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Hauptseminararbeit, 2001, 25 Seiten
Autor: Andreas Hönicke
Fach: Geschichte - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Details
Institution/Hochschule: Universität der Bundeswehr München (Historisches Institut)
Tags: Ricci, Matteo Ricci, Chinamission, Mission, China, Akkommodationsmethode, Akkommodation, Jesuiten, Missionskonzept, Konfuzianismus, Buddhismus, Taoismus, Mönch
Jahr: 2001
Seiten: 25
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 14 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-17836-5
ISBN (Buch): 978-3-638-68238-1
Dateigröße: 175 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Die vorliegende Arbeit versucht, aus der literarischen Vielfalt spezifische Fragestellungen zur Akkommodationsmethode zu untersuchen. Eingangs werden einige biographischen Angaben und missionsgeschichtliche Grundlagen dargestellt. Den Schwerpunkt bilden die Betrachtungen zur Entwicklung und Anwendung der Akkommodationsmethode. Dies beinhaltet unter anderem die Anpassung an chinesische Namen, Kleidung und Sitten sowie Ricci’s wissenschaftliches Engagement und sein Verhältnis zur Religionslandschaft China’s. In diesem Zusammenhang werden sowohl die einzigartigen Chancen als auch die Grenzen dieses neuartigen Missionskonzeptes näher beleuchtet.
Textauszug (computergeneriert)
Seminar: „Welteroberung und Mission”
Wintertrimester 2001
Die Chinamission des Pater Matteo Ricci
OFR Andreas Hönicke
Universität der Bundeswehr München
Staats – und Sozialwissenschaften Jahrgang 1999
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Forschungsgegenstand und Materiallage S. 3
1.2. Fragestellungen und Schwerpunkte der Arbeit S. 3
2. Matteo Ricci – von Macerata nach Zhaoqing S. 4
3. Chinamission und Akkommodation
3.1. Vorläufer der Chinamission S. 6
3.2. Die Entwicklung der Akkommodationsmethode S. 6
4. Äußerliche Akkommodation
4.1. Die Anpassung des Namens S. 8
4.2. Die Anpassung der Kleidung S. 10
4.3. Die Anpassung an die chinesischen Höflichkeitszeremonielle S. 11
5. Ricci’s elitäres Missionskonzept
5.1. China’s Gesellschaft zur Zeit Ricci’s S. 13
5.2. Mission von Oben nach Unten S. 14
6. Akkommodation im Bereich der Wissenschaft
6.1. Ricci und die chinesische Sprache S. 15
6.2. Missionierung durch Wissenschaft S. 16
7. Akkommodation im Bereich der Religion
7.1. Akkommodation und Religion – allgemeine Aspekte S. 18
7.2. Ricci’s Stellung zum Buddhismus S. 19
7.3. Ricci’s Stellung zum Taoismus S. 20
7.4. Ricci’s Stellung zum Konfuzianismus S. 20
7.5. Der „Wahre Bericht über Gott“ S. 22
7.6. Ricci’s praktische Missionstätigkeit S. 22
8. Schluß S. 23
9. Literaturverzeichnis S. 25
10. Internetlinks S. 25
1. Einleitung
1.1. Forschungsgegenstand und Materiallage
Im Rahmen der folgenden Seminararbeit möchte ich die Chinamission des Jesuitenpaters Matteo Ricci genauer beleuchten. Meine ausführliche Literaturrecherche ergab eine Vielzahl von Monographien und Aufsätzen, welche sich mit diesem Thema beschäftigen. Allerdings findet man auf deutschsprachigem Terrain häufig nur oberflächliche Abhandlungen, gerade was die in dieser Arbeit näher betrachtete Akkommodationsmethode betrifft. Ausnahmen stellen hierbei zum einen das recht umfassende Werk von Johannes Bettray und die kürzlich erschienene Arbeit von Wenchao Li dar, welcher sich vor allem mit dem religiösen Teilaspekt des Anpassungsvorgangs beschäftigt. Leider war es mir aufgrund sprachlicher Einschränkungen nicht möglich, italienische Originaldokumente in meine Betrachtungen einzubeziehen, welche aber zum Großteil in der von mir verwendeten Literatur bereits berücksichtigt sind. Beispielhaft dafür sind die von Matteo Ricci selbst verfaßten „Storia del introduzione dell Christianesimo in Cina“, „Fonti Ricciane“ und „Opere Storiche“.
