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Subtitle: Möglichkeiten und Grenzen der sozialen Arbeit am Beispiel der FMM-Orden in „Centre de Promotion Rurale et Féminine Sté. Claire"
Thesis (M.A.), 2007, 97 Pages
Author: Mag.a (FH) Malgorzata Wimmer
Subject: Social Pedagogy / Social Work
Details
Institution/College: St. Pölten University of Applied Sciences (FH-St.Pölten, Österreich)
Tags: Inwieweit, Missionsarbeit, Diplomarbeit
Year: 2007
Pages: 97
Grade: befriedigend
Bibliography: ~ 95 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-21432-7
ISBN (Book): 978-3-640-21447-1
File size: 1337 KB
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Abstract
Möglichkeiten und Grenzen der sozialen Arbeit am Beispiel der FMM-Orden in „Centre de Promotion Rurale et Féminine Sté. Claire“ (Berufschule für Mädchen zwischen 14 und 20 Jahren) nahe Fianarantsoa auf Madagaskar. „Ich habe aber auch Armut gesehen, was für mich nicht nur wenig zu essen bedeutet, sondern auch kein Geld für Medikamente und kein Wissen zu haben. Es bedeutet, von Lebensmöglichkeiten ausgegrenzt zu sein und das nicht einmal artikulieren zu können.“ (Interview; Sr. Soava; 21.07.2006) Der nachweislich beste Weg Personen zu helfen ist den Zugang zur Bildung oder zum Arbeitsmarkt zu öffnen. Dadurch wird Eigenständigkeit erhöht. Während meines Praktikums auf Madagaskar hat mich das Engagement der Missionarinnen (FMM Orden) in Centre de Promotion Rurale et Féminine „Sté Claire“ (Berufschule für Mädchen zwischen 14 und 20 Jahren) nahe Fianarantsoa, trotz der schwierigen Bedingungen sehr beeindruckt. Die Ordensfrauen helfen den Mädchen zur Selbsthilfe was für sie die Selbstständigkeit bedeutet. Ihre missionarischen Tätigkeiten sind mit Sozialarbeit zu vergleichen. Die Defizite werden wahrgenommen. Die Nonnen arbeiten mit den Fähigkeiten, Ressourcen, Energien und Stärken, die die Mädchen mitbringen. Die Mission existiert seit 1997 und ist in den letzen Jahren sehr gewachsen. Vor allem auf die Bildung wurde gesetzt. Es stellten sich viele Fragen, für deren Beantwortung ich mit unterschiedlichen Menschen Gespräche führte und Reisen ins Landesinnere unternahm. Ferner besuchte ich die Antanponjina Gegend um die Verhältnisse, aus denen die Mädchen der Berufschule kommen zu erkunden. Im Laufe der Zeit bekam ich immer mehr Einblicke in Hintergründe, Lebensweisen und Traditionen. Diese Aktivitäten brachten mir eine Vielfalt von Antworten und Einsichten die ich nun in die Diplomarbeit einfliesen lassen möchte. In dieser Diplomarbeit möchte ich die Möglichkeiten und Grenzen der sozialen Arbeit am Beispiel der FMM-Orden in „Centre de Promotion Rurale et Féminine Sté. Claire“ (Berufschule für Mädchen zwischen 14 und 20 Jahren) nahe Fianarantsoa auf Madagaskar beschreiben.
Excerpt (computer-generated)
Inwieweit ist Missionsarbeit hilfreich?
Möglichkeiten und Grenzen der sozialen Arbeit am Beispiel der
FMM-Orden in ,,Centre de Promotion Rurale et Féminine
Sté. Claire" (Berufschule für Mädchen zwischen 14 und 20 Jahren)
nahe Fianarantsoa auf Madagaskar.
Malgorzata Drozd
Diplomarbeit
eingereicht zur Erlangung des Grades
Magistra(FH) für sozialwissenschaftliche Berufe
an der Fachhochschule St. Pölten
im September 2007
Executive Summary (Deutsch)
Executive Summary (Deutsch)
Malgorzata Drozd
Inwieweit ist Missionsarbeit hilfreich?
