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Termpaper, 2008, 16 Pages
Author: Michel Blumenstein
Subject: Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
Details
Institution/College: Free University of Berlin (Otto-Suhr-Institut)
Tags: Sexualitätsdispositiv, Bio-Macht, Foucaults, Wahrheit, Wille, Wissen“, Proseminar, Sexualität, Wahrheit
Year: 2008
Pages: 16
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 9 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-20148-8
ISBN (Book): 978-3-640-20747-3
File size: 117 KB
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Abstract
Mit dieser Arbeit versuche ich das nicht immer leicht zu verstehende Werk Foucaults anhand der beiden Begriffe Sexualitätsdispositiv und Bio-Macht näher zu beleuchten und die Bedeutung dieser für das von Foucault entwickelte Verständnis von Macht herauszustellen. Dabei werde ich zunächst auf Foucaults biographischen und bibliographischen Hintergrund eingehen, den vorliegenden Band einordnen und eine Zusammenfassung des Werkes erarbeiten. Im dritten Teil dieser Arbeit werde ich versuchen, die beiden Begriffe mit geeigneten Textstellen zu erläutern, sowie deren Bedeutung für das von Foucault entworfene Verständnis einer vielfältig wirkenden - polymorphen - Macht darstellen. Der Ansatzpunkt Foucaults ist nämlich nicht die Gewalt von Regierung oder die Herrschaft von Klassen. Ziel meiner Arbeit wird nicht der Vergleich des von Foucault entwickelten Machtbegriffs mit anderen Vorstellungen von Macht sein, sondern die Klärung der beiden Begriffe mithilfe bereits bestehender Interpretationen. Interessant scheint dabei Foucaults These, dass mit der Entwicklung des Sexualitätsdispositiv der institutionalisierte Zwang zum Geständnis verbunden und letztlich eine für die herrschenden gesellschaftlichen Verhältnisse relevanten Subjektivierung eines jeden in Gang gesetzt wurde. Am Ende meiner Arbeit werde ich die gewonnen Erkenntnisse zusammenfassen und auf Probleme bei der Arbeit mit dem Werk hinweisen. [...]
Excerpt (computer-generated)
Sexualitätsdispositiv und Bio-Macht in
,,Sexualität und Wahrheit 1: Der Wille zum Wissen"
FU Berlin | OSI
Wintersemester 2007/08
Hausarbeit zum PS/TWA ,,Foucault: Sexualität und Wahrheit 1"
Autor: Michel Blumenstein
Studienfach: Politikwissenschaft (Diplom 2007) / 1. Semester
Hausarbeit · Michel Foucault
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
3
2.
Paul-Michel
Foucault
4
2.1.
Biographie 5
2.2.
Bibliographie
5
2.3. Sexualität und Wahrheit 1: Der Wille zum Wissen
6
3.
Dispositiv
der
Sexualität
9
4. Bio-Macht
11
5.
Schlussbemerkungen
13
6.
Bibliographie
15
2
Hausarbeit · Michel Foucault
1. Einleitung
Wird die Sexualität unterdrückt? Können sich die Menschen vom Kapitalismus befreien,
indem sie sich von der Unterdrückung der Sexualität befreien? Resultiert die vermeintliche
Unterdrückung der Sexualität aus dem Willen einer zentralen Macht? Geht alle Macht von
den Regierungen aus? Können wir uns von der Unterdrückung der Sexualität befreien, indem
wir offen über diese sprechen und diese offen praktizieren?
Der französische Philosoph Michel Foucault versucht auf diese Fragen in seinem 1976
erschienen ersten Band einer
Histoire de la sexualité (Sexualität und Wahrheit)
unter dem
Titel
La volonté de savoir (Der Wille zum Wissen)
neue Antworten zu geben. Ihm geht es in
dem ursprünglich auf sechs Bände angelegten Werk dabei weniger um eine Geschichte
sexueller Gewohnheiten und einer Anleitung zur Befreiung von der Unterdrückung, als
vielmehr darum, ,,den Fall einer Gesellschaft zu prüfen, die seit mehr als einem Jahrhundert
lautstark ihre Heuchelei geißelt, redselig von ihrem eigenen Schweigen spricht und
leidenschaftlich und detailliert beschreibt, was sie nicht sagt, die genau die Mächte
denunziert, die sie ausübt und sich von den Gesetzen zu befreien verspricht, denen sie ihr
Funktionieren verdankt."1.
