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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2000, 22 Pages
Author: Hanno Frey
Subject: German Studies - Older German Literature, Mediaevistik
Details
Institution/College: University of Hamburg (FB Germanistik)
Tags: Antonomasien Gregorius Hartmann von Aue
Year: 2000
Pages: 22
Grade: 1
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-17861-7
ISBN (Book): 978-3-638-64207-1
File size: 275 KB
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Abstract
Die vorliegende Hausarbeit behandelt die Gregoriusdichtung Hartmanns von Aue vor allem unter einem Gesichtspunkt: Der von Hartmann verwendeten Antonomasien. Im Verlauf der Arbeit soll dabei gezeigt werden, dass diese ein für Verständnis und Deutung des Handlungsgeschehens kaum zu unterschätzendes Instrument darstellen. Um diese Funktion der Antonomasien angemessen darstellen zu können, ist diese Hausarbeit in folgende Schritte untergliedert: Zunächst einmal sei auf einer allgemeinen Ebene eine kurze Begriffsumgrenzung des Stilmittels vorgenommen, wobei eine knappe Gegenüberstellung mit der Metapher vorgenommen wird. Dass dieser Vergleich – aufgrund des begrenzten Rahmens der Arbeit - nicht umfassend sein kann, versteht sich von selbst. Die Gegenüberstellung soll lediglich dazu dienen, die für den Zweck dieser Hausarbeit wichtigsten Eigenschaften der Antonomasie herauszustreichen. Im Anschluss an diesen Teil wird kurz auf die Lage der Forschungsliteratur einzugehen sein, um zu veranschaulichen, welch geringe Beachtung Antonomasien in der Sekundärliteratur besitzen. Um die davon abweichende und weitaus größere Bedeutung des Stilmittels zu veranschaulichen, seien die theoretischen Überlegungen zur Antonomasie im folgenden auf den Text der Dichtung bezogen. Es wird dabei um eine Untersuchung der verwendeten Antonomasien gehen, innerhalb der nicht allein ihr jeweiliger Kotext in Betrachtung gezogen werden soll, sondern gleichsam ihr Zusammenspiel im übergreifenden Kontext des Werkes. Das „Konzert“, das durch die Verknüpfung der verschiedenen, mit Antonomasien belegten Personen entsteht, soll so anschaulich dargestellt werden. Um dies innerhalb eines angemessenen Rahmens vornehmen zu können, werden Bezüge zu ausgewählten Werken der Sekundärliteratur unumgänglich sein. Ebenso werden, aufgrund des Aussagegehaltes der Dichtung, Bezüge zur Bibel herausgestellt werden müssen, denn – wie noch darzustellen sein wird- ist der Dichtung deutlich an der Übermittlung religiöser Inhalte gelegen.
Excerpt (computer-generated)
„Die `Gregorius`- Dichtung Hartmanns von Aue
und ihre Adaptation im 13., 16. und 20. Jahrhundert“
von Hartmut Freytag
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 4
1.1 Zur Lage der Forschungsliteratur 5
1.2 Begriffsklärung 6
1.2.1 Funktionen 6
2 Antonomasien im Gregorius 8
2.1 Antonomasien für Gregorius 8
2.2 Antonomasien für Gott und den Teufel 10
2.2.1 Zur Appellfunktion des Werkes 10
2.2.2 Exkurs: Zahlensymbolik 12
2.2.3 Antonomasien für Gott-
Gradmesser der Gotteserkenntnis 13
2.2.4 Der Teufel als Gegenpol Gottes 15
2.3 Nebenfiguren 17
3 Fazit 18
4 Literaturverzeichnis 21
4.1 Primärliteratur 21
4.2 Sekundärliteratur 21
1 Einleitung
Die vorliegende Hausarbeit behandelt die Gregoriusdichtung Hartmanns von Aue vor allem unter einem Gesichtspunkt: Der von Hartmann verwendeten Antonomasien. Im Verlauf der Arbeit soll dabei gezeigt werden, dass diese ein für Verständnis und Deutung des Handlungsgeschehens kaum zu unterschätzendes Instrument darstellen. Um diese Funktion der Antonomasien angemessen darstellen zu können, ist diese Hausarbeit in folgende Schritte untergliedert:
Zunächst einmal sei auf einer allgemeinen Ebene eine kurze Begriffsumgrenzung des Stilmittels vorgenommen, wobei eine knappe Gegenüberstellung mit der Metapher vorgenommen wird. Dass dieser Vergleich – aufgrund des begrenzten Rahmens der Arbeit - nicht umfassend sein kann, versteht sich von selbst. Die Gegenüberstellung soll lediglich dazu dienen, die für den Zweck dieser Hausarbeit wichtigsten Eigenschaften der Antonomasie herauszustreichen. Im Anschluss an diesen Teil wird kurz auf die Lage der Forschungsliteratur einzugehen sein, um zu veranschaulichen, welch geringe Beachtung Antonomasien in der Sekundärliteratur besitzen. Um die davon abweichende und weitaus größere Bedeutung des Stilmittels zu veranschaulichen, seien die theoretischen Überlegungen zur Antonomasie im folgenden auf den Text der Dichtung1 bezogen. Es wird dabei um eine Untersuchung der verwendeten Antonomasien gehen, innerhalb der nicht allein ihr jeweiliger Kotext in Betrachtung gezogen werden soll, sondern gleichsam ihr Zusammenspiel im übergreifenden Kontext des Werkes. Das „Konzert“, das durch die Verknüpfung der verschiedenen, mit Antonomasien belegten Personen2 entsteht, soll so anschaulich dargestellt werden. Um dies innerhalb eines angemessenen Rahmens vornehmen zu können, werden Bezüge zu ausgewählten Werken der Sekundärliteratur unumgänglich sein. Ebenso werden, aufgrund des Aussagegehaltes der Dichtung, Bezüge zur Bibel herausgestellt werden müssen, denn – wie noch darzustellen sein wird- ist der Dichtung deutlich an der Übermittlung religiöser Inhalte gelegen.
