excerpt (computer-generated)
ECM - Elektrochemische Metallbearbeitung,
EC-Kombinationsverfahren.
- Beitrag zur Technikgeschichte -
85. Geburtstag
von Herrn Prof. Dr. rer. nat. sc. techn. Hans Wicht,
Pionier der Elysiertechnik und
Nestor elektrotechnologischer Kombinationsverfahren
sowie die Elektrotechnologien:
Elektrochemische Materialbearbeitung
und
Elektrochemisch-Elektrothermisch-Mechanische Metallbearbeitung
von Dr.-Ing. Wolfgang Piersig
Berg- und Adam-Ries-Stadt Annaberg-Buchholz und Chemnitz
am 15. Oktober 2008
- 2 -
(* 15. Oktober 1923)
- 3
Seine Maxime:
Lerne Weisheit übe Tugend"
Gotthold Ephraim Lessing
(* 22.01.1729 in Kamenz 15.02.1781 in Braunschweig)
- 4 -
Inhaltsverzeichnis
Seite
Inhaltsverzeichnis
4
Prolog.
7
Beitrag zum 85. Geburtstag von Herrn Prof. Dr. rer. nat. sc. techn. Hans Wicht. 9
Thesen von Prof. Dr. rer. nat. sc. techn. Hans Wicht zur elektrochemischen
Metallbearbeitung (ECM) und zu den elektrotechnologischen
Kombinationsverfahren (EC-KV), Teil I Stand 1971.
14
Thesen von Prof. Dr. rer. nat. sc. techn. Hans Wicht zur elektrochemischen
Metallbearbeitung (ECM) und zu den elektrotechnologischen
Kombinationsverfahren (EC-KV), Teil II Stand 1980.
19
Wiedergabe und Zitate aus ausgewählten Veröffentlichungen.
25
Exzerpt zu dem Punkt einige Aspekte zur Entwicklung der elektrochemischen
Metallbearbeitung und zu ihrem historischen Werdegang.
28
Anwendungsmöglichkeiten der Elysiertechnik
29
Zeichen zum Erkennen der funktionstechnischen Zusammenhänge der
Elysierverfahren.
31
Anwendungsmöglichkeiten der Elysiertechnik mit Abkürzungen, Prinzipskizzen
und Zeichen zum Erkennen der funktionstechnischen Zusammenhänge (I).
32
Anwendungsmöglichkeiten der Elysiertechnik mit Abkürzungen, Prinzipskizzen
und Zeichen zum Erkennen der funktionstechnischen Zusammenhänge (II).
33
Anwendungsmöglichkeiten der Elysiertechnik mit Abkürzungen, Prinzipskizzen
und Zeichen zum Erkennen der funktionstechnischen Zusammenhänge (III).
34
Abstract zur Ursache und Wirkung des elektrochemischen, elektroerosiven und
mechanischen Metallabtrags mit einem rotierenden Werkzeug.
35
Zusammenstellung zu Grundverfahren der elektrochemisch-elektrothermisch-
mechanischen sowie elektroerosiv-elektrothermisch-mechanischen Bearbeitung
und deren Verfahrensvarianten.
35
Kurzfassung zu den allgemeinen Grundlagen des elektrochemischen Entgratens. 42
Summarium zum elektrochemischen Formentgraten.
43
Übersicht zum elektrochemischen Entgraten mittels Segmentkatode.
44
- 5 -
Vorstellung des elektrochemischen Badentgratens.
44
Abriss zum elektrochemisches Entgraten mittel stromleitender Bürste.
45
Einblick in das elektrochemisches Entgraten von Hohlkörpern.
47
Erläuterung einer Einschalt-Kurzschlusssicherung für Katoden an
elektrochemischen Entgratanlagen.
47
Standpunkt zur Optimierung des Elektrolytkreislaufs.
49
Ansicht zur quantitativen Beziehung zwischen EC-Bearbeitungszeit und
Verschmutzung der Elektrolytlösung.
49
Behauptung zum Absetzverhalten des Eisen(III)-hydroxids.
50
Entzug der Restelektrolytlösung aus dem Konzentrat der Reaktionsprodukte. 51
Optimierung der Elektrolytlösungsmassen und Behältergrößen.
52
Ausgewählte, betreute Veröffentlichungen.
54
Stellungnahme zu den Verfahrenskombinationen.
