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Afrikanische Jugendliche in einem Leben zwischen Tradition und Moderne

Untertitel: Analyse des Films "Touki Bouki" von Djibril Diop Mambéty

Seminararbeit, 2007, 23 Seiten
Autor: Nina Hollstein
Fach: Geschichte - Sonstiges

Details

Veranstaltung: Das Kino der Abendschule – Afrikanische Kinogeschichte(n)
Institution/Hochschule: Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover (Institut für Geschichte)
Tags: Afrikanische, Jugendliche, Leben, Tradition, Moderne, Kino, Abendschule, Afrikanische, Kinogeschichte(n)
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2007
Seiten: 23
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 21  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V117957
ISBN (E-Book): 978-3-640-20166-2
ISBN (Buch): 978-3-640-20666-7
Dateigröße: 165 KB

Zusammenfassung / Abstract

Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Film Touki Bouki (1973; Senegal) von Djibril Diop Mambéty. Der Regisseur thematisiert darin die post-koloniale Moderne, „die als politische, kulturelle und soziale Realität Senegals in einem starken Spannungsverhältnis zu den Traditionen des Landes steht“ . Er zeigt die Auswirkungen der verschiedenartigen Einflüsse am Beispiel eines jungen Paares, Mory und Anta, auf. In einem ersten theoretischen Teil der Arbeit soll dieses Spannungsgefüge, das Leben zwischen der afrikanischen Tradition und der europäischen Moderne, aufgezeigt werden. Dabei wird die allgemeine Situation veranschaulicht, denn die Gesamtheit der Aspekte des Kulturkonfliktes kann aufgrund ihres Umfanges nicht im Einzelnen dargelegt werden. Da die Hauptdarsteller ihre Zukunft in Paris sehen, wird in einem weiteren Komplex das Thema der Migration Betrachtung finden. Bei der Bearbeitung dieser Themen wurde ein besonderes Augenmerk auf die junge Generation gelegt, da diese auch in der darauffolgenden Filmanalyse den Haupt-untersuchungsgegenstand bilden. Dabei sollen in enger Anlehnung an den Film die Verhältnisse Morys und Antas zur bestehenden Gesellschaft untersucht werden: Welche Positionen nehmen sie dazu ein, welche Gründe haben sie für die Auswanderung nach Europa und welche Hoffnungen verbinden sie damit? In einem letzten Teil der Analyse soll das Filmende nähere Betrachtung finden. Dabei sollen die möglichen, vom Regisseur verfolgten, Intentionen herausgearbeitet und mit der afrikanischen Wirklichkeit in Bezug gesetzt werden. Touki Bouki ist ein sehr symbollastiger Film. Aufgrund des Umfanges der Arbeit wurden lediglich einige Szenen und deren Symbolik zur Untersuchung heran-gezogen. Die erzielten Ergebnisse basieren zudem primär auf eigener Interpretation, da eine Literaturbasis zum Film nur geringfügig vorhanden ist.


Textauszug (computergeneriert)

Universität Hannover
Philosophische Fakultät
Historisches Seminar

Hauptseminar: ‚Das Kino der Abendschule – Afrikanische Kinogeschichte(n)’

Afrikanische Jugendliche in einem Leben zwischen Tradition und Moderne

Analyse des Films "Touki Bouki" von Djibril Diop Mambéty

Nina Hollstein

 

Inhaltsverzeichnis


1. Einleitung ... 1

2. Afrika zwischen Tradition und Moderne

2.1. Gegenstandsbestimmung ... 1
2.2. Afrikanische Jugend im Kulturkonflikt ... 4
2.3. Migration ... 8

3. Filmanalyse Touki Bouk ... i

3.1. Die Figuren
    3.1.1. Mory ... 11
    3.1.2. Anta ... 13
3.2. Der Traum von Paris ... 15
3.3. Migration – Ein Ausweg? ... 16

4. Schlussbetrachtung ... 18

5. Literaturverzeichnis ... 19

 

 

