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Seminararbeit, 2005, 21 Seiten
Autor: Sebastian Schoener
Fach: Politik - Int. Politik - Thema: Frieden und Konflikte, Sicherheit
Details
Institution/Hochschule: Universität Mannheim
Tags: Zypernkonflikt, Analyse, Beziehungen, Zypern, Internationale, Griechenland, Türkei
Jahr: 2005
Seiten: 21
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 17 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-20059-7
Dateigröße: 171 KB
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Universität Mannheim
Proseminar:
,,Einführung in die Internationalen Beziehungen als
akademische Disziplin" (WS 2004/2005)
Leitung:
Proseminararbeit:
,,Der Zypernkonflikt Eine Analyse"
Sebastian Schoener
Magister Artium Studiengang
Deutsche Philologie (5. FS) / Politische Wissenschaften (5. FS)
Inhalt
1. Einleitung
Seite 3
2. Hauptteil
2.1
Konflikt: etymologisch
Seite 4
2.2
Konflikt: sozialwissenschaftlich
Seite 4
2.2.1
Formen und Funktion von Konflikten
Seite 5
2.2.2
neoinstitutionalistische Konflikttheorie
Seite 7
2.3
Historische
Hinführung
Seite
8
2.4
Konfliktursache
Seite
10
2.5
Konfliktgegenstand
Seite
12
2.6
institutionelle
Lösungsstrategien
Seite
16
3. Schluss
Seite 18
4. Literaturverzeichnis
Seite 19
2
1. Einleitung
Die Hinterlassenschaft einstiger Imperien nach der 9000-jährigen wechselvollen
Siedlungsgeschichte führte zur Existenz einer Vielzahl verschiedener Religionen,
Ideologien und Wertvorstellungen in Zypern. Als Folge daraus ist die Entstehung
ethnischer Minderheiten zu sehen, dominiert von der Konkurrenz zwischen der
griechisch-zyprischen Bevölkerung und den türkischen Zyprioten. Das Ergebnis ist die
nach wie vor bestehende Teilung der Insel durch die sogenannte ,green-line′. Doch
auch die räumliche Trennung der beiden Ethnien führte bis heute keineswegs zu einer
Lösung des Konfliktes, so dass sich auch internationale Organisationen wie die UNO
dieses Problems angenommen haben. Nachdem bereits die Ausrufung der international
nicht anerkannten ,Türkischen Republik von Nordzypern′ am 15. November 1983 auf
großes internationales Interesse stieß, erlangte der seit Jahrhunderten vorherrschende
Konflikt der kleinen Inselrepublik in Europa und dem Rest der Welt erneut Präsenz, als
ihr, das heißt der Republik Zypern, und damit nur dem griechisch-zyprischen Südteil
der Insel, durch den Beschluss von Kopenhagen am 1. Mai 2004 gemeinsam mit neun
weiteren Ländern der Beitritt in die Europäische Union gewährt wurde. Zudem zog
jeher auch die außenpolitisch strategisch attraktive Lage der dem Nahen Osten
vorgelagerten Insel im östlichen Mittelmeer die Aufmerksamkeit vieler externer
Mächte auf sich.
Die Situation in Zypern offenbart sich somit als ein Konglomerat von Konfliktherden.
Dies soll zum Anlass genommen werden, den Zypernkonflikt in der vorliegenden
Arbeit näher zu beleuchten. Dabei wird zunächst etymologisch auf den Begriff des
,Konfliktes′ eingegangen, ehe die sozialwissenschaftliche Definition eben dieses der
Arbeit zugrundegelegten Terminus aufgeführt, dabei Bezug zu weiteren
Konfliktformen und schließlich der Theorie des Neoinstitutionalismus mit seinem
vorherrschenden Konfliktverständnis, genommen wird. Weiterhin wird die
Konfliktursache beschrieben und hauptsächlich auf die politischen, aber auch die
historischen Gründe für den Konflikt eingegangen. Der eigentliche Konfliktgegenstand
soll schließlich charakterisiert werden, indem weiter die intern wie extern beteiligten
Parteien ihre Erwähnung finden. Die Arbeit schließt mit der Vorstellung institutioneller
Lösungsstrategien. Auf diese Weise wird sich letztlich das Ausmaß des
Zypernkonfliktes genauer erschließen lassen.
3
2. Hauptteil
2.1.
Konflikt: etymologisch
Ein erster Zugang zum Konfliktbegriff lässt sich über seine etymologische Bedeutung
erschließen, denn es erscheint sinnvoll, ,,den Begriff ,Konflikt′ auf seinen eigentlichen
Inhalt hin zu untersuchen und zu definieren", da ,,die Worte ,Streit′,
,Auseinandersetzung′, ,Kampf′, ,Gegensatz′, ,Widerspruch′ [...] oftmals ohne tieferes
Nachdenken durch das Wort ,Konflikt′ ersetzt" werden, und so ,,das
Konfliktverständnis verwischt."1 Der Begriff ,Konflikt′ (lat. conflictus =
Zusammenstoß2) weist eine doppelte Struktur auf, je nach seiner Verwendung als
,,transitives bzw. intransitives Verb."3 So beschreibt er einerseits eine ,,durch das
Aufeinanderprallen widerstreitender Auffassungen, Interessen o.Ä. entstandene
schwierige Situation, die zum Zerwürfnis führen kann"4 - und damit einen Zustand.