55
Auskunft zur elektrochemisch-elektrothermischen Fertigung (ECETM).
55
Auskunft zur elektrochemisch-mechanischen Fertigung (ECMM).
55
Ausgewählte Abschlüsse, Berufungen, Ehrungen, Auszeichnungen von
Herrn Professor Doktor. rer. nat. sc. techn. Hans Wicht.
57
Schlussbemerkungen.
59
Überblick zu einigen geleiteten und ausgewählten betreuten Arbeiten auf dem
Gebiet der Elektrotechnologien.
63
Literatur.
67
Anlage - Sonderdruck zum Thema: ECM Elektrochemische Metallbearbeitung
von Prof. Dr. rer. nat. habil. Wolfgang Forker und Dipl.-Chem. Hans Wicht.
69
Anlage Tabellen- und Bildteil zur Veröffentlichung: ECM Elektrochemische
Metallbearbeitung, von Prof. Dr. rer, nat. habil. Wolfgang Forker und Dipl.-Chem.
Hans
Wicht.
78
Anlage - Auszüge aus dem URANIA - Gespräch ECM Elektrochemische
Metallbearbeitung mit Herrn Prof. Dr. rer. nat. habil. Wolfgang Forker und
Herrn Dipl.-Chem. Hans Wicht.
84
- 6
Anlage - Demonstrationsbeispiele zum elektrochemischen und elektrochemisch
kombinierten Metallabtrag, Verfahren der ECM und ECETMM.
86
Charakterisierung, Abgrenzung und schematische Darstellung der elektrochemisch,
elektroerosiv, elektrothermisch und elektrochemisch und elektroerosiv
kombinierten Metallabtragverfahren.
97
Grundverfahren der elektrochenisch-elektrothermisch-mechanischen sowie
elektroerosiv-elektrothermisch-mechanischen Metallbearbeitung und deren
EC-Verfahrenskombinationen.
98
Anlage - Ermittelte Materialabtragraten beim elektrochemisch-elektrothermisch-
mechanischen Schleifen (ECETM-Schleifen) für ausgewählte Werkstoffe.
99
Anlage - Schematische Darstellung einer EC-Trennanlage als Kreissäge.
100
Schematische Darstellung einer elektrochemisch kombinierten
Metallschneidanlage.
101
Anlage - Die Anwendungsbreite des ECETM-Schneidens und wesentliche
Arbeitsergebnisse des elektrochemisch-elektrothermisch-mechanischen
Trennens.
106
Anlage - Darstellung der elektrochemischen Metallbearbeitung am Beispiel des
elektrochemischen Trennens (EC-Trennen).
107
Anlage - Darstellung der elektrochemischen Metallbearbeitung am Beispiel des
elektrochemischen Trennens (EC-Trennen) auf einer EC-Trennmaschine
zum
Mehrfachschneiden.
108
Vita
des
Autors.
109
Abstract.
111
- 7 -
Prolog.
Zwei Themen, nämlich Spitzenleistungen auf dem Gebiet der Elysiertechnik sowie
Pionierarbeit, Innovationen und Engagement im Fachbereich der elektrochemischen
Verfahrenskombinationen bilden den Buchinhalt: ,,ECM - Elektrochemische
Metallbearbeitung, EC-Kombinationsverfahren - Beitrag zur Technikgeschichte - 85.
Geburtstag von Herrn Prof. Dr. rer. nat. sc. techn. Hans Wicht, Pionier der
Elysiertechnik und Nestor elektrotechnologischer Kombinationsverfahren sowie die
Elektrotechnologien: Elektrochemische Materialbearbeitung und Elektrochemisch-
Elektrothermisch-Mechanische Metallbearbeitung".
Beides, das Lebenswerk von Herrn Prof. Dr. Hans Wicht für die ,,Elektrochemische
Metallbearbeitung - ECM" und seine Explikationen der wichtigsten ,,Elektrochemischen
Kombinationsverfahren EC-KV", bilden eine Ganzheit, nämlich dafür steht
bekanntermaßen das Pseudonym Elektrotechnologien.
