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Termpaper, 2008, 20 Pages
Author: Esra Poyraz
Subject: Social Pedagogy / Social Work
Details
Tags: Bildungssituation, Kindern, Jugendlichen, Migrationshintergrund, Konsequenzen, Elternarbeit
Year: 2008
Pages: 20
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 14 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-21098-5
ISBN (Book): 978-3-640-23135-5
File size: 81 KB
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Abstract
Diesen Kindern und Jugendlichen sollte eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden, da sich eine Reihe von Problemen identifizieren lassen, die für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund spezifisch sind und deren schulischen Entwicklungsverlauf erheblich beeinträchtigen. Dabei kommt dem Bildungswesen eine zentrale Rolle bei der sozialen Integration dieser Bevölkerungsgruppe zu, da die Ausbildungs- und Berufschancen in Deutschland erheblich von der schulischen Bildungskarriere abhängen. Die Ergebnisse der PISA- Studie haben erneut gezeigt, dass Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund durch ein Strukturmangel des deutschen Bildungssystems besonders betroffen sind: die hochgradige herkunftsabhängige Selektivität. In der vorliegenden Arbeit werden zunächst die PISA- Ergebnisse bezüglich der in Deutschland lebenden Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund dargestellt. Im Anschluss wird dann nach den möglichen Gründen für deren „schlechtes Abschneiden“ gefragt und gleichzeitig Möglichkeiten aufgezeigt, mit welchen Maßnahmen die betroffenen Kinder und Jugendlichen besser in die deutsche Bildungslandschaft integriert werden können, so dass auch sie die Chance erhalten, erfolgreich am sozialen, kulturellen und gesellschaftlichen Leben des Einwanderungslandes Deutschland teilzunehmen. Zum Schluss werden integrative Elternprojekte und eine Auswahl an Elternvereinen vorgestellt, die ihren Fokus insbesondere auf die Bildungsbenachteiligung von Kindern und Jugendlichen gelegt haben. Folgende Fragen bilden den Ausgangspunkt dieser Darstellung: sind die Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem gleichberechtigt? Welche Faktoren beeinflussen deren schulischen Misserfolg? Haben die Eltern bzw. deren sozioökonomischer und -kultureller Status Einfluss auf den Schulerfolg? Welche institutionellen Barrieren sind neben individuellen Faktoren für die eklatanten Differenzen im Schulerfolg verantwortlich? Ist das deutsche Bildungssystem integrativ oder selektiv? Und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Elternarbeit?
Excerpt (computer-generated)
Fachhochschule Düsseldorf
Fachbereich: Sozialpädagogik
Fachgebiet: Erziehungswissenschaften
Schwerpunkt: Internationale Entwicklungen und interkulturelle Soziale Arbeit
Fachthema: Stärkung der Selbsthilfepotentiale und Vernetzung zugewanderter Eltern
Die Bildungssituation von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund und die Konsequenzen für die Elternarbeit
Esra Poyraz
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung ... 2
2 Erklärungsansätze – mögliche Gründe für Benachteiligung und Schulversagen ... 3
2.1 Organisation Schule ... 3
2.2 Sprache ... 4
2.3 Familiäre und soziale Rahmenbedingungen – Auswirkungen auf die Bildungssituation ... 5
3 Chancengleichheit für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem ... 7
3.1 Jugendliche mit Migrationsgeschichte ... 7
3.2 Bildungsbeteiligung von Jugendlichen aus Migrationsfamilien laut PISAStudie ... 8
3.3 Zugangschancen zu einer dualen Ausbildung für Jugendliche mit Migrationshintergrund ... 9
4 Elternvereine ... 9
4.1 Die Entstehung der Migrantenselbstorganisationen ... 9
4.2 Interkulturelle Zusammenarbeit ... 10
4.3 Spanische Elternvereine ... 10
4.4 Griechische Elternvereine ... 11
5 Integrative Elternprogramme ... 11
5.1 Rucksack-Projekt ... 12
5.2 FuN – Familien lernen mit Spaß ... 12
6 Maßnahmen und Konzepte ... 13
6.1 Interkulturelle Ausrichtung des Bildungssystems ... 14
6.2 Förderung der interkulturellen Kompetenz des Bildungspersonals ... 14
6.3 Kooperation zwischen den Instanzen der Erziehung und Bildung ... 15
7 Fazit ... 16
8 Literaturverzeichnis ... 17
1 Einleitung
Seit 1955 hat sich Deutschland allmählich zu einem Einwanderungsland entwickelt. Politisch wurde diese Tatsache jedoch erst im Jahre 2005 mit einem neuen Einwanderungsgesetz anerkannt. Probleme der Menschen mit einem Migrationshintergrund, welche die derzeitige Situation im Bildungssystem mit einschließen, betreffen nicht nur eine Minderheit, sondern auf unterschiedliche Weise die gesamte Bevölkerung. Im Bildungswesen der Bundesrepublik Deutschland stellen die Kinder und Jugendlichen mit einem Migrationshintergrund eine beachtlich große Gruppe dar. Der Kollektivbegriff Migrant bezeichnet hier eine Gruppe von Menschen, die vor allem eins ist – äußerst heterogen. Bezogen auf den Erfolg im Bildungssystem sind dabei folgende Faktoren von besonderer Bedeutung:
- die rechtlichen Rahmenbedingungen des Aufenthaltes für Eltern und ihre Kinder,
- die Soziale Situation von Familien mit Migrationshintergrund,
- der Bildungshintergrund der Eltern und
- die Konzeption des Bildungssystems für die Beschulung von Kindern und Jugendlichen mit einem Migrationshintergrund.
