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Diploma Thesis, 2008, 70 Pages
Author: Andre Hintz
Subject: Economics / Business: Accounting and Taxes
Details
Tags: Zurechnung, Erfolgsgrößen, Organisationseinheiten, Verfahren, Beispiel, Verteilungsschlüssels, Körperschaftsteuerbemessungsgrundlage
Year: 2008
Pages: 70
Grade: 1,8
Bibliography: ~ 60 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-22008-3
ISBN (Book): 978-3-640-22263-6
File size: 327 KB
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Abstract
Der Strukturwandel, der in der Wirtschaft durch die Globalisierung angeregt wurde, sorgt für eine zunehmende internationale Verflechtung der Unternehmen. Immer mehr Unternehmen können nicht nur nationale Aktivitäten vorweisen, sondern haben eine internationale Präsenz zu verantworten. Besondere Möglichkeiten verschafft der ständige Ausbau des europäischen Binnenmarktes. Viele Unternehmen sind in mehr als nur einem Mitgliedstaat der Europäischen Union (EU) tätig und darüber hinaus sind immer mehr grenzüberschreitende Fusionen zu verzeichnen. Für die europäischen Unternehmen entsteht daraus ein Problem. Sie müssen sich mit 27 unterschiedlichen Steuersystemen und Steuersätzen auseinandersetzen. Die Folgen des uneinheitlichen Steuersystems in der EU sind für die Unternehmen sowie für die Mitgliedstaaten negativ. Die Unternehmen haben hohe Befolgungskosten und müssen vielfach Doppelbesteuerungen hinnehmen. Um dem entgegenzuwirken, gestalten Unternehmen ihre wirtschaftlichen Aktivitäten entsprechend dem günstigeren Steuersystem. Hierbei handelt es sich hauptsächlich um Steuergestaltung durch die Wahl des Standortes oder durch konzerninterne Gewinnverlagerung mithilfe von Finanzierungsgestaltungen und Verrechnungspreisen. Die Mitgliedstaaten versuchen dieses Verhalten auf zwei Wegen abzuwehren. Zum einen mit verstärktem Steuerwettbewerb, d. h. niedrigen Steuersätzen und zum anderen mit zunehmenden Schutzmaßnahmen gegen die Gewinnverlagerung.
Excerpt (computer-generated)
Zur Zurechnung von Erfolgsgrößen auf die daran beteiligten
Organisationseinheiten mithilfe ökonometrischer Verfahren
am Beispiel des Verteilungsschlüssels der europäischen
Körperschaftsteuerbemessungsgrundlage
Diplomarbeit
zur Erlangung des Grades eines Diplom Volkswirtes
an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät
der Humboldt Universität zu Berlin
vorgelegt von
André Hintz
Berlin, 05. August 2008
II
INHALTSVERZEICHNIS
Seite
INHALTSVERZEICHNIS II
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS IV
TABELLENVERZEICHNIS
V
ANHANGSVERZEICHNIS
V
1. Einleitung 1
2. Wirtschaftswissenschaftliche Erfolgszurechnung
3
2.1. Erfolgszurechnung durch die Produktionsfunktion
3
2.2. Erfolgszurechnung durch Verrechnungspreise
4
3. Analyse des Verteilungsschlüssels der GKKB
6
3.1. Wahl des Aufteilungsmechanismus
8
3.2. Grundprinzipien der Formelzerlegung
10
3.2.1. Faktor Umsatz
11
3.2.2. Faktor Arbeit
13
3.2.3. Faktor Kapital
14
3.3. Ökonomische Wirkungsanalyse der Formelzerlegung
16
3.3.1. Darstellung in Beispielen
16
3.3.2. Mathematische Ausführungen
20
3.4. Bewertung der Formelzerlegung
22
4. Ökonometrisches Verfahren
24
4.1. Allgemeine Darstellung der Regressionsanalyse
25
4.1.1. Modellspezifikation
25
4.1.2. Schätzung der Parameter
27
4.1.2.1.
Die Methode der kleinsten Quadrate
28
4.1.2.2.
Der Hausman Test
29
4.1.2.3.
Die Instrumentalvariablen - Schätzung
29
4.1.3. Bewertung und Interpretation des Ergebnisses
30
4.1.3.1.
Beurteilung der Regressionsfunktion
31
4.1.3.2.
Beurteilung der Regressionskoeffizienten
32
III
4.2. Durchführung der Regressionsanalyse
34
4.2.1. Modell und Schätzung
34
4.2.2. Bewertung und Interpretation
37
4.2.2.1.
Bewertung der Schätzfunktion
38
4.2.2.2.
Regressionskoeffizient für den Faktor Arbeit
38
4.2.2.3.
