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Subtitle: Ableitung von langfristigen Bindungsstrategien für Unternehmen aus nachhaltigen Bindungselementen in Paarbeziehungen
Master Thesis, 2008, 78 Pages
Author: Antje Reichert
Subject: Psychology - Work, Business, Organisational and Economic Psychology
Details
Tags: Retention, Management, High-, Top-Potentials
Year: 2008
Pages: 78
Grade: 2,3
Bibliography: ~ 60 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-19862-7
ISBN (Book): 978-3-640-19869-6
File size: 919 KB
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Abstract
Die deutschen Unternehmen stehen mehr denn je unter Druck: von der Globalisierung und dem damit einhergehenden verstärkten Wettbewerb, über den Klimawandel und die demografischen Veränderungen bis hin zu den nötigen technologischen Transformationen. Dass das Humankapital für diese Herausforderungen einen entscheidenden Erfolgsfaktor darstellt, ist seit Jahren keine Überraschung mehr. Darüber hinaus spielen soft facts wie Führung, Motivation, Verantwortung und Kooperation eine essentielle Rolle. Der Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit ist das Problem des Retention Managements von High- und Top-Potentials. Diese Mitarbeitergruppe ist qualifiziert, talentiert und hoch arbeitsmarktfähig. Es besteht eine erhebliche Nachfrage nach diesen Angestellten, jedoch ist das Angebot an fähigen Fach- und Führungskräften sehr gering. Aufgrund dieser Diskrepanz auf dem Arbeitsmarkt sowie dem individuellen Wissensvorsprung ist für Highund Top-Potentials der gängige Wunsch nach Arbeitsplatzsicherheit oft nachrangig und dies erschwert dem Arbeitgeber die Bindung dieser kompetenten Mitarbeiter. Diese Tendenz wird durch die demografische Entwicklung in den nächsten Jahren noch weiter verstärkt werden. Die High- und Top-Potentials treten darüber hinaus selbstbewusst auf und sind sich ihres Marktwertes durchaus bewusst. Als Folge dieses Ungleichgewichts stellen sie gegenüber dem Arbeitgeber selbstsicher Forderungen. Sie geben sich im Arbeitsalltag und im Verlauf der Karriere selten mit Kompromissen zufrieden. Sie verhalten sich opportunistisch und sind auf ihren eigenen Vorteil bedacht. Vor diesem Hintergrund sind High- und Top-Potentials auch tendenziell offen für Alternativangebote von Headhuntern, die in der Regel mit einem Zusatzbonus verbunden sind, wenn es zu einem Arbeitgeberwechsel kommt. Zu diesen Faktoren, die den Wechsel in ein anderes Unternehmen erleichtern sollen, gehören zum Beispiel ein Firmenwagen, eine Gehaltssteigerung, ein Home Office, eine Führungsaufgabe oder auch die Möglichkeit, Überstunden mit einem Sabbatjahr auszugleichen.1 Das Ziel dieser Arbeit ist es, für dieses besondere Mitarbeiterklientel der High- und Top- Potentials außergewöhnliche Strategien zu entwickeln, um diese an das Unternehmen zu binden. Die Lösung hierfür soll die Verknüpfung des Retention Managements mit der stabilsten und wertvollsten Bindung von Menschen sein: der Paarbeziehung.
Excerpt (computer-generated)
Fachhochschule für angewandtes Management
Fachbereich Wirtschaftspsychologie
Sommersemester 2008
Masterthesis
Retention Management
von High- und Top-Potentials
Ableitung von langfristigen Bindungsstrategien für Unternehmen
aus nachhaltigen Bindungselementen in Paarbeziehungen
vorgelegt von
Antje Reichert
7. Semester
Tag der Einreichung: 21. August 2008
II
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis IV
1 Problemstellung und Zielsetzung 1
2 Grundlagen 3
2.1 Methodik und Aufbau 3
2.2 Definition fundamentaler Begriffe 7
3 Der Status quo: Bindung aus wissenschaftlicher Sicht 14
3.1 Die Paarbeziehung 14
3.1.1 Aufbau sozialer Netzwerke 14
3.1.2 Gestaltung von Paarbeziehungen 18
3.1.3 Auflösung von Partnerschaften 21
3.2 Soziale Bindungen im beruflichen Umfeld 25
4 Transfer von Bindungselementen in Paarbeziehungen auf die betriebliche Praxis 36
4.1 Verknüpfung von Paarbeziehung und Retention Management 36
4.1.1 Vor der Einstellung von High- und Top-Potentials 36
4.1.2 Während der Beschäftigung 39
4.1.3 Auflösung von Arbeitsverhältnissen zu High- und Top-Potentials 46
4.2 Hindernisse und Barrieren 53
III
5 Implementierung von nachhaltigen Bindungsstrategien für High- und Top-Potentials 58
5.1 Voraussetzungen und Vorgehensweise im Change-Prozess 58
5.2 Besonders zu berücksichtigende Faktoren 63
5.2.1 Werteentwicklung und -wandel 63
5.2.1 Einflüsse der demografischen Entwicklung 65
6 Zusammenfassung und Ausblick 67
Literaturverzeichnis 69
IV
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Überblick über den Aufbau der Arbeit 4
Abb. 2: Bandbreite der Potenzialanalyse 9
Abb. 3: Arten von Beziehungen 11
Abb. 4: Entstehung von Bindungsstil und Charakter 14
Abb. 5: Der Mensch als Beziehungswesen 16
Abb. 6: Bindungen in Partnerschaften 18
Abb. 7: Prozess der Auflösung einer Partnerschaft 21
Abb. 8: Zufriedenheits-Loyalitäts-Beziehungen von Mitarbeitern 26
Abb. 9: Motivationspyramide nach Maslow 31
Abb. 10: Folgen fehlender Zufriedenheit 33
Abb. 11: Bindungsstile von High- und Top-Potentials 39
Abb. 12: Alarmsignale der Trennungsphase vom Arbeitgeber 46
Abb. 13: Hindernisse / Barrieren bei der Verknüpfung der Theorien 53
Abb. 14: Maßnahmen im Change-Prozess 58
Abb. 15: Empirisch ermittelte Wertpräferenzen 63
Abb. 16: Handlungsfelder demografiebewussten Personalmanagements 66
1
1 Problemstellung und Zielsetzung
Die deutschen Unternehmen stehen mehr denn je unter Druck: von der Globalisierung und
dem damit einhergehenden verstärkten Wettbewerb, über den Klimawandel und die
demografischen Veränderungen bis hin zu den nötigen technologischen Transformationen.
Dass das Humankapital für diese Herausforderungen einen entscheidenden Erfolgsfaktor
darstellt, ist seit Jahren keine Überraschung mehr. Darüber hinaus spielen soft facts wie
Führung, Motivation, Verantwortung und Kooperation eine essentielle Rolle. Der
Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit ist das Problem des Retention Managements von
High- und Top-Potentials. Diese Mitarbeitergruppe ist qualifiziert, talentiert und hoch
arbeitsmarktfähig. Es besteht eine erhebliche Nachfrage nach diesen Angestellten, jedoch
ist das Angebot an fähigen Fach- und Führungskräften sehr gering. Aufgrund dieser
Diskrepanz auf dem Arbeitsmarkt sowie dem individuellen Wissensvorsprung ist für High-
und Top-Potentials der gängige Wunsch nach Arbeitsplatzsicherheit oft nachrangig und
dies erschwert dem Arbeitgeber die Bindung dieser kompetenten Mitarbeiter. Diese
Tendenz wird durch die demografische Entwicklung in den nächsten Jahren noch weiter
verstärkt werden. Die High- und Top-Potentials treten darüber hinaus selbstbewusst auf
und sind sich ihres Marktwertes durchaus bewusst.