Es geht folglich in diesem Buch um die Leistungen, die der Jubilar im Arbeitsbereich
der rein elektrochemisch gezielten Metallauflösung wie auch im Fachgebiet der
elektrochemisch-elektrothermisch-mechanischen Metallbearbeitung für die Theorie und
Praxis vollbracht hat. Angesprochen wird neben der Aktualität auch die (volks-)
wirtschaftliche Relevanz der Elektrotechnologien, also um die Fertigungstechnologien
mit speziellen technologischen Arbeitsweisen, bei denen elektrische Energie unmittelbar
zur Veränderung der geometrischen Abmessungen, d. h. die Formänderung, oder die
Verbesserung der physikalisch-chemischen und mechanischen Eigenschaften, d. h. die
Stoffeigenschaftsänderung, oder den Erzeugungsprozess, sowohl von Werkstücken wie
auch Werkstoffen geht.
In dieser Publikation wird nicht nur das Gesamtwerk von Prof. Dr. Wicht aus dem
Tätigkeitsbereich der EC-Verfahren und EC-Kombinationsverfahren vermittelt, sondern
es werden auch, aufbauend auf den Erkenntnissen, den Ergebnissen, dem
Wissenszuwachs aus der Grundlagenforschung und den Applikationen dazu wichtige
Faktoren herausgestellt, die die breite industrielle Einführung dieser
elektrotechnologischen Verfahren beeinflussen.
Schließlich wird vermittelt, daß die von Professor Doktor Hans Wicht in steter
Teamarbeit erzielten theoretischen und praktischen Ergebnisse von einem hohen
wissenschaftlichen Wert und vielen Innovationen gekennzeichnet waren, aber auch, daß
die Anwendung seiner geschaffenen Verfahrenstechnologien folgende wirtschaftliche
Gebote erfüllen, wie verbesserte Primärenergienutzung, Verbesserung der Qualität der
Erzeugnisse, Erhöhung der Material- und Energieökonomie, Anhebung des
Umweltschutzes sowie Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen.
Letztendlich wird in dieser Veröffentlichung zur Kenntnis gebracht, das Werk von Prof.
Dr. Wicht ist eine eindeutige Beweisführung, daß die rein elektrotechnologischen wie
auch die EC-Verfahrenskombinationen zu den progressiven material-, energie-,
arbeitsstufen- und arbeitszeitsparenden technologischen Verfahren, deren verstärkte
Anwendung in nahezu allen Zweigen der Fertigungstechnik für die Erhöhung der
Effektivität bei der Materialbearbeitung immer bedeutsamer wird und die die bekannten
- 8
konventionellen technologischen Verfahren notwendig ergänzen, ohne sie in jedem Fall
zu ersetzen.
Das Werk versteht sich vor allem auch als Sprachrohr für das Progressive und die
Innovationen auf dem Arbeitsfeld der fortschrittlichen bzw. richtungweisenden
elektrotechnologischen Verfahren, die in der Fertigungstechnik zur Anwendung
kommen.
Wegen der Vielfältigkeit der von Herrn Prof. Dr. rer. nat. sc. techn. Hans Wicht vor
allem im Teamwork bearbeiteten Zweige der gezielten anodischen Metallauflösung
sowie originellen elektrochemisch kombinierten Materialabtragverfahren wie auch
geschaffenen, breit gefächerten Anwendungsmöglichkeiten dieser Elektrotechnologien
erhebt diese Publikation keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Um den Rahmen dieser Laudatio auf den Jubilar nicht zu sprengen, wurde insbesondere
nur auf die wichtigsten Veröffentlichungen von ihm zurückgegriffen, beispielsweise
seine Dissertationsschriften zur Promotion A, eingereicht und verteidigt an der
Technischen Hochschule Karl-Marx-Stadt (jetzt Technische Universität Chemnitz) und
zur Promotion B, vorgelegt und habilitiert an der Technischen Hochschule Otto von
Guericke Magdeburg (jetzt Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg) sowie den in
seiner Wirkungsstätte auf seinen Arbeitsfeldern erfolgreich zum Abschluss gebrachten
Forschungsberichte.
Darüber hinaus dienten für dieses Elaborat die vom Jubilar in einem von ihm im
Oktober 2008 dem Autor gewährtes Interview zur Erforschung und dem Einsatz der
Elektrotechnologien in der Metallbearbeitungstechnik sowie ihrer Einbindung in die
Lehre.
