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Thesis (M.A.), 2006, 163 Pages
Author: Dr. Susanne Dietz
Subject: Rhetoric / Elocution / Oratory
Details
Tags: Komplexe, Informationen, Websites, Eine, Untersuchung, Erläuterung, Coaching
Year: 2006
Pages: 163
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 70 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-25470-5
ISBN (Book): 978-3-640-25486-6
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Abstract
Im Zuge der Globalisierung haben sich neue Kommunikationsmedien aufgetan, welche Menschen weltweit vernetzen. Eines dieser Medien ist das Internet. Speziell das WorldWideWeb (WWW) bietet jedem die Möglichkeit je individuelle Themen und Inhalte in Form einer Website an Mitmenschen weiterzugeben. Aufgrund der Informationsflut im WWW, welche nur schwer eingegrenzt und qualitativ aussortiert werden kann sowie der Undefiniertheit der Zielgruppe, das heißt in der Regel ist jede Website (bis auf jene mit Zugangssperren, die durch Passwörter geschützt sind) jedem mit Internetanschluss zugänglich. Dies stellt für Autoren der Website-Texte eine große Herausforderung dar, die Texte möglichst für jeden verständlich, jedoch für Experten durchaus informativ zu gestalten. Komplexe Informationen müssen so im WWW möglichst objektiv, klar und korrekt erklärt werden. Einen solch komplexen Begriff stellt Coaching dar. Für Coaching gibt es bisher keinen juristischen Beschluss über eine festgelegte Definition, wer Coaching anbieten darf und was Coaching enthält. So gibt es im WWW zahlreiche Websites, welche versuchen eine Definition von Coaching zu liefern. Diese Definitionen unterscheiden sich jedoch sowohl inhaltlich als auch formal aufgrund der Ungeschütztheit des Begriffs Coaching wesentlich. Die Unklarheit dieses komplexen Begriffs stellt daher für Autoren der Websites noch eine größere Herausforderung dar, als die Erstellung von Website-Texten ohnehin schon.
Excerpt (computer-generated)
Ludwig-Maximilian-Universität München
Institut für Psycholinguistik
WS 2005/2006
Magisterarbeit
Komplexe Informationen über Websites
Eine Untersuchung zur Erläuterung von Coaching
ausgegeben am:
21. September 2005
abgegeben am:
03. April 2006
eingereicht von:
Susanne Dietz
9. Semester
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung 1
1.1. Problemstellung 1
1.2. Zielsetzung 1
1.3. Aufbau der Arbeit 2
1.4. Abgrenzung des Untersuchungsgegenstandes 2
2. Eine aktuelle Bestandsaufnahme zum komplexen Begriff Coaching 4
2.1. Marktübersicht 4
2.1.1. Angebotsvielfalt 4
2.1.2. Coaching-Arten für Führungskräfte 6
2.1.3. Coaching-Anlässe für Führungskräfte 7
2.2. Zielgruppe/Adressaten 8
2.3. Herkunft des Coaching-Begriffs 10
2.4. Entwicklung von Coaching 11
2.5. Relevanz von Coaching im Kontext von Personalentwicklungsmaßnahmen 14
2.6. Wertigkeit von Coaching 15
2.7. Ungeschütztheit des Coaching-Begriffs 16
2.7.1. Coaching in der Funktion eines Container-Begriffs 16
2.7.2. Der Begriff Coaching im Kontext des WWW 18
2.7.3. Konsequenzen des ungeschützten Coaching-Marktes 18
2.8. Grenzen von Coaching 19
2.8.1. Beratung 19
2.8.2. Training 20
2.8.3. Supervision 20
2.8.4. Mentoring 21
2.8.5. Psychotherapie 21
2.9. Verständnis von Coaching 23
2.9.1. Aktuelles Coaching-Verständnis Eine nationale und internationale
Beschreibung von Personalentwicklern 24
2.9.2. Image von Coaching-Maßnahmen 25
2.9.3. Das Coaching-Verständnis potentieller Coachees in der mittleren Führungsebene:
eine Befragung 27
2.10. Zusammenfassende Bemerkung 28
3. Aspekte des Forschungsgegenstandes ′schriftlicher Text′ 30
3.1. Stellenwert von schriftlichen Texten vor dem 20. Jahrhundert 30
3.2. Der Untersuchungsgegenstand des schriftlichen Textes Mitte des 20. Jahrhunderts... 31
3.3. Untersuchungsgegenstand Text unter dem Fokus Adressatenorientierung 32
3.3.1. Lesbarkeitsforschung 32
3.3.1.1. Erläuterung des Forschungsprogramms Lesbarkeit 32
3.3.1.2. Relevanz für Untersuchungen auf Websites 34
3.3.2. Forschungsrichtungen der Textverarbeitung 34
3.3.2.1. Kognitionspsychologische Ansätze zur Textverarbeitung 35
