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Fußball

Subtitle: Subkultur oder Parallelgesellschaft?

Scholary Paper (Seminar), 2008, 17 Pages
Author: Patrick Saal
Subject: History - Miscellaneous

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2008
Pages: 17
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 21  Entries
Language: German
Archive No.: V117837
ISBN (E-book): 978-3-640-20848-7
ISBN (Book): 978-3-640-20855-5
File size: 105 KB

Abstract

[...] Betrachtet man alleine die gigantischen Summen, die für Spielertransfers, Stadionneubauten, sogenannten „Leistungszentren“ und Werbung ausgegeben werden, kann man feststellen, dass der Fußball in Deutschland nicht länger „nur“ ein Sport ist. Die Frage besteht natürlich in wie weit Fußball eine Rolle innerhalb der Gesellschaft einnimmt – oder aber ob Fußball an sich schon eine Subkultur, wenn nicht sogar eine Parallelgesellschaft ist. Betrachtet man die jüngsten Entwicklungen in Italien, Spanien oder aber auch Deutschland, so stellt man fest, dass es Fans und Anhänger von bestimmten vereinen gibt, die ihren Verein durch jede mögliche Form unterstützen. So bilden sich zum Beispiel Hooligan - Gruppen, also gewaltbereite Vereinigungen, die entweder selbst kriminelle Vereinigungen sind oder aber mit solchen zusammen arbeiten. Diese Gruppen, die selber für sich genommen eigene Hierarchien und Strukturen bilden, sind eine Facette der Separierung einer „Fußballgesellschaft“. Die totale Identifizierung mit dem Verein durch eine Fangruppe, wie auch immer geartet, führt zu einer starken emotionalen Bindung zum Verein und damit zu den Spielergebnissen. Nicht selten entstehen Rivalitäten bei sogenannten „Derbies“, wo benachbarte Vereine gegeneinander antreten. Nicht selten erhält ein solches Spiel durch seine Fans eine größere Bedeutung als nur den Fußball. Nimmt man den BV Borussia Dortmund 09 und den FC Schalke 04 als Beispiel, so hat man im Falle des „Ruhrpott – Derbys“ ein Spiel, bei dem es für beide Seiten um „Ehre“ geht. Insgesamt betrachtet ist der FC Schalke 04 in Paradebeispiel für den Einfluss des Fußballs auf die Gesellschaft. In der folgenden Arbeit soll versucht werden diesen Einfluss der Sportart auf die Gesellschaft herauszuarbeiten und die oben genannte Fragestellung in Ansätzen zu beantworten. Grundlage hierfür bildet das Werk von Bernd Schulze: Sportarten als soziale Systeme, Münster 2005, in welchem eben diese Thematik angesprochen wird. Anhand empirischer Untersuchungen vergleicht er verschiedene Entwicklungen in Sport und Gesellschaft. Dieses Werk basiert nach wie vor auf dem ersten Hauptwerk von Niklas Luhmann „Soziale Systeme“ von 1984. Ergänzen wurden mit Masse Werke von N. Luhmann hinzugezogen.


Excerpt (computer-generated)

Inhaltsverzeichnis

1

Einleitung 2

2

Fußbal als eigenständiges System 4

3

Politik im Fußbal und in der Gesel schaft 6

4

Religion und Familie im Fußbal und in der Gesel schaft 8

5

Zusammenfassung 14

6

Literatur- und Quel enverzeichnis 15


1 Einleitung

In den letzten einhundert Jahren hat sich der Fußbal als Vertreter des Sports zu

einem der herausragenden Massenerlebnisse entwickelt. Als Sport des kleinen

Mannes in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts angefangen,

steigerte sich seine Bedeutung innerhalb des Sports und innerhalb der Gesel schaft

immens. Dabei ist Fußbal nicht nur auf Deutschland oder Europa begrenzt, sondern

ein globales Phänomen. Menschen al er Länder verfolgen Großereignisse wie

Weltmeisterschaften oder kontinentale Meisterschaften.

Betrachtet man al eine die gigantischen Summen, die für Spielertransfers,

Stadionneubauten, sogenannten ,,Leistungszentren" und Werbung ausgegeben

werden, kann man feststel en, dass der Fußbal in Deutschland nicht länger ,,nur" ein

Sport ist. Die Frage besteht natürlich in wie weit Fußbal eine Rol e innerhalb der

Gesel schaft einnimmt ­ oder aber ob Fußbal an sich schon eine Subkultur, wenn

nicht sogar eine Paral elgesel schaft ist.

Betrachtet man die jüngsten Entwicklungen in Italien, Spanien oder aber auch

Deutschland, so stel t man fest, dass es Fans und Anhänger von bestimmten

vereinen gibt, die ihren Verein durch jede mögliche Form unterstützen. So bilden sich

zum Beispiel Hooligan - Gruppen, also gewaltbereite Vereinigungen, die entweder

selbst kriminel e Vereinigungen sind oder aber mit solchen zusammen arbeiten.

Diese Gruppen, die selber für sich genommen eigene Hierarchien und Strukturen

bilden, sind eine Facette der Separierung einer ,,Fußbal gesel schaft".