Möglichkeiten und Grenzen der sozialen Arbeit am Beispiel der FMM-Orden in
,,Centre de Promotion Rurale et Féminine Sté. Claire" (Berufschule für Mädchen
zwischen 14 und 20 Jahren) nahe Fianarantsoa auf Madagaskar.
,,Ich habe aber auch Armut gesehen, was für mich nicht nur wenig zu essen bedeutet,
sondern auch kein Geld für Medikamente und kein Wissen zu haben. Es bedeutet, von
Lebensmöglichkeiten ausgegrenzt zu sein und das nicht einmal artikulieren zu können."
(Interview; Sr. Soava; 21.07.2006)
Der nachweislich beste Weg Personen zu helfen ist den Zugang zur Bildung oder zum
Arbeitsmarkt zu öffnen. Dadurch wird Eigenständigkeit erhöht. Während meines
Praktikums auf Madagaskar hat mich das Engagement der Missionarinnen (FMM
Orden) in Centre de Promotion Rurale et Féminine ,,Sté Claire" (Berufschule für
Mädchen zwischen 14 und 20 Jahren) nahe Fianarantsoa, trotz der schwierigen
Bedingungen sehr beeindruckt. Die Ordensfrauen helfen den Mädchen zur Selbsthilfe
was für sie die Selbstständigkeit bedeutet. Ihre missionarischen Tätigkeiten sind mit
Sozialarbeit zu vergleichen. Die Defizite werden wahrgenommen. Die Nonnen arbeiten
mit den Fähigkeiten, Ressourcen, Energien und Stärken, die die Mädchen mitbringen.
Die Mission existiert seit 1997 und ist in den letzen Jahren sehr gewachsen. Vor allem
auf die Bildung wurde gesetzt. Es stellten sich viele Fragen, für deren Beantwortung ich
mit unterschiedlichen Menschen Gespräche führte und Reisen ins Landesinnere
unternahm. Ferner besuchte ich die Antanponjina Gegend um die Verhältnisse, aus
denen die Mädchen der Berufschule kommen zu erkunden. Im Laufe der Zeit bekam ich
immer mehr Einblicke in Hintergründe, Lebensweisen und Traditionen. Diese Aktivitäten
brachten mir eine Vielfalt von Antworten und Einsichten die ich nun in die Diplomarbeit
einfliesen lassen möchte.
In dieser Diplomarbeit möchte ich die Möglichkeiten und Grenzen der sozialen Arbeit am
Beispiel der FMM-Orden in ,,Centre de Promotion Rurale et Féminine Sté. Claire"
(Berufschule für Mädchen zwischen 14 und 20 Jahren) nahe Fianarantsoa auf
Madagaskar beschreiben.
Malgorzata Drozd
- 2 -
2007
Executive Summary (English)
Executive Summary (English)
To what extend is mission work helpful?
Possibilities and limitations of social work as in example of the FMM order of the
"Centre de Promotion Rurale et Féminine Sté. Claire" (vocational school for girls
ages 14 to 20) near Fianarantsoa on Madagascar.
"I have also seen poverty which to me does not just mean `not to have enough to eat′ but
also to have no money for medication and education. It means to be excluded from
prospects of life and not even be able to articulate this" (interview; Sr. Soava; July 7th,
2006)
The best way to help a person is to provide them with access to education and
employment. Through education and employment, a person′s autonomy increases.
During my practicum in Madagascar, I was impressed by the commitment, despite the
difficult conditions, by the missionaries (FMM order) of the "Centre de Promotion Rurale
et Féminine Sté. Claire" (vocational school for girls ages 14 to 20) near Fianarantsoa.
It is obvious that there are deficits. Their work focuses on the abilities, resources,
energies and strengths of the girls. The mission began in 1997 and has expanded over
the last years. Their main focus is in education. To find answers to my questions, I spoke
with various people and travelled into the country. Furthermore, I visited the
Antanponjina area to research the homes of the girls in the vocational school. Over time
I gained more insight into their backgrounds, life styles and traditions. These activities
provided me with various answers and information that I want to integrate in my
Diplomarbeit (thesis).
In this DA I want to describe the possibilities and limitations of social work on the
example of the FMM order of the "Centre de Promotion Rurale et Féminine Sté. Claire"
(vocational school for girls ages 14 to 20) near Fianarantsoa on Madagascar.
Malgorzata Drozd
- 3 -
2007
Inhaltsverzeichnis:
Inhaltsverzeichnis:
EXECUTIVE SUMMARY (DEUTSCH) 2
EXECUTIVE SUMMARY (ENGLISH) 3
INHALTSVERZEICHNIS: 4
1. EINLEITUNG 1
1.1. PERSÖNLICHER ZUGANG 2
1.2. MEINE HYPOTHESEN: 3
2. RAHMENBEDINGUNGEN DER MISSIONSARBEIT UND VERHÄLTNIS ZUR
SOZIALARBEIT 4
2.1. TERMINOLOGIE VON MISSION 4
2.2. MISSIONSARBEIT UND IHRE ZIELE 4
2.3. SOZIALARBEIT UND IHRE ZIELE 5
2.4. MISSION UND KOLLONIALISMUS 6
2.5. GESCHICHTLICHE ENTWICKLUNG DER SOZIALARBEIT 7
2.6. MISSIONSARBEIT UND POLITIK 8
2.7. SOZIALARBEIT UND POLITIK 9
2.8. MISSIONSARBEIT EIN WICHTIGER TEIL DER ENTWICKLUNGSHILFE 9
2.9. SOLIDARITÄT 10
2.10. VERGLEICH SOZIALARBEIT/MISSIONSARBEIT 11
3. BEGEGNUNG MIT DER MISSION 15
3.1. MADAGASKAR 15
3.1.1. Geschichte 17
3.1.2. Bevölkerung 18
3.1.3. Religion 19
3.1.4. Wirtschaft 20
3.2. BEGEGNUNG MIT MISSIONARINNEN 21
3.2.1. FMM Orden 23
3.2.2. Antamponjina-Mission 24
3.2.3. Institutionsbericht 24
3.3. MISSIONSAREAL 21
3.3.1. Grundschule 28
3.3.2. Schulkantine 30
3.3.3. Sportareal 32
3.3.4. Garten 33
3.3.5. Berufschule Sté. Claire 34
3.3.6. Arbeitsateliers 34
3.4. ENTWICKLUNGSZUSAMMENARBEIT AUF MADAGASKAR 34
3.4.1. Staatliche Hilfen 35
3.4.2. NGO´s 36
3.4.3. Kirchliche Organisationen 37
3.4.4. Vergleiche zwischen Sozialarbeit und Missionsarbeit 37
3.5. DIE STÉ. CLAIRE BERUFSCHULE 39
3.5.1. Lebenswelt der Mädchen 40
3.5.2. Umfeld 42
3.5.3. Herkunftsfamilien 43
3.5.4. Begriff Familie und Tradition 44
3.5.5. Rahmenbedingungen 45
3.5.6. Entwicklung der Sté. Claire Berufschule 48
Malgorzata Drozd
- 4 -
2007
Inhaltsverzeichnis:
3.5.7. Zukunftsperspektiven 49
3.5.8. Erfolge 55
3.5.9. Kritik 56
4. PROBLEMDEFINITION 58
4.1. POLITIK 58
4.2. ÖFFENTLICHKEIT 60
4.3. WIRTSCHAFT 60
4.4. BILDUNGSSYSTEM 61
4.5. STRUKTURELLE PROBLEME 62
4.6. GESUNDHEITSWESEN 63
4.7. AUSWIRKUNGEN DER LEBENSBEDINGUNGEN AUF DIE BETROFFENEN 64
4.8. DIE REAKTION AUF SOZIOPOLITISCHE DEFIZITE 64
4.9. AHNENGLAUBEN 65
4.10. BEVÖLKERUNGSWACHSTUM UND FEHLENDE RESSOURCEN 66
5. CHANCEN DER SOZIALARBEIT 70
5.1. DIE SICHT DER MISSION ANTANPONJINA 70
5.2. EMPOWERMENT 71
5.3. AUFKLÄRUNGSARBEIT UND BEWUSSTSEINSBILDUNG 72
5.4. BILDUNG UND GESUNDHEIT 73
5.5. SPORT UND ANDERE FREIZEITBESCHÄFTIGUNG 74
5.6. NACHBETREUUNG 75
5.7. VERNETZUNG 75
5.8. AUSBILDUNG VON LEHRERINNEN UND HANDWERKLICHEN AUSBILDNERINNEN 75
5.9. SCHULPATENSCHAFTEN 76
6. KONKLUSE 78
7. LITERATURLISTE 80
7.1. INTERVIEWS UND TAGEBUCHEINTRAGUNGEN 80
7.2. BÜCHER 80
7.3. INTERNETQUELLEN 86
7.4. GLOSSAR 89
7.5. ABBLDUGSVERZEICHNIS 91
Malgorzata Drozd
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2007
1. Einleitung
1. Einleitung
Bildung ist für uns in den westlichen Industrieländern eine absolute
Selbstverständlichkeit. Manchmal erscheint es uns sogar als notwendiges Übel, wie
