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Scholary Paper (Seminar), 2008, 25 Pages
Author: Carina Danzer
Subject: Law - Miscellaneous
Details
Institution/College: University of Heidelberg (Institut für Rechswissenschaften)
Tags: Rechtliches, Wissen, Eine, Einführung, Thematik, Buches, Alexander, Somek, Neuere, Entwicklung, Rechts-, Staatsphilosophie
Year: 2008
Pages: 25
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 12 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-20153-2
ISBN (Book): 978-3-640-20656-8
File size: 82 KB
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Abstract
„Das Recht ist kompliziert. Es ist unübersichtlich. Es ist unverständlich. Das Recht existiert nicht, ohne durch rechtliches Wissen vermittelt zu sein. Eine Theorie des Rechtes hat daher eine Theorie rechtlichen Wissens zu sein.“ Mit diesen Worten wird der Inhalt des Werkes Rechtliches Wissen1 von Alexander Somek2 auf dem Buchrücken angekündigt. Hier kommen schnell folgende Fragen auf: Was ist rechtliches Wissen? Wie generiert es sich? Wie kommt rechtliches Wissen zum Ausdruck? Wie wird es weitergegeben? Welche Eigenschaften hat es? Die vorliegende Arbeit bietet eine Analyse des jüngsten Werkes Alexander Someks und möchte eine Antwort auf diese Fragen geben. Das Ziel der Arbeit ist es die von Somek angeführten Aussagen zu untersuchen und sie weitestgehend auf ihre Gültigkeit zu überprüfen. Der erste Teil der Arbeit soll eine Einführung in die Thematik des Buches Rechtliches Wissen geben. Hier werden die Inhalte der einzelnen Kapitel zusammengefasst wiedergegeben, darüber hinaus soll auf die Stellung der Rechtstheorie bei Alexander Somek eingegangen werden und eine grundlegende Annäherung der Bedeutung rechtlichen Wissens bei Somek erläutert werden, es ist anzumerken, dass eine eingehende Bedeutung der Begrifflichkeit des rechtlichen Wissens erst nach vollständigem Lesen der Seminararbeit erfolgen kann, da mehr oder weniger alle Teile der Arbeit in Beziehung zu rechtlichem Wissen stehen. Der zweite Teil der vorliegenden Seminararbeit ist der Bedeutung der Juristischen Expertise in Someks Werk gewidmet, da sie, wie sich zeigen wird, stark in Beziehung mit rechtlichem Wissen steht, weiterhin soll das Verhältnis, der für das Buch entscheidenden Begrifflichkeiten wie Recht, rechtliches Wissen und juristische Expertise in Verhältnis gesetzt werden. Den dritten und letzten Teil der Arbeit bildet die Bewertung des Werkes Someks. Innerhalb dessen geprüft werden soll, ob der Autor die Erwartung des Leser erfüllen kann und die von ihm angekündigte Theorie des Rechts ersichtlich wird. [...]
Excerpt (computer-generated)
Carina Danzer
6. Semester
Öffentl. Recht/ Nebenfach
Alexander Somek ,,Rechtliches Wissen"
in Fortführung an das Seminar Neuere Entwicklung
der Rechts- und Staatsphilosophie
WS 2007/2008
Seminararbeit im Bereich Rechtsphilosophie
an der juristischen Fakultät der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Heidelberg, den 8. Februar 2008
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
Teil 1: Einführung in die Thematik des Buches ,,Rechtliches Wissen"
von Alexander Somek 4
1.) Aufbau des Buches 4
2.) Hauptaussagen der einzelnen Kapitel 4
2.1 Einleitung: die Wirklichkeit des Rechts 5
2.2 Juristische Expertise 5
2.3 Gesetzesbindung 6
2.4
Rechtsanwendung 6
2.5
Abwägungsregeln 8
2.6
Gleichheit 8
2.7
Diskriminierungsschutz 10
3.) Die Stellung der Rechtstheorie aus der Sicht Alexander Someks 11
4.) Die Bedeutung rechtlichen Wissens bei Somek 14
Teil 2: Die "Juristische Expertise,, und ihre Bedeutung
in Someks Werk 16
1.) Die Bedeutung Juristischer Expertise in Someks Werk 16
2.) Das Verhältnis von Recht, rechtlichem Wissen
und juristischer Expertise 18
Teil 3: Bewertung der Leistung Someks 20
Schlussbetrachtung 22
Literaturverzeichnis 23
2
Einleitung
,,Das Recht ist kompliziert. Es ist unübersichtlich. Es ist unverständlich. Das Recht
existiert nicht, ohne durch rechtliches Wissen vermittelt zu sein. Eine Theorie des
Rechtes hat daher eine Theorie rechtlichen Wissens zu sein."