1.1 Zur Lage der Forschungsliteratur
Obwohl die Antonomasie „in antiker Rhetorik und mittelalterlicher Poetik definiert und in der antiken Gerichtsrede und Poesie wie in der lateinischen Literatur des Mittelalters allenthalben genutzt wird“3, finden sich erstaunlich wenig erläuternde, kommentierende oder vergleichende wissenschaftliche Arbeiten, die sich mit den Antonomasien verschiedener literarischer Werke, oder gar speziell mit denen der Gregoriusdichtung auseinandersetzen. Da nicht alle mittelalterlichen Autoren – und somit auch nicht alle Bearbeiter des Gregorius- regen Gebrauch dieses Stilmittels zeigen, mag das in manchen Fällen zu verstehen sein4. Gerade in Bezug auf Hartmann von Aue muss es den aufmerksamen Leser aber wundern, weil dieser Antonomasien „in ihren Möglichkeiten intensiv nutzt, wenn er die Fabel prägnant auf ihren Sinn hin deutet“5. Dennoch lassen sich auch nach ausgiebiger Recherche in den Bibliographiensammlungen nur wenige Untersuchungen zum Antonomasiebegriff finden- und in Titel oder Inhaltsverzeichnis eines Sekundärwerkes taucht der Begriff demzufolge höchst selten6 auf. Nichtsdestotrotz erwähnen einige Autoren7, die sich mit der Interpretation der Werke Hartmanns beschäftigen, im Verlaufe ihrer Untersuchungen dieses Stilmittel und beziehen es in ihre Gesamtinterpretation mit ein. Sie verdeutlichen so, dass sie ihr Vorhandensein erkennen- ohne aber ihre Bedeutung und Tragweite zu realisieren. Somit erwecken sie den Eindruck, dass sie es für unnötig halten, sich ausgiebiger mit ihnen zu beschäftigen. Eine Beantwortung der Frage, warum dies so ist, wäre müßig und würde ihren spekulativen Charakter nie verlieren8. Deshalb sei von einem solchen Versuch hier abgesehen. Ist der einzelne Rezipient bei der Analyse der Antonomasien somit zwar im Wesentlichen auf seine eigenen Gedanken angewiesen- so kann er doch von der umfangreichen Sekundärliteratur zum Gregorius Gebrauch machen, denn diese bietet fundiertes und dichtungsübergreifendes Wissen, welches an den Antonomasien punktuell verdeutlicht werden kann.
1.2 Begriffsklärung
[...]
1 Im folgenden wird- wann immer es um Textbezüge zum „Gregorius“ (von Aue, Hartmann I) geht- lediglich die Verszahl im Anschluß an das Zitat genannt. Eine umfassende Literaturangabe befindet sich am Ende der Arbeit.
2 Das Phänomen, das verschiedene Wörter benutzt werden, die denselben Bezugspunkt besitzen, gibt es natürlich nicht nur bei Personenbezeichnungen. So finden sich z.B. für den Sündebegriff folgende Ausdrücke: schulde (2290), houbetschulde (3141), oder auch missetat (2681). Obwohl diese Ausdrücke im eigentlichen Sinne keine Antonomasien darstellen, weil sie sich nicht auf Eigennamen beziehen (siehe Begriffsdefinition in 1.2), ließe sich auch hier untersuchen, welche Aspekte verdeutlicht werden. Zudem wäre grundsätzlich immer diskutierbar, welches denn der eigentliche oder „ursprünglich bezeichnende“ Begriff ist. Da es zumeist nur sehr schwer möglich sein wird, diesen klar festzustellen, sei auf derartige Diskussionen im Rahmen dieser Hausarbeit verzichtet.
3 Freytag, 143.
4 Insbesondere ist zu beachten, dass „dieser Tropus in den volkssprachigen Gregoriusdichtungen der afrz. „Vie“ und mehr noch der frühnhd. Legendare praktisch überhaupt keine Rolle“ spielt (ebd., 153) und es sogar der Fall zu sein scheint, „dass die Bearbeiter Hartmanns diesen stilistischen Kunstgriff und seine interpretatorische Funktion ignorieren“ (ebd.).
5 ebd., 142.
6 Vgl.: ebd..
7Vgl. z.B.: Steinle, Gisela, Kennzeichnen durch Bezeichnen, 36 ff. ; sowie: Dahlgrün, Corinna, 117.
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