Subtitle: Erklärungsansätze und Konsequenzen für den Umgang mit Fehlern im FSU
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2007, 19 Pages
Author: Julia Paternoster
Subject: Romance Languages - General
Details
Institution/College: Dresden Technical University (Romanistik)
Tags: Lernersprache, Struktur, Dynamik, Varietäten, Linguistik, Pragmatik, Fachdidaktik, Französisch, Spanisch, Italienisch“
Year: 2007
Pages: 19
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 11 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-20028-3
ISBN (Book): 978-3-640-25639-6
File size: 67 KB
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Abstract
Interlanguage, Interimsprache oder eben auch Lernersprache sind gängige Termini, die alle versuchen ein ähnliches Konzept zu umschreiben und doch gibt es feine Unterschiede zwischen ihnen. In Anbetracht der Vielfalt der Begriffe wird deutlich, wie komplex dieses Thema ist und wieviele verschiedene Ansätze zur Definition und Analyse der Lernersprache existieren. Schon seit den 50er Jahren gab es verschiedene Vorgehensweisen, anhand denen versucht wurde, die Probleme, die sich bei dem Erwerb einer Fremdsprache ergeben, zu lösen. Mit Problemen sind hier natürlich die Fehler gemeint, die Lerner beim Erwerb machen. Einige Forscher beschäftigten sich dabei mit der Fehleranalyse, die Fehler indentifizierte, klassifizierte und auch bewertete und anschließend versuchte, daraus auf endogene Lernprozesse beim Fremdsprachenerwerb zu schließen. Andere nutzten die Kontrastive Analyse von zwei Sprachen (Muttersprache und Zielsprache), um anhand von Fehlern Lernschwierigkeiten und eben auch Lernerleichterungen festzustellen. Bereits während der 1960er und 70er Jahre wurde diese behaviouristisch verankerten Ideen jedoch kritisiert und neue Theorien wurden publiziert. „Die Interlanguage -Hypothese wurde primär in Opposition zu einer bestimmten psycholinguistischen Theorie - eben der behaviouristischen - entwickelt; die Interimsprachenhypothese entstand hingegen aus einer Kritik an Kontrastiver Analyse und Fehleranalyse“1. Es existiert aber nach wie vor keine durch Studien bewiesene und damit allein gültige Theorie, in der alle Aspekte des Zweitsprachenerwerbs erfasst werden konnten. Somit muss sich diese Arbeit darauf beschränken, bestimmte Theorien vorzustellen ohne einen Anspruch auf Vollständigkeit erlangen zu wollen. Es soll nun versucht werden, anhand von verschiedenen wissenschaftlichen Modellen und Definitionen die Lernersprache zu beschreiben und zu analysieren und der Frage nach zu gehen, welche Konsequenzen diese Theorien für den Umgang mit Fehlern im Fremdsprachenunterricht haben können und wie diese zu bewerten sind [...]
Excerpt (computer-generated)
Technische Universität Dresden
Institut für Romanistik
HS ,,
Struktur u. Dynamik romanischer Varietäten: Linguistik Pragmatik
Fachdidaktik Französisch, Spanisch, Italienisch
"
Sommersemester 2007
Lernersprache im FSU
Erklärungsansätze und Konsequenzen für den Umgang mit
Fehlern im FSU
Name: Julia Paternoster
Studiengang: 8. Semester
Adresse : LA Gym Englisch/Französisch
Inhaltsverzeichnis_________________________________________________
1. Einleitung 3
1.1. Allgemeine Definition der Lernersprache 4
1.1.1. Lernersprache vs. Natürliche Sprachen 5
1.1.2. Charakteristika von Lernersprachen: Systematizität, Variabilität und
Instabilität 6
2. Erklärungsmodelle der Lernersprache 8
2.1. Die Interlanguage Hypothese von Selinker 8
2.2. Modelle auf Basis der ,,Fossilisierung" 9
3. Die Lernersprache im FSU 11
3.1. Fehleranalyse 12
3.2. Konsequenzen für den Umgang mit Fehlern im FSU 14
4. Schlussfolgerungen 16
5. Bibliographie 17
2
1. Einleitung_____________________________________________________
Interlanguage, Interimsprache oder eben auch Lernersprache sind gängige Termini, die alle
versuchen ein ähnliches Konzept zu umschreiben und doch gibt es feine Unterschiede
zwischen ihnen. In Anbetracht der Vielfalt der Begriffe wird deutlich, wie komplex dieses
Thema ist und wieviele verschiedene Ansätze zur Definition und Analyse der Lernersprache
existieren. Schon seit den 50er Jahren gab es verschiedene Vorgehensweisen, anhand denen
versucht wurde, die Probleme, die sich bei dem Erwerb einer Fremdsprache ergeben, zu lösen.
Mit Problemen sind hier natürlich die Fehler gemeint, die Lerner beim Erwerb machen.