Mit diesen Worten wird der Inhalt des Werkes
Rechtliches Wissen1
von Alexander
Somek2 auf dem Buchrücken angekündigt. Hier kommen schnell folgende Fragen
auf: Was ist rechtliches Wissen? Wie generiert es sich? Wie kommt rechtliches
Wissen zum Ausdruck? Wie wird es weitergegeben? Welche Eigenschaften hat
es? Die vorliegende Arbeit bietet eine Analyse des jüngsten Werkes Alexander
Someks und möchte eine Antwort auf diese Fragen geben.
Das Ziel der Arbeit ist es die von Somek angeführten Aussagen zu untersuchen
und sie weitestgehend auf ihre Gültigkeit zu überprüfen.
Der erste Teil der Arbeit soll eine Einführung in die Thematik des Buches
Rechtliches Wissen
geben. Hier werden die Inhalte der einzelnen Kapitel
zusammengefasst wiedergegeben, darüber hinaus soll auf die Stellung der
Rechtstheorie bei Alexander Somek eingegangen werden und eine grundlegende
Annäherung der Bedeutung rechtlichen Wissens bei Somek erläutert werden, es
ist anzumerken, dass eine eingehende Bedeutung der Begrifflichkeit des
rechtlichen Wissens erst nach vollständigem Lesen der Seminararbeit erfolgen
kann, da mehr oder weniger alle Teile der Arbeit in Beziehung zu rechtlichem
Wissen stehen. Der zweite Teil der vorliegenden Seminararbeit ist der Bedeutung
der Juristischen Expertise in Someks Werk gewidmet, da sie, wie sich zeigen wird,
stark in Beziehung mit rechtlichem Wissen steht, weiterhin soll das Verhältnis, der
für das Buch entscheidenden Begrifflichkeiten wie Recht, rechtliches Wissen und
juristische Expertise in Verhältnis gesetzt werden. Den dritten und letzten Teil der
Arbeit bildet die Bewertung des Werkes Someks. Innerhalb dessen geprüft werden
soll, ob der Autor die Erwartung des Leser erfüllen kann und die von ihm
angekündigte Theorie des Rechts ersichtlich wird.
1 Im Folgenden wird rechtliches Wissen als Titel des Buches
kursiv
markiert, handelt es sich jedoch um den
Begriff des rechtlichen Wissens wird der übliche gerade Schreibstil beibehalten.
2 Alexander Somek wurde 1961 in Wien geboren, er ist Professor of Law am College of Law der University
of Iowa. Von Oktober 2007 bis Juli 2008 ist er f
ellow
am Wissenschaftskolleg zu Berlin. Das Werk
Rechtliches Wissen
, erschienen 2006, im Suhrkamp Verlag Frankfurt a. M. ist seine jüngste
Veröffentlichung.
3
I. Einführung in die Thematik des Buches ,,Rechtliches Wissen"
von Alexander Somek
Im nun folgenden ersten Teil der Arbeit soll der Inhalt des Buches
Rechtliches
Wissen
von Alexander Somek vorgestellt und untersucht werden. Hierbei wird
explizit auf den Aufbau des Buches und den Inhalt der einzelnen Kapitel
eingegangen.
1.) Aufbau des Buches
Das Buch
Rechtliches Wissen
von Alexander Somek ist im Jahre 2006 im
Verlag
Suhrkamp
in Frankfurt am Main erschienen
.
Es handelt sich hier um überarbeitete
Einzelbeiträge, die ursprünglich aus anderen Kontexten, wie beispielsweise
Vorträgen oder Essays des Autors stammen. In der vorliegenden Veröffentlichung
sollen diese Beiträge Someks in einen systematischen Zusammenhang gestellt
worden sein. Es handelt sich bei den Texten um eine Mischung aus
Selbstbeobachtungen des Autoren und Fallstudien zu den angeschnittenen
Themen. Dabei schöpft Somek in seiner Argumentation sowohl aus den
verschiedenen Bereichen des Rechts als auch der praktischen Philosophie,
Soziologie und der Ökonomie.3
Dem Autor nach soll ,,
die unsinnvermeidende Aufgabe der Rechtstheorie an
zentralen Themen exemplifiziert werden."4
Die einzelnen Kapitel behandeln also
jeweils juristische Teilgebiete, wie beispielweise: die juristische Expertise, die
Gesetzesbindung, die Rechtsanwendung, die Abwägungsregeln, die Gleichheit
und den Diskriminierungsschutz. Sie werden innerhalb der Kapitel angeschnitten
und auf den Geltungsanspruch rechtlichen Wissens untersucht.