Als Folge dieses Ungleichgewichts stellen sie gegenüber dem Arbeitgeber selbstsicher
Forderungen. Sie geben sich im Arbeitsalltag und im Verlauf der Karriere selten mit
Kompromissen zufrieden. Sie verhalten sich opportunistisch und sind auf ihren eigenen
Vorteil bedacht. Vor diesem Hintergrund sind High- und Top-Potentials auch tendenziell
offen für Alternativangebote von Headhuntern, die in der Regel mit einem Zusatzbonus
verbunden sind, wenn es zu einem Arbeitgeberwechsel kommt. Zu diesen Faktoren, die
den Wechsel in ein anderes Unternehmen erleichtern sollen, gehören zum Beispiel ein
Firmenwagen, eine Gehaltssteigerung, ein Home Office, eine Führungsaufgabe oder auch
die Möglichkeit, Überstunden mit einem Sabbatjahr auszugleichen.1
Das Ziel dieser Arbeit ist es, für dieses besondere Mitarbeiterklientel der High- und Top-
Potentials außergewöhnliche Strategien zu entwickeln, um diese an das Unternehmen zu
binden. Die Lösung hierfür soll die Verknüpfung des Retention Managements mit der
stabilsten und wertvollsten Bindung von Menschen sein: der Paarbeziehung. Diese wird für
die meisten Menschen als essentielle Grundlage ihrer Lebensgestaltung angesehen. Dies
wird vor allem deutlich, wenn die negativen Konsequenzen und die psychischen
Belastungen von Personen betrachtet werden, denen soziale Kontakte fehlen.
1 Vgl. Gayk (2002), S. 26.
2
Im Rahmen der Arbeit wird analysiert, inwiefern Elemente der Paarbeziehung auf die
betriebliche Praxis und auf das Verhältnis von Arbeitnehmer zu Arbeitgeber übertragbar
sind. Es wird geklärt, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um die einzelnen
Strategien in die Praxis umzusetzen und wie der Change-Prozess implementiert werden
kann. Darüber hinaus wird geprüft, ob es sich um ein branchenspezifisches Problem
handelt oder inwiefern die entwickelten Lösungsalternativen branchenübergreifend
Anwendung finden können. Die Arbeit stellt mitarbeiterorientierte Unternehmensführung an
High- und Top-Potentials exemplarisch dar. In der Theorie soll sie einen Beitrag leisten zur
Untersuchung der Gültigkeit universalistischer und partikularistischer Konzepte. Zusätzlich
soll die Arbeit auf politischer Ebene zur Diskussion über mitarbeiterorientierte Führung und
Personalentwicklung anregen.
Die Verknüpfung von psychologischen Theorien zur Paarbeziehung mit Modellen der
Personalbindung ist - nach eigenen Ermittlungen - bisher nicht untersucht worden. Im
Rahmen der Recherche zu dieser Arbeit konnte keine Quelle beide Segmente bedienen.
Zwar sind die einzelnen Themen bereits weitreichend erforscht und analysiert worden
jedoch fehlt der Bezug zueinander. Das heißt, zu dem zentralen Forschungsgegenstand
dieser Arbeit sind bisher keine Untersuchungsergebnisse vorhanden. Insgesamt ist jedoch
in einem so großen Umfang bereits Literatur über Bindungstheorien existent, dass das
empirische Material ausreicht, um verallgemeinernde Aussagen zu ermöglichen. Die
Verknüpfung von Paar- und Personalbindung ist gerade in der heutigen Zeit - in der jedes
Individuum auf der Suche nach einem sinnvollen und erfüllten Leben ist - sehr naheliegend,
denn Bindung und Sicherheit gewinnen für Arbeitgeber und auch für den durchschnittlichen
Arbeitnehmer an Bedeutung.2 High- und Top-Potentials sind hingegen auf diesen Schutz
aufgrund ihrer individuellen Fähigkeiten und Kenntnisse nur sekundär angewiesen. Die
Definition der Persönlichkeit und des Lebensstandards wird gerade für die Gruppe der
elitären Leistungsträger mehr und mehr durch die berufliche Stellung geprägt.
