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Diplomarbeit, 2008, 147 Seiten
Autor: Mag. Stefan Häuser
Fach: Skandinavistik
Details
Tags: Knut, Hamsun, Autobiographische, Elemente, Werken
Jahr: 2008
Seiten: 147
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 61 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-21756-4
ISBN (Buch): 978-3-640-21770-0
Dateigröße: 617 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Die folgende Arbeit wird sich mit den autobiographischen Elementen in Hamsuns Werken beschäftigen. Um den Leser auf die kommenden Seiten vorzubereiten, soll an dieser Stelle in erklärender Art und Weise dargelegt werden, nach welchen Kriterien die Primärliteratur, deren Umfang noch näher erläutert wird und die in diesem Fall den Hauptforschungsgegenstand bildet, untersucht wird. Dafür ist es erstmals erforderlich, den Begriff „autobiographische Elemente“ zu erklären. Philippe Lejeune meint, dass für eine Autobiographie zwei Bedingungen erfüllt werden müssen. Einerseits muss sowohl die Identität des Autors mit jener des Erzählers und andererseits die des Erzählers mit der der Hauptfigur übereinstimmen. Darüber hinaus müssen noch zusätzliche Punkte nahezu vollständig gegeben sein, um von einer Autobiographie sprechen und eine Grenzlinie zu benachbarten Gattungen, wie Memoiren, Tagebücher oder Essays, schaffen zu können: (a.) eine Prosaerzählung einer (b.) individuellen Geschichte muss in (c.) rückblickender Erzählperspektive erfolgen.1 Des Weiteren verlangt Lejeune, „daß zwischen dem Autor (wie er namentlich auf dem Umschlag steht), dem Erzähler und dem Protagonisten der Erzählung Namensidentität besteht.“2 Hat die Person der Geschichte jedoch einen fiktiven Namen oder gibt es zwischen ihr und dem Autor, der sich ja zu seiner Identität nicht eindeutig bekennt, nur Ähnlichkeiten, die in einem fiktiven Text stattfinden, spricht man von einem autobiographischen Roman, der im Gegensatz zur Autobiographie verschiedene Stufen annehmen kann.3 In Hamsuns umfangreicher Bibliographie befindet sich nur ein Werk, das somit die Bedingungen der Autobiographie erfüllt, nämlich sein letztes Werk På gjengrodde stier. Deswegen bietet es sich an, einen Blick auf jene Gattung zu werfen, die die Schnittstelle zwischen Roman und Autobiographie bildet, auf den bereits erwähnten autobiographischen Roman.
Textauszug (computergeneriert)
Stefan Häuser (Autor)
KNUT HAMSUN autobiographische Elemente in
seinen Werken
2
Jeg er fra Jorden og Skogen med alle mine Røtter. I byene bare lever jeg et kunstig Liv
med kafeer og Aandrigheter og alskens Hjærnetull. Men jeg er fra Jorden. Og man
skulde ikke gaa ut fra at jeg "bare dikter" naar jeg skriver om den.
(Knut Hamsun)
3
4
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
S. 9
1. Knut Hamsun in seinen Werken
S. 11
2. Reale Personen und Namen
S. 25
3. Hamsun und das Nordland die Welt seiner Kindheit
S. 29
3.1. Früheste Kindheit S. 29
3.2. Die Zeit bei Onkel Hans Olsen S. 32
3.3. Hamsuns Leben nach Olsen S. 37
3.4.