2.) Hauptaussagen der einzelnen Kapitel
Im Folgenden soll der Inhalt der einzelnen Kapitel verkürzt dargestellt werden,
hierbei sollen Fakten, welche sich vornehmlich auf das rechtliche Wissen
beziehen, explizit herausgegriffen werden. Des Weiteren sollen Hauptaussagen
3 VEC 2006, S. 40.
4 SOMEK 2006, S. 26.
4
und konkrete Beispiele der Kapitel dazu beitragen die Vorgehens und Denkweise
Alexander Someks nachzuvollziehen.
2.1 Einleitung: Die Wirklichkeit des Recht
Die Einleitung des Werkes betitelt Somek ,,Die Wirklichkeit des Rechts".
Hier erläutert der Autor zunächst warum man sich mit Rechtstheorie sollte und
wieso man sich für sie interessieren sollte. Schon in den ersten Zeilen des Buches
nennt er hier zwei einschlägige Gründe, die die Beschäftigung mit Rechtstheorie
rechtfertigen und den Leser in die Thematik des Buches versetzen.
Als ersten Grund gibt Somek an, dass ,,
man sich mit Rechtstheorie befasse, wenn
man die Beobachtung macht, dass die landläufige juristische Expertise dort endet,
wo sie interessant zu werden verspricht
."5 Weiterhin im Anschluss, nennt Somek
als zweiten Grund, man befasse sich mit Rechtstheorie, wenn
,,man die
Beobachtung mache dass, das was man für interessant hält, von juristischen
Experten als entbehrlich erlebt."
6
Auf den folgenden Seiten gibt der Autor einen Realitätsbericht über den Stand der
Rechtstheorie in der Gesellschaft, an Universitäten und der juristischen Fachwelt
wieder und reklamiert die mangelnde Orientierung an den Grundlagen des Fachs,
nämlich der Rechtstheorie und Rechtsphilosophie. Des weiteren folgt eine kurze
Passage mit dem Titel ,,Aufbau des Buches" 7 worin der Autor den Inhalt der
Kapitel kurz beschreibt und den Versuch einer Rechtfertigung zur Auswahl und
Zusammenhang der einzelnen Kapitel darlegt, auf diese Aussagen wird jeweils
während der Darlegung der verschieden Kapitel eingegangen werden.
2.2 Juristische Expertise
Das auf die Einleitung folgende erste Kapitel trägt die Überschrift ,,Juristische
Expertise". Das Kapitel der ,,Juristischen Expertise" wird im zweiten Teil der Arbeit
eingehend analysiert werden, so dass an dieser Stelle nur kurz auf den Inhalt des
Kapitels eingegangen werden soll.
5 zitiert nach: SOMEK 2006, S. 9.
6 SOMEK 2006, S. 9.
7 SOMEK 2006, S. 26.
5
Es folgt eine eingehende Bestimmung eben der Expertise, welche nach Somek
zur Vorbereitung ,,
des intellektuellen Terrains für die anschließende theoretische
Analyse
"8 diene. Des Weiteren arbeitet der Verfasser im Laufe des Kapitels die
große Bedeutung der juristischen Expertise für das Fach heraus, da rechtliches
Wissen nur durch die Expertise vermittelt werden kann. Im Gegenzug führt Somek
hier auch die Schattenseite der Expertise auf, wenn er von juristischer Expertise
als Dienstleistung spricht, welche von juristischen Experten erbracht wird.