Im Rahmen dieser Arbeit wird erstmalig geprüft, ob die Themen Paarbindung und Retention
Management miteinander in Beziehung gebracht werden können. Es wird geklärt, welche
Ergebnisse die Modelle sozialer Beziehungen für Arbeitgeber bereithalten und welche
Strategien sich ableiten lassen, um hochqualifizierte Mitarbeiter langfristig zu motivieren
und im Unternehmen zu halten.
2 Vgl. Dornes (2000), S. 37.
3
2 Grundlagen
2.1 Methodik und Aufbau
Diese Arbeit widmet sich der Entwicklung von praxisnahen Lösungsstrategien für ein
betriebliches Problem: nur wenn talentierte und qualifizierte Mitarbeiter stabil an ihren
Arbeitgeber gebunden sind, bleiben sie diesem langfristig erhalten, sind zufrieden und
erbringen entsprechende Leistungen. Den wissenschaftlichen Rahmen dafür schaffen
erstmalig psychologische Theorien zur Paarbindung.
Die methodische Grundlage für die folgende Ausarbeitung bildet die qualitative
Inhaltsanalyse als Methode der empirischen Sozialwissenschaften. Gegenstand ist dabei
die Untersuchung der Inhalte von Kommunikation, die in Form von Texten vorliegen (zum
Beispiel als verschriftlichte Interviews, Zeitungsartikel oder Fachbücher).3 Bei der Auswahl
des Datenmaterials wurden folgende Aspekte besonders berücksichtigt:
Fokussierung auf etablierte, bekannte Autoren und Herausgeber, die sich seit
Jahren auf wissenschaftlicher Basis mit den jeweiligen Themen (Theorien zur
Paarbindung, Retention Management) auseinandersetzen
Reliabilitätsprüfung der verwendeten Theorien und Modelle durch eine sehr
umfangreiche Literaturrecherche
Berücksichtigung schulpsychologischer und psychotherapeutischer Lehrbücher
sowie Fachzeitschriften
Priorisierung klassischer Modelle und aktueller empirischer Daten
Um die praktische Relevanz der Arbeit zu erreichen, ist es notwendig, aktiv in
Problemlösungsprozesse in der betrieblichen Praxis involviert zu sein, um diese zu erleben.
Diese Voraussetzung ist gegeben, da die Arbeit während des Einsatzes in der
,,Strategischen Personalarbeit" in einem deutschen Großkonzern entstand und sich die
Ideen auch aus einem regen Austausch mit Führungskräften und Personalverantwortlichen
entwickelten. Darüber hinaus konnten eigene Erkenntnisse aus der mehrjährigen
Berufserfahrung Berücksichtigung finden. Wie der nachfolgenden Grafik zu entnehmen ist,
erfolgt der inhaltliche Aufbau der Arbeit in sechs Schritten:
3 Vgl. Zimbardo & Gerrig (2004), S. 26.
4
Ziel: Entwicklung von nachhaltigen Strategien zur Bindung von High- und Top-
Potentials auf der Grundlage von Bindungselementen aus Paarbeziehungen
Zusammenfassung / Ausblick
Implementierung von Bindungsstrategien
o Voraussetzungen und Vorgehensweise
o Besonders zu berücksichtigende Faktoren: der
Wertewandel und die demografische Entwicklung
in Deutschland
Transfer in die betriebliche Praxis
o Verknüpfung von Paarbeziehung und Retention
Management: vor, während und nach der Beschäftigung der
High- und Top-Potentials
o Hindernisse und Barrieren
Der Stand der Forschung
o Die Paarbeziehung: der Aufbau, die Gestaltung und die Auflösung
von Partnerschaften
o Das berufliche Umfeld
Grundlagen
o Methodik und Aufbau
o Definition fundamentaler Begriffe
Problemstellung und Zielsetzung
o
Globalisierung, erhöhter Wettbewerb, Klimawandel, Demografie, Technologie
o
Humankapital als Erfolgsfaktor
Abb. 1: Überblick über den Aufbau der Arbeit
Quelle: Eigene Darstellung.
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