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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2007, 21 Pages
Author: Lena Heinrich
Subject: German Studies - Didactics
Details
Institution/College: University of Frankfurt (Main) (Institut für Deutsche Literatur und Sprache)
Tags: Kritische, Analyse, Schulbuchkapitel, Thema, Orthografie, Speziellen, Silbentrennung, Richtig, Rechtschreibung, Rechtschreibreformen
Year: 2007
Pages: 21
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 7 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-21063-3
ISBN (Book): 978-3-640-21074-9
File size: 154 KB
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Abstract
Schulbücher tragen maßgeblich zur Vermittlung von Lerninhalten bei. Zwar gestaltet der Lehrende im Detail den Unterricht, greift aber zwangsläufig und in entscheidendem Maße auf vorgegebene Lernquellen zurück, um den Schülern deren Inhalte zu vermitteln. Die Schüler haben zwar im Unterricht den Lehrer als Ansprechpartner, müssen sich aber beim Lernen und bei der Hausaufgabenerstellung auf die vorgefertigten Erklärungen im Schulbuch verlassen und diese verstehen können. Die didaktische Aufbereitung der Lerninhalte in den Schulbüchern ist daher von entscheidender Wichtigkeit für das Verständnis und den Lernerfolg der Schüler. Der Vergleich zweier Schulbuchkapitel zum Thema Rechtschreibung zeigt, wie Schulbücher an das Thema Silbentrennung herangehen. Da beide vorzustellenden Schulbücher, „Kontext Deutsch 5“ und „wortstark 5“, recht unterschiedlich die Unterrichtseinheit zur Silbentrennung aufgreifen, lohnt sich eine genauere Gegenüberstellung. Zunächst einmal, werden beide Gesamtwerke kurz vorgestellt, anschließend werden ausgewählte Aufgaben aus den Kapiteln zur Rechtschreibung beider Lehrwerke detailliert beschrieben und im Weiteren in einem direkten Vergleich bezüglich konzeptioneller, thematischer und methodischer Fragestellungen gegenübergestellt. Bei dieser Analyse soll außerdem beurteilt werden, von welcher Qualität die didaktischen Vorgehensweisen sind; ob deduktives oder induktives Vorgehen, ergebnisorientiertes oder prozessorientiertes Lernen, geschlossene oder offene Aufgaben bevorzugt werden. In einer abschließenden Bilanz wird versucht, zu bewerten, inwiefern sich die Kapitel für den Einsatz im Deutschunterricht eignen.
Excerpt (computer-generated)
Johann Wolfgang Goethe-Universität FB 10 - Institut für Deutsche Literatur und Sprache I
HS Richtig schreiben lernen, Rechtschreibung und Rechtschreibreformen
WiSe 2006/2007, Abgabetermin: 28.03.2007
Kritische vergleichende Analyse zweier Schulbuchkapitel zum
Thema Orthografie im Speziellen zur Silbentrennung
von
Lena Heinrich
Inhaltsverzeichnis
1. Begründung des gewählten Themas 3
2. Detaillierte Beschreibungen der zwei Schulbuchkapitel 3
2.1 Beschreibung des Schulbuchs ,,Kontext Deutsch 5 Das kombinierte Sprach- und
Lesebuch für Gymnasien"
3
2.1.1 Kurze inhaltliche Vorstellung des Gesamtwerks
3
2.1.2 Beschreibung ausgewählter Passagen des 10. Kapitels ,,Rechtschreibung lernen und
untersuchen", insbesondere des Themas Silbentrennung
4
2.2 Beschreibung des Schulbuchs ,,wortstark 5, Themen und Werkstätten für den
Deutschunterricht"
7
2.2.1 Kurze inhaltliche Vorstellung des Gesamtwerks
7
2.2.2 Beschreibung ausgewählter Passagen des 12. Kapitels ,,Werkstatt Rechtschreiben",
insbesondere des Themas Silbentrennung
8
3. Vergleichende Analyse der Schulbuchkapitel mit dem Schwerpunkt Rechtschreibung
speziell das Thema Silbentrennung 10
3.1 Konzeption der Aufgabenstellungen
10
3.2 Direkter Vergleich inhaltsähnlicher Aufgaben aus beiden Lehrbüchern
13
3.3 Themen, Methoden, Sozialformen der Aufgabenstellungen
15
3.4
Didaktische Vorgehensweisen der Wissensvermittlung
17
4. Bewertung der Kapitel in Hinblick auf ihre Eignung für den Deutschunterricht 19
5. Quellenverzeichnis 20
5.1 Primärliteratur
20
5.2 Sekundärliteratur
20
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1. Begründung des gewählten Themas
Schulbücher tragen maßgeblich zur Vermittlung von Lerninhalten bei. Zwar gestaltet der
Lehrende im Detail den Unterricht, greift aber zwangsläufig und in entscheidendem Maße
auf vorgegebene Lernquellen zurück, um den Schülern deren Inhalte zu vermitteln.