Ausgehen von der verbreiteten These, der Sex wird seit der Entwicklung des Kapitalismus
systematisch unterdrückt, entwickelt Foucault eine Kritik an dieser Repressionshypothese um
so den Blick auf ein eigentlich die Moderne bestimmendes Phänomen freimachen zu können:
die
Bio-Macht
.2 Der Begriff der
Bio-Macht
und die daraus resultierenden schlimmen
rassistischen Entwicklungen in der Vergangenheit und Gegenwart sind Antworten, die
Foucault den Anhängern der Repressionshypothese entgegen hält. Neben dem Begriff der
Bio-Macht
spielt vor allem die institutionelle Anreizung zu einer Vielzahl von Diskursen rund
um die Sexualität eine große Rolle, ist doch die Summe dieser Diskurse und der damit
verbundenen Praktiken - das
Sexualitätdispositiv
- ein wichtiges konstituierendes Element der
seit geraumer Zeit wirkenden
Bio-Macht
. Foucault geht es in erster Linie aber nicht um eine
Widerlegung der Repressionshypothese, sondern um die Analyse der juridischen Konzeption
1 Foucault, Michel:
Sexualität und Wahrheit 1: Der Wille zum Wissen
, S. 16, Suhrkamp Verlag, Frankfurt/Main,
1983.
2 Kögler, Hans-Herbert:
Michel Foucault
, S. 92, J.B. Metzler Verlag, Stuttgart, 2004.
3
Hausarbeit · Michel Foucault
der Macht und der damit verbunden Produktivität, dem Erfindungsreichtum und der
allgegenwärtigen Präsenz dieser.3
Mit dieser Arbeit versuche ich das nicht immer leicht zu verstehende Werk Foucaults anhand
der beiden Begriffe Sexualitätsdispositiv und Bio-Macht näher zu beleuchten und die
Bedeutung dieser für das von Foucault entwickelte Verständnis von Macht herauszustellen.
Dabei werde ich zunächst auf Foucaults biographischen und bibliographischen Hintergrund
eingehen, den vorliegenden Band einordnen und eine Zusammenfassung des Werkes
erarbeiten. Im dritten Teil dieser Arbeit werde ich versuchen, die beiden Begriffe mit
geeigneten Textstellen zu erläutern, sowie deren Bedeutung für das von Foucault entworfene
Verständnis einer vielfältig wirkenden - polymorphen - Macht darstellen. Der Ansatzpunkt
Foucaults ist nämlich nicht die Gewalt von Regierung oder die Herrschaft von Klassen.
Ziel meiner Arbeit wird nicht der Vergleich des von Foucault entwickelten Machtbegriffs mit
anderen Vorstellungen von Macht sein, sondern die Klärung der beiden Begriffe mithilfe
bereits bestehender Interpretationen. Interessant scheint dabei Foucaults These, dass mit der
Entwicklung des Sexualitätsdispositiv der institutionalisierte Zwang zum Geständnis
verbunden und letztlich eine für die herrschenden gesellschaftlichen Verhältnisse relevanten
Subjektivierung eines jeden in Gang gesetzt wurde. Am Ende meiner Arbeit werde ich die
gewonnen Erkenntnisse zusammenfassen und auf Probleme bei der Arbeit mit dem Werk
hinweisen.
2.
Paul-Michel Foucault
Auch wenn ein biographischer Überblick zum Verständnis von Foucaults Werk wenig
beitragen wird, so ist es für die Auseinandersetzung mit einem Werk doch allgemein hilfreich,
dieses zunächst biographisch und bibliographisch einzuordnen. So habe ich bei der folgenden
Zusammenstellung zu meiner Überraschung festgestellt, dass Foucaults vollständiger Name
Paul-Michel Foucault war und dieser von seiner Familie auch immer so bezeichnet wurde,
Foucault jedoch Paul nicht benutzte, weil ihn dieser zu sehr an sein Vater - Paul Foucault -
erinnerte.
3 Urs, Marti: Michel Foucault, S. 100, Beck Verlag, München, 1988.
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