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Doctoral Thesis / Dissertation, 2005, 182 Pages
Author: Dr. Alexander Christl
Subject: Law - Media, Multimedia Law, Copyright
Details
Tags: Cookie, Web-Logs, Location, Based, Services, Webbugs, Spyware, Datenschutz, Internet
Year: 2005
Pages: 182
Grade: 1
Bibliography: ~ 60 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-22110-3
ISBN (Book): 978-3-640-22315-2
File size: 1165 KB
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Abstract
Heutzutage gibt es kaum noch Menschen, die das Internet noch nicht in irgendeiner Form nutzen. Durch die schier unüberschaubare Anzahl an Internetnutzungen der User kommt es auch zu einer Unmenge von Datenverarbeitungen, die rechtlich zu beurteilen sind. Hierbei ist sich der durchschnittliche User gar nicht bewusst, dass es nahezu unmöglich ist, seine Internet-Aktivitäten ohne sichtbaren Spuren durchzuführen. Diese stellen sich zB in kleinen Datenpaketen (zB Cookies, Web-Logs) dar, welche entweder auf dem Rechner des Users oder auf einem Server gespeichert werden. Auch kommt es vor, dass spezielle Programme (zB Webbugs, Spyware) im Internet, gegenüber dem User verborgen, gerade aus dem Grund geschaffen wurden, um solche und andere Daten zu sammeln und auszuwerten. Wie aus der obengenannten Publikation hervorgeht, ist der beliebteste Dienst im Internet der Versand von eMails. Dem Nutzer ist hier jedoch nicht bewusst, dass er beim Versenden von eMails eine Fülle von personenbezogenen Daten preisgibt, damit seine Nachrichten vom Empfänger empfangen werden können. Mit dieser Arbeit werde ich versuchen, datenschutzrechtlich bedenkliche Vorgänge, wie die Abspeicherung von Cookies auf dem User-Rechner, das Einsetzen von Web-Logs, Webbugs und Spyware aber auch das Versenden von eMails sowie die Aufzeichnung von Daten bei der Verwendung von Telekommunikationseinrichtungen, wie etwa Location Based Services (LBS) zu untersuchen und auf ihre Gesetzeskonformität zu prüfen. Aufgrund der einschlägigen Gesetze, insbesondere des Datenschutzgesetzes und des Telekommunikationsgesetzes werden die Abläufe und Anwendungen wie Cookies, Web-Logs, Location Based Services, eMail, Webbugs und Spyware im Internet auf ihre Gesetzeskonformität untersucht.
Excerpt (computer-generated)
Cookies, Web-Logs, Location Based Services, eMail,
Webbugs, Spyware -
Datenschutz im Internet
Inhalt
Inhaltsverzeichnis I
Abkürzungsverzeichnis IV
Verzeichnis abgekürzt zitierter Literatur VI
I. Einleitung
1
A) Problemaufriss 1
B) Begriffsbestimmung 2
1. Internet allgemein 2
a) Entwicklung des Internets 2
b) Struktur des Internets 5
2. Cookies 7
a) Begriffsbestimmung 7
b) Zweck, Anwendungsbereich 8
3. Web-Logs 9
a) Begriffsbestimmung 9
b) Zweck, Anwendungsbereich 10
4. Location Based Services (LBS) 11
a) Begriffsbestimmung 11
b) Zweck, Anwendungsbereich 13
5. eMail 14
a) Begriffsbestimmung 14
b) Zweck, Anwendungsbereich 15
6. Webbugs 16
a) Begriffsbestimmung 16
b) Zweck, Anwendungsbereich 17
7. Spyware 18
a) Begriffsbestimmung 18
b) Zweck, Anwendungsbereich 18
II. Grundlagen
20
A) Datenschutzgesetz (DSG) 20
1. Allgemeines 20
2. Grundrecht auf Datenschutz 20