2.3 Gesetzesbindung
Das Kapitel widmet sich der ,,behaupteten Bindung der Expertise an das Gesetz".9
Die Textpassage demonstriert, dass sich die traditionellen Vorstellungen von
Gesetzesbindung nur mit schwerwiegenden Widersprüchen aufrechterhalten
lassen. Es handelt sich hierbei um eine Rezension Someks des Werkes
,,
Juristische Methodik im Prozess der Rechtsanwendung. Zugleich ein Beitrag zu
den verfassungsrechtlichen Grundlagen von Gesetzesauslegung und
Rechtsfortbildung"
von Dirk Looschelders und Wolfgang Roth
.10
Alexander Somek führt hier die Vermutung an, dass das Rechtssystem, aus
rechtspositivistischer Sicht, nicht mehr existiert. Als Grund dafür, führt der Autor
die Artikulation des Geltungsgrundes rechtlichen Wissens an, welche sich für ihn,
von der Gesetzesbindung auf die Abwägung von ökonomischen und moralischen
Gründen verschoben hat. Diese Eindringlichkeit wechselt von der Bindung an das
Gesetz zur Aussicht, gelingendes rechtliches Wissen mache sich daran kenntlich,
in Konflikt stehende Güter, Interessen und Prinzipien bei der Entscheidung im
Einzelfall ausgewogen abwägen zu können.11
2.4 Rechtsanwendung
Das dritte Kapitel bietet eine Einführung in das konstruktivistische Modell von
Rechtsanwendung dar. Hier stellt Somek zunächst ein Drei- Ebenen-Modell vor,
welches im zweiten Teil des Kapitels durch ein, von Somek entwickeltes,
Alternativmodell abgelöst werden soll. Zunächst wird das Drei-Ebenen-Modell
8 zitiert nach SOMEK 2006, S. 27.
9 zitiert nach: SOMEK 2006, S. 27.
10 LOOSCHELDERS/ROTH 1996
11 SOMEK 2006, S. 27.
6
eingängig analysiert. Somek erklärt, dass es die Aufgabe der Rechtswissenschaft
sei, den Vorgang der Rechtsanwendung zu klären. Dies lasse sich laut Verfasser
durch drei juristisch selbständige Disziplinen, welche in vertikalem
Zusammenhang zu bringen sind, erläutern. Die erste Disziplin bildet die
Rechtstheorie, sie versucht Antworten auf Fragen, wie ,,Was ist die Operation der
Rechtsanwendung?" Und ,,Wie ist Recht identifizierbar?" zu finden. Die zweite
Disziplin bildet die juristische Methodenlehre, sie formuliert Regeln auf Grundlage
von Rechtstheorien. Die dritte Disziplin bildet die Rechtsdogmatik, hier entstehen
Lösungen für Rechtsfragen auf Grundlage von Theorie und Methodik.
Dieses gängige Schema, beruht auf einem deduktiven Verständnis der juristischen
Wissenschaft, durch welches die Rechtswissenschaft die Rechtsanwendung zu
determinieren und kontrollieren versucht. Auf dieser Ebene der Rechtstheorie
stellen sich Fragen des Rechtspositivismus oder des Naturrechts. Auf der zweiten
Ebene folgt die Erörterung der Methodologie der grundsätzlichen Fragen,
aufgrund der damit stattgefundenen Determinationen für die Rechtsdogmatik
lassen sich die entscheidenden Fragen einfach beantworten. 12 Somek kritisiert
hierbei, dass den theoretischen Fächern eine mindere Funktion eingeräumt werde
und begründet dies dadurch, dass das Drei-Ebenen-Modell, das der Theorie den
Vorrang einräumt, sich auch vorzüglich dazu eigne die Rechtsdogmatik und die
Rechtspraxis von der Erörterung theoretischer Fragen zu entlasten. Denn der
"
entlastende Effekt besteht darin, dass die zum Objekt der Erkenntnis umgeformte
Rechtfertigung der Rechtspraxis
ihr Werk getan hat, wenn durch Theorie und
Methode die Rechtsdogmatik zu einem Gefäß gemacht wurde das den
vorgegebenen Inhalt erfasst."13. Weiterhin bringt Somek zwei Einwände gegen
das Modell an. Diese bringen hervor das Modell beruhe auf Missdeutung der
Rechtsanwendung.. Sie besagen, dass vom Modell verkannt wird was die
Operation Rechtsanwendung eigentlich ist.
Ein Alternativmodell soll an dieser Stelle das Drei-Ebenen Modell ablösen. Dieses
verstehe sich als ,,
Beitrag zu einer interpretativen Praxis, der einer Selbstdeutung
der Rechtsanwendung entspringt
." 14 ,,
Es ist bestrebt sowohl, was die
Selbstdeutung angeht, der Praxis angemessen zu sein, als auch den darauf
12 SOMEK 2006, S. 106-108.
13 SOMEK 2006, S. 111.
14 zitiert nach: SOMEK 2006, S. 120.
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