Da dieses Buch von seiner Anlage her, nur in die Verfahren der Elektrotechnologien
,,einführen" soll, hat der Autor neben einer Würdigung der Verdienste von Herrn
Professor Doktor Hans Wicht auf den Gebieten der ,,Elysiertechnik" und der ,,EC-
Kombinationsverfahren" für jene, welche sich hierzu breiter informieren bzw.
weiterbilden möchten, auch das umfangreiche, vom Jubilar verwendete Schrifttum mit
in diese Schrift aufgenommen. Sie werden hierdurch auch dem Leserkreis für die
weitere Vertiefung der Kenntnisse zu den angesprochenen wie auch behandelten
Verfahren empfohlen.
Das Werk wendet sich an Wissenschaftler, Praktiker, Lehrende, Studierende, Lernende
und Interessierte an der weiteren Erforschung und Einführung der Elektrotechnologie in
die Metallbe- und verarbeitung und ihre Einbeziehung in die Wissensvermittlung an
akademischen, ingenieurtechnischen wie auch allgemein bildenden Einrichtungen bzw.
Schulen, aber auch an die Fachkräfte in der industriellen Praxis.
Letztendlich verfolgt der Autor in dieser Publikation den Grundgedanken, eine bessere
Fokussierung wie auch zweckgerichtete Hinwendung zu den spezifischen
Verfahrensvorteile der mechanischen Metallbearbeitung, der Elektrofunkenbearbeitung
und der elektrochemischen Metallbearbeitung in einer technologischen Stufe mit der
,,Elektrochemisch-Elektrothermisch-Mechanischen-Metallbearbeitung (ECETMM)" zu
bekommen bzw. zu finden.
- 9 -
Beitrag zum 85. Geburtstag von Herrn Prof. Dr. rer. nat. sc. techn. Hans Wicht.
Die Entwicklung moderner Fertigungsverfahren, basierend auf neuen Wirkprinzipien
und Energieträgern, prägt die wissenschafts-technische Revolution unserer Zeit. Dazu
gehören auch die Elektrotechnologien wie die elektrochemischen, elektrothermischen,
elektromechanischen sowie Elektronenstrahl-Verfahren, aber auch ihre vielfältigen
Verfahrenskombinationen.
Obwohl die Gesetzmäßigkeiten und naturwissenschaftlichen Zusammenhänge des
elektrochemischen wie auch elektroerosiven Metallabtrages schon inmitten der
industriellen Revolution erkannt und untersucht worden sind, hat sich die
Nutzanwendung der elektrotechnologischen Verfahren erst nach der Entdeckung des
dynamoelektrischen Prinzips durch Werner von Siemens im Jahre 1866 erkennbar
durchgesetzt.
Für die theoretische Begründung der Elysiertechnik hat Michael Faraday in den Jahren
1833-1834 durch seine Arbeiten auf dem Gebiet der Stoffumsetzungen bei
Elektrolysevorgängen die Grundvoraussetzungen geschaffen.
Seit dieser für die theoretische und anwendungsorientierte Elektrochemie historischen
Etappe der Wissenschaftsentwicklung vergingen nahezu 150 Jahre bis zu den Anfängen
der industriellen Nutzanwendung.
Einen starken Impuls erhielt die EC-Technik in Richtung ihrer praktischen
Verwertbarkeit durch das Patent von Williams, Electrolytic Shapping [1] im Jahre 1962.
Die von ihm ausgearbeitete, in die Zukunft weisende EC-Verfahrenstechnologie führte
in nahezu allen Industriestaaten der Welt zu einer steilen Aufwärtsentwicklung der
elektrochemischen Metallbearbeitung.
An der Technischen Hochschule Karl-Marx-Stadt (jetzt TU Chemnitz) in der Sektion
Chemie und Werkstofftechnik im Wissenschaftsbereich Chemie war es vor allem Herr
Professor Dr. Wicht, der seit dieser Zeit große Anstrengungen unternahm, die zu diesem
Zeitpunkt recht gut bekannten elektrochemischen Zusammenhänge anodischer
Reaktionen auf den gezielten Metallabtrag an schwer zerspanbare Werkstoffe zu
übertragen.
