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Diploma Thesis, 2007, 104 Pages
Author: Diplom Wirtschaftsjurist FH Lutz Gundlach
Subject: Economics / Business: Personnel and Organisation
Details
Tags: Rechtsprobleme, Arbeitnehmerüberlassung
Year: 2007
Pages: 104
Grade: 2,3
Bibliography: ~ 36 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-20039-9
ISBN (Book): 978-3-640-20603-2
File size: 1564 KB
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Abstract
Die Diplomarbeit mit dem Thema: Rechtsprobleme bei der Arbeitnehmerüberlassung, setzt sich mit dem Thema der Arbeitnehmerüberlassung auseinander. Erörtert wird die derzeitige wirtschaftliche Situation in Deutschland und das Verlangen nach Flexibilität in den Unternehmen. Flexibilität kann mit der Hilfe der Leiharbeit, wie die Arbeitnehmerüberlassung auch bezeichnet wird, erzeugt werden. Aufgezeigt werden neben der Begrifflichkeit an sich, die Abgrenzung zu anderen Vertragstypen, die Abgrenzung zur Arbeitsvermittlung und schwerpunktmäßig die einzelnen Voraussetzungen der Arbeitnehmerüberlassung nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG). Der Schwerpunkt der Arbeit liegt in der rechtlichen Betrachtung der Arbeitnehmerüberlassung. Die einzelnen Rechtsbe-ziehungen, Grundsätze des BetrVG und auch die in der Branche angewendeten Tarifverträge werden besprochen. Im Ergebnis werden die Chancen und Perspektiven unter Berücksichtigung der ganzen erörterten Komponenten aufgezeigt, die für die Arbeitnehmerüberlassung in den kommenden Jahren in Deutschland zu erwarten sind. Arbeitnehmerüberlassung stellt in vielen Betrieben den Großteil der Personalbeschaffung dar, somit die Suche und Bereitstellung von Personalressourcen. Mit diesem Instrument soll die Deckung des Personalbedarfs, sei es Ersatz oder Neubedarf, gesichert werden. Die verschiedenen Möglichkeiten der Personalbeschaffung werden in Abhängigkeit der Nutzung des betrieblichen oder überbetrieblichen Arbeitsmarktes unterschieden. Arbeitnehmerüberlassung ist ein Instrument der flexiblen Personalplanung mit dem in Zeiten von Produktionsspitzen aber auch in konjunkturell schwächeren Zeiten kurzfristig reagiert werden kann. Der Vorteil für Unternehmen liegt vor allem in der Möglichkeit des zeitlich begrenzten Personaleinsatzes, ohne das Stammpersonal erweitern zu müssen. Einschränkungen für bestimmte Unternehmensbereiche bestehen nicht, bei mittel- und langfristigem Einsatz ist jedoch der höhere Kostenfaktor zu beachten.
Excerpt (computer-generated)
Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
Diplomarbeit
Rechtsprobleme bei der Arbeitnehmerüberlassung
Bearbeiter: Lutz Gundlach
Ausgabedatum: 06. 03. 2007
Abgabedatum: 06. 06. 2007
Gliederung
Inhaltsverzeichnis
Gliederung 1
Inhaltsverzeichnis 2
Abbildungsverzeichnis 4
Tabellenverzeichnis 5
Abkürzungsverzeichnis 6
1 Ist-Zustand
des
Arbeitsmarkts in Deutschland 1
1.1 Situation der Arbeitskosten 2
1.2 Zunehmender Zwang der Flexibilisierung in der Arbeitswelt 5
1.3 Anpassungsfähige
Beschäftigungsmodelle 7
1.4 Anpassungsfähigkeit durch Arbeitnehmerüberlassung 8
1.5 Arbeitnehmerüberlassung ein Wettbewerbsfaktor 9
2 Arbeitnehmerüberlassung 10
2.1 Begriffserklärung 12
2.1.1 Arbeitnehmerüberlassung: Ein Dreiecksverhältnis 15
2.1.2 Die beteiligten Personen im einzelnen 16
2.1.2.1 Arbeitgeber
als
Verleiher 16
