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Subtitle: Sind die historischen Wurzeln der modernen Umweltkrise religiöser Art?
Scholary Paper (Seminar), 2002, 17 Pages
Author: Magister Artium Dennis Barkmin
Subject: History - Miscellaneous
Details
Institution/College: University of Freiburg (Historisches Seminar)
Tags: Ursache, Umweltzerstörung, Natur, Mensch, Umwelt, Einführung, Umweltgeschichte, Neuzeit
Year: 2002
Pages: 17
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 28 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-21627-7
ISBN (Book): 978-3-640-21634-5
File size: 107 KB
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Abstract
Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit den kulturellen Ursachen von Umweltzerstörung und stellt in diesen Zusammenhang die Frage, ob die Ursachen des fatalen Umgangs mit der Natur religiöser Art sind. Eng damit verbunden sind die Fragen, welchen Einfluss die christliche Naturtheologie auf das Entstehen eines anthropozentrischen Weltbildes sowie auf das Entstehen eines Fortschrittoptimismus, der die Wahrnehmung ökologischer Probleme lange Zeit verhinderte, ausübte. Deshalb wird zunächst untersucht, ob das sog. „Dominum terrae – Gesetz“ des Alten Testaments die Vorraussetzung für ein anthropozentrisches Weltbild bildete. Danach beschäftigt sich diese Arbeit mit der christlichen Naturtheologie bzw. mit der Verschmelzung antiker und christlicher Naturvorstellungen, da diese die geistesgeschichtliche Wurzeln des Naturbildes der New Science, mit deren Entstehen ein fataler Umgang mit der äußeren Natur eng verbunden ist, bildete. Da auch der kapitalistischen Ökonomie ein großer Einfluss auf die Zerstörung der Umwelt nachgesagt wird, befasst sich diese Arbeit im 4. Kapitel mit den metaphysischen Grundlagen der naturwissenschaftlichen und technischen Naturbeherrschung sowie der modernen Ökonomie und fragt nach ihren christlichen Hintergründen. Als bedeutende Vertreter ihrer jeweiligen Disziplin werden Francis Bacon, der Vater der modernen Naturwissenschaften, sowie Adam Smith, der Begründer der klassischen Ökonomie, genauer unter die Lupe genommen. Zu beachten ist, das es sich bei dieser Arbeit zu einem großen Teil um die Übernahme von theoretischen Konstrukten wissenschaftlicher Arbeiten handelt. Um die Fragestellung nach den religiösen Ursachen beantworten zu können, muss man sich zunächst einmal mit der Frage beschäftigen, ob kulturelle Prädispositionen das Umweltverhalten der Menschen denn überhaupt in relevanter Weise beeinflussen können?
Excerpt (computer-generated)
Albert Ludwigs-Universität Freiburg i. Br., Historisches Seminar
Proseminar: ,,Natur, Mensch, Umwelt. Einführung in die Umweltgeschichte der
Neuzeit (1500 2000)"
SS 2002
Die kulturellen Ursachen von Umweltzerstörung:
Sind die historischen Wurzeln der modernen Umweltkrise
religiöser Art?
Dennis Barkmin
Neuere und Neueste Geschichte (2),
Wirtschafts- und Sozialgeschichte (2),
Spanisch (2)
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Vorüberlegungen: Können kulturel e Prädispositionen Umweltverhalten in
relevanter Weise beeinflussen? 4
3. Die christliche Anthropozentrik 4
3.1 Das Dominium terrae - Gesetz 4
3.2 Die Verschmelzung christlicher und antiker Naturvorstel ungen 6
4. Die metaphysischen Grundlagen der naturwissenschaftlichen und technischen
Naturbeherrschung sowie der modernen Ökonomie 7
4.1 Das symbolische Feld der ,,oeconomia naturae" 7
4. 2 Der Fortschrittoptimismus 9
4.3 Die Mechanisierung des Weltbildes 10
4.4 Francis Bacons Programm der Naturbeherrschung 11
4.5 Die ökonomische Gesel schaftstheorie des Adam Smith 12
5.Schlussteil 14
6.Quel en- und Literaturverzeichnis 15
6.1. Quel en: 15
6.2. Sekundärliteratur: 15
2
1. Einleitung
Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit den kulturel en Ursachen von
Umweltzerstörung und stel t in diesen Zusammenhang die Frage, ob die Ursachen
des fatalen Umgangs mit der Natur religiöser Art sind.