Bjørger
im Kontext zu Hamsuns Biographie S. 38
3.5. Der Landstreicher und die Bedeutung von Onkel Ole S. 40
3.6. Das Nordland und dessen Natur in den Werken und seine Bedeutung
für den Dichter S. 42
4. Der Bauer Knut Hamsun
S. 45
4.1. Die Kindheit auf dem Bauernhof S. 46
4.2. Die Zeit als Farm- und Präriearbeiter in Amerika S. 46
4.3. Der Bauer in den Romanen S. 49
4.4. Hamsuns persönliche Bauerngeschichte S. 53
5. Mäzene, Gönner und Wohltäter in Hamsuns Leben und
seiner Romanwelt
S. 57
5.1. Erasmus Benedigt Kjerschow Zahl, Hamsuns erster Mäzen S. 57
5.2. Johan Sørensen und Vergleiche mit dem
Sult
-Ich S. 62
5.3. Die Figur des Mack und andere Mäzene in Hamsuns Romanen S. 65
5.4. Weitere Gönner in Hamsuns Leben S. 70
5.5. Hamsun als Mäzen S. 71
5
6. Amerika
S. 74
6.1. Der erste Amerikaaufenthalt S. 74
6.2. Der zweite Amerikaaufenthalt S. 78
6.3.
Fra det moderne Amerikas aandsliv
S. 80
6.4.
Festina lente
S. 83
6.5. Amerika in den Werken S. 84
7. Auslandsschilderungen
S. 93
7.1.
I Æventyrland
Hamsuns Werk über seine Orientreise S. 93
7.2. Pariser Skizzen S. 94
8. Hamsun und die Frauen
S. 96
8.1. Jugendliebe Laura S. 96
8.2. Die Frauen in Amerika S. 98
8.3. Weitere Damenbekanntschaften und viele Vorbilder für Dagny Kielland S. 99
8.4. Bergljot Goepfert Hamsuns erste Ehefrau S. 103
8.5. Marie Andersen die zweite Ehefrau S. 106
8.6. Die Theorie des Künstlerproblems S. 111
9. Hamsuns Abrechnungen I persönliche Angriffe
S. 113
9.1. Lars Oftedal S. 114
9.2. Kritik an Nansen und am Sport S. 117
9.3. Die großen Vier Hamsuns Angriffe auf Bjørnson, Ibsen, Kielland und Lie S. 118
9.4. Ola(f/v) Thommessen S. 124
9.5. Professor Langfeldt S. 128
10. Hamsuns Abrechungen II nicht personenbezogene Angriffe
S. 131
10.1. England S. 131
10.2. Die Schweiz und die Kritik am Tourismus S. 133
10.3. Die Abrechnung mit den jungen Künstlern in
Ny Jord
S. 135
10.4. Das ungeliebte Theater S. 136
10.5. Pfarrer/Beamte im Nordland S. 138
Resümee
S. 139
6
Bibliographie
S. 143
7
8
Einleitung
Die folgende Arbeit wird sich mit den autobiographischen Elementen in Hamsuns Werken
beschäftigen. Um den Leser auf die kommenden Seiten vorzubereiten, soll an dieser Stelle in
erklärender Art und Weise dargelegt werden, nach welchen Kriterien die Primärliteratur,
deren
Umfang
noch
näher
erläutert
wird
und
die
in
diesem
Fall
den
Hauptforschungsgegenstand bildet, untersucht wird.
Dafür ist es erstmals erforderlich, den Begriff ,,autobiographische Elemente" zu
erklären. Philippe Lejeune meint, dass für eine Autobiographie zwei Bedingungen erfüllt
werden müssen. Einerseits muss sowohl die Identität des Autors mit jener des Erzählers und
andererseits die des Erzählers mit der der Hauptfigur übereinstimmen. Darüber hinaus müssen
noch zusätzliche Punkte nahezu vollständig gegeben sein, um von einer Autobiographie
sprechen und eine Grenzlinie zu benachbarten Gattungen, wie Memoiren, Tagebücher oder
Essays, schaffen zu können: (a.) eine Prosaerzählung einer (b.) individuellen Geschichte muss
in (c.) rückblickender Erzählperspektive erfolgen.1 Des Weiteren verlangt Lejeune, ,,daß
zwischen dem Autor (wie er namentlich auf dem Umschlag steht), dem Erzähler und dem
Protagonisten der Erzählung Namensidentität besteht."2 Hat die Person der Geschichte jedoch
einen fiktiven Namen oder gibt es zwischen ihr und dem Autor, der sich ja zu seiner Identität
nicht eindeutig bekennt, nur Ähnlichkeiten, die in einem fiktiven Text stattfinden, spricht man
von einem autobiographischen Roman, der im Gegensatz zur Autobiographie verschiedene
Stufen annehmen kann.3
In Hamsuns umfangreicher Bibliographie befindet sich nur ein Werk, das somit die
Bedingungen der Autobiographie erfüllt, nämlich sein letztes Werk
På gjengrodde stier
.
