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Hölderlins Geschichtsphilosophie im literarhistorischen Kontext: Die Elegie Brod und Wein im Vergleich zu Schillers Gedicht Die Götter Griechenlandes

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2001, 29 Pages
Author: M.A. Mario Paulus
Subject: German Studies - Modern German Literature

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2001
Pages: 29
Grade: 1.0 (sehr gut)
Language: German
Archive No.: V11868
ISBN (E-book): 978-3-638-17914-0

File size: 272 KB


Excerpt (computer-generated)

Hölderlins Geschichtsphilosophie im literarhistorischen Kontext:
Die Elegie "Brod und Wein" im Vergleich zu Schillers Gedicht 
"Die Götter Griechenlandes"

von: Mario Paulus


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 2

2. Literaturtheoretische 
und philosophische Voraussetzungen 4

2.1 Die Bedeutung der 
"Querelle des anciens et des modernes" 4

2.2 Zur Entwicklung der Geschichtsphilosophie 
von Voltaire bis Kant 5

3. Interpretation des Gedichtes 
"Die Götter Griechenlandes" 7

3.1 Zur Entstehungssituation des Gedichtes 7

3.2 Zur formalen Charakterisierung des Gedichtes 7

3.3 Der elegische Charakter des Gedichtes 8

3.4 Gegenwart versus griechische Antike 9

4. Interpretation der Elegie "Brod und Wein" 14

4.1 Zur Entstehungssituation der Elegie 14

4.2 Form und Struktur der Elegie 14

4.3 Dreiteilung als zentrales Charakteristikum 15

5. Vergleich der beiden Dichtungen 22

5.1 Formale Unterschiede 22

5.2 Die Rolle der Kunst und des Künstlers 22

5.3 Die Bedeutung der Religion 23

5.4 Hölderlins Geschichtsauffassung 
zwischen Schiller und Novalis 23

6. Zusammenfassung 25

7. Literaturverzeichnis 26




1. Einleitung

Setzt man sich mit der Frage auseinander, welcher Geschichtsphilosophie Friedrich Hölderlin in seinem literarischen Werk Ausdruck verleiht, so befindet man sich im Kontext seiner Oden und späten Hymnen, vor allem aber seiner Elegien. Unter diesen Elegien wiederum ist die Elegie "Brod und Wein" das umfangreichste, vielleicht auch das bedeutendste Werk, da es in besonders eindrucksvoller und zugleich umfassender Weise Hölderlins Auffassung von Geschichte deutlich werden läßt (vgl. z.B. Schmidt 1968, 6).
Gerade die Epoche, in der Hölderlins Hauptwerk anzusiedeln ist - also etwa der Zeitraum von 1788 bis 1806 -, ist besonders bedeutend nicht nur für die europäische Geschichte bzw. die Weltgeschichte, sondern auch für die Philosophie und die Literatur. Gerade deshalb ist es angemessen, sich mit dem philosophischen und dem literaturtheoretischen Hintergrund auseinanderzusetzen, vor dem Hölderlins Werk betrachtet werden muß. Dabei ist es unumgänglich, über den damaligen deutschsprachigen Raum hinaus zu blicken, weil die deutschen Philosophen und Schriftsteller jener Zeit insbesondere von Frankreich beeinflußt worden sind.
Für die literarische Entwicklung Friedrich Hölderlins war Friedrich Schiller von großer Bedeutung, und es liegt besonders deshalb nahe, einen Vergleich zwischen beiden anzustellen, weil Hölderlin zunächst in vielem den knapp elf Jahre älteren Schiller als Vorbild ansah, sich dann aber von ihm in mancherlei Hinsicht distanziert hat.
Dieser Zusammenhang zwischen Hölderlins und Schillers Werk besteht auch zwischen Schillers Gedicht "Die Götter Griechenlandes", dessen erste Fassung aus dem Jahre 1788 stammt, und Hölderlins Elegie "Brod und Wein", die wohl 1800/1801 entstanden ist: Hölderlins Elegie gehört zur poetischen Rezeption des Schiller-Gedichtes, und wie zu zeigen sein wird, gibt es grundlegende Parallelen zwischen beiden Werken, zugleich werden aber auch deutliche Unterschiede sichtbar, die nicht zuletzt aus einer unterschiedlichen Geschichtsphilosophie resultieren.