Regressionskoeffizient für den Faktor Kapital
39
5. Handlungsempfehlung
40
5.1. Zusammenfassung der Ergebnisse
40
5.2. Vorschlag zur Ausgestaltung der Formel
42
6. Schlussbemerkungen 45
ANHANG 47
LITERATURVERZEICHNIS 55
IV
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
AStG
Außensteuergesetz
letzte Änderung v. 20. 12. 2007 BGBl. 2007 I S. 3150
BMF
Bundesministerium
für
Finanzen
EStG
Einkommensteuergesetz
letzte Änderung v. 20. 12. 2007 BGBl. 2007 I S. 3150
EU
Europäische
Union
EVG
Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft
GKKB gemeinsame
konsolidierte
Körperschaftsteuerbemessungsgrundlage
GewStG Gewerbesteuergesetz
letzte Änderung v. 20. 12. 2007 BGBl. 2007 I S. 3150
IV Schätzung
Instrumentalvariablen Schätzung
KQ Schätzung
Kleinste Quadrate Schätzung
V
TABELLENVERZEICHNIS
Seite
Tabelle 1: Optimale Formelzerlegung (1. Fall)
17
Tabelle 2: Verschiebung der Außenumsätze (2. Fall)
18
Tabelle 3: Auswirkungen des Lohnniveaus (3. Fall)
19
Tabelle 4: Produktivität von Arbeitnehmern (4. Fall)
19
Tabelle 5: Verlagerung von Sachanlagen (5. Fall)
20
Tabelle 6: Grenzüberschreitende Verlustverrechnung (6. Fall)
22
Tabelle 7: Änderung der Gewichtung (7. Fall)
24
Tabelle 8: Vergleich des zweiten Falls
44
Tabelle 9: Vergleich des dritten Falls
45
Tabelle 10: Vergleich des vierten Falls
45
ANHANGSVERZEICHNIS
Seite
Anhang A: Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung
47
Anhang B: Statistische Verteilungstabelle: t Verteilung
48
Anhang C: Daten zur Verwendung in der Regressionsanalyse
49
Anhang D: Ergebnisse des Hausman Tests
50
Anhang E: Ergebnisse der Instrumentalvariablen Schätzung
53
Anhang F: Berechnung der Konfidenzintervalle
54
1
1.
Einleitung
Der Strukturwandel, der in der Wirtschaft durch die Globalisierung angeregt wur-
de, sorgt für eine zunehmende internationale Verflechtung der Unternehmen.1
Immer mehr Unternehmen können nicht nur nationale Aktivitäten vorweisen,
sondern haben eine internationale Präsenz zu verantworten. Besondere Möglich-
keiten verschafft der ständige Ausbau des europäischen Binnenmarktes. Viele
Unternehmen sind in mehr als nur einem Mitgliedstaat der Europäischen Union
(EU) tätig und darüber hinaus sind immer mehr grenzüberschreitende Fusionen zu
verzeichnen.2 Für die europäischen Unternehmen entsteht daraus ein Problem. Sie
müssen sich mit 27 unterschiedlichen Steuersystemen und Steuersätzen auseinan-
dersetzen.
Die Folgen des uneinheitlichen Steuersystems in der EU sind für die Unterneh-
men sowie für die Mitgliedstaaten negativ. Die Unternehmen haben hohe Befol-
gungskosten und müssen vielfach Doppelbesteuerungen hinnehmen. Um dem
entgegenzuwirken, gestalten Unternehmen ihre wirtschaftlichen Aktivitäten ent-
sprechend dem günstigeren Steuersystem. Hierbei handelt es sich hauptsächlich
um Steuergestaltung durch die Wahl des Standortes oder durch konzerninterne
Gewinnverlagerung mithilfe von Finanzierungsgestaltungen und Verrechnungs-
preisen.3 Die Mitgliedstaaten versuchen dieses Verhalten auf zwei Wegen abzu-
wehren. Zum einen mit verstärktem Steuerwettbewerb, d. h. niedrigen Steuersät-
zen und zum anderen mit zunehmenden Schutzmaßnahmen gegen die Gewinnver-
lagerung.4
Die Europäische Kommission will den Steuerwettbewerb unter den Mitgliedstaa-
ten, die freie Steuergestaltung sowie die Doppelbesteuerung von Unternehmen
entgegenwirken, und plant die Einführung einer gemeinsamen konsolidierten
Körperschaftsteuerbemessungsgrundlage (GKKB).5 Die GKKB soll den Gedan-
ken des Binnenmarktes fortführen und ein effizientes, wettbewerbsfähiges Steuer-
recht für die Unternehmen implementieren. Für die Unternehmen würden die Be-
folgungskosten sinken und Doppelbesteuerungen im europäischen Raum wegfal-
1 Vgl. Coenenberg (2005), S. 551
2 Vgl. KOM (2001) 260, S. 6
3 Vgl. Gutachten wiss. Beirat des BMF (2007), S. 8
4 Beispiel: Unternehmenssteuerreform 2008 in Deutschland: Verschärfung des § 1 Abs. 1 AStG
und Senkung des Körperschaftsteuersatzes auf 15 %.