1.2. Fragestellungen und Schwerpunkte der Arbeit
Ziel meiner Arbeit ist es, gemäß Gliederung aus der literarischen Vielfalt spezifische Fragestellungen zur Akkommodationsmethode zu bearbeiten und in ein Gesamtbild einzufügen. Nach einer kurzen biographischen Einführung möchte ich anschließend auf theoretische Grundlagen und konkrete praktische Maßnahmen innerer und äußerer Akkommodation näher eingehen. So werde ich mich neben der Anpassung an chinesische Namen, Kleidung und Höflichkeit auch mit Ricci’s wissenschaftlichem Engagement und seinem Verhältnis zur Religionslandschaft China’s auseinandersetzen. In diesem Zusammenhang werde ich versuchen aufzuzeigen, welche Möglichkeiten sich durch das konsequente Anwenden dieses neuen Missionskonzeptes boten, aber auch an welche Grenzen die Jesuitenmönche dabei stießen. Den Abschluß der Arbeit bildet eine Zusammenfassung sowie das Literaturverzeichnis.
2. Matteo Ricci – von Macerata nach Zhaoqing
1552 landete der Ostasienmissionar Franz Xaver auf einer Insel in der Bucht von Canton. Er starb noch im gleichen Jahre, allerdings ohne die Erfüllung seines großen Zieles, das chinesische Festland zu missionieren.1 Diese Tatsache deutete Matteo Ricci später als Fingerzeig Gottes für seine Mission im Reich der Mitte, da er am 6. Oktober in eben diesem Jahr als ältestes Kind des Giovan Battista Ricci und Giovanna Angiolelli in Macerata geboren wurde. Sein Vater, ein Apotheker, betrieb hauptsächlich Politik während seine Mutter die dadurch entstehenden gesellschaftlichen Verpflichtungen erfüllte.2 Im Jahre 1561 trat Ricci als Schüler in das neu gegründete Jesuitenkolleg seiner Heimatstadt ein. Er zeigte sich besonders lernbegierig, vor allem im Bereich der Sprachen. Seine fundierte Ausbildung ermöglichte Ricci auf väterlichen Wunsch 1568 den Beginn eines Jurastudiums in Rom.3 Inspiriert von der sich in vollem Gange befindlichen Gegenreformation und dem damit verbundenen Wirken der Jesuiten trat Ricci 1571 sein Noviziat im Collegium Romanum an.4 Ricci imponierte die innere und äußere Mission des jungen dynamischen Ordens, der sich außerdem intensiv mit den rasch entwickelnden Naturwissenschaften und Sprachen auseinandersetzte. Dahingehend wurde Ricci besonders durch seinen Novizenmeister und späteren Beauftragten für die jesuitische Mission zwischen Afrika und Japan - Alessandro Valignano geprägt.5 Dieser unterstützte sein Studium der Mathematik, Philosophie und arte liberales in Rom und Florenz.6 Das in dem Zusammenhang betriebene intensive Auswendiglernen von lateinischen und griechischen Texten schulte in erheblichem Maße Ricci’s Gedächtnisleistung, mit welcher er später die Chinesen beeindruckte.7 Hinzu kam, daß er eine Ausbildung beim besten Mathematiker seiner Zeit, Christopher Clavius, genoß, welcher versuchte religiöse und naturwissenschaftliche Fragestellungen zu verknüpfen.
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1 Franke, Wolfgang: China und das Abendland, Göttingen 1962, S. 31.
2 Hoffmann-Herreros, Johann: Matteo Ricci. Den Chinesen ein Chinese sein – ein Missionar sucht neue Wege, Mainz 1990, S. 7.
3 ebenda, S. 13.
4 http://www.bautz.de/bbkl/r/ricci_m.shtml
5 Hoffmann-Herreros, S. 14-19.
6 http://www.bautz.de/bbkl/r/ricci_m.shtml
7 Li, Wenchao: Matteo Ricci oder: Ein Gelehrter auf Mission, in: Hartung, Gerald u. Klein, W. Peter (Hrsg.): Zwischen Narretei und Weisheit. Bibliographische Skizzen und Konturen alter Gelehrsamkeit,Hildesheim, Zürich, New York 1997, S. 225.
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