3. Zuständigkeit 24
4. Räumlicher Anwendungsbereich 25
5. Definitionen 27
6. Zulässigkeit der Datenverwendung 33
a) Grundsätze 34
b) Zulässigkeit der Verwendung von Daten 35
c) Schutzwürdige Geheimhaltungsinteressen bei Verwendung nicht-sensibler Daten 37
d) Schutzwürdige Geheimhaltungsinteressen bei Verwendung von sensiblen Daten..39
7. Überlassung von Daten 41
a) Zulässigkeit der Überlassung von Daten zur Erbringung von Dienstleistungen 41
b) Pflichten des Dienstleisters 42
8. Übermittlung von Daten ins Ausland 43
a) Genehmigungsfreie Übermittlung und Überlassung von Daten in das Ausland 43
b) Genehmigungspflichtige Übermittlungen und Überlassungen von Daten ins
Ausland 45
I
9. Datensicherheit 46
a) Datensicherheitsmaßnahmen 46
b) Datengeheimnis 49
10. Pflichten des Auftraggebers 50
a) Informationspflicht des Auftraggebers 50
b) Pflicht zur Offenlegung der Identität des Auftraggebers 52
11. Die Rechte des Betroffenen 53
a) Auskunftsrecht 53
b) Recht auf Richtigstellung und Löschung 58
c) Widerspruchsrecht 62
d) Die Rechte des Betroffenen bei der Verwendung nur indirekt personenbezogener
Daten 64
12. Strafbestimmungen 64
a) Datenverwendung in Gewinn- oder Schädigungsabsicht 64
b) Verwaltungsstrafbestimmungen 65
B) Telekommunikationsgesetz 2003 (TKG 2003) 67
1. Grundsätzliches 67
2. Kommunikationsgeheimnis, Datenschutz 67
a) Allgemeines 67
b) Kommunikationsgeheimnis 74
c) Datenschutz - Allgemeines 78
d) Stammdaten 81
e) Verkehrsdaten 82
f) Inhaltsdaten 86
g) Andere Standortdaten als Verkehrsdaten 87
III. Cookies
90
A) Problemstellung 90
B) Rechtliche Beurteilung 91
1. Nach dem DSG 91
2. Nach dem TKG 103
C) Schutzmöglichkeiten 107
IV. Web-Logs
108
A) Problemstellung 108
B) Rechtliche Beurteilung 109
1. Nach dem TKG 109
2. Nach dem DSG 114
V. Location Based Services (LBS) 119
A) Problemstellung 119
B) Rechtliche Beurteilung 119
VI. eMail
126
A) Problemstellung 126
B) Rechtliche Beurteilung 128
1. eMail-Übertragung vom Absender an den SMTP-Server 128
a) Externer ISP 131
b) Arbeitgeber als ISP 133
2. Mailserver (SMTP-Server) - Zielserver (POP3-Server) 138
a) Externer ISP 139
b) Arbeitgeber als ISP 139
3. Zielserver - Empfänger 143
II
VII. Webbugs
144
A) Problemstellung 144
B) Rechtliche Beurteilung 144
1. Nach dem DSG 144
2. Nach dem TKG 149
C) Schutzmöglichkeiten 150
VIII. Spyware
152
A) Problemstellung 152
B) Rechtliche Beurteilung 152
1. Nach dem DSG 152
2. Nach dem TKG 157
C) Schutzmöglichkeiten 158
IX. Zusammenfassung 159
Literaturliste 168
III
Abkürzungsverzeichnis
AB
Ausschussbericht
ABl
Amtsblatt
Abs
Absatz
ABGB
Allgemeines Bürgerliches Gesetzbuch
ASVG
Allgemeines Sozialversicherungsgesetz
ADSL
Asymmetric Digital Subscriber Line
AG
Aktiengesellschaft
AGB
Allgemeine Geschäftsbedingungen
AIDS
Acquired Immune Deficiency Syndrome (erworbene Immunschwäche)
ArbVG
Arbeitsverfassungsgesetz
arg
argumento
Art
Artikel
ASVG
Allgemeines Sozialversicherungsgesetz
AVG
Allgemeines Verwaltungsverfahrensgesetz
AVRAG
Arbeitsvertragsrechts-Anpassungsgesetz
BBC
British Broadcasting Corporation
BCC
Blind Carbon Copy
B-VG
Bundesverfassungsgesetz
bzw
beziehungsweise
CC
Carbon Copy
CLF
Common Logfile Format
CPU
Central Processing Unit
d.h.