Andererseits bezeichnet er eine ,,mit kriegerischen Mitteln ausgetragene
Auseinandersetzung zwischen Gegnern"5 und zielt somit auf eine Handlung ab.
2.2
Konflikt: sozialwissenschaftlich
Nachdem die Etymologie des Konfliktbegriffes geklärt wurde, sollen an dieser Stelle
die verschiedenen Konfliktarten zunächst in allgemeiner Form dargestellt werden, ehe
ihre gemeinsame Funktion erwähnt wird. Weiterhin wird dabei jenes
Konfliktverständnis genauer herausgearbeitet, welches für die Analyse des
Zypernkonfliktes in dieser Arbeit zugrundegelegt wird.
Aus soziologischer Sichtweise ,,entstehen Konflikte in einer spezifischen Situation
gesellschaftlichen Wettbewerbs, in der die beteiligten Akteure miteinander
unvereinbare Ziele durchzusetzen versuchen und in der jeder Akteur eine (Ausgangs-)
Position bezieht, die mit den (wahrgenommenen) Interessen anderer Akteure nicht in
1 Mehlich, Julia: Analyse der theoretischen Ansätze und konzeptionellen Vorstellungen zu ,,Frieden",
,,Gewalt" und ,,Konflikt" in der bundesdeutschen Friedensforschung. Leipzig 1994, S.44.
2 Duden: Deutsches Universalwörterbuch, 4. neu bearbeitete und erweiterte Auflage, Dudenreaktion (Hrsg.).
Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich 2001, S.933.
3 Bonacker, Thorsten; Imbusch, Peter: Begriffe der Friedens- und Konfliktforschung Konflikt, Gewalt,
Krieg, Frieden, in: Imbusch, Peter; Zoll, Ralf (Hrsg.): Friedens- und Konfliktforschung Eine Einführung
mit Quellen, Bd. 1, 2. überarbeitete und erweiterte Auflage. Opladen 1999, S. 74.
4 Duden: Deutsches Universalwörterbuch, S.933.
5 Ebd, S.933.
4
Übereinklang steht."6 Hieraus lässt sich weiterhin ein sozialwissenschaftliches
Begriffsverständnis ableiten, worauf im Folgenden genauer eingegangen wird.
2.2.1
Formen und Funktion von Konflikten:
Konflikte ,,sind unvereinbare Positions- bzw. Interessendifferenzen zwischen
mindestens zwei Akteuren", wobei ,,der Begriff >Konflikt< [...] kein Verhalten von
Akteuren, sondern eine Interessenkonstellation zwischen Akteuren"7 bezeichnet. Die
große unterschiedliche Vielfalt an Konfliktverständnissen führt zu einer Fülle
entsprechender Lösungsstrategien. Aufgrund der differierenden Systeme in denen sie
existent sind, lassen sich Konflikte systemübergreifend zunächst allgemein in
,,gegenständliche und nichtgegenständliche"8 Konflikte unterscheiden. Diese
Differenzierung Meyers ist gleichbedeutend mit der von Lewis Coser aufgestellten
Terminologie des ,,echten" bzw. ,,unechten"9 Konfliktes. In beiden Fällen wird die
Frage nach ,,Anlass und Funktion"10 gestellt. Beim gegenständlichen Konflikt wird der
Anlass definiert als ein ,,Zusammenprall von Individuen bei der Verfolgung von
Zielen, Ansprüchen und erwarteten Gewinnen"11, funktionell gesehen also der Konflikt
als Mittel zum Zweck, wohingegen man beim nichtgegenständlichen Konflikt einen
wirklichen Anlass sucht, da er schlicht ,,einen Ausdruck aggressiver Impulse"12
darstellt. Dieser ist in seiner Funktion nicht auf ein Ziel ausgerichtet, sondern dient
vielmehr als Spannungs- bzw. Aggressionsabbau, wobei ,,Konflikt und
Konfliktparteien [...] beliebig"13 sind. Bei der Bearbeitung des vorliegenden Themas ist
nur eine Berücksichtigung der erstgenannten Konfliktart förderlich, da der Konflikt in
der Zypernproblematik durchaus das Mittel zur Durchsetzung der eigenen Ziele der
jeweilig involvierten Parteien darstellt. Insgesamt reicht das Empfinden der Funktion
von Konflikten in sozialwissenschaftlichen Theorien von negativen, als Bedrohung der
6 Meyers, Reinhard: Begriff und Probleme des Friedens. Opladen 1994, S. 28.
7 Zangl, Bernhard; Zürn, Michael: Frieden und Krieg Sicherheit in der nationalen und postnationalen
Konstellation. Frankfurt am Main 2003, S. 83.
8 Meyers, Reinhard: Begriff und Probleme des Friedens, S. 28.
9 Coser, Lewis A.: Theorie sozialer Konflikte. Neuwied am Rhein 1965, S. 59/60.
10 Meyers, Reinhard: Begriff und Probleme des Friedens, S. 28.
11 Ebd, S. 30 (Abb. 4).
12 Ebd, S. 30 (Abb. 4).
13 Bonacker, Thorsten; Imbusch, Peter: Begriffe der Friedens- und Konfliktforschung, in: Imbusch, Peter;
Zoll, Ralf (Hrsg.): Friedens- und Konfliktforschung, S. 77.
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