Die Schüler haben zwar im Unterricht den Lehrer als Ansprechpartner, müssen sich aber
beim Lernen und bei der Hausaufgabenerstellung auf die vorgefertigten Erklärungen im
Schulbuch verlassen und diese verstehen können. Die didaktische Aufbereitung der
Lerninhalte in den Schulbüchern ist daher von entscheidender Wichtigkeit für das
Verständnis und den Lernerfolg der Schüler.
Der Vergleich zweier Schulbuchkapitel zum Thema Rechtschreibung zeigt, wie Schulbücher
an das Thema Silbentrennung herangehen. Da beide vorzustellenden Schulbücher, ,,Kontext
Deutsch 5" und ,,wortstark 5", recht unterschiedlich die Unterrichtseinheit zur
Silbentrennung aufgreifen, lohnt sich eine genauere Gegenüberstellung. Zunächst einmal,
werden beide Gesamtwerke kurz vorgestellt, anschließend werden ausgewählte Aufgaben aus
den Kapiteln zur Rechtschreibung beider Lehrwerke detailliert beschrieben und im Weiteren
in einem direkten Vergleich bezüglich konzeptioneller, thematischer und methodischer
Fragestellungen gegenübergestellt. Bei dieser Analyse soll außerdem beurteilt werden, von
welcher Qualität die didaktischen Vorgehensweisen sind; ob deduktives oder induktives
Vorgehen, ergebnisorientiertes oder prozessorientiertes Lernen, geschlossene oder offene
Aufgaben bevorzugt werden. In einer abschließenden Bilanz wird versucht, zu bewerten,
inwiefern sich die Kapitel für den Einsatz im Deutschunterricht eignen.
2. Detaillierte Beschreibungen der zwei Schulbuchkapitel
2.1 Beschreibung des Schulbuchs ,,Kontext Deutsch 5 Das kombinierte Sprach- und
Lesebuch für Gymnasien"
2.1.1 Kurze inhaltliche Vorstellung des Gesamtwerks
Das Schulbuch ,,Kontext Deutsch 5", das von einem Autorenverbund erarbeitet und für
fünfte Gymnasialklassen konzipiert worden ist, ist erstmals 2002 erschienen und bis 2006
unverändert aufgelegt worden.
Dieses Lehrwerk besteht aus dreizehn Kapiteln und beginnt zunächst mit dem Kapitel
,,Neue
Schule neue Klasse"
(Becker; Giese 2006, 12), welches sich mit dem Schulwechsel der
Kinder beschäftigt also mit einem, für Kinder lebensnahen, Thema. In den weiteren vier
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Kapiteln des Lehrwerks werden verschiedene grammatische Schwerpunkte aufgegriffen. Das
fünfte Kapitel vermittelt - auf vier gesonderten Seiten - einige Lerninhalte der Orthografie.
Im sechsten Kapitel liegt der Schwerpunkt beim Darstellenden Spiel, wobei auch hier ein
kleines Übungsangebot zur Rechtschreibung vorgesehen ist. Das siebte Kapitel vertieft
wiederum grammatisches Wissen und das achte Lerninhalte wie
,,Gedichte kennen lernen",
,,Geschichten erzählen"
und
,,Zusammenfassen"
(Becker; Giese 2006, 7). Das neunte
Kapitel leitet mit einem Erfahrungsaustausch von Kindern mit Büchern ein und stellt
verschiedene Büchergenres, wie das Sachbuch und das Jugendbuch, näher vor. Kapitel 10
thematisiert einige Kernthemen der Rechtschreibung; dieses Kapitel wird im Folgenden noch
ausführlicher vorgestellt. Das 11. Kapitel beschäftigt sich mit dem Thema Sprachuntersu-
chung und das 12. mit dem Üben der in den vorangegangenen Kapiteln gelernten
Lerninhalte. Das abschließende 13. Kapitel beinhaltet unter anderem ein Glossar, einige
Verzeichnisse und Register.
2.1.2 Beschreibung ausgewählter Passagen des 10. Kapitels ,,Rechtschreibung lernen und
untersuchen", insbesondere des Themas Silbentrennung
Im Folgenden wird auf eine Auswahl besonders interessanter Übungsteile des zehnten
Kapitels eingegangen. In diesem befindet sich auch ein Unterkapitel zur Silbentrennung, das
später noch im Speziellen beschrieben und analysiert werden soll.
Das erste Unterkapitel
,,Rechtschreibsprache"
beginnt mit
,,Lückentexte[n] einmal anders"
(Becker; Giese 2006, 200), bei denen die Schüler Beispieltexte, die zum Teil klein,
auseinander oder aneinandergereiht sind, in die richtige Rechtschreibung umschreiben sollen.