auch der Ausdruck ,,Schulpflicht" deutlich macht. In Entwicklungsländern, wie
Madagaskar ist Bildung ein Luxusgut, welches nur wenigen zugänglich ist. Ohne
Ausbildung und ohne Arbeit geben die Betroffenen ihre Hoffnungslosigkeit an die
nächste Generation weiter.
Ziel meiner Diplomarbeit soll somit sein Gemeinsamkeiten und Unterschiede der
Missionsarbeit mit Sozialarbeit aufzuzeigen und die Möglichkeiten und Grenzen der
Sozialarbeit darzustellen. Es kristalliesiert sich die Frage heraus ,,Inwieweit ist
Missionsarbeit hilfreich" und öffnen sich dadurch neue Zukunftsperspektiven für die
Beteiligten.
Als Methode verwendete ich die teilnehmende Beobachtung nach (Lamnek; 2005; 547-
640) Er ermutigte mich direkt an die Betroffenen Rolle anzuknüpfen, ihnen meine
Forschungsinteressen mitzuteilen. Das maßgebliche Kennzeichen der teilnehmenden
Beobachtung ist der Einsatz in der natürlichen Lebenswelt der Untersuchungspersonen.
Ich nahm am Alltagsleben der Mädchen in der Antanponjina Mission teil und versuchte
durch genaue Beobachtung deren Interaktionsmuster und Wertvorstellungen zu
explorieren und für die wissenschaftliche Auswertung zu dokumentieren. (Lamnek; 2005;
549) Daraus ergaben sich im Rahmen von Alltagsgesprächen alle meine
Fragestellungen in den geführten Interviews die sich durch die Protokollierung der
Felderfahrungen, einschließlich der persönlichen Hypothesen und Gefühle
herauskristaliesierten. Interviews, die ich notiert habe und am gleichen Tag noch in den
Laptop eingetippt habe (narrative Interviews).
Durch das Protokollieren wurde ich mit Problemen der Darstellung von Schauplätzen,
Personenbeschreibung der Missionarinnen und der Mädchen und Handlungserzählung
konfrontiert.Der Ablauf der Beobachtung ist sowohl durch die Situation wie durch deren
subjektive Deutung und die Intentionen der Handelnden bestimmt. Beobachtung richtet
sich auf ein Verhalten, dem sowohl ein subjektiver Sinn als auch eine objektive soziale
Bedeutung zukommen. Deshalb gehört zum Beobachten notwendigerweise das
Verständnis oder die zutreffende Interpretation des subjektiven Sinns und der sozialen
Bedeutung einer bestimmten Handlung oder Verhaltenssequenz.(Mayntz et al., 1974; 87
zit. in Lamnek; 2005; 549)
Malgorzata Drozd
- 1 -
2007
1. Einleitung
Die teilnehmende Beobachtung fand direkt in der natürlichen Lebenswelt der Mädchen
aus der Berufschule Antanponjina statt
Meine Wahrnehmung wurde bewusster und präziser. ,,Die Aneignung des
Sinnverständnisses des beobachtenden sozialen Feldes ist nicht durch vollständige
Sozialisation erfolgt, wo dann letztendlich die beobachteten Phänomene als
selbstverständlich erscheinen, sondern das Sinnverständnis muss reflektiert und in
bewusster Distanzierung von den angeeigneten Inhalten geschehen".(Lamnek: 2005;
551). Das Fremdverstehen ist Voraussetzung und Methode der Beobachtung. Ich habe
die Rolle der Mädchen ,,übernommen" und die Welt von ihrem Standpunkt aus gesehen.