Eng damit verbunden sind die Fragen, welchen Einfluss die christliche
Naturtheologie auf das Entstehen eines anthropozentrischen Weltbildes sowie auf
das Entstehen eines Fortschrittoptimismus, der die Wahrnehmung ökologischer
Probleme lange Zeit verhinderte, ausübte.
Deshalb wird zunächst untersucht, ob das sog. ,,Dominum terrae Gesetz" des
Alten Testaments die Vorraussetzung für ein anthropozentrisches Weltbild bildete.
Danach beschäftigt sich diese Arbeit mit der christlichen Naturtheologie bzw. mit der
Verschmelzung antiker und christlicher Naturvorstel ungen, da diese die
geistesgeschichtliche Wurzeln des Naturbildes der New Science, mit deren
Entstehen ein fataler Umgang mit der äußeren Natur eng verbunden ist, bildete.
Da auch der kapitalistischen Ökonomie ein großer Einfluss auf die Zerstörung der
Umwelt nachgesagt wird, befasst sich diese Arbeit im 4. Kapitel mit den
metaphysischen Grundlagen der naturwissenschaftlichen und technischen
Naturbeherrschung sowie der modernen Ökonomie und fragt nach ihren christlichen
Hintergründen.
Als bedeutende Vertreter ihrer jeweiligen Disziplin werden Francis Bacon, der Vater
der modernen Naturwissenschaften, sowie Adam Smith, der Begründer der
klassischen Ökonomie, genauer unter die Lupe genommen.1
Zu beachten ist, das es sich bei dieser Arbeit zu einem großen Teil um die
Übernahme von theoretischen Konstrukten wissenschaftlicher Arbeiten handelt.
Um die Fragestel ung nach den religiösen Ursachen beantworten zu können, muss
man sich zunächst einmal mit der Frage beschäftigen, ob kulturel e Prädispositionen
das Umweltverhalten der Menschen denn überhaupt in relevanter Weise
beeinflussen können?
1 Vgl. Groh, Weltbild, S. 7 9;
3
2. Vorüberlegungen: Können kulturelle Prädispositionen
Umweltverhalten in relevanter Weise beeinflussen?
Man kann sicher davon ausgehen, dass Menschen aufgrund spezifischer Interessen
handeln. Der Bezug auf Normen erfolgt nur legitimatorisch, im Hinblick auf das
Erreichen gesetzter Ziele. Al erdings droht den Akteuren durch Verletzung von
Normen Nachteile. Dies kann sie von vornherein von nonkonformen Verhalten
abhalten.2
Die Systemmerkmale einer Kultur verschmelzen zu einer eigentümlichen Struktur,
die dem Neugeborenen als im Prinzip natürliche Gegebenheit entgegentritt. Bei
diesen Systemmerkmalen handelt es sich um Regeln, Verhaltensvorschriften und
Deutungsmustern, die dazu dienen das Verhältnis der in einer Gesel schaft
zusammengefassten Individuen zur äußeren Natur sowie untereinander zu regeln.
Der Mensch wird auf diese Weise von der Kultur, die in diesem Zusammenhang als
Subjekt auftritt, sozialisiert. Menschliches Verhalten wird also durch unbewusste,
implizierte Regeln gesteuert, die durch Tradition vermittelt werden. Möchte man nun
das Verhältnis des Menschen zu seiner Umwelt historisch rekonstruieren, muss man
als Untersuchungsgegenstand die Kultur und nicht das Individuum nehmen.3
Viele Versuche die sich mit den religiösen Ursachen von Umweltzerstörung
beschäftigten, sehen in dem ,,Domina terrae Gesetz" des Alten Testaments die
Basis für den rücksichtslosen Umgang des Menschen mit der Natur.4
3. Die christliche Anthropozentrik
3.1 Das Dominium terrae - Gesetz
Nach dem sogenannten ,,Dominum terrae Gesetz" (,,Machet euch die Erde
untertan") ist der Mensch Herr über die Natur (Gen. 1, 28; vgl. 1, 26 und 1, 29; auch
Psalm 8, 9). Bekanntlich hat das Gebot zwei Seiten. Die bevölkerungspolitische
Seite fordert zur Ausbreitung über die ganze Erde aus, das eigentliche Dominum
terrae zur umfassenden Nutzung der gesamten Natur. Der ältere, jahwistische
Schöpfungsbericht (Gen. 2, 4b 25), der am Anfang der hebräischen
2 Vgl. Helbling, Der Einfluss religiöser Vorstel ungen, S. 22/23.
3 Vgl. Sieferle, Universalgeschichtliche Struktur des Umweltproblems, S. 47f.
4 Vgl. Drewermann, Der tödliche Fortschritt, S71 73.
4
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