das heißt
DNS
Domain Name System
DSG
Datenschutzgesetz
DSK
Datenschutzkommission
DSRL- eK
Datenschutzrichtlinie für elektronische Kommunikation
DSRL
Datenschutzrichtlinie
EB
Erläuternde Bemerkungen zur Regierungsvorlage
EDV
Elektronische Datenverarbeitung
EO
Exekutionsordnung
EU
Europäische Union
f
folgend (-e; -er)
FCC
Federal Communications Commission
FETG
Bundesgesetz über Funkanlagen und
Telekommunikationsendeinrichtungen
ff
und die folgenden
GIF
Graphics Interchange Format
GPS
Global Positioning System
GSM
Global System for Mobile Communications
HGB
Handelsgesetzbuch
HIV
Human Immunodeficiency Virus
hL
herrschende Lehre
Hrsg Herausgeber
HTML
Hypertext Markup Language
HTTP
Hyper Text Transfer Protocol
IV
ICQ
,,I seek you"
, deutsch ,,Ich suche Dich"
IP
Internet Protocol
ISP
Internet Service Provider
LAN
Local Area Network
LBS
Location Based Services
leg cit
legis citatae
lit
litera
mE
meines Erachtens
MMS
Multimedia Messaging Service
MR Medien und Recht: Zeitschrift für Medien- und Kommunikationsrecht
MRK
Menschenrechtskonvention
OGH
Oberster Gerichtshof
ÖJZ
Österreichische Juristenzeitung
PC
Personal Computer
PDA
Personal Digital Assistant
POP3
Post Office Protocol Version 3
RL
Richtlinie
RSa
Rückscheinbrief blau; ,,eigenhändige Zustellung"
RSb
Rückscheinbrief weiß, Zustellung auch an Ersatzempfänger/-in
RV
Regierungsvorlage
SMS
Short Message Service
SMTP
Simple Mail Transfer Protocol
SozSi
Soziale Sicherheit
SPG
Sicherheitspolizeigesetz
StGB
Strafgesetzbuch
StGG
Staatsgrundgesetz
StPO
Strafprozessordnung
TCP
Transmission Control Protocol
TKG
Telekommunikationsgesetz
udgl
und dergleichen
UMTS
Universal Mobile Telecommunications System
URL
Uniform Resource Locator
US
United States
ua
unter anderem
usw
und so weiter
uU
unter Umständen
VStG
Verwaltungsstrafgesetz
wbl
Wirtschaftsrechtliche Blätter
WMS
Web Map Server
WWW
World Wide Web
Z
Ziffer
ZAS
Zeitschrift für Arbeits- und Sozialrecht
zB
zum Beispiel
ZfV
Zeitschrift für Verwaltung
V
Verzeichnis abgekürzt zitierter Literatur
Titel
zitiert als
Brandl/Mayer-Schönberger
, CPU-IDs, Cookies und Internet-
Brandl/Mayer-Schönberger
, Internet-
Datenschutz, ecolex 1999
Datenschutz
Dohr/Pollirer/Weiss
,
Kommentar Datenschutzrecht
Dohr/Pollirer/Weiss, DSG
Drobesch/Grosinger
, Das neue österreichische
Drobesch/Grosinger
, Datenschutzgesetz
Datenschutzgesetz
Duschanek
, Neuerungen und offene Fragen im
Duschanek
, Fragen im Datenschutzgesetz
Datenschutzgesetz, ZfV 2000/1303
Duschanek
, Datenschutzrecht, in: Holoubek/Potacs (Hrsg.),
Duschanek
, Datenschutzrecht
Handbuch des öffentlichen Wirtschaftsrecht, Band I
Eichhorn
, Internet-Recht, Ein Lehrbuch für das Recht im
Eichhorn
, Internet-Recht
World Wide Web
Ellmaier
, Internet für Juristen, Praxisleitfaden für
Ellmaier
, Internet für Juristen
Rechtsanwälte, Notare, Richter, Juristen in Verwaltung und
Wirtschaft
Fallenböck/Haberler
