Die nationalsozialistische Verfolgung der Sinti und Roma im Baden und Württemberg

Flash Player und JavaScript werden für eine verbesserte Ansicht des Dokuments benötigt. Bitte installieren Sie den Flash Player und aktivieren Sie Javascript.
Install Flash Player
Details
Autor: Mila Francisco
Fach: Geschichte - Nationalsozialismus, II. Weltkrieg
Veranstaltung: H.S. Den Holocaust in musealer Präsentation
Institution/Hochschule: Universität Karlsruhe (TH) (Institut für Geschichte)
Jahr: 2002
Seiten: 36
Note: 1,7
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 334 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-17886-0
Textauszug (computergeneriert)
Die nationalsozialistische Verfolgung der Sinti und
Roma im Baden und Württemberg.
von Mila A. Francisco F.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung 3
II. Hauptteil 3
II.1. Vorgeschichte der Sinti und Roma
im Baden und Württemberg vor 1933
II.1.1. Erste Verfolgungen 5
II.1.2. Integrationsversuche 7
II.1.3. Diskriminierung aus rassischen Gründen 11
II.2. Die nationalsozialistische Verfolgung
der badischen und württembergischen Sinti und Roma
II.2.1. Erste Phase: 1933 bis Sommer 1939 13
II.2.2. Zweite Phase: Oktober 1939 bis Sommer 1940 19
II.2.3. Phase: Herbst 1940 bis Herbst 1942 21
II.3. Die Endlösung der „Zigeunerfrage“
II.3.1. Der Auschwitz-Erlass 23
II.3.2. Die Kinder der St. Josefspflege
in Mulfingen, Württemberg 25
III.3.3. Nachwort 29
III. Schlussbetrachtungen 30
Literaturverzeichnis 32
I. Einleitung
Bis in die 80er Jahre war die nationalsozialistische Verfolgung und Vernichtung der Sinti und Roma ein Desiderat der Geschichtsforschung in Deutschland und im Ausland. Die Ursachen für diese fehlende Beachtung waren unter anderem das Pflichtgefühl der Forschung Themen wie die Judenverfolgung aufzuarbeiten, sowie ein von der Gesellschaft mit Vorurteilen behaftetes Bild gegenüber den Sinti und Roma. Ein weiterer Grund mag darin liegen, dass es im Vergleich zur Judenverfolgung nur wenige Dokumente über den Genozid an den Sinti und Roma gibt.
Ein wesentlicher Impuls in Deutschland zur Erforschung dieser Thematik wurde von der 1979 gegründeten Bürgerrechtsbewegung deutscher Sinti und Roma gegeben.1 Seitdem ist eine Reihe von Arbeiten, teilweise auch mit regionalem und lokalem Bezug, erschienen, letztere jedoch in geringer Anzahl.2
Das Ziel dieses Referates ist die Beschreibung der Verfolgung der Sinti und Roma in Baden und Württemberg durch die Nationalsozialisten. Um die Ausgangspunkte der nationalsozialistischen „Zigeunerverfolgung“ zu bestimmen, bedarf es zunächst einer Untersuchung der „Zigeunerpolitik“ in den Jahrzehnten vor 1933. Wie sah die Lage der Sinti und Roma in Bezug auf ihre Integration in Baden und Württemberg vor 1933 aus? Gab es gewisse Kontinuitäten nach 1933? Wie präsentierte sich der Nationalsozialismus auf lokaler Ebene und wer waren die Funktionsträger in der Verfolgung der badischen und württembergischen Sinti und Roma? Dies sind die Fragen, auf die das vorliegende Referat eine Antwort zu geben versucht. Die Verfolgung der Sinti und Roma im deutschen Reich ist gut dokumentiert.3 Leider fehlt es noch an Arbeiten mit regionalem Bezug. Über die Verfolgung der Sinti und Roma in Baden und Württemberg gibt es so gut wie keine explizite Literatur. Sowohl Literatur wie Dokumente sind außerordentlich ungünstig.
II. Hauptteil
[...]
1Sie haben das Wortpaar „Sinti und Roma“ als Sammelbezeichnung für alle Zigeunergruppen durchgesetzt Bei den Sinti handelt es sich um die größte einzelne im deutschen Sprachraum lebende Zigeunergruppe. Ihre Anwesenheit ist seit fast 600 Jahren nachgewiesen. „Roma“ werden in deutscher Sprache die aus Ost- und Südosteuropa stammenden Zigeunergruppen genannt. Außerhalb dieses Sprachraums gilt „Roma“ dagegen oft als Sammelbegriff für die verschiedenen Zigeunergruppen. Vg. Zimmermann, Michael: Rassenutopie und Genozid. Die nationalsozialistische „Lösung der Zigeunerfrage“, Hamburg 1996, S. 17.
2 Riechert, Hansjörg: Im Schatten von Auschwitz. Die nationalsozialistische Sterilisationspolitik gegenüber Sinti und Roma, New York 1995, S. 1.
3Siehe vor allem die Werke von Zimmermann, Michael : Rassenutopie und Genozid. Die nationalsozialistische „Lösung der Zigeunerfrage“, Hamburg 1996. Ebd.: Verfolgt, vertrieben, vernichtet. Die nationalsozialistische Vernichtungspolitik gegen Sinti und Roma, Essen 1989. Sowie Schenk, Michael: Rassismus gegen Sinti und Roma. Zur Kontinuität der Zigeunerverfolgung innerhalb der deutschen Gesellschaft von der Weimarer Republik bis in die Gegenwart, in: Joachim S. Hohman (Hg.): Studien zur Tsiganologie, Band 11, Frankfurt am Main 1994.
Kommentare
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden: