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Master Thesis, 2008, 91 Pages
Author: Henner Kaatz
Subject: Pedagogy - School System, Educational and School Politics
Details
Tags: Anspruch, Wirklichkeit, Niedersächsischen, Schulinspektion
Year: 2008
Pages: 91
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 23 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-22028-1
File size: 967 KB
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Abstract
Die folgende Hausarbeit entstand im Rahmen des Masterstudiengangs im Sommersemester 2008. Sie gilt als Abschlussarbeit (Masterarbeit) und ist als eigenständige Hausarbeit anzusehen. Sie ist nicht Gegenstand eines Seminars oder einer Vorlesung. Das Thema der Masterarbeit lautet „Anspruch und Wirklichkeit der Niedersächsischen Schulinspektion“. Die Niedersächsische Schulinspektion wurde 2005 gegründet und die Thematik ist somit sehr aktuell und wird öffentlich diskutiert. Schulinspektion im Allgemeinen ist in Deutschland ein völlig neuer bildungspolitischer Gegenstand, da es eine staatliche externe Evaluation in dieser Form in Deutschland noch nie zuvor gegeben hat. Aus diesem Grunde ist die Weiterentwicklung bzw. der Beginn dieser schulpolitischen Maßnahme interessant zu beobachten und wird mit hoher gesellschaftlicher Anteilnahme verfolgt. Diese Masterarbeit beschäftigt sich im Speziellen mit dem Bundesland Niedersachsen, das als eines der ersten Länder die Schulinspektion einführte und als erstes Land einen verbindlichen Orientierungsrahmen für Schulqualität entwickelte. Das Thema „Anspruch und Wirklichkeit der Niedersächsischen Schulinspektion“ wurde gewählt, da es noch keinerlei Quellen zu finden gibt, die die Niedersächsische Schulinspektion explizit bewertet bzw. evaluiert haben. Eine eigenständige ’Evaluation’ der Schulinspektion erschien aufgrund dessen als Herausforderung. Die Hausarbeit illustriert dem Leser einen ’kleinen Einblick’ in die Wirklichkeit der Niedersächsischen Schulinspektion und stellt die Stärken und Schwächen in tendenzieller Form dar. Eine repräsentative Bewertung der Evaluation ist in diesem Rahmen indes nicht möglich gewesen. Die Bewertung beruht auf sechs Fallstudien (Hauptschulen), ist somit eine Forschungsarbeit und nicht als repräsentativ anzusehen. Trotzdem können einige exemplarische Aussagen getroffen werden. Die Arbeit gliedert sich wie folgt: Am Anfang werden die theoretischen Grundlagen der Untersuchung explizit dargestellt (Anspruch). Dabei geht es eingangs um das Verhältnis von Evaluation und Qualitätsmanagement. Darauf folgend beschäftigt sich die Masterarbeit mit der Beschreibung, was man generell und vor allem in Niedersachsen unter Schulqualität versteht. Das Thema Messen und Bewerten von Schulqualität leitet zum nächsten Kapitel über: Schulevaluation. In diesem Kapitel wird beschrieben, wie man Schulqualität evaluiert und die verschiedenen Formen werden beschrieben.
Excerpt (computer-generated)
Technische Universität Braunschweig
Institut für Schulpädagogik und Allgemeine Didaktik
Anspruch und Wirklichkeit der Niedersächsischen Schulinspektion
Henner Kaatz
Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung ... 1
2. Anspruch (Die theoretischen Grundlagen der Untersuchung) ... 3
Das Verhältnis von Evaluation und Qualitätsmanagement ... 3
Evaluation im Allgemeinen ... 3
Qualitätsmanagement ... 5
Das Verhältnis von Evaluation und Qualitätsmanagement ... 7
Schulqualität ... 8
Schulqualität im Allgemeinen ... 8
Das Qualitätsverständnis in Niedersachsen ... 10
Schulevaluation ... 13
Interne Evaluation ... 14
Externe Evaluation ... 15
Schulevaluation im Allgemeinen ... 16
Niedersächsische Schulinspektion ... 17
Gesetzliche Grundlagen ... 18
Ziele und Aufgaben ... 19
Durchführung/Ablauf ... 20
Instrumente und Methoden ... 21
Inspektionsbericht (Bewertungen) ... 24
Folgen der Schulinspektion ... 25
Vorraussetzungen für qualitätsoptimierende Schulinspektion ... 27
Authentische Evaluation ... 27
Gelingensbedingungen ... 28
3. Wirklichkeit (Ergebnisse der Fallstudien) ... 30
Leitfrageninterviews (Schulleiter) ... 31
Forschungsdurchführung und Zielsetzung ... 31
Begründung der jeweiligen Fragestellung ... 33
Kodierleitfaden ... 36
Qualitative Auswertung (inklusive Häufigkeiten – quantitativ) ... 40
Externe Schulevaluation im Allgemeinen ... 41
Konzept der Niedersächsischen Schulinspektion ... 42
Qualitätsoptimierung durch die Schulinspektion ... 44
Orientierungsrahmen ... 45
Interne Schulevaluation ... 47
Konkrete Maßnahmen ... 48
Schulqualität ... 49
Kompetenz und Verhalten der Lehrkräfte ... 50
Zusammenfassung und Interpretation ... 51
4. Fazit ... 55
Literaturverzeichnis
Anhang
1. Einleitung
Die folgende Hausarbeit entstand im Rahmen des Masterstudiengangs im Sommersemester 2008. Sie gilt als Abschlussarbeit (Masterarbeit) und ist als eigenständige Hausarbeit anzusehen. Sie ist nicht Gegenstand eines Seminars oder einer Vorlesung. Das Thema der Masterarbeit lautet „Anspruch und Wirklichkeit der Niedersächsischen Schulinspektion“.