, Ortsbezogene Dienste für Handys, Droht
Fallenböck/Haberler
, Ortsbezogene Dienste
der gläserne Benutzer?, Die Presse 2002/24/01
für Handys
Fallenböck
, Der Einsatz von Location Based Services: eine
Fallenböck
, Der Einsatz von Location Based
erste Analyse rechtlicher Problemfelder, MR 2002
Services
Gruber
, Überwachung der dienstlichen Verwendung, in:
Gruber
, Überwachung der dienstlichen
Grundrechte in der Informationsgesellschaft
Verwendung
Hofer
, datenschutz@internet, Die Privatsphäre im
Hofer
, datenschutz@internet
Informationszeitalter
Jaburek/Blaha
, Die technische Umsetzung der e-Mail, in:
Jaburek/Blaha
, Die technische Umsetzung
e-Mail- elektronische Post im Recht
der e-Mail
Jahnel
, Das Datenschutzgesetz 2000. Wichtige Neuerungen,
Jahnel
, Datenschutzgesetz
wbl 2000
Jahnel
, Datenschutz im Internet, Rechtsgrundlagen, Cookies
Jahnel
, Datenschutz im Internet
und Web-Logs, ecolex 2001
Jahnel
, Datensicherheitsmaßnahmen nach dem DSG 2000, in
Jahnel
, Datensicherheitsmaßnahmen
Informatik 2001: Wirtschaft und Wissenschaft in der Network
Economy- Visionen und Wirklichkeit, Tagungsband der
GI/OCG Jahrestagung 2001
Jahnel
, Spamming, Cookies, Web-Logs, LBS und die
Jahnel
, Spamming, Cookies, Web-Logs, LBS
Datenschutzrichtlinie für elektronische Kommunikation, wbl
und die DSRL- eK
2003
VI
Jahnel
, Das Versenden von e-Mails aus datenschutzrechtlicher
Jahnel
, e-Mail aus datenschutzrechtlicher
Sicht, in: e-Mail- elektronische Post im Recht
Sicht
Kassai
, ,,Location Based Services" im Gefüge des
Kassai
, Location Based Services
Datenschutzrechts, MR 2004
Laimer/Markowetz
, Zum Spannungsverhältnis von
Laimer/Markowetz
, Zum
Datenschutzrecht und Internet anhand von Cookies, E- Mails
Spannungsverhältnis von Datenschutzrecht
und Web-logs, in: Pichler (Hrsg.), eBusiness versus Recht,
und Internet
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, Location Based Services, in:
Lechner
, Location Based Services
Schweighofer/Menzel/ Kreuzbauer (Hrsg.), IT in Recht und
Staat
Posch
, Die e-Mail- Nutzung aus arbeitsrechtlicher Sicht, in: e-
Posch
, Die e-Mail- Nutzung aus
Mail- elektronische Post im Recht
arbeitsrechtlicher Sicht
Rosenmayr-Klemenz
, Zum Schutz manuell verarbeiteter Daten
Rosenmayr-Klemenz
, manuelle Daten
durch das DSG 2000, ecolex 2001
Ruhle/Freund/Kronegger/Schwarz
, Das neue österreichische
Ruhle/Freund/Kronegger/Schwarz
,
Telekommunikations- und Rundfunkrecht
Telekommunikations- und Rundfunkrecht
Sacherer
, Datenschutzrechtliche Aspekte der Internetnutzung
Sacherer
, Internetnutzung von
von Arbeitnehmern, RdW 3/2005
Arbeitnehmern
Sonntag
, Webbugs, Wanzen im Internet, in:
Sonntag
, Webbugs
Schweighofer/Menzel/Kreuzbauer (Hrsg.), IT in Recht und
Staat
VII
I. Einleitung
I. Einleitung
A) Problemaufriss
In den letzten Jahren ist die Zahl derjenigen, die das Internet in Österreich nutzen, sprunghaft
angestiegen.
