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Hauptseminararbeit, 2008, 19 Seiten
Autor: Christian Lübke
Fach: Germanistik - ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Details
Tags: Darstellung, Rechtfertigung, Krieges, Rolandslied, Pfaffen, Konrad
Jahr: 2008
Seiten: 19
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 8 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-20227-0
Dateigröße: 142 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Das Rolandslied des Pfaffen Konrad, welches um etwa 1170 entstanden ist, gehört sicherlich zu den unbekannteren Epen des 12. und 13. Jahrhunderts1. Der Regensburger Kleriker schrieb das Werk im Auftrag Heinrichs des Löwen als erste deutschsprachige Adaption des altfranzösischen „Chansons de Roland“ und es zählt zur Kreuzzugsdichtung2. Die Erzählung beschreibt den Kampf zwischen Christen und Heiden, wobei zwei große Schlachten, welche hauptsächlich durch die Einzelkämpfe bestimmter Charaktere ausgetragen werden, die Handlung bestimmen. Kaiser Karl zieht mit seinem Heer nach Saragossa in Spanien um auch die letzten Heiden zu vernichten beziehungsweise zu bekehren. Dessen König Marsilie bietet ihm unter einer List an, zum Christentum überzutreten, um so den Abzug des fränkischen Heeres zu erreichen. Nach einer Beratung Karls mit seinen Vertrauten, kommen die Christen zu dem Schluss, dass sie einen Boten senden, der die Pläne Marsilies aufdecken solle. Roland schlägt Genelun vor, der wiederum auf Rache sinnt und Verrat an seinen Freunden begeht, indem er plant die Nachhut des Heeres, welche Roland befehligt, zu überfallen, sobald Karl mit dem Hauptheer abzogen ist. Der König der Heiden willigt ein und es kommt zur großen Schlacht, in der alle Christen und fast alle Heiden getötet werden. Der weitere Verlauf wird im Anschluss der Ausarbeitung genauer dargelegt. Ebenfalls soll während der Bearbeitung das gegensätzliche Bild der beiden Kriegsparteien dargestellt und analysiert werden. Auch die Präsenz Gottes im Kampf, welche direkt mit der Unwirksamkeit der heidnischen Götzen einhergeht und welche den Christen immer wieder Hilfe zukommen lässt, wird untersucht werden. Abschließend soll die Rechtfertigung der Kreuzzüge beschrieben werden, die sich als Gottes Auftrag verstehen und wodurch die Christen ihr Seelenheil und den Einzug in das himmlische Reich durch den Märtyrertod erlangen können. Es wird auch hinterfragt werden, ob die Schlacht zwischen Christen und Heiden wohl nur Hintergrund einer Darstellung des Kampfes zwischen Gott und Teufel ist. [...]
Textauszug (computergeneriert)
SS 2008
Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt
am Main
Institut für Deutsche Sprache und Literatur II
Hauptseminar:
Der Krieg im Spiegel historiographischer und literarischer
Texte des Mittelalters
Thema:
Die Darstellung und die Rechtfertigung des Krieges im
Rolandslied des Pfaffen Konrad
Gliederung
A. Einleitung 3
Informationen zur Entstehung des Rolandsliedes, kurze Zusammenfassung der
Thematik und Ausblick auf die Fragestellung 3
B. Hauptteil 4
Die Darstellung und die Rechtfertigung des Krieges im Rolandslied des Pfaffen
Konrad 4
I. Der Verlauf der beiden großen Schlachten 4
a)
Der Verrat Geneluns 4
b)
Die erste Schlacht und Rolands Tod 5
c)
Die Racheschlacht Karls 7
II. Die Darstellung der beiden Kriegsparteien 8
a)
Die Darstellung der Heiden 8
b)
Die Darstellung der Christen 10
III. Das Wirken Gottes im Kampf 11
IV. Die heidnischen Götter und ihre Unwirksamkeit 12
V. Die Rechtfertigung des Krieges als Auftrag Gottes 14
C. Schluss 16
Zusammenfassung der Ergebnisse und Fazit 16
D. Bibliographie 18
2
A. Einleitung
Informationen zur Entstehung des Rolandsliedes, kurze Zusammenfassung der
Thematik und Ausblick auf die Fragestellung
Das Rolandslied des Pfaffen Konrad, welches um etwa 1170 entstanden ist, gehört sicherlich
zu den unbekannteren Epen des 12. und 13. Jahrhunderts1.
Der Regensburger Kleriker schrieb das Werk im Auftrag Heinrichs des Löwen als erste
deutschsprachige Adaption des altfranzösischen ,,Chansons de Roland" und es zählt zur
Kreuzzugsdichtung2.
