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Untertitel: Ein Versuch der Differenzierung
Seminararbeit, 2008, 19 Seiten
Autor: Sascha Hosters
Fach: Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen
Details
Institution/Hochschule: Universität Regensburg (Institut für Medien-, Informations- und Kulturwissenschaft)
Tags: David, Lynchs, Mulholland, Drive, Traum, Hypostase, Lynch
Jahr: 2008
Seiten: 19
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 7 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-21112-8
ISBN (Buch): 978-3-640-21117-3
Dateigröße: 148 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Der Film Mulholland Drive (USA/F, 2001) von David Lynch bietet eine Vielfalt an verschiedenen Interpretationsmöglichkeiten. Auch in der Literatur und in einigen wissenschaftlichen Aufsätzen wurde bereits versucht, Licht in Lynchs kurvenreiche Straße der Finsternis zu bringen. Einig sind fast ausschließlich alle Autoren diesen Film als ein „offenes Kunstwerk“ zu betrachten – wobei Mulholland Drive hier keine Ausnahme im Œuvre Lynchs darstellt. Auffällig ist jedoch, dass der Film vor allem in der Selbstreflexivität des Mediums eine neue Richtung einschlägt, welche Lynch scheint auch mit seinem letzten Werk Inland Empire (2007), fortzusetzen; um auf diese hier näher einzugehen, wäre eine genaue Analyse des Filmes nötig, dies würde jedoch den Rahmen dieser Arbeit überschreiten; so sei nur gesagt, dass die narrative Ebene dieses Films diese Selbstreflexion ebenso zum Thema macht, wie die zahlreichen Anspielungen auf der visuellen Ebene. Ganz auf den Plot reduziert, handelt es sich erneut um die Entstehung und Folgen einer Filmproduktion in der Studioumgebung Hollywoods, ganz ähnlich wie auch in Mulholland Drive. Auch diese Arbeit soll sich in diesem Fall der gleichen Meinung anschließen und somit keine allgemeingültige „Lösung“ oder Entschlüsselung des Filmes darlegen, jedoch trotzdem versuchen einen differenzierten Einblick auf den, im Gegensatz zu anderen Filmen Lynchs in der Literatur noch nicht allzu erschlossenen Film, Mulholland Drive ermöglichen und hierfür vor allem die bereits häufiger verwendete Lesart des Traums, sowie den von Victor Andrés Ferretti aufgebrachten Begriff des hypostasierten Raums näher zu untersuchen und zu diskutieren. Hierfür soll im folgenden Abschnitt dieser Arbeit vorerst eine Vorstellung bzw. Standortbestimmung dieser beiden Begriffe helfen, sie auch in diesem Kontext verstehen zu können um sie letztendlich an konkreten Filmszenen erneut zu untersuchen und auf deren Beständigkeit zu prüfen. Ziel dieser Arbeit ist somit die Gegenüberstellung der in der Literatur verwendeten Positionen, um diese zusammenbetrachtet in einem neuen Kontext zu erörtern und somit neue Perspektiven auf die Lesarten von Mulholland Drive zu ermöglichen.
Textauszug (computergeneriert)
Universität Regensburg
David Lynchs Mulholland Drive zwischen Traum
und Hypostase
Ein Versuch der Differenzierung
Sascha Hosters
3. Semester, 15.03.2008
Wintersemester 2007/08
Seminar: Lynch
Modul: MED-M01 Mediengeschichte
Inhalt
1. Einleitung 3
1.1
Begriffsbestimmung: Traum im Kontext 4
1.2
Begriffsbestimmung: Hypostasierter Raum im Kontext 5
2. Mulholland Drive ,,Sort of a dreamroad?" 6
2.1
Figuren & Charaktere Ästhetik der Doppelung 8
2.1.1
,This is the Girl` Frauenkonstellation im Film 9
2.1.2
Mr. Roque und seine Komplizen 11
2.2
Raumebenen (-metaphern) 13
2.2.1
Club Silentio ,,Es ist eine Illusion!" 13
2.3
Symbole und ihre Bedeutung 14
2.3.1
Der ,Bum` hinter Winkie′s und das alte Ehepaar 14
2.3.2
Blue Box und der blaue Schlüssel 15
3. Schlussbemerkungen 17
Literaturverzeichnis 18
2
1. Einleitung
,I never interpret my art, I let the audience do that.′1
Der Film
Mulholland Drive
(USA/F, 2001) von David Lynch bietet eine Vielfalt an
verschiedenen Interpretationsmöglichkeiten. Auch in der Literatur und in einigen
wissenschaftlichen Aufsätzen wurde bereits versucht, Licht in Lynchs kurvenreiche
Straße
der Finsternis
zu bringen. Einig sind fast ausschließlich alle Autoren diesen Film als ein
,,offenes Kunstwerk"2 zu betrachten wobei
Mulholland Drive
hier keine Ausnahme im
OEuvre Lynchs darstellt3. Auffällig ist jedoch, dass der Film vor allem in der Selbstreflexivität
des Mediums eine neue Richtung einschlägt, welche Lynch scheint auch mit seinem letzten
Werk
Inland Empire
(2007), fortzusetzen; um auf diese hier näher einzugehen, wäre eine
genaue Analyse des Filmes nötig, dies würde jedoch den Rahmen dieser Arbeit überschreiten;
so sei nur gesagt, dass die narrative Ebene dieses Films diese Selbstreflexion ebenso zum
Thema macht, wie die zahlreichen Anspielungen auf der visuellen Ebene. Ganz auf den Plot
reduziert, handelt es sich erneut um die Entstehung und Folgen einer Filmproduktion in der
Studioumgebung Hollywoods, ganz ähnlich wie auch in
Mulholland Drive
.