Laut einer Publikation der Statistik Austria mit dem Titel ,,IKT-Einsatz in Haushalten 2004"
haben 52% aller Österreicher im Alter von 16 bis 74 Jahren das Internet in den letzten drei
Monaten vor dem Befragungszeitpunkt (Befragungszeitpunkt: April bis Mai 2004) genutzt.
Im Vergleichszeitraum des Vorjahres (erstes Quartal 2003) lag der entsprechende Prozentsatz
bei 41% und im zweiten Quartal 2002 bei 37%.1
Gründe für diese Entwicklung sind zweifellos in den vielzähligen Nutzungsmöglichkeiten zu
finden. Neben dem Informationszugang sind eMail-Dienste, der eCommerce und das
eGovernment zu nennen.
Nach der obengenannten Publikation war die beliebteste Art der Internetnutzung die
Verwendung von eMail. 87% der Internetnutzer im Alter von 16 bis 74 Jahren bedienten sich
dieser Form der Kommunikation. Der Anteil der Internetnutzer, die das Internet zur
Informationssuche von Waren und Dienstleistungen verwendet haben, lag bei 69%. 35% der
User haben das Internet in den letzten drei Monaten vor dem Befragungszeitpunkt für
Internet-Banking verwendet. Das Internet wird auch zum Suchen von Informationen über
Reisen und Unterkünfte genutzt. 28% der Internetnutzer nutzen das Internet zu diesem
Zweck. In den letzten drei Monaten vor dem Befragungszeitpunkt haben 41% der
Internetnutzer im Alter von 16 bis 74 Jahren das Internet für eGovernment-Angebote
verwendet.2
Durch die schier unüberschaubare Anzahl an Internetnutzungen der User kommt es auch zu
einer Unmenge von Datenverarbeitungen, die rechtlich zu beurteilen sind. Hierbei ist sich der
durchschnittliche User gar nicht bewusst, dass es nahezu unmöglich ist, seine Internet-
Aktivitäten ohne sichtbaren Spuren durchzuführen. Diese stellen sich zB in kleinen
Datenpaketen (zB Cookies, Web-Logs) dar, welche entweder auf dem Rechner des Users oder
auf einem Server gespeichert werden. Auch kommt es vor, dass spezielle Programme (zB
Webbugs, Spyware) im Internet, gegenüber dem User verborgen, gerade aus dem Grund
geschaffen wurden, um solche und andere Daten zu sammeln und auszuwerten.
Wie aus der obengenannten Publikation hervorgeht, ist der beliebteste Dienst im Internet der
Versand von eMails. Dem Nutzer ist hier jedoch nicht bewusst, dass er beim Versenden von
1 http://www.statistik.at/cgi-bin/pressetext.pl?INDEX=2005003563
2 http://www.statistik.at/cgi-bin/pressetext.pl?INDEX=2005003563
1/171
I. Einleitung
eMails eine Fülle von personenbezogenen Daten preisgibt, damit seine Nachrichten vom
Empfänger empfangen werden können.
Mit dieser Arbeit werde ich versuchen, datenschutzrechtlich bedenkliche Vorgänge, wie die
Abspeicherung von Cookies auf dem User-Rechner, das Einsetzen von Web-Logs, Webbugs
und Spyware aber auch das Versenden von eMails sowie die Aufzeichnung von Daten bei der
Verwendung von Telekommunikationseinrichtungen, wie etwa Location Based Services
(LBS) zu untersuchen und auf ihre Gesetzeskonformität zu prüfen.
B) Begriffsbestimmung
1. Internet allgemein
a) Entwicklung des Internets
Bereits in den 1960er Jahren, gerade als der kalte Krieg seinen Höhepunkt erreicht hatte3,
entstanden die Wurzeln des heutigen sogenannten ,,Internet". In den USA suchte man nach
einer Möglichkeit, wie die einzelnen Verwaltungseinheiten im Falle eines feindlichen
Militärschlages weiterhin miteinander kommunizieren könnten. Es entstand die Idee
sämtliche Regierungsstellen und Militärbasen in einem Netzwerk miteinander zu verbinden.