2.1.2.2 Arbeitnehmer als Leiharbeitnehmer 17
2.1.2.3 Entleiher als Auftraggeber 17
2.1.3 Gleichbehandlungsgrundsatz 18
2.1.3.1 Inhalt und Funktion 18
2.1.3.2 Ausnahmetatbestände 21
2.2 Abgrenzung der Arbeitnehmerüberlassung zu anderen Vertragstypen 22
2.2.1 zum
Werkvertrag 23
2.2.2 zum
Dienstvertrag 25
2
2.2.3 zum
Geschäftsbesorgungsvertrag 26
2.2.4 zum
Dienstverschaffungsvertrag 26
2.3 Vermittlung von Arbeitnehmern 27
2.3.1 Arbeitsvermittlung 28
2.3.2 Abgrenzung 28
2.3.3 Verdacht von Arbeitsvermittlung 28
3 Gesetzliche Regelungen der Arbeitnehmerüberlassung 30
3.1 Beginn
der
Arbeitnehmerüberlassung in Deutschland 30
3.2 Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz AÜG 31
3.2.1 Geltungsbereich des AÜG 31
3.2.2 Aufgaben des AÜG 32
3.2.3 Rechtsverhältnisse des AÜG 32
3.2.3.1 Zwischen Verleiher und Entleiher
(Überlassungsverhältnis) 33
3.2.3.2 Zwischen Verleiher und Leiharbeitnehmer
(Leiharbeitsverhältnis) 38
3.2.3.3 Zwischen Entleiher und Leiharbeitnehmer
(Beschäftigungsverhältnis) 42
3.3 Das AÜG, das Betriebsverfassungsgesetz und Tarifverträge 44
3.3.1 Die
betriebverfassungsrechtliche
Stellung im Verleiherbetrieb...44
3.3.2 Die
betriebverfassungsrechtliche
Stellung im Entleiherbetrieb ...45
3.3.3 Tarifverträge und deren Auswirkung 49
4 Erlaubnisfreie
Arbeitnehmerüberlassung 51
5 Illegale
Arbeitnehmerüberlassung 55
6 Resümee Chancen der Arbeitnehmerüberlassung 57
Literaturverzeichnis 65
Anhang 70
3
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Flexible Beschäftigungsformen 6
Abbildung 2: Nutzung flexibler Beschäftigungsformen durch Unternehmen 7
Abbildung 3: Erfahrung mit Zeitarbeit 8
Abbildung 4: Personalbeschaffung - Intern / Extern - 11
Abbildung 5: Dreiecksverhältnis der Arbeitnehmerübelassung 15
Abbildung 6: Konstruktion der vermuteten Arbeitsvermittlung mit Erlaubnis 29
Abbildung 7: Entwicklung der Arbeitnehmerüberlassung in Deutschland 63
4
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Arbeitskosten in der EU 4
Tabelle 2: Mitwirkungsrechte des Betriebsrats 49
Tabelle 3: Erlaubnisfreie Arbeitnehmerüberlassung 52
Tabelle 4: Pro und Contra Arbeitnehmerüberlassung 58
Tabelle 5: Gesetzesänderungen: Reformen des Arbeitnehmerüberlassungsrechts 60
5
Abkürzungsverzeichnis
Kirchner, Hildebert
Abkürzungsverzeichnis der Rechtssprache
Butz, Cornelie
Berlin 2003
5. Auflage
6
1 Ist-Zustand des Arbeitsmarkts in Deutschland
Personalkosten und Personalnebenkosten sind die Schlagworte wenn es darum geht
die Situation des deutschen Arbeitsmarktes zu beschreiben. Im Vergleich zu anderen
europäischen Ländern bewegen sich die Personalkosten in Deutschland auf einem
überdurchschnittlich hohen Niveau. Bestimmende Umstände wie der demographi-
sche Wandel lassen vor allem die Personalnebenkosten auch in Zukunft steigen.1 Es
ist bereits jetzt schon vorhersehbar, dass bei weiterem Rückgang der Geburtenquote
in Deutschland, die Jugend den dann überwiegenden Anteil von alten Menschen,
nicht mehr finanzieren kann. Der Generationenvertrag greift nicht mehr. Dieses Fi-
nanzierungsdefizit könnte unter den jetzigen Umständen nur durch höhere Sozialbei-
träge ausgeglichen werden. Das wiederum würde dazu führen, dass das Missverhält-
nis zwischen Nettolöhnen auf der einen und Arbeitskosten auf der anderen Seite im-
mer weiter anwächst. Ob die Rente mit 67 dies abfangen kann bleibt abzuwarten.