(Wilson: 1973; 62 zit. in. Lamnek: 2005; 633) Alle Alltagswirklichkeiten der Antanponjina-
Mission werden beschrieben um sie zu verstehen. Das Sinnverstehen wurde
systematisch protokolliert, erfolgte also methodisch kontrolliert.
Die sozialen Beziehungen haben sich intensiviert aber ich habe trotzdem auf die
bewusste Distanzierung geachtet, weil durch das tägliche Memorieren, Beobachtung
meines Umfeldes, des soziales Verhalten, Werte und Normen, Traditionen, Abläufe und
individuelles Verhalten im Kontext mit der Mission in ,,Centre de Promotion Rurale et
Féminine Ste Claire", Tagebuchaufzeichnungen (TB) und durch die Interviews mit den
Ordensschwestern und den Berufschulmädchen Namen und Geschehnisse bei
wiederholten Begegnungen präsenter wurden.
Im Anhang befindet sich ein Glossar, wo alle Begriffsklärungen, Abkürzungen erläutert
sind.
1.1. Persönlicher Zugang
Im Sommer 2006 absolvierte ich im Rahmen meiner Ausbildung zum Mag. der
Sozialwissenschafte an der Fachhochschule St. Pölten, ein Praktikum in einer
christlichen Mission auf MadagaskarZugang in die Mission erhielt ich durch die
Oberschwester Soava, die ebenfalls wie ich Polnisch als Muttersprache verwendete. Ich
stellte Hypothesen auf, die ich in dieser Arbeit bestätigen möchte. Etwas schwieriger
erwies sich die Kommunikation mit den Kindern und den Mädchen aus der Mission. Ich
zeichnete sehr vieles auf, ich verwendete ,,Bodylanguage" und alle möglichen Gesten
und Mimiken. Wie schon Paul Watzlawick sagte, dass man nicht nicht kommunizieren
kann. (Watzlawick; 2005:1)
Mit den anderen FMM-Schwestern unterhielt ich mich auf Französisch und die Oberin
war immer bereit mir bei allen anderen Interviews in der Mission als Dolmetscherin zur
Seite zu stehen.
Malgorzata Drozd
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2007
1. Einleitung
Ich interviewte die Oberin und zwei weitere Missionarinnen des FMM-Ordens über die
Schulbildung und die Einschätzung der Sozialarbeit in der Mission. Ich interviewte einige
Mädchen aus der Berufschule Antanponjina. Wenn die vorgenommenen Interviews
beendet waren, stellte ich ergänzende Fragen die sich auf die Familie, das Umfeld und
ihr Werdegang bezogen. Ich beschreibe einige Strategien für ein Überleben und
Zukunftschancen der Mädchen.