Ausgehend von Piranis und Schröters ersten Versuchen zur ECM im Jahre 1924 [2],
dem von Gusev und Rozkov 1928 entwickelten Verfahren zum EC-Senken [3] sowie
von dem Gusev-Patent Method an Apparatus for the Treatment of Metals aus dem Jahre
1930 [4], aber auch dem von dem sowjetischen Patent zur elektroerosiven
Metallbearbeitung aus dem Jahre 1943 [5] erbrachte Professor Doktor Hans Wicht durch
die Verfahrenseinführungen insbesondere der Elektrochemischen Metallbearbeitung
(ECM) aber auch der Elektroerosiven Metallbearbeitung (EDM) den Beweis, wie über
eineinhalb Jahrhunderte alte Erkenntnisse der Grundlagenforschung durch den
zweckgerichteten technischen Fortgang und die zielgerichtete Werkstoffentwicklung zu
unmittelbarer praktischer Bedeutung gelangen können und das tiefe Eindringen in die
Natur- und Technikwissenschaften Fortschritt und Wohlstand bringen kann.
- 10
In [6] hat Prof. Wicht zusammengestellt, welche Möglichkeiten die elektrochemische
Metallbearbeitung der Maßbearbeitung stromleitender Werkstoffe eröffnet.
Professor Doktor Hans Wicht, geboren am 15. Oktober 1923 in Schloßvippach im
Thüringischen, erlernte den Beruf eines Werkzeugmachers bei der Rheinmetall-Borsig
Aktiengesellschaft, Werk Sömmerda (Freistaat Thüringen). Dadurch wurde er schon
von frühester Jugend an mit der Bearbeitung metallischer Werkstoffe vertraut.
Durch eine nach 1945 an der Technischen Hochschule Dresden erhaltene Diplom-
Chemiker-Ausbildung wurde nicht nur sein chemisch-physikalisches Verständnis zu den
metallischen Werkstoffen geschult, sondern auch die wissenschaftliche Basis für die
abtragenden Materialbearbeitungsverfahren mit elektrochemischen und
elektrophysikalischen Effekten vermittelt.
Prof. Dr. Hans Wicht, der ehemalige Studiendirektor an der Arbeiter-und-Bauern-
Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena sowie spätere Direktor der Arbeiter-und-
Bauern-Fakultät der Hochschule für Maschinenbau Karl-Marx-Stadt und nachfolgend
Prorektor für Studienangelegenheiten der Technischen Hochschule Karl-Marx-Stadt,
beschäftigte sich auch an dieser 1836 als Königliche Gewerbeschule Chemnitz
begründeten Bildungseinrichtung frühzeitig mit den Problemen einer effektiven
Metallbearbeitung insbesondere für den Maschinenbau.
Durch die zunehmende industrielle Nutzung von schwer bearbeitbaren Werkstoffen mit
(zum Teil) komplizierten Werkstückformen traten in der Metallbearbeitung bei den
konventionellen Fertigungsverfahren Bearbeitungsgrenzen auf. Zur Lösung dieser
Bearbeitungsprobleme wurde die damalige Technische Hochschule Karl-Marx-Stadt
immer mehr forschungsseitig (auch von den Industriepartnern) mit einbezogen.
Hierbei hat Prof. Dr. Hans Wicht unter hohem persönlichem Einsatz als Angehöriger
dieser Technischen Hochschule bei der Entwicklung der ersten in Ostdeutschland
gebauten und industriell genutzten ECM-Anlage zum elektrochemischen Senken (EC-
Senken) im VEB Armaturenkombinat Magdeburg Pionierarbeit geleistet.
In vorbildlicher, von ihm geführter Hochschul-Industrie-Partnerschaft wurden die
Schwierigkeiten, die ein innovatives Verfahren meist mit sich bringt, bei der Einführung
dieses Fertigungsverfahrens überwunden und viele Einsatzgebiete erschlossen.
Von ihm wurden gemeinsam mit Praktikern der Metallbearbeitung, aber auch unter
Einbindung von Studenten, Praktikanten, Diplomanden wie auch Doktoranden, sowohl
die Vorgänge der anodischen Metallauflösung und auch das schwierige Gebiet der
Hydrodynamik untersucht, das bei der Strömung der Elektrolytlösung durch den
Arbeitsspalt zwischen Werkstück (Anode) und Werkzeug (Katode) von großer
Bedeutung ist, für die Gestaltung von Elektroden beim Elysier-Senken und Entgraten
für die praktische Anwendung aufbereitet.
Die von Prof. Wicht gesammelten Erfahrungen und gewonnenen Erkenntnisse flossen
zuerst zu einer 1971 an der Technischen Hochschule Karl-Marx-Stadt verteidigten
Dissertation zur Promotion A über Experimentelle Untersuchungen von Elysierkatoden
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