Es folgt eine sehr hilfreiche Übung, die auf die so genannte
,,Rechtschreibsprache"
(Becker;
Giese 2006, 201) eingeht, in der Diktate diktiert werden. Hierbei muss man bei der
Aussprache des Textes stets bemüht sein,
,,die einzelnen Wörter und Silben deutlich
voneinander abzugrenzen"
(ebd.). Gelingt diese Methode, kann man sehr gut über die rich-
tige Wörterschreibung reflektieren (vgl.
ebd.).
Informationskästen informieren hier und da den Schüler noch einmal über das Wichtigste in
Kürze. Auf weiteres Material im Übungskapitel, dem 12. Kapitel, wird hier und auch an
anderer Stelle verwiesen. Ein Unterkapitel trägt die Überschrift
,,Sprache verstehen"
. Es
geht hierbei um Beispiele, was passieren kann, wenn man einem Computer mittels
Spracherkennung Texte diktiert. Oft schreibt der Computer einzelne Wörter zwar richtig,
diese haben aber mit dem Gesamtkontext des Textes nichts zu tun. Kinder können durch ein
Unterrichtsgespräch an diesem Beispiel erkennen, dass ein Computer jemandem das
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,,Sprache verstehen" nicht abnehmen kann,
,,denn richtige Schreibung ist kontextabhängig.
[...] Daher bieten diese Hilfsmittel dem Schüler nur dann beschränkte Unterstützung, wenn
er sie reflektiert gebraucht."
(Bredel; Siebert-Ott 2003, 858).
Im folgenden Unterkapitel
,,Wortfamilien"
wird zunächst einmal thematisiert, was
Wortfamilien sind.
,,Wir fassen Wörter, die orthografisch miteinander verwandt sind, in
einer [...] Wortfamilie zusammen."
(Becker; Giese 2006, 204). Einige Wörter und deren
Wortverwandte werden in einer Tabelle vorgestellt und mit einem Arbeitsauftrag noch
einmal vertieft.
Interessant ist eine Übung, bei der verdeutlicht wird, dass
,,verschiedene Wörter völlig gleich
klingen, [die] Rechtschreibung [...] aber einen Unterschied [macht]"
(Becker; Giese 2006,
205). Bei den Beispielen
,,Er reißt" oder ,,Sie reist"
(ebd.) kann man sich mit der
Schreibung erst dann sicher sein, wenn man den Textzusammenhang kennt.
Einige Aufgaben beschäftigen sich mit der Schreibweise von Wortenden. Hier ist oft eine
,,Verlängerung"
(Becker; Giese 2006, 206) hilfreich, wenn man sich unsicher ist. Man sucht
bei zweifelhaften Wörtern wie zum Beispiel
,,eilig"
, bei dem man zwischen <g> und <k> am
Wortende schwankt, Ableitungen des Wortes und kommt durch die Ableitung
,,eiliger"
zum
Ergebnis, dass eilig mit <g> geschrieben wird (vgl. ebd.). Eine kurze Übung behandelt die
,,Stützform in der Rechtschreibung"
, die einem
,,die meisten Informationen zur Schreibung
eines Wortstammes gibt, [...]. Bei Verben ist es der Infinitiv; bei Nomen ist es der Plural; bei
Adjektiven eine längere Form wie der Komparativ."
(Becker; Giese 2006, 207). Mit der
Stützform wird auch später noch gearbeitet.
Dem Thema
,,Silbentrennung"
ist ein größeres Unterkapitel gewidmet. Es wird eingeleitet
mit einer kleinen Geschichte von zwei Tänzern einer von ihnen heißt ,,Tän-", der andere ,,-
zer" die sich
,,[einer] Trennung für kurze Zeit"
(Becker; Giese 2006, 210) unterziehen. Die
Schüler sollen diese Geschichte aufschreiben und dabei alle denkbaren Silbentrennungen
durch einen Trennstrich kenntlich machen. Hierbei könnte ihnen die bereits gelernte
Rechtschreibsprache helfen (vgl. Becker; Giese 2006, 210).
Es wird fortgefahren mit einem Spiel im Sitzkreis, bei dem jedes Kind reihum nur eine Silbe
eines vorgegebenen Textes aufsagen darf. Weiter geht das Kapitel mit dem Spiel
,,Wörter
versenken"
. Vom Prinzip her funktioniert es genau wie das Spiel ,,Schiffe versenken", nur
werden anstatt von Schiffen Silben versenkt. Die Schüler zeichnen mehrsilbige Wörter in
einen Spielplan (senkrecht Buchstabe A-G, waagerecht Ziffer 1-15) ein. Die erste
,,versenkte" Silbe muss dem Gegner verraten werden, die weiteren Silben muss er selbst
erraten (vgl. Becker; Giese 2006, 211).
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