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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2001, 18 Pages
Author: Andreas Hönicke
Subject: Sociology - Classics, Basics and Theoretical Directions
Details
Institution/College: University of the Federal Armed Forces München (Institut für Staatswissenschaften)
Tags: Derrida, Jacques Derrida, Dekonstruktion, Yale School, Borges, Kritische Theorie, Postmoderne
Year: 2001
Pages: 18
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 15 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-17838-9
ISBN (Book): 978-3-638-77747-6
File size: 158 KB
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Abstract
Die Abhandlung schildert zunächst kurz die Biographie von Jacques Derrida, einem der maßgeblichen Väter der Dekonstruktion. Im Anschluss wird das Konzept sowie seine Bedeutung für Philosophie und Literatur ausführlich erläutert. Dies schließt auch eine Betrachtung der sogenannten Yale-School ein, welche eine der einflußreichsten literarischen Strömungen der USA in den 1970er Jahren darstellt. Anhand des Beispiels einer Detektivgeschichte von Jorge Luis wird Dekonstruktion in ihrer praktischen Dimension erläutert.
Excerpt (computer-generated)
Interdisziplinäres Seminar
„Kritische und postmoderne Theorien:
Ausgewählte Vergleichsaspekte”
Frühjahrtrimester 2001
Dekonstruktion
Andreas Hönicke
Universität der Bundeswehr München
Staats- und Sozialwissenschaften - Jahrgang 1999
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Forschungsgegenstand und Materiallage S. 3
1.2. Fragestellungen und Schwerpunkte der Arbeit S. 3
2. Kurzbiographie Jacques Derrida S. 4
3. Dekonstruktion in der Philosophie S. 5
4. Dekonstruktion in der Literatur
4.1. Allgemeine Anmerkungen S. 8
4.2. Die „Yale-School“ S. 10
5. Dekonstruktion - Ein Beispiel
5.1. Detektivgeschichte „ Der Tod und der Kompaß“ S. 12
5.2. Auswertung S. 15
6. Schluß S. 17
7. Literaturverzeichnis S. 18
8. Internetlinks S. 18
1. Einleitung
1.1. Forschungsgegenstand und Materiallage
Im Rahmen der folgenden Seminararbeit möchte ich mich eingehend mit dem poststrukturalistischen Konzept der Dekonstruktion in Philosophie und Literatur beschäftigen. Meine Literaturrecherche ergab eine Reihe von Monographien und Aufsätzen, welche sich mit diesem Thema beschäftigen. Die Bibliographie reicht von Standardwerken Derridas der Sechziger, wie zum Beispiel „Grammatologie“ und die „Randgänge der Philosophie“, bis zu aktuellen Abhandlungen aus den neunziger Jahren. Hervorzuheben sind hierbei vor allem die Autoren Jonathan Culler und Peter V. Zima, welche sich auf Derrida bezugnehmend mit philosophischen und literarischen Aspekten der Thematik auseinandersetzen. Das Internet lieferte mir neben biographischen Daten auch einige Möglichkeiten zur Einarbeitung in Fragestellungen meiner Seminararbeit.
1.2. Fragestellungen und Schwerpunkte der Arbeit
Ziel meiner Arbeit ist es, gemäß Gliederung aus der vorliegenden Literatur spezifische Fragestellungen zur Dekonstruktion zu bearbeiten. Zunächst möchte ich anhand einer biographische Skizze Derridas die für das Verständnis seines Wirkens notwendigen persönlichen Informationen darstellen, um anschließend die philosophischen Grundlagen der von ihm geprägten Dekonstruktion zu erörtern. Hierbei gilt es vor allem deren Charakter und damit auch die Unterschiede zu strukturalistischen Konzepten herauszuarbeiten. Um die daraus resultierenden Auswirkungen auf das geisteswissenschaftliche Arbeiten zu verdeutlichen, möchte ich mich der Dekonstruktion innerhalb der Literaturgeschichte widmen. Besondere Beachtung soll in diesem Zusammenhang den Grundsätzen der als Yale-School bekannt gewordenen Professorengruppe zuteil werden, welcher eine herausragende Stellung in der amerikanischen Literaturwissenschaft der siebziger und achtziger Jahre zugeschrieben wird. Um meine theoretischen Ausführungen mit einem praktischen Beispiel zu verdeutlichen, werde ich mich eingehend mit einer Kurzgeschichte von Luis Borges auseinandersetzen. Unter Zuhilfenahme einer Definition möchte ich den betreffenden Text analysieren und die spezifischen Merkmale der Dekonstruktion herausarbeiten. Den Abschluß meiner Arbeit bildet eine Zusammenfassung sowie das Literaturverzeichnis.
2. Kurzbiographie Jacques Derrida
Der französische Philosoph Jacques Derrida wurde am 15. Juli 1930 im algerischen El Biar geboren. Von 1935 bis 1941 besuchte er die Grundschule in seinem Geburtsort und wechselte anschließend zum Lycée Ben Aknoun. In dieser Zeit erfuhr er häufig Diskriminierungen aufgrund seiner Zugehörigkeit zum jüdischen Volk. Neben der Schule studierte er intensiv die Werke der Philosophen Rousseau, Gide, Nietzsche, Valéry und Camus. Außerdem veröffentlichte Derrida Gedichte in kleinen nordafrikanischen Zeitungen. 1947 bis 1948 besuchte er die Philosophieklasse am Lycée Gauthier.1 In den darauffolgenden Jahren beschäftigte sich Derrida vor allem mit Texten Kierkegaards und Heideggers und beschloß die völlige Hinwendung zur Philosophie. Nach einem kurzen Aufenthalt an der Internatsschule Lycée Louis-le-Grand studierte Derrida von 1952 bis 1956 an der École Normale Supérieure in Paris.2 Hier war er zeitweilig in Gruppen der nichtkommunistischen extremen Linken aktiv. Derrida schloß Freundschaft mit Foucault und besuchte mit Begeisterung dessen Vorlesungen. 1956 erhielt er ein Stipendium als „special auditor“ an der Universität von Harvard, wurde aber bereits ein Jahr später zum Militärdienst im Rahmen des Algerienkrieges zurückberufen. Von 1960 bis 1964 lehrte er Allgemeine Philosophie und Logik an der Sorbonne in Paris. Im Anschluß wurde er Dozent für Philosophiegeschichte an der École Normale Supérieure. 1966 nahm Derrida an der Johns Hopkins University in Baltimore an einem großen Kolloquium teil, welches eine spektakuläre Intensivierung der Rezeption bestimmter französischer Philosophen und Theoretiker in den USA einleitete. Bei diesem Treffen lernte der Philosoph unter anderem auch Paul de Man und Jacques Lacan kennen.3 Ein Jahr später hielt er seinen sehr populär gewordenen Vortrag „Die différance“ vor der Société française de philosophie. Derrida veröffentlichte daraufhin erste Bücher, wie zum Beispiel „De la grammatologie“ und die für das Konzept der Dekonstruktion maßgeblichen „Randgänge der Philosophie“. Die wachsende Anerkennung des Auslandes in der Folgezeit spiegelte sich in der Mitgliedschaft in mehreren Akademien sowie vielfacher Verleihung von Preisen und Ehrendoktortiteln wider.
[....]
1 http://www.suhrkamp.de/autoren/derrida/derridabio.htm
2 http://www.philosophenlexikon.de/derrida.htm
3 Dahlerup, Pil: Dekonstruktion. Die Literaturtheorie der 1990er, Berlin 1998, S. 34.
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