Die Ordensschwester Soava, die für die Antanponjina Mission verantwortlich ist, war mir
in allen Forschungsphasen sehr hilfreich. Ich wollte wissen, wie eine solche Mission
aufgebaut ist und wie die Zusammenarbeit mit ähnlichen Einrichtungen funktioniert
1.2. Meine Hypothesen:
Meine Hypothesen ergaben sich aus Gesprächen von Betroffenen und Expertinnen, mit
denen ich während meiner Themenwahl diskutiert habe. Viele verschiedene Blickpunkte
sind in vergleichbaren Tabellen zusammengefasst, die auf die Gemeinsamkeiten von
Missionsarbeit und Sozialarbeit hinweisen. Aus täglicher Beobachtung, Mitschriften,
Tagebucheintragungen, Akteneinsicht, Interviews stellte ich folgende Hypothesen fest:
1. Die Missionarinnen sind aus reiner Herzensüberzeugung, aus Solidarität und
Glaubensüberzeugung gesandt. Primär werden Sie gesandt um zu evangelisieren, erst
sekundär ist die Familie und die Nächstenliebe wichtig.
2. Die Mädchen können den klassischen Bildungsweg wegen des Geldmangels nicht
verfolgen.
3. Die Mädchen, die die Berufschule absolviert haben, haben viel bessere Möglichkeiten
und Berufschancen als Mädchen ohne Ausbildung.
Malgorzata Drozd
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2007
2. Rahmenbedingungen der Missionsarbeit und Verhältnis zur Sozialarbeit
2. Rahmenbedingungen der Missionsarbeit und Verhältnis zur
Sozialarbeit
2.1. Terminologie von Mission
Das Wort ,,Mission" kommt vom lateinischen ,,Missio" und bedeutet entsenden, schicken.
Die Verbreitung einer religiösen Lehre unter Andersgläubigen; Verbreitung des
Christentums. Ein Auftrag, der die Aufforderung zu einer bestimmten Handlung ist.
(Mission; 2007)
2.2. Missionsarbeit und ihre Ziele
Die Schwerpunkte der christlichen Missionsarbeit sind heute neben Evangelisierung
auch Hungerbekämpfung, Straßenkinderprojekte, Brunnenbau, Gesundheit, Bildung,
Sozialdienst, Pädagogische oder Psychologische Unterstützung der Bevölkerung,
Mikrokreditprogramme. Die Zielgruppen der Missionsarbeit können direkt der
Gerichtsrede Jesu (Mt. 25; 31-46) entnommen sein: Hungrige, Durstige, Kranke,
Gefangene, Obdachlose, zu Bekleidende. Wie man selbst ist, wie man die anderen sieht
durchs Reden, Handeln und Sein. In allen Lebensbereichen soll sich das Gute
widerspiegeln: Beruf, Privatleben, persönliche Beziehungen, der Umgang mit Geld, Zeit.
,,Alle, die der menschlichen Entwicklung beitragen, sei es auf der familiären, kulturellen,
wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Ebene, im Inland so auch in Ausland,
beteiligen sich an Gottes Plan. (KDK 44 zit. In Rózanski; 2001; 24)
In der Enzyklika Redemptoris Missio, vom Johannes Paul II ist die Frage aufgetreten, ob
die menschliche Entwicklung nicht das eigentliche Ziel ist? (RMis 4 zit. In Rózanski;
2001;7)
Die Kirche bekräftigt die MissionarInnen bei der Arbeit mit den Völkern, die sich mit all
ihren Kräften dafür einsetzen und kämpfen, dass all das überwunden wird, was die
Menschen dazu verurteilt am Rande des Lebens zu bleiben: Hunger, Krankheiten,
Analphabetismus, Armut, Ungerechtigkeiten in den internationalen Beziehungen und
besonders im Handel, Situationen eines wirtschaftlichen und kulturellen
Neokolonialismus, der mitunter ebenso grausam ist wie der alte politische Kolonialismus.
Die MissionarInnen geben über sich selbst Zeugnis, sie wirken mit, damit ist die
Missionsarbeit ganzheitlich. Dies steht durchaus im Einklang mit der Evangelisierung
(Evangelii Nuntiandi; Papst Paul VI; 1975 zit. In Enzyklika Redemptoris Missio; 1990; 59)
Sowohl in der Sozialarbeit als auch in der Missionsarbeit ist Vernetzung,
Feldübergreifende Arbeit von Bedeutung. Aufgrund der Vermittlung der verschiedenen
Malgorzata Drozd
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2007
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