Die Niedersächsische Schulinspektion wurde 2005 gegründet und die Thematik ist somit sehr aktuell und wird öffentlich diskutiert. Schulinspektion im Allgemeinen ist in Deutschland ein völlig neuer bildungspolitischer Gegenstand, da es eine staatliche externe Evaluation in dieser Form in Deutschland noch nie zuvor gegeben hat. Aus diesem Grunde ist die Weiterentwicklung bzw. der Beginn dieser schulpolitischen Maßnahme interessant zu beobachten und wird mit hoher gesellschaftlicher Anteilnahme verfolgt. Diese Masterarbeit beschäftigt sich im Speziellen mit dem Bundesland Niedersachsen, das als eines der ersten Länder die Schulinspektion einführte und als erstes Land einen verbindlichen Orientierungsrahmen für Schulqualität entwickelte. Das Thema „Anspruch und Wirklichkeit der Niedersächsischen Schulinspektion“ wurde gewählt, da es noch keinerlei Quellen zu finden gibt, die die Niedersächsische Schulinspektion explizit bewertet bzw. evaluiert haben. Eine eigenständige ’Evaluation’ der Schulinspektion erschien aufgrund dessen als Herausforderung. Die Hausarbeit illustriert dem Leser einen ’kleinen Einblick’ in die Wirklichkeit der Niedersächsischen Schulinspektion und stellt die Stärken und Schwächen in tendenzieller Form dar. Eine repräsentative Bewertung der Evaluation ist in diesem Rahmen indes nicht möglich gewesen. Die Bewertung beruht auf sechs Fallstudien (Hauptschulen), ist somit eine Forschungsarbeit und nicht als repräsentativ anzusehen. Trotzdem können einige exemplarische Aussagen getroffen werden.
Die Arbeit gliedert sich wie folgt: Am Anfang werden die theoretischen Grundlagen der Untersuchung explizit dargestellt (Anspruch). Dabei geht es eingangs um das Verhältnis von Evaluation und Qualitätsmanagement. Darauf folgend beschäftigt sich die Masterarbeit mit der Beschreibung, was man generell und vor allem in Niedersachsen unter Schulqualität versteht. Das Thema Messen und Bewerten von Schulqualität leitet zum nächsten Kapitel über: Schulevaluation. In diesem Kapitel wird beschrieben, wie man Schulqualität evaluiert und die verschiedenen Formen werden beschrieben.
Im darauf folgenden Kapitel geht es schließlich explizit um die Niedersächsische Schulinspektion. Gesetzliche Grundlagen, Ziele, Durchführung, Instrumente und Folgen werden ausführlich vorgestellt.
Die Schulinspektion in Niedersachsen behauptet für sich den Anspruch qualitätsoptimierende Wirkung zu haben. Generelle Faktoren, die prinzipiell Vorraussetzung für externe Schulevaluationen (Inspektionen) sind, um diese Wirkung zu entfalten, werden im letzten Abschnitt von Kapitel 2 (Anspruch) vorgestellt und erläutert. In Kapitel 3 (Wirklichkeit) geht es schließlich darum, inwiefern die Niedersächsische Schulinspektion ihren Ansprüchen gerecht wird. Dies geschieht auf der Basis von sechs Fallstudien (Interviews). Am Anfang wird die Forschungsdurchführung und Zielsetzung beschrieben, die Fragestellungen begründet und der Kodierleitfaden (Systematisierung bzw. Kategorisierung der Aussagen) präsentiert. Daraufhin werden die sechs Leitfrageninterviews qualitativ analysiert und ausgewertet. Die Ergebnisse der Interviews mit den Schulleitern der jeweiligen Hauptschulen werden zwar ausführlich zusammengefasst und interpretiert, doch kann für sie kein Anspruch auf Verallgemeinerung erhoben werden. Der tendenzielle Charakter steht bei der Untersuchung im Vordergrund. Die Masterarbeit insgesamt folgt dem Ziel einer theoretischen Einsicht in externe Schulevaluation, explizit der Niedersächsischen Schulinspektion, und verfolgt gleichzeitig die Absicht die Wirklichkeit in Niedersachsen aufgrund von sechs Fallstudien dem Leser näher zu bringen. Dabei soll es jedoch nicht ausschließlich um die Niedersächsische Schulinspektion gehen, sondern generelle Faktoren, die ’gute’ Schulevaluation ausmachen, werden zusätzlich vorgestellt.