Einige Forscher beschäftigten sich dabei mit der Fehleranalyse, die Fehler indentifizierte,
klassifizierte und auch bewertete und anschließend versuchte, daraus auf endogene
Lernprozesse beim Fremdsprachenerwerb zu schließen. Andere nutzten die Kontrastive
Analyse von zwei Sprachen (Muttersprache und Zielsprache), um anhand von Fehlern
Lernschwierigkeiten und eben auch Lernerleichterungen festzustellen. Bereits während der
1960er und 70er Jahre wurde diese behaviouristisch verankerten Ideen jedoch kritisiert und
neue Theorien wurden publiziert. ,,Die Interlanguage -Hypothese wurde primär in Opposition
zu einer bestimmten psycholinguistischen Theorie - eben der behaviouristischen - entwickelt;
die Interimsprachenhypothese entstand hingegen aus einer Kritik an Kontrastiver Analyse und
Fehleranalyse"1.
Es existiert aber nach wie vor keine durch Studien bewiesene und damit allein gültige
Theorie, in der alle Aspekte des Zweitsprachenerwerbs erfasst werden konnten. Somit muss
sich diese Arbeit darauf beschränken, bestimmte Theorien vorzustellen ohne einen Anspruch
auf Vollständigkeit erlangen zu wollen. Es soll nun versucht werden, anhand von
verschiedenen wissenschaftlichen Modellen und Definitionen die Lernersprache zu
beschreiben und zu analysieren und der Frage nach zu gehen, welche Konsequenzen diese
Theorien für den Umgang mit Fehlern im Fremdsprachenunterricht haben können und wie
diese zu bewerten sind
.
1
Kasper,
Gabriele.
Pragmatische Aspekte in der Interimsprache.
Tübingen: Narr, 1981. S.4
3
1.1. Allgemeine Definition der Lernersprache__________________________
Von einer Lernersprache spricht man normalerweise dann, wenn es sich beim Sprecher
einer bestimmten Sprache um einen Fremdsprachenlerner handelt. Dabei orientiert sich das
Konstrukt Lernersprache an der Zielsprache, ist jedoch nicht identisch mit dieser. Bedeutend
für die Art der Entwicklung der Lernersprache sind neben der Zielsprache selbst, vor allem
die Muttersprache und falls vorhanden, bereits vorher erlernte Fremdsprachen, sowie
natürlich soziale und lernsituationsabhängige Gegebenheiten, wie zum Beispiel methodische
und didaktische Herangehensweisen beim Erlernen der Zielsprache. Aufgrund der
Lernsituation fällt es dem Sprecher schwer, seine eigenen Äußerungen nach ihrer Richtigkeit
zu beurteilen, d.h. ein Lerner merkt unter Umständen nicht einmal, dass er grammatisch
inkorrekt spricht, weil ihm der nötige Abstand zu seinen Wissensbeständen, sowie die
Sprachgewohnheit fehlt2. Die Inkorrektheit kann dabei rein grammatikalisch sein, kann sich
aber auch im diaphasischen oder diastratischen Bereich abspielen. Die Wahl des Registers
und dem damit verbundenen Vokabular wäre ein Beispiel dafür3. Selbst wenn die Lerner eine
Regel zur Verwendung der Sprache explizit kennen, können Fehler auftreten, weil die
korrekten Wendungen teilweise nicht genügend gefestigt sind.
Grob kann man sechs Eigenschaften der Lernersprache hervorheben, die bei allen
Lernergruppen immer wieder zu finden sind4:
1) Der Sprachtransfer: Hierbei nutzt der Lerner seine Kenntnisse einer anderen Sprache,
meistens der Muttersprache, um sein lernersprachliches Wissen zu organisieren.
Typische Beispiele hierfür wären Probleme der Satzstellung oder aber auch des
Vokabulars, wo anhand von ähnlich lautenden Wörtern der Muttersprache eine
eventuelle Bedeutung in der Zielsprache abgeleitet wird. ,,Transfer bezeichnet den
zugrunde liegenden Prozess; Interferenz [heißt] das Produkt."5
2) Die Übergeneralisierung: Hier werden bereits erlernte linguistische Kenntnisse oder
Strategien in der Zielsprache vom Lerner ohne Rücksicht auf Ausnahmen angewendet
und somit verallgemeinert oder eben übergeneralisiert.
3) Die Ignorierung von Regelbeschränkungen: Der Lerner ignoriert die Beschränkung
von bestimmten Regeln der Zielsprache.
2
Vgl. Vogel, Klaus. ,,Lernersprache Linguistische und psycholinguistische Grundfragen zu ihrer
Erforschung". Tübingen: Narr, 1990. S.
3
Es wäre z.B. möglich, dass der Lerner bei einem Vorstellungsgespräch, also einer formellen Situation,
unangenehm durch die Verwendung des
francais populaire
auffällt.
4
Vgl. hierzu die fünf psycholinguistischen Prozesse der latenten Psychostruktur nach Selinker.
5
Wode, Henning in
Lernersprache Thesen zum Erwerb einer Fremdsprache.
S. 21
4
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