Die totale Identifizierung mit dem Verein durch eine Fangruppe, wie auch immer

geartet, führt zu einer starken emotionalen Bindung zum Verein und damit zu den

Spielergebnissen. Nicht selten entstehen Rivalitäten bei sogenannten ,,Derbies", wo

benachbarte Vereine gegeneinander antreten. Nicht selten erhält ein solches Spiel

durch seine Fans eine größere Bedeutung als nur den Fußbal . Nimmt man den BV

Borussia Dortmund 09 und den FC Schalke 04 als Beispiel, so hat man im Fal e des

,,Ruhrpott ­ Derbys" ein Spiel, bei dem es für beide Seiten um ,,Ehre" geht. Insgesamt

betrachtet ist der FC Schalke 04 in Paradebeispiel für den Einfluss des Fußbal s auf

die Gesel schaft.

2


In der folgenden Arbeit sol versucht werden diesen Einfluss der Sportart auf die

Gesel schaft herauszuarbeiten und die oben genannte Fragestel ung in Ansätzen zu

beantworten.

Grundlage hierfür bildet das Werk von Bernd Schulze: Sportarten als soziale

Systeme, Münster 2005, in welchem eben diese Thematik angesprochen wird.

Anhand empirischer Untersuchungen vergleicht er verschiedene Entwicklungen in

Sport und Gesel schaft. Dieses Werk basiert nach wie vor auf dem ersten Hauptwerk

von Niklas Luhmann ,,Soziale Systeme" von 1984. Ergänzen wurden mit Masse

Werke von N. Luhmann hinzugezogen.

3


2 Fußball als eigenständiges System

Verschiedene Wissenschaftler haben versucht herauszufinden, in wie weit Sport und

Gesel schaft in Zusammenhang gebracht werden können. So stel t Mücke fest, dass

die Gesel schaft Deutschlands ein kompliziertes Gesamtsystem ist, in dem der Sport,

inklusive dem Fußbal , eines der Subsysteme ist. Diese verschiedenen, nach Mücke

autonomen Systeme, bilden ein Gefüge, in dem sie direkt Einfluss auf die

Gesel schaft nehmen können.1

Becker stel t damit übereinstimmend fest, dass der Sport als eigenständiges

Funktionssystem eine nahezu uneingeschränkte Exklusivstel ung im Bezug auf

Fragen der Bewegungssozialisation hat.2

Während Bette seine Thesen bezüglich der Eigenständigkeit nur auf den

Spitzensport bezieht3 und unterstel t, dass die Autonomie nicht vol ständig sei, da es

kein eigenständiges und generalisiertes Steuerungsmedium gebe und der Sport für

die Reproduktion der Gesel schaft nicht unverzichtbar ist4, zeigt Mücke durch eine

Auflistung von bestimmten Anforderungskriterien5, welche sich sowohl auf eine

Gesel schaft, wie auch auf Teilsysteme beziehen können, dass die Anforderungen

für die Bezeichnung als Teilsystem für den Gesamtbereich Sport durchaus erfül t

sind. Legt man diese Kriterien als Schablone an den Teilbereich Fußbal an, so stel t

man fest, dass der Fußbal ebenfal s al es seine Kriterien erfül t.

Zusammengenommen mit seiner globalen Ausprägung und dem hohen

Beliebtheitsgrad, stel t man fest, dass Fußbal durchaus als Teilsystem der

Gesel schaft bezeichnet werden kann.

Fußbal wahrt global ein gewisses Maß an Autonomie, bewegt sich aber dennoch

nicht im rechtslehren Raum, was an den jüngsten Streitigkeiten um die

1 Mücke, F.: Der Moderne Sportverein. Eine systemtheorerische Fallstudie., Frankfurt am Main 1986, S. 27

2 Becker, P.: Steigerung und Knappheit. Zur Kontingenzformel des Sportsystems und ihren Folgen, in: Ders.

(Hrsg.): Sport und Höchstleistung, Reinbek 1987, S. 17 - 37

3 Im Gegensatz zu Mücke und Becker ist für Bette nur der Spitzensport ,,als ein Sinnsystem eigener Art

verstanden, das viele verschiedene Positionen, Rationalitäten und Handlungsstrategien ausgeprägt und

entwickelt hat und gleichsam auf dem Weg ist, sich als ein eigenständiges gesellschaftliches Teilsystem

auszudifferenzieren." Aus: Bette, K.-H.: Die Trainerrolle im Hochleistungssport. Sankt Augustin 1984, S. 12f

4 Bette, K.-H.: Körperspuren. Zur Semantik und Paradoxie moderner Körperlichkeit., Berlin 1989, S. 169

5 Zielsetzung, Werte, Normen, Organisationsstrukturen, Steuerungsmedien, Herrschafts- und Machtverhältnisse,

paral ele, aber nicht zwangsweise gleichgerichtete Differenzierungsprozesse; Mücke, F.: Der Moderne

Sportverein. Eine systemtheorerische Fal studie., Frankfurt am Main 1986, S.25-28

4



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