1. Einleitung

Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Film Touki Bouki (1973; Senegal) von Djibril Diop Mambéty. Der Regisseur thematisiert darin die postkoloniale Moderne, „die als politische, kulturelle und soziale Realität Senegals in einem starken Spannungsverhältnis zu den Traditionen des Landes steht“1. Er zeigt die Auswirkungen der verschiedenartigen Einflüsse am Beispiel eines jungen Paares, Mory und Anta, auf.
In einem ersten theoretischen Teil der Arbeit soll dieses Spannungsgefüge, das Leben zwischen der afrikanischen Tradition und der europäischen Moderne, aufgezeigt werden. Dabei wird die allgemeine Situation veranschaulicht, denn die Gesamtheit der Aspekte des Kulturkonfliktes kann aufgrund ihres Umfanges nicht im Einzelnen dargelegt werden. Da die Hauptdarsteller ihre Zukunft in Paris sehen, wird in einem weiteren Komplex das Thema der Migration Betrachtung finden. Bei der Bearbeitung dieser Themen wurde ein besonderes Augenmerk auf die junge Generation gelegt, da diese auch in der darauffolgenden Filmanalyse den Hauptuntersuchungsgegenstand bilden. Dabei sollen in enger Anlehnung an den Film die Verhältnisse Morys und Antas zur bestehenden Gesellschaft untersucht werden: Welche Positionen nehmen sie dazu ein, welche Gründe haben sie für die Auswanderung nach Europa und welche Hoffnungen verbinden sie damit? In einem letzten Teil der Analyse soll das Filmende nähere Betrachtung finden. Dabei sollen die möglichen, vom Regisseur verfolgten, Intentionen herausgearbeitet und mit der afrikanischen Wirklichkeit in Bezug gesetzt werden.
Touki Bouki ist ein sehr symbollastiger Film. Aufgrund des Umfanges der Arbeit wurden lediglich einige Szenen und deren Symbolik zur Untersuchung herangezogen. Die erzielten Ergebnisse basieren zudem primär auf eigener Interpretation, da eine Literaturbasis zum Film nur geringfügig vorhanden ist.


2. Afrika zwischen Tradition und Moderne


2.1. Gegenstandsbestimmung

Die Phrase ‚Afrika zwischen Tradition und Moderne’ ist in der Forschung eine oft benutzte Begriffseinheit. Gemeint ist der Zusammenstoß zweier sich unterscheidender Kulturen, genauer, der afrikanischen Tradition und der europäischen Moderne.
Unter dem Begriff der ‚Tradition’ sollen im Folgenden diejenigen materiellen und geistigen Verhältnisse und Erscheinungen Afrikas verstanden werden, die sich dort eigenständig vor der Kolonialisierung entwickelt haben. Gemeint sind damit kulturelle Überlieferungen, wie Bräuche, Sitten und Glaubensvorstellungen2. Für diejenigen Erscheinungen, die sich erst aufgrund der kolonialen und postkolonialen Geschichte und somit durch den europäischen Einfluss auf Afrika gebildet haben, wird der Begriff ‚Moderne’ verwendet. Diese Trennung soll hier eine Hilfe darstellen, um die nachfolgenden Untersuchungen differenzierter betrachten zu können. Vorweg ist anzumerken, dass eine Bestimmung des authentisch Afrikanischen oder Europäischen nicht zu treffen ist, da in beide Kulturkreise wiederum andere Güter mit eingeflossen sind3. Und die Wirklichkeit ist eher ein gleichzeitiges Ineinanderdurchdringen beider Begriffe zueinander. Die „[t]raditionelle[n] Produktions-, Verkehrs- und Denkformen nehmen [in vielen Bereichen] eine moderne Verkleidung an“ um sich durchzusetzen, wohingegen die modernen „versuchen, aus der Tradition ihre Legitimation abzuleiten“4. Exemplarisch dafür sind die sogenannten Brautpreiszahlungen. In vorkolonialer Zeit hatten diese einen symbolischen Wert, indem durch die Übergabe von Gütern, wie Stoffe oder Vieh, die Eheschließung besiegelt wurde. Durch die Einführung der kapitalistischen Geldwirtschaft wird der Preis förmlich zu einer Geschäftsverhandlung um hohe Geldsummen, die zu jahrelanger Verschuldung und Existenzunsicherheit, aber gleichzeitig zu gesellschaftlichem Ansehen führen kann5.

 

[...]


1 Vgl. Bundeszentrale für politische Bildung/ bpb, Fachbereich Multimedia & IT (Hrsg.): Filmheft Fokus Afrika - Touki Bouki, Bonn 2005, S. 6.
2 Vgl. Reinhold, Gerd: ‚Tradition’, in: Soziologie- Lexikon, 3. Aufl., München 1997, S. 682.
3 Vgl. Pieck, Peter: Lassen sich afrikanische Tradition und europäische Moderne versöhnen?, Alltagskultur in der Romanliteratur des frankophonen Schwarzafrika, Konstanz 1990, S. 9ff.
4 Ebenda, S. 13.
5 Vgl. Schäfer, Rita: Frauen, Männer, Kinder, Familienalltag im ländlichen und städtischen Afrika, hrsg. von Katja Böhler und Jürgen Hoeren, in: Afrika, Mythos und Zukunft, Freiburg 2003, S. 72.


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