Diesen Kindern und Jugendlichen sollte eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden, da sich eine Reihe von Problemen identifizieren lassen, die für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund spezifisch sind und deren schulischen Entwicklungsverlauf erheblich beeinträchtigen. Dabei kommt dem Bildungswesen eine zentrale Rolle bei der sozialen Integration dieser Bevölkerungsgruppe zu, da die Ausbildungs- und Berufschancen in Deutschland erheblich von der schulischen Bildungskarriere abhängen.
Die Ergebnisse der PISA- Studie haben erneut gezeigt, dass Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund durch ein Strukturmangel des deutschen Bildungssystems besonders betroffen sind: die hochgradige herkunftsabhängige Selektivität.
In der vorliegenden Arbeit werden zunächst die PISA- Ergebnisse bezüglich der in Deutschland lebenden Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund dargestellt. Im Anschluss wird dann nach den möglichen Gründen für deren „schlechtes Abschneiden“ gefragt und gleichzeitig Möglichkeiten aufgezeigt, mit welchen Maßnahmen die betroffenen Kinder und Jugendlichen besser in die deutsche Bildungslandschaft integriert werden können, so dass auch sie die Chance erhalten, erfolgreich am sozialen, kulturellen und gesellschaftlichen Leben des Einwanderungslandes Deutschland teilzunehmen. Zum Schluss werden integrative Elternprojekte und eine Auswahl an Elternvereinen vorgestellt, die ihren Fokus insbesondere auf die Bildungsbenachteiligung von Kindern und Jugendlichen gelegt haben. Folgende Fragen bilden den Ausgangspunkt dieser Darstellung: sind die Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem gleichberechtigt? Welche Faktoren beeinflussen deren schulischen Misserfolg? Haben die Eltern bzw. deren sozioökonomischer und -kultureller Status Einfluss auf den Schulerfolg? Welche institutionellen Barrieren sind neben individuellen Faktoren für die eklatanten Differenzen im Schulerfolg verantwortlich? Ist das deutsche Bildungssystem integrativ oder selektiv? Und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Elternarbeit?
2 Erklärungsansätze – mögliche Gründe für Benachteiligung und Schulversagen
Bei der Auseinandersetzung mit dem Thema Bildungsbenachteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund trifft man zunächst auf eine Vielzahl an miteinander zusammenwirkenden Faktoren. Die Frage, was genau für die schlechteren Bildungschancen in Deutschland verantwortlich zu machen ist, ist noch keineswegs geklärt, wobei die Befundlage teilweise auch widersprüchlich ist. Vielmehr kann die Ursache als ein komplexes Zusammenwirken verschiedener soziokultureller und sozioökonomischer Faktoren gesehen werden. Diese soziokulturellen und sozioökonomischen Faktoren sind generell die Eingangsbedingungen in das Schulsystem und beeinflussen diesen begleitend1. An dieser Stelle stellen wir einige dieser Faktoren im Bezug auf Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund vor, um auf diese Weise die möglichen Gründe für deren Benachteiligung und Schulversagen zu klären.
[...]
1 Vgl. Gogolin u.a. 2003, S.18
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