Auch diese Arbeit soll sich in diesem Fall der gleichen Meinung anschließen und somit
keine allgemeingültige ,,Lösung" oder Entschlüsselung des Filmes darlegen, jedoch trotzdem
versuchen einen differenzierten Einblick auf den, im Gegensatz zu anderen Filmen Lynchs in
der Literatur noch nicht allzu erschlossenen Film,
Mulholland Drive
ermöglichen und hierfür
vor allem die bereits häufiger verwendete Lesart des Traums, sowie den von Victor Andrés
Ferretti aufgebrachten Begriff des hypostasierten Raums näher zu untersuchen und zu
diskutieren. Hierfür soll im folgenden Abschnitt dieser Arbeit vorerst eine Vorstellung bzw.
Standortbestimmung dieser beiden Begriffe helfen, sie auch in diesem Kontext verstehen zu
können um sie letztendlich an konkreten Filmszenen erneut zu untersuchen und auf deren
Beständigkeit zu prüfen.
1 David Lynch antwortet mit diesem Satz auf die Frage, was er mit einer Skulptur/Statue aussagen wollte, welche
er für die New Yorker ,,Cow Parade" anfertigte, die jedoch aufgrund ,unpassender Grausamkeit` nicht für die
Parade verwendet wurde. (vgl. Sheen & Davison, 2005)
2 Ferretti (2004, S.271)
3 Beispiele reichen hier von seinen frühen Kurzfilmen wie
The Grandmother
(1970), über
Blue Velvet
(1986),
der TV-Serie
Twin Peaks
(1990),
Wild at Heart
(1990),
Lost Highway
(1997) bis zu seinem letzen Film
Inland
Empire
(2007). Alle genannten Werke haben die ,,lynche" Interpretationsfreiheit gemeinsam und zeichnen sich
3
durch Brüche v.a. der Erzähllogik aus.
Ziel dieser Arbeit ist somit die Gegenüberstellung der in der Literatur verwendeten
Positionen, um diese zusammenbetrachtet in einem neuen Kontext zu erörtern und somit neue
Perspektiven auf die Lesarten von
Mulholland Drive
zu ermöglichen.
1.1
Begriffsbestimmung: Traum im Kontext
Spätestens seit Sigmund Freuds
Traumdeutung
hat die Relevanz des Traumes neue Ausmaße
geschlagen, die alle Formen der Kultur und Wissenschaft wesentlich geprägt hat. Sei es in der
Kunst, der Literatur oder natürlich der Psychologie, Träume haben schon immer eine
mysteriöse Inspiration auf Menschen ausgeübt und Freud hat dies mit seinen Versuchen und
Erkenntnissen zur Interpretation noch verstärkt.
Da die Filme David Lynchs nicht selten als Träume interpretiert werden, stellt sich die
Frage, inwiefern man diese Lesart seiner Filme befürworten kann und welche Kriterien dafür
letztendlich Voraussetzung sind. Oft besteht das Problem, dass das ,Traumhafte` der Filme
Lynchs ohne genügende Beweise als Fakt akzeptiert werden würde.4 Inge Strauch, emeritierte
Professorin für klinische Psychologie an der Universität Zürich, stellt folgende basale
Definition für Träume auf, hält jedoch gleichzeitig fest, dass eine inhaltliche Definition der
Vielfalt der Traumwelten schwierig zu erfassen wäre5:
,,Allgemein werden Träume als das Erleben während des Schlafs bezeichnet und damit
abgegrenzt gegenüber Tagträumen
,
die wir im Wachzustand bewusster gestalten und
erleben."6
Tagträume werden von Strauch auch als Wachphantasien bezeichnet. Im Kapitel
Träume
und Wachphantasien
konkretisiert sie die Differenz der beiden Begriffe:
,,
Träume kann man nicht willentlich hervorrufen und man erlebt sie als wirklich, während
man Phantasien bewusst steuern kann und dabei weiß, dass sie erfunden sind"7
4 vgl. Lahde (1998, S.95)
In seinem Text
David Lynchs Filme als Traumerfahrungen
konkretisiert Lahde den Vergleich des Traumes und
der Filme Lynchs.
Mulholland Drive
ist aufgrund des späteren Erscheinens in diesem Text zwar nicht konkret
behandelt, dennoch stellt Lahde allgemeine Kategorien in Anlehnung an den Neurophysiologen Hobson auf,
welche im Bezug auf Träume und das bisherige OEuvre Lynchs beachtet werden sollten. Lahde hat sich in seiner
Arbeit vor allem mit
Eraserhead, Blue Velvet, Twin Peaks, Twin Peaks: Fire Walk with me, Wild at Heart und
Lost Highway
beschäftigt.
5 Vgl. Strauch (2006, S.3)
6 ebd. (2006, S.3)
4
7 ebd. (2006, S.112)
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