3.3.2.2. Instruktionspsychologische Ansätze der Textverarbeitung 37
4. Theoretische Grundlagen des WWW 44
4.1. Geschichte des WWW (Beck 2006) 44
4.2. Entwicklung und Stand der Nutzerzahlen des WWW 46
4.3. Entwicklung und Stand der Anzahl von Websites 48
4.4. Funktionen des WWW 49
4.5. Typisierung von Websites 50
5. Computervermittelte Information im WWW 51
5.1. Leseverhalten auf Websites 52
5.2. Problem der Analyse von Texten auf Websites - Quantität 54
6. Aufnahme von Text im WWW - Aufmerksamkeit, Selektion, Rezeption, Navigation 56
6.1. Aufmerksamkeit 57
6.2. Selektion 58
6.3. Rezeption 62
6.4. Navigation 64
7. Textsortenklassifizierung 65
7.1. Problem der Klassifizierung von Texten 65
7.1.1. Integrativer Textbegriff 65
7.1.2. Kommunikationsorientierter Textbegriff 65
7.1.3. Vokabular der Klassifizierung von Texten 66
7.1.4. Definition: Textsorte 66
7.2. Das Organonmodell nach Bühler (1934) 67
7.3. Die Relevanz des Organonmodell nach Bühler (1934) für Textsortenklassifizierung. 69
7.3.1. Die drei Ebenen in der Erläuterung von Coaching für Manager auf Websites 69
7.3.2. Textfunktion nach dem Organonmodell (1934) im Bezug auf Erläuterungen von
Coaching auf Websites 73
8. Analytische Untersuchung von Textmerkmalen in den Erläuterungen von Coaching
für Führungskräfte zur Bestimmung der Textfunktion 76
8.1. Auswahl der Websites für Coaching 76
8.1.1. Auswahlverfahren 76
8.1.2. Merkmale der Texte 78
8.1.3. Exkurs: Merkmale einer Erläuterung 78
8.2. Untersuchung der Textmerkmale 78
8.2.1. Inhaltliche Textmerkmale 79
8.2.1.1. Typische Aspekte von Coaching-Erläuterungen 79
8.2.1.2. Anfangs- und Endposition typischer Aspekte von Coaching im Text 90
8.2.1.3. Verben 97
8.2.2. Sprachlich-formale Textmerkmale 106
8.2.2.1. Indirekte Anrede durch Nennung der Funktion des Rezipienten 106
8.2.2.2. Personalpronomina 108
8.2.2.3. Possessivpronomina 114
8.3. Bestimmung der Textfunktion mit Hilfe der untersuchten Textmerkmale 119
9. Zusammenfassung und Ausblick 124
Anhang 127
Anhang A: Pool der Coaching-Hompages 127
Anhang B: Die 20 durch Losverfahren ermittelten Homepages 128
Anhang C: Die Erläuterungstexte zu Coaching der 20 Homepages 129
Anhang D: Brief von deutschem Wissenschaftler bezüglich typische Aspekte von
Coaching 146
Anhang E: Gesamtübersicht der vorkommenden Verben in den 20 untersuchten Erläu-
terungen (nach Bezugssubjekt und alphabetisch geordnet) 147
Anhang F: Gesamtübersicht der Anzahl der untersuchten Textmerkmale 151
Dank 152
Literaturverzeichnis 153
Abbildungsverzeichnis 158
1. Einführung
1.1. Problemstellung
Im Zuge der Globalisierung haben sich neue Kommunikationsmedien aufgetan, welche Men-
schen weltweit vernetzen. Eines dieser Medien ist das Internet. Speziell das WorldWideWeb
(WWW) bietet jedem die Möglichkeit je individuelle Themen und Inhalte in Form einer Web-
site an Mitmenschen weiterzugeben. Aufgrund der Informationsflut im WWW, welche nur
schwer eingegrenzt und qualitativ aussortiert werden kann sowie der Undefiniertheit der Ziel-
gruppe, das heißt in der Regel ist jede Website (bis auf jene mit Zugangssperren, die durch
Passwörter geschützt sind) jedem mit Internetanschluss zugänglich. Dies stellt für Autoren der
Website-Texte eine große Herausforderung dar, die Texte möglichst für jeden verständlich,
jedoch für Experten durchaus informativ zu gestalten. Komplexe Informationen müssen so im
WWW möglichst objektiv, klar und korrekt erklärt werden. Einen solch komplexen Begriff
stellt
Coaching
dar. Für Coaching gibt es bisher keinen juristischen Beschluss über eine fest-
gelegte Definition, wer Coaching anbieten darf und was Coaching enthält. So gibt es im
WWW zahlreiche Websites, welche versuchen eine Definition von Coaching zu liefern. Diese
Definitionen unterscheiden sich jedoch sowohl inhaltlich als auch formal aufgrund der Unge-
schütztheit des Begriffs Coaching wesentlich. Die Unklarheit dieses komplexen Begriffs stellt
daher für Autoren der Websites noch eine größere Herausforderung dar, als die Erstellung von
Website-Texten ohnehin schon.
1.2. Zielsetzung
Zielsetzung der Arbeit ist es im ersten Schritt einen Überblick über den derzeitigen Coaching-
Markt zu verschaffen und so eine trennscharfe Begriffseingrenzung zu erhalten. Des weiteren
sollen wichtige Aspekte des WWWs und seiner aktuellen Situation aufgezeigt werden. Lese-
/Rezeptionsverhalten im WWW bietet einen wesentlichen Aspekt der Betrachtungen. Auf-
grund der Neuartigkeit des Forschungsgegenstandes werden hierzu Erkenntnisse der For-
schungsrichtungen des traditionellen schriftlichen Textes hinzugezogen.
Auf der Basis dieser theoretischen Grundlagen soll mit Hilfe des Organonmodells nach
Bühler (1934) die Textfunktion von 20 durch Losverfahren ausgewählten Texten, welche eine
Definition von Coaching für Führungskräfte enthalten, bestimmt werden. Hierzu werden be-
stimmte Textmerkmale analysiert und interpretiert, welche zur Bestimmung der Textfunktion
beitragen. Die Bestimmung der Textfunktion der Coaching-Definitionen auf Websites soll
1
Auskunft darüber geben, wie mit komplexen Informationen auf Websites umgegangen wird
und wie die zu beschreibenden Sachverhalte definiert werden.
1.3. Aufbau der Arbeit
Das erste Kapitel beinhaltet eine kurze Hinführung zum Thema, indem Problemstellung und
Zielsetzung umrissen werden. Im Anschluss daran folgen der Aufbau der Arbeit sowie die
Abgrenzung des Untersuchungsgegenstandes.
Im zweiten Kapitel soll ein Überblick über den gegenwärtigen Coaching-Markt geliefert wer-
den, im speziellen Coaching für Führungskräfte. Dadurch kann der komplexe Begriff
Coaching inhaltlich eingegrenzt werden.
Das dritte Kapitel vermittelt Grundlagen zum WWW. Die Entwicklung sowie der heutige
Stand des WWWs wird diskutiert.
Im vierten Kapitel werden wesentliche Einblicke in den Forschungsgegenstand Text gegeben,
um dann im fünften Kapitel speziell auf computervermittelte Informationen im WWW einge-
hen zu können. In diesem Kapitel werden wichtige Aspekte des Leseverhaltens von Usern im
WWW aufgezeigt, welche im sechsten Kapitel durch die Erkenntnisse zu Aufmerksamkeit,
Selektion, Rezeption und Navigation erweitert werden.
Das siebte Kapitel erläutert das Thema der Textsortenklassifizierung sowie das Organonmo-
dell nach Bühler (1934), von welchem die Funktionen einer sprachlichen Äußerung - sei es
mündlich oder schriftlich - Ausdruck, Appell und Darstellung abgeleitet werden.
Kapitel acht beschreibt die analytische Untersuchung von 20 ausgelosten Coaching-Erläute-
rungen auf Websites, welche auf inhaltliche sowie sprachlich-formale Textmerkmale hin un-
tersucht werden. Aus diesen Ergebnissen werden die Textfunktionen der Coaching-Erläute-
rungen abgeleitet.
In Kapitel neun soll eine kurze Zusammenfassung der behandelten Inhalte sowie ein Ausblick
gegeben werden.
1.4. Abgrenzung des Untersuchungsgegenstandes
In vorliegender Arbeit bilden den Untersuchungsgegenstand Erläuterungen von Coaching auf
Websites. Dies sind Erläuterungen, welche eine Definition, ein Verständnis von Coaching
vermitteln sollen. Die Websites werden auf ihre Textualität und unter Ausschluss von sekten-
ähnlichen Inhalten ausgewählt. Der Begriff Coaching bezieht sich ausschließlich auf
Coaching für Führungskräfte, das bedeutet, dass Klienten im Coaching Führungskräfte sind.
2
Führungskraft meint somit den Coachee. Coachee, Klient, Kunde, Führungskraft werden
synonym verwendet. Zudem bezieht sich Coaching in den Ausführungen stets auf Einzel-
Coaching.
3
2. Eine aktuelle Bestandsaufnahme zum komplexen Begriff Coaching
2.1. Marktübersicht
Coaching ist ein weit gefasster Begriff. Fast tagtäglich begegnet man diesem Wort in den un-
terschiedlichsten Kontexten. ,,Coaching hat sich als Sammelbezeichnung für ein manchmal
noch näher zu beschreibendes Beratungsangebot auf dem Markt Gehör verschafft." so Stefan
Kühl (2005, S. 5) in seinen Ausführungen zu seiner Studie "Das Scharlatanerieproblem.
Coaching zwischen Qualitätsproblemen und Professionalisierungsbemühungen."
Coaching ist modern, Coaching ist hip, Coaching ist in und im Grunde herrscht nur wenig
Transparenz darüber, was Coaching eigentlich meint. Die folgenden Ausführungen sollen
einen Überblick über den aktuellen Coaching-Markt geben.
2.1.1. Angebotsvielfalt
,, ,Der Markt ist ein Dschungel′, urteilte Christopher Rauen, Initiator der Interessensgemein-
schaft (IGC) in Goldenstedt, ein Netzwerk, in dem sich etwa 60 Coaches zusammengetan
haben. Tatsächlich tummeln sich zahlreiche schillernde Persönlichkeiten in der Coaching-
Szene und die berufliche Herkunft der Coaches könnte verschiedener kaum sein: Psycholo-
gen, Soziologen, Erziehungswissenschaftler, Theologen, Wirtschaftspädagogen, Betriebswirt-
schaftler und viele andere fühlen sich berufen, bevorzugt, im Einzel-, zunehmend aber auch
im Gruppen-Coaching Lern- und Entwicklungshilfen anzubieten oder bei der Problemlösung
im beruflichen Kontext mitzuwirken.
Wer in der Weiterbildungsszene was auf sich hält, so scheint es, erweitert sein Angebots-
spektrum wie selbstverständlich um ein Coaching-Angebot. Inzwischen gibt es Dutzende
Aus- und Weiterbildungen sowie eine Vielzahl mehr oder weniger fundierter Ansätze und
Methoden. Da überrascht es nicht, dass die Vertreter dieser jungen Profession im Durch-
schnitt kaum mehr als vier Jahre Berufserfahrung nachweisen können. Das zumindest ergab
eine nicht repräsentative Befragung am Rande des Coaching-Kongresses in Wiesbaden."
[Themenschwerpunkt Personalführung, 1/2004, S. 26]
Sehr schnell wird klar, welch unübersichtlichen Markt die Coaching-Landschaft bietet.
Coaching hat in den letzten Jahren einen regelrechten Boom erfahren. ,,Startet man im
Internet eine Recherche mit dem Suchwort ,Coaching′, so findet am eine steigende Anzahl
von Anbietern und Ausbildungsinstituten." (Böning 2004, S. 6) Von Single-Coaching, Diät-
Coaching, Höhenangst-Coaching, Cancer-Coaching, SM-Coaching, Eltern-Coaching, Ernäh-
rungs-Coaching bis hin zu Astro-Coaching um nur einige Beispiele zu nennen (Böning /
Fritschle 2005) werden dem recherchierenden Coaching-Laien auf dem Weg zu einem kor-
rekten Begriffsverständnis von Coaching mannigfaltige Coaching-Arten sowie Definitionen
geboten. Diese unterschiedlichen Coaching-Arten sind auf eine mangelnde Professionsbil-
dung zurückzuführen (Kühl 2005). Man trifft auf eine immense Artenvielfalt von nicht immer
allgemein anerkannten Experten mit fundierten je spezifischen Erkenntnissen, welche sich
4
zum Elitekreis der Coachs zählen. Oftmals handelt es sich hierbei nicht um Coaching-Maß-
nahmen im eigentlichen Sinne sondern lediglich um umbenannte Angebote, welche früher als
Training angeboten wurden. (Kühl 2005)
Die Undurchsichtigkeit des Marktes findet sich auch im WWW wieder. Unzählige Definitio-
nen von Coaching und Darstellungen, teilweise selbst ernannter Coachs, tragen zum Begriffs-
Wirr-Warr bei. ,,Wir betrachten eine schillernde Regenbogenlandschaft, wenn wir versuchen,
den Begriff Coaching dingfest zu machen. Man muss sich durchkämpfen, wenn man verste-
hen will, was darunter zu verstehen ist." (Böning / Fritschle 2005, S. 20)
Und der Markt wird weiter steigen und erweist sich als instabil: Böning konstatierte in seiner
Studie 2004, dass 84% der Personalmanager bestätigen, dass in den letzten fünf Jahren die
Anwendung von Coaching erheblich im unternehmerischen Kontext gestiegen sei und 88%
der Personalmanger sowie 84% der befragten Coachs prognostizieren ein weiteres Wachstum
der Coaching-Landschaft (Böning 2004). Das lässt sich auch aus den steigenden Nutzungs-
zahlen von Coaching erkennen (siehe Abb. 1).
Abb. 1: Die Nutzung von Coaching im Unternehmen 1989 und 1998
(Böning 2002, nach Böning / Fritschle 2005, S. 106)
Die steigende Relevanz und die Wichtigkeit des Themas Coaching für Führungskräfte bestä-
tigte auch Nicole Bußmann, Chefredakteurin der Zeitschrift managerSeminare:
,,Heute ist Coaching auch als Begriff aus dem Weiterbildungsbereich nicht mehr wegzu-
denken. Mehr noch: Coaching ist eines der Top-Themen. Das ergab zumindest unsere Trend-
analyse 2003, an der 366 Weiterbildungsanbieter und 98 Unternehmen teilgenommen haben.
Konsens bei Anbietern wie Nachfragern: Coaching wird in seiner Bedeutung wachsen."
[managerSeminare, Heft 75/2004]
5
Auffällig ist jedoch, dass auf dem Coaching-Markt ein Ungleichgewicht zwischen Angebot
und Nachfrage vorherrscht: Es werden derzeit mehr Coaching-Maßnahmen angeboten als
überhaupt angenommen werden können. (Kühl 2005, S. 20)
Die folgenden Ausführungen zum Thema Coaching für Führungskräfte auf Websites be-
schränken sich auf Coaching-Maßnahmen für Führungskräfte im deutschsprachigen Bereich
und lassen alle anderen derzeit auf dem Markt präsenten Coaching-Arten wie Zen-Coaching,
Flugangst-Coaching, Diät-Coaching, etc., welche sich nicht im Kontext Management - und
der jeweiligen Situation der Führungskraft angepassten Belange - einordnen lassen, außer
Acht.
2.1.2. Coaching-Arten für Führungskräfte
Im Bereich des Coachings für Führungskräfte kann man grundsätzlich zwischen zwei Arten
unterscheiden: Einzel-Coaching und Gruppen-Coaching bzw. Team-Coaching.1 Einzel-
Coaching beschreibt eine Maßnahme, meist mit persönlichkeitsorientierten Inhalten, an wel-
cher lediglich Coach und Coachee teilnehmen. Gruppen-Coaching hingegen besteht aus meh-
reren Teilnehmern einer Gruppe, welche meist im Arbeitsalltag kooperieren, und dem Coach.
In jüngster Zeit werden, aus finanziellen Gründen, jedoch zunehmend mehrere Personen mit
ähnlichen Problemstellungen und Aufgaben in einer Gruppe zusammengefasst und in ein
Coaching geführt. Diese Maßnahmen werden ebenso Gruppen-Coaching genannt. Die Ab-
grenzung zum Begriff Training wird in solchen Fällen schwierig (Kühl 2005, S. 26)
Alle Arten von Coaching können entweder von externen oder firmeninternen Coachs durch-
geführt werden. Und schlussendlich kann zudem aufgrund der Beziehung zwischen Coach
und Coachee unterschieden werden (Bsp.: Vorgesetzten-Coaching (hierarchische Ordnung:
Vorgesetzter coacht Mitarbeiter) und Mentoring (keine hierarchische Beziehung)).
(Niermeyer 2000, S. 17; Böning / Fritschle 2005, S. 66)
Spricht man von Coaching, so wird jedoch meist automatisch Einzel-Coaching assoziiert, da
dies die am weitest verbreitete Art von Coaching auf dem Markt darstellt (Rauen 2000, S.55).
Die nachfolgenden Betrachtungen zum Thema Coaching beziehen sich ausschließlich auf
Coaching für Führungskräfte im deutschsprachigen Raum in Form von Einzel-Coachings.
1 Oftmals wird Projekt-Coaching noch als weitere Gattung aufgeführt. Diese lässt sich jedoch unter Gruppen-
Coaching einordnen, da es sich um eine Maßnahme mit mehreren Menschen, in einer Gruppe handelt, welche
lediglich im Rahmen eines bestimmten Projektes abgehalten wird.
6
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