Deswegen bietet es sich an, einen Blick auf jene Gattung zu werfen, die die Schnittstelle
zwischen Roman und Autobiographie bildet, auf den bereits erwähnten autobiographischen
Roman. Diese ,,ästhetisch-fiktionale Übertragung der Lebensgeschichte des Autors bzw.
einzelner Erlebnisse daraus in einen Roman"4 bringt uns, ob seiner weniger strengen
Bedingungen so müssen unter anderem weder Autor noch Hauptfigur identisch sein, noch
besteht ein vollkommener Anspruch auf Wahrheit der Bestimmung des Begriffs
1 Vgl. Lejeune, Philippe: Der autobiographische Pakt. Frankfurt: Suhrkamp Verlag, 1994. S. 16f
2 Ebd. S. 25
3 Vgl. Ebd. S. 26f
4 Metzler Lexikon Literatur. 3. Ausgabe. Stuttgart: Metzler′sche Verlagsbuchhandlung, 2007.
Autobiographischer Roman. S. 59
9
autobiographische Elemente schon näher. In der Arbeit soll es aber nicht darum gehen, die
Werke der Reihe nach auf ihre Eigenschaft als Autobiographie oder autobiographischer
Roman zu prüfen, sondern es sollen jene Textpassagen und Teile herausgehoben werden, die
einen Hinweis auf die Lebensgeschichte des Dichters bieten können. Dabei macht es
erforderlich, auf zahlreich vorhandene Werke der Sekundärliteratur zurückgreifen zu können,
bei der vor allem Lars Frode Larsens dreiteilige Biographie des jungen Hamsun und Robert
Fergusons Hamsunbiographie wegen ihrer qualitativen und quantitativen Dichte
Berücksichtigung finden werden. Großes Gewicht kommt auch dem von Harald S. Næss
herausgegebenen und kommentierten Gesamtbriefwerk des norwegischen Schriftstellers zu.
Die zu untersuchende Primärliteratur umfasst die gesamten Romane Hamsuns und
vereinzelt sein lyrisches Schaffen. Seine sechs Dramen finden in der Arbeit hingegen keine
Erwähnung. Dies hat weniger mit der Tatsache zu tun, dass Hamsuns Bühnenstücke, aber
auch seine poetischen Werke, in Anbetracht seiner Kraft als Prosaschriftsteller nicht von so
großer Bedeutung sind, sondern damit, dass dies mit dem Umfang der Arbeit kollidieren
würde. Dagegen wird den in den gesammelten Werken nicht aufgenommenen und zum Teil
unveröffentlichten und unvollständigen Stücken
Den gaadefulde
,
Bjørger
,
Lurtonen
und
Reban
Platz eingeräumt.
Zur Vermeidung einer bloßen Auflistung der autobiographischen Elemente in den
einzelnen Werken werden zusammenpassende Themen zu Kapiteln zusammengefasst und mit
einem einleitenden Ausblick auf den Inhalt versehen. Um die Untersuchungen
nachvollziehbar zu machen, wird keine vollständige Biographie vorausgeschickt, sondern es
werden die biographischen Daten und Ausführungen immer themenbezogen ins Feld geführt,
um so auch ein zusammenhängendes Lesen zu gewährleisten. Darüber hinaus sollen
Vergleiche mit zitierten Stellen aus den Werken zusätzlich unterlegt werden.
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