5 Vgl. KOM (2001) 582, S. 10
2
len. Für die Mitgliedstaaten würde sich hingegen der Steuerwettbewerb auf den
Steuersatz und die Bereitstellung von öffentlichen Gütern reduzieren.6 Anderer-
seits wird das Steueraufkommen der EU - Staaten stabilisiert, da der Anreiz für
eine Gewinnverlagerung im europäischen Raum minimiert wird.7
Die GKKB soll in zwei Schritten entstehen: Zuerst erfolgt die separate Rech-
nungslegung für jedes einzelne Konzernmitglied und danach wird die Konsolidie-
rung im Konzernverbund vorgenommen.8 Man erhält die Körperschaftsteuerbe-
messungsgrundlage des Konzerns, diese muss auf die einzelnen Organisationsein-
heiten zurückverteilt werden, da nicht der Konzern das Steuersubjekt ist, sondern
die einzelnen Konzerngesellschaften.
Die Aufteilung des Gesamterfolges soll nicht unter Verwendung von Verrech-
nungspreisen erfolgen, sondern mithilfe eines geeigneten Verteilungsschlüssels,
der den korrekten Beitrag einer Organisationseinheit zur Erfolgsgröße ermittelt.
Im Folgenden soll dieser Verteilungsschlüssel untersucht werden. Mithilfe eines
ökonometrischen Verfahrens soll eine geeignete Gewichtung im Verteilungs-
schlüssel gefunden werden.
Zum Beginn dieser Arbeit soll einleitend die wirtschaftswissenschaftliche Er-
folgszurechnung betrachtet werden. In der volkswirtschaftlichen Erfolgszurech-
nung kann ein Ansatz gefunden werden, der den Verteilungsschlüssel der GKKB
unterstützt. Die betriebswirtschaftliche Erfolgszurechnung zeigt noch einmal deut-
lich das derzeitige Problem der Manipulationsmöglichkeiten.
Danach folgt eine ausführliche Analyse des Verteilungsschlüssels der GKKB.
Hierbei sollen die Wahl des Schlüssels und die Wahl der einzusetzenden Faktoren
im Mittelpunkt stehen. Die Faktoren werden ausführlich besprochen und mithilfe
einer ökonomischen Wirkungsanalyse untersucht.
Es folgt eine Einführung in das ökonometrische Verfahren. Zur Wahl stand die
Durchführung einer Regressionsanalyse oder einer Faktorenanalyse. Die Ent-
scheidung fiel zugunsten der Regressionsanalyse, da bereits in der Literatur diese
6 Vgl. Gutachten wiss. Beirat des BMF (2007), S. 11 f.
7 Vgl. Gutachten wiss. Beirat des BMF (2007), S. 69
8 Vgl. Spengel u.a. (2006), S. 46
3
Idee vorgeschlagen wurde.9 Diese Analyse ist die Basis für die Berechnung der
Gewichtung der einzelnen Faktoren im Verteilungsschlüssel. Die Berechnung
erfolgt am Beispiel einer Querschnittsanalyse. Die Daten für diese Regression
sind aus den Geschäftsberichten der 30 im DAX Index notierten Unternehmen
aus dem Geschäftsjahr 2007 entnommen.10
Zum Schluss folgt eine Handlungsempfehlung wie der geeignete Verteilungs-
schlüssel ausgestaltet werden sollte. Beantwortet wird die Frage, welche Faktoren
und mit welcher unterschiedlichen Gewichtung diese Faktoren in den Vertei-
lungsschlüssel einbezogen werden sollen. Das Ergebnis dieser Arbeit stellt die
Zurechnung von Erfolgsgrößen auf die daran beteiligten Organisationseinheiten
mithilfe des Verteilungsschlüssels dar. Begonnen wird mit den Grundlagen der
wirtschaftswissenschaftlichen Erfolgszurechnung.
2.
Wirtschaftswissenschaftliche Erfolgszurechnung
Die wirtschaftswissenschaftliche Erfolgszurechnung teilt sich in zwei Richtungen.
Die eine Richtung stellt die volkswirtschaftliche Analyse der Produktionsfunktion
dar. Die andere Richtung zeigt die klassische betriebswirtschaftliche Erfolgsmes-
sung im Bereich des Rechnungswesens auf, wobei noch einmal das Problem Er-
folgszurechnung durch Verrechnungspreise verdeutlicht wird.
2.1.
Erfolgszurechnung durch die Produktionsfunktion
Die volkswirtschaftliche Analyse der Produktionsfunktion umfasst die Betrach-
tung der Produktionsfaktoren: Arbeit und Kapital.11 Die Vermögensgegenstände
Grund und Boden werden unter den weitläufigen Begriff des Kapitals subsumiert.
Die Produktionsfunktion ist Gegenstand der mikroökonomischen Betrachtung der
Unternehmensaktivitäten in einer Volkswirtschaft. Sie errechnet, welche Output-
leistungen erbracht werden können bei gegebenen Faktoreinsätzen.12 Ein ge-
winnmaximierendes Unternehmen steigert den Einsatz der Produktionsfaktoren
solange bis die Kosten eines Produktionsfaktors (Faktorpreis) gleich dessen Wert-
grenzprodukt ist, d. h. die Grenzproduktivität wird mit dem Grenzerlös multipli-
9 Vgl. Agúndez-Gracía (2006), S. 58
10 Stand: 01. August 2008
11 Vgl. Cezanne (2005), S. 4
12 Vgl. Samuelson u.a. (1998), S. 128
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