Die Erzählung beschreibt den Kampf zwischen Christen und Heiden, wobei zwei große
Schlachten, welche hauptsächlich durch die Einzelkämpfe bestimmter Charaktere
ausgetragen werden, die Handlung bestimmen.
Kaiser Karl zieht mit seinem Heer nach Saragossa in Spanien um auch die letzten Heiden zu
vernichten beziehungsweise zu bekehren.
Dessen König Marsilie bietet ihm unter einer List an, zum Christentum überzutreten, um so
den Abzug des fränkischen Heeres zu erreichen.
Nach einer Beratung Karls mit seinen Vertrauten, kommen die Christen zu dem Schluss, dass
sie einen Boten senden, der die Pläne Marsilies aufdecken solle.
Roland schlägt Genelun vor, der wiederum auf Rache sinnt und Verrat an seinen Freunden
begeht, indem er plant die Nachhut des Heeres, welche Roland befehligt, zu überfallen,
sobald Karl mit dem Hauptheer abzogen ist.
Der König der Heiden willigt ein und es kommt zur großen Schlacht, in der alle Christen und
fast alle Heiden getötet werden.
Der weitere Verlauf wird im Anschluss der Ausarbeitung genauer dargelegt.
Ebenfalls soll während der Bearbeitung das gegensätzliche Bild der beiden Kriegsparteien
dargestellt und analysiert werden.
Auch die Präsenz Gottes im Kampf, welche direkt mit der Unwirksamkeit der heidnischen
Götzen einhergeht und welche den Christen immer wieder Hilfe zukommen lässt, wird
untersucht werden.
Abschließend soll die Rechtfertigung der Kreuzzüge beschrieben werden, die sich als Gottes
Auftrag verstehen und wodurch die Christen ihr Seelenheil und den Einzug in das
himmlische Reich durch den Märtyrertod erlangen können.
1 Vgl. Richter, Horst: Das Rolandslied des Pfaffen Konrad. Darmstadt 1981. S. 1
2 Vgl. Spiewok, Wolfgang: Das Rolandslied des Pfaffen Konrad. Hrsg. von Buschinger, Danielle und Spiewok,
Wolfgang. Greifswald 1996. S. 5 (Vorwort)
3
Es wird auch hinterfragt werden, ob die Schlacht zwischen Christen und Heiden wohl nur
Hintergrund einer Darstellung des Kampfes zwischen Gott und Teufel ist.
B. Hauptteil
Die Darstellung und die Rechtfertigung des Krieges im Rolandslied des Pfaffen Konrad
I. Der Verlauf der beiden großen Schlachten
a)
Der Verrat Geneluns
Im Zentrum des Rolandsliedes stehen zwei unmittelbar aufeinander folgende Schlachten,
wobei der Schwerpunkt auf der ersten Schlacht zwischen den Heeren Rolands und Marsilies
liegt.3
Im Folgenden sollen nun der Verrat Geneluns, die Vorbereitungen der Christen und die der
Heiden auf diese erste Schlacht und der Verlauf des Konfliktes bis zum Tode Rolands
dargestellt werden.
Nachdem die Christen von Genelun verraten wurden und Karl mit seinem Heer abgezogen
war, greifen die Heiden mit einer großen Übermacht an.
Zuvor hatte Genelun Karl geraten, das Angebot der Heiden, sich bekehren zu lassen und
Geiseln zu stellen, anzunehmen und nach Hause zu ihren Familien zurückzukehren (1196-
1221)4.
Roland schlägt daraufhin vor, dass Genelun sich als Bote zur Verfügung stellen solle um
herauszufinden, ob die Heiden wirklich die Absicht haben, das Christentum anzunehmen
oder ob es sich nur um eine Täuschung handelt (1365-1376)5.
Daraufhin gerät Genelun in große Wut und begeht seinen schwerwiegenden Verrat an seinem
Herren und dem Christentum.
Nachdem er mit Marsilie einen Plan ausgearbeitet hat, überbringt er Karl die Nachricht, dass
die Heiden ihr Versprechen einlösen wollen und dass sie den Heimweg antreten könnten.
Karl stimmt zu und lässt Roland mit seinen 12 Getreuen zurück um das Land zu bewachen.
3 Vgl. Pütz, Hans Henning: Die Darstellung der Schlacht in mittelhochdeutschen Erzähldichtungen von 1150 bis
um 1250. Hamburg 1971. S. 29
4 Vgl. Kartschoke, Dieter: Das Rolandslied des Pfaffen Konrad. Stuttgart 1996. S. 8991
5 Vgl. Kartschoke, Dieter: Das Rolandslied des Pfaffen Konrad. S. 101
4
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