Wenn im Titel der vorliegenden Arbeit vom "literarhistorischen Kontext" von Hölderlins Werk die Rede ist, so wird damit eigentlich auch die Literatur der Frühromantik mit einbezogen. Dies gilt insbesondere für Novalis, den wohl wichtigsten Frühromantiker. Denn dieser hat insbesondere mit der fünften seiner "Hymnen an die Nacht", die 1799/1800 entstanden sind, eine Dichtung verfaßt, die in engem Zusammenhang mit den beiden zu untersuchenden Gedichten steht. Wenn dennoch in der vorliegenden Arbeit nur sehr peripher auf Novalis und dessen Geschichtsphilosophie eingegangen wird, so einzig und allein deshalb, weil dieser Aspekt den Rahmen der Arbeit hinsichtlich des Umfangs bei weitem sprengen würde.
Aus diesen einleitenden Bemerkungen ergibt sich denn auch fast folgerichtig der Aufbau dieser Arbeit. Im zweiten Kapitel wird zunächst einmal auf literaturtheoretische und philosophische Voraussetzungen eingegangen werden. Dabei geht es zunächst um die "Querelle des anciens et des modernes", die am Ende des 17. Jahrhunderts als genuin literarische Streitfrage in Frankreich entfacht worden ist, dann jedoch sehr schnell philosophische Dimensionen angenommen hat. Die Auflösung dieser Auseinandersetzung führt geradewegs zum Gedankengut der Aufklärung. Somit ist der Übergang geschaffen zum zweiten Teil dieses Kapitels. Hier geht es darum, wie sich die Bedeutung des Begriffs der Geschichtsphilosophie, der in der Aufklärung entstanden ist, bis zu Kant, dessen Philosophie für Schillers "klassisches" Werk in entscheidender Weise prägend gewesen ist, entwickelt hat. Zugleich soll thematisiert werden, worin sich die Geschichtsphilosophie beispielsweise eines Iselin von derjenigen Kants unterscheidet.
Nach dieser recht kurzen Behandlung literaturtheoretischer und philosophischer Voraussetzungen steht im folgenden die Interpretation von Schillers "Die Götter Griechenlandes" und von Hölderlins "Brod und Wein" im Mittelpunkt.
Zunächst wird im dritten Kapitel Schillers Gedicht behandelt, wobei zunächst kurz auf die Entstehungssituation eingegangen wird sowie auf formale Besonderheiten, bevor eine detaillierte, eng am Text orientierte Analyse durchgeführt wird.
Analog dazu ist das vierte Kapitel, das sich Hölderlins Elegie widmet, aufgebaut. Dabei sei hervorgehoben, daß es in beiden Interpretationen weniger darum gehen soll, Analysen der renommiertesten Literaturwissenschaftler einander gegenüber zu stellen, sondern vielmehr werden eigene Beobachtungen im Vordergrund stehen, die nur gelegentlich durch Bezüge auf andere Interpretationen ergänzt werden. In beiden Fällen soll die Analyse jeweils unter besonderer Berücksichtigung des geschichtsphilosophischen Aspekts vorgenommen werden, so daß die Charakteristika der Auffassung des jeweiligen Dichters deutlich werden.
Im fünften Kapitel geht es dann um den eigentlichen Vergleich der beiden Gedichte. Hier werden die zentralen Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Dichtungen, die aus den zuvor getroffenen Beobachtungen resultieren, näher untersucht, so daß die Geschichtsphilosophie sowohl Schillers als auch Hölderlins - auf der Basis der analysierten Dichtungen - erkennbar wird
Im sechsten Kapitel werden dann die wichtigsten Ergebnisse zusammengefaßt, bevor abschließend die verwendete Literatur aufgeführt wird.

2. Literaturtheoretische und philosophische Voraussetzungen

[...]

 


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