’Systemfragen’ im Gesamten und Faktoren werden beschrieben, die Schulinspektion grundsätzlich vorteilhaft/qualitätsoptimierend erscheinen lassen. In diesem Sinne geht es insgesamt (zusätzlich) um folgende Fragestellung:
„Wie kann ein Schulinspektionssystem entwickelt werden, das die Funktionen der Rechenschaftslegung und der schulischen Qualitätsentwicklung in ein ausgewogenes Verhältnis bringt und das aus der Inspektion resultierende Evaluationswissen zur nachhaltigen Qualitätsverbesserung der Schule(n) nutzt?“ (Böttcher, Kotthoff 2007, S. 10).
2. Anspruch (Die theoretischen Grundlagen der Untersuchung)
In diesem Kapitel werden die theoretischen Fundamente der gesamten Untersuchung gelegt. Es geht um das Verhältnis von Evaluation und Qualitätsmanagement, Schulqualität, Schulevaluation, die Niedersächsische Schulinspektion und um die Vorraussetzungen für ’gute’ Schulevaluation.
Das Verhältnis von Evaluation und Qualitätsmanagement
Die Begriffe Evaluation und Qualitätsmanagement werden in diesem Abschnitt definiert, voneinander abgegrenzt und ihre gegenseitige Abhängigkeit erläutert.
Evaluation im Allgemeinen
Definition Evaluation:
„Evaluation bedeutet Bewertung, Wertschätzung oder (Ein)Schätzung, in der ursprünglichen Bedeutung heißt es „Würde und Mut haben“ (von evaluer). Dabei versteht man unter Evaluation ein systematisches, Daten gestütztes, nach einer spezifischen Prozesskette ablaufendes Bewertungsverfahren“ (Ruep 2007, S. 22).
Evaluation hat infolgedessen generell immer etwas mit dem Bewerten eines bestimmten Gegenstands zu tun. Was genau bewertet wird, hängt immer von den Zielen und den Eigenschaften der Evaluation ab. Evaluieren ist ein ausschlaggebender Begriff innerhalb dieser Hausarbeit. Die gesamte Untersuchung bezieht sich auf eine (externe) Evaluation und ist gleichermaßen selbst eine Bewertung (sozusagen eine Metaevaluation). Die Definierung der verschiedenen Formen von Evaluation geschieht im Zusammenhang mit Schulevaluation im späteren Verlauf. Hier sollen erst einmal die Grundlagen gelegt werden.
Die Deutsche Gesellschaft für Evaluation (DGFE) hat die Standards für Evaluationen von dem amerikanischen Pendant (Joint Commitee on Standards for Educational Evaluation) übernommen: - Nützlichkeit – Durchführbarkeit – Korrektheit – Genauigkeit (vgl. Stockmann 2006, S. 32 – 33).
Alle Evaluationen sollen einem Zweck dienen und die Ergebnisse müssen nützlich sein für denjenigen, der die Evaluation in Auftrag gibt. Sie müssen durchführbar sein, d.h. realisierbar, so dass im Vorfeld genügend Material und Personal vorhanden und dass bspw. die Aufgabenverteilung klar geregelt ist. Des Weiteren muss eine Evaluation korrekt ausgeführt werden, damit die Ergebnisse repräsentativ sind und wahrheitsgemäß. Letztendlich muss jede offizielle Evaluation so genau sein, dass sie wissenschaftlichen Ansprüchen genügt, angemessene Informationen vermittelt und möglichst standardisiert ausgeführt werden kann.
Stockmann hat in diesem Zusammenhang die verschiedenen Leitfunktionen von Evaluation auf den Punkt gebracht. Die Hauptfunktionen von Evaluation sind:
„Gewinnung von Erkenntnissen; Ausübung von Kontrolle; Schaffung von Transparenz und Dialogmöglichkeiten, um Entwicklungen voranzutreiben und Legitimation der durchgeführten Maßnahmen“ (Stockmann 2006, S. 29).
In dem Kontext dieser Hausarbeit ist die dritte Funktion, Entwicklung, die bedeutsamste. Evaluation im Bildungswesen konzentriert sich insbesondere auf die Optimierung von Prozessen (durch Steuerungswissen), weniger auf die Kontrolle derer, jedenfalls im Idealfall. Die anderen Funktionen haben dennoch zweifellos einen hohen Stellenwert. Im bildungspolitischen Zusammenhang,
„…wird Evaluation nicht nur als empirisch wissenschaftlich fundierte Bewertung von Maßnahmen und Programmen in Verbindung mit Wirksamkeitszuschreibungen betrachtet, sondern auch als eine Form der Intervention und Steuerung, das heißt des gezielten Eingriffs in Handlungsprozesse und pädagogisch geplante Lernarrangements mit dem Ziel der Verbesserung der pädagogischen Qualität“ (Bauer 2007, S. 14).
[...]
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