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Soziales Lernen - ein kurzer Überblick

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 1998, 11 Pages
Author: Hanno Frey
Subject: Pedagogy - School Pedagogics

Details

Event: Einführung in die Aufgaben und Arbeitsweisen der Vor - und Grundschulpädagogik
Institution/College: University of Hamburg (FB Pädagogik)
Tags: Soziales Lernen Schule
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 1998
Pages: 11
Grade: 1,0
Language: German
Archive No.: V11815
ISBN (E-book): 978-3-638-17870-9
ISBN (Book): 978-3-638-93219-6
File size: 181 KB

Abstract

Der Begriff des „Sozialen Lernens“ ist spätestens seit den 70er Jahren Diskussionsgegenstand der Öffentlichkeit. Es gab (und gibt) jedoch verschiedene Auffassungen darüber, was unter dem Begriff zu verstehen sei, so daß er mit vielen unterschiedlichen Zielsetzungen verbunden wurde und in dementsprechend unterschiedlichen Zusammensetzungen auftauchte. Es kann deshalb in dieser Hausarbeit kein Anspruch auf vollständige Behandlung der verschiedenen Ansätze erhoben werden. Vielmehr soll zunächst einmal auf die Geschichte des Begriffs des „Sozialen Lernens“ eingegangen werden, um anschließend die vier meistdiskutierten Lesarten in einer Übersicht darzustellen.


Excerpt (computer-generated)

„Soziales Lernen“

von Hanno Frey

 

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung  4

2 Geschichte und Begriffsdefinition 
des „Sozialen Lernens“  4

3 Richtungen des sozialen Lernens  5

3.1 Soziales Lernen als angstfreies Lernen  5

3.2 Soziales Lernen als Sozialerziehung  7

3.3 Soziales Lernen als soziale Integration  6

3.4 Soziales Lernen als soziale Interaktion  7

4 Fazit  8

5 Bibliographie  10

 


1 Einleitung

Der Begriff des „Sozialen Lernens“ ist spätestens seit den 70er Jahren Diskussionsgegenstand der Öffentlichkeit. Es gab (und gibt) jedoch verschiedene Auffassungen darüber, was unter dem Begriff zu verstehen sei, so daß er mit vielen unterschiedlichen Zielsetzungen verbunden wurde und in dementsprechend unterschiedlichen Zusammensetzungen auftauchte. Es kann deshalb in dieser Hausarbeit kein Anspruch auf vollständige Behandlung der verschiedenen Ansätze erhoben werden. Vielmehr soll zunächst einmal auf die Geschichte des Begriffs des „Sozialen Lernens“ eingegangen werden, um anschließend die vier meistdiskutierten Lesarten in einer Übersicht darzustellen.

2 Geschichte und Begriffsdefinition des „Sozialen Lernens“

Die Geschichte des Begriffs „Soziales Lernen“ geht zurück auf die angelsächsischen Lerntheoretiker im Gefolge des Behaviorismus. Eben diese Lerntheoretiker gingen zunächst von folgender These aus: „Die Auffassung des Lernens als eines sozialen Prozesses bedeutet die Interpretation des individuellen Lernaktes, wie er sich innerhalb einer sozialen Situation ereignet“1. Vor diesem Hintergrund wurde der Begriff des „Sozialen Lernens“ lange Zeit als Synonym für den Lernbegriff an sich gebraucht, bis er durch eine vom symbolischen Interaktionismus geprägten Sozialisationstheorie eine eigene Bedeutung erhielt. Von diesem Zeitpunkt an wurde die soziale Situation, in der Lernen immer stattfindet, ob in Schule, Kindergarten oder zu Hause, nicht mehr als rein verhaltenserklärendes Beziehungsgefüge angesehen. Soziales Lernen wurde von nun an nicht mehr als „sozial“ bezeichnet, weil Lernen in einer sozialen Situation stattfindet, sondern weil Lernen auch soziale Inhalte besitzen sollte. Die Interpretation des Begriffes „Lernen“, der vornehmlich für die überprüfbare Aneignung von Fach- und Detailwissen verwendet wurde, erfuhr so eine Erweiterung: Soziales Lernen als „learning of a culture“2 bedeutete nun auch die Aneignung gesellschaftlicher Inhalte, Werte und Normen durch die Interaktion mit anderen Lernenden. Von diesem Zeitpunkt an wurde die sozialethische Tradition der Pädagogik stärker betont. So hieß es denn auch im „Strukturplan für das Bildungswesen“, daß die Schule ihr Ziel, „den jungen Menschen auf das Leben in einer offenen Gesellschaft und in einem demokratischen Staat vorzubereiten“3, nur dann erreichen könne, wenn „die Grundmuster des Verhaltens in der Schule eingeübt und erprobt werden“4. Auf der Grundlage dieser Zielsetzung kann es wohl als Aufgabe der Schule angesehen werden, den Schülern „demokratische Primärerfahrung“5 zu ermöglichen, um so im sich entwickelnden Individuum die Fähigkeit zur „Mitwirkung im demokratischen Staat“6 zu entwickeln. Die oben gegebene Definition des „sozialen Lernens“ mag als relativ gesichert gelten und deckt wohl das wesentliche Ziel ab. Es finden sich dennoch, davon abweichend, verschiedene Akzentuierungen. Darauf sei im folgenden Teil der Hausarbeit eingegangen. Die verschiedenen Akzentuierungen spiegeln dabei sowohl die differierenden Auffassungen darüber, was für den demokratisch mündigen und aktiven Menschen am wichtigsten ist, als auch die verschiedenen Definitionen der beiden Teilbegriffe, wieder.

3 Richtungen des sozialen Lernens

[...]


1Correll, Lernpsychologie, 112.

2Rose, Human Behaviour and Social Processes, 9.

3Deutscher Bildungsrat (Hrsg.), Strukturplan für das Bildungswesen, 37.

4ebd.

5ebd.

6ebd.

7Lenzen, Pädagogische Grundbegriffe, 62.

8Vester, Denken, Lernen, Vergessen, 97.

9ebd.


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