Aktuelle Beispiele zeigen es, Arbeitgeber, wie die Telekom, wollen 50.000 Stellen
ausgliedern und in einer Tochtergesellschaft unterbringen, dies geht allerdings mit
Mehrarbeit und Lohnverzicht einher. Gegen diese Art des Sozialabbaus laufen Ge-
werkschaften und Arbeitnehmer Sturm.
Die derzeitige Situation auf dem Arbeitsmarkt ist geprägt von gegensätzlichen Ten-
denzen, zum einen gibt es immer wieder Entlassungen in Branchen, die als traditio-
nell gelten, zum anderen finden Firmen des Dienstleistungssektors und Zweige des
Zukunftssektors kein angemessen qualifiziertes Personal.
Gerade kleine und mittelständische Unternehmen haben es dabei oft schwer, zu Zei-
ten von konjunkturellen oder saisonalen Schwankungen, ihr Personal zu halten. Ist
die Kehrtwende erreicht, ist es äußerst schwierig, offene Positionen wieder mit ge-
eigneten Fachkräften zu besetzen.2 Dazu kommen noch die periodisch auftretenden
personellen Überkapazitäten bzw. Engpässe, die dann eine erhöhte Flexibilität von
1 Schröder, S.16.
2 Frank, S. 68.
1
Unternehmen und Personalabteilungen fordern.3 Den Unternehmen hilft es auch
nicht, dem Problem mit Ausbildung von geeignetem Personal entgegenzusteuern, da
dieses frühestens mit Abschluss der Ausbildung nach zweieinhalb Jahren zu Verfü-
gung steht.
Natürlich sind die sinkenden Arbeitslosenzahlen seit Anfang 2007 und für den Monat
Mai 2007 als durchaus positiv zu werten. Sie lassen jedoch noch nicht den Schluss
zu, dass alle Probleme auf dem Arbeitsmarkt gelöst sind.
1.1 Situation der Arbeitskosten
Das Statistische Bundesamt hat im Jahr 2004 festgestellt, dass die Arbeitskosten
(Summe aus Bruttolohn und Lohnnebenkosten) in Deutschland deutlich über dem
Durchschnitt der heutigen 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union lagen, beim
Anteil der Lohnnebenkosten an den Arbeitskosten hingegen unter dem EU-
Durchschnitt. Deutsche Arbeitgeber des produzierenden Gewerbes und der marktbe-
stimmten Dienstleistungsbereiche kurz der Privatwirtschaft zahlten auf 100 Euro
Bruttolohn und -gehalt zusätzlich gut 33 Euro Lohnnebenkosten. Das waren rund 3
Euro weniger als im Durchschnitt der Europäischen Union (36 Euro). Das Arbeits-
kostenniveau in der Privatwirtschaft in Deutschland war im Jahr 2004 im europäi-
schen Vergleich hingegen überdurchschnittlich hoch. Während ein Arbeitgeber in
Deutschland 28,17 Euro für eine geleistete Arbeitsstunde zahlte, betrug der Durch-
schnittswert für die Europäische Union 20,66 Euro. Im besonders im internationalen
Wettbewerb stehenden Verarbeitenden Gewerbe betrugen im Jahr 2004 die Kosten
für eine geleistete Arbeitsstunde in Deutschland durchschnittlich 31,15 Euro. Damit
lag Deutschland genau 11 Euro beziehungsweise knapp 55% über dem Durchschnitt
für die Europäische Union (20,15 Euro).4 Diese Übersicht, siehe auch Tabelle 1, des
Statistischen Bundesamts zeigt, dass Deutschland insbesondere an den Kosten für
eine geleistete Arbeitsstunde etwas tun muss um auf Dauer wettbewerbsfähig zu
bleiben. Diese Möglichkeit könnte das Beschäftigungsmodel der Arbeitnehmerüber-
3 Ullmann , S. 66.
4 http://www.destatis.de/presse/deutsch/pm2007/p0560043.htm (26.05.07).
2
lassung bieten, da der Bedarf an Arbeitnehmern den konjunkturellen und saisonalen
Schwankungen angepasst werden kann. Denn sind die Auftragsspitzen abgearbeitet
besteht die Möglichkeit bei der Zeitarbeit abzuspecken.5
5 FAZ Nr. 69, S. 13
3
Tabelle 1: Arbeitskosten in der EU
4
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