Dieses Netzwerk konnte aber nur dann seinen Zweck erfüllen, wenn es unabhängig von
Teilausfällen bzw. militärischen Angriffen weiter funktionstüchtig blieb. Ein Netzwerk mit
einer zentralen Leitung konnte diesen Zweck nicht erfüllen, weshalb ein dezentrales Netzwerk
errichtet wurde, bei dem die einzelnen Rechner miteinander verbunden wurden. Somit
bestand das Netzwerk aus vielen ,,kleinen" Leitungen.4
Will nun ein Standort A mit Standort B kommunizieren, sendet der Standort A das
Datenpaket über verschiedene Standorte (C,D,E,...), wobei jeder einzelne Standort dieses
Datenpaket an den jeweiligen nächsten Standort (ungelesen) weiterleitet, bis die gesendeten
Daten bei Standort B empfangen werden. Stellt sich nunmehr das Problem, dass die Leitung
zwischen zwei Standorten - aus welchem Grund auch immer - ausgefallen ist, wird das
Datenpaket über eine andere, intakte Leitung zu einem anderen Standort gesendet, bis die
Daten am Zielstandort angelangt sind. Diese Vorgangsweise führte dazu, dass sich dieses
Netzwerk als sehr ausfalls- und angriffssicher darstellte und daher der ursprünglichen
Zielsetzung entsprach.5
3
Tanenbaum
, Computernetzwerke3, 65.
4
Kröger/Kuner
, Internet für Juristen2, 2.
5
Kröger/Kuner
, Internet für Juristen2, 2.
2/171
I. Einleitung
Es stellte sich nunmehr jedoch das Problem, dass sämtliche Nachrichten mit Informationen
über den Zielstandort versehen werden mussten, damit die weiterleitenden Standorte auch in
der Lage waren zu wissen, zu welcher Adresse die Nachricht gelangen sollte. Es war auch
notwendig, den Weg der Nachricht flexibel zu beeinflussen, da mögliche Ausfälle von
Leitungen auch eine divergierende Route der Nachricht nötig machen würde. Daher wurde die
gesamte Nachricht in kleine Pakete unterteilt und mit der Adresse des Zielstandortes
versehen. Auch wurden sämtliche Standorte des Netzwerkes mit eigenen Adressen
ausgestattet. Daher war es den weiterleitenden Standorten möglich die jeweiligen Datenpakete
in die entsprechende Richtung weiterzuleiten.6
Das erste derartige Netz wurde 19697 von der Advanced Research Project Agency (ARPA),
dem Forschungsbereich des amerikanischen Verteidigungsministeriums8, entwickelt und
unter dem Namen ARPANET bekannt.9 Neben der militärischen, wurde auch die
wissenschaftliche Nutzbarkeit erkannt, sodass sich in den 1970er Jahren immer mehr
Universitäten und Forschungszentren an das ARPANET anschlossen.10 Aufgrund der
vereinfachten
Möglichkeit
der
Kommunikation
(eMail)
konnten
gemeinsame
wissenschaftliche Projekte leichter durchgeführt werden, aber auch der wissenschaftliche
Informationsaustausch wurde durch diese Netzwerkverbindung vereinfacht.11 Dieses Netz war
auch nicht durch Landesgrenzen beschränkt, sodass internationale Verbindungen, etwa nach
England und Norwegen errichtet wurden. Unabhängig vom Aufbau des ARPANETs wurden
ähnliche Netzwerke zwischen Universitäten errichtet, aber es sind auch kommerzielle
Netzwerke zum Informationsaustausch entstanden.12 Nicht zuletzt aufgrund der Vielzahl der
nunmehr vorhandenen Netzwerke, verlor das ARPANET Ende der 1970er Jahre an
Bedeutung, da viele der Universitäten, welche am ARPANET beteiligt waren, ihre eigenen
Forschungsnetze gründeten.13
Der militärische Teil des ARPANET wurde zu Beginn der 1980er Jahre in das MILNET
ausgelagert14, und es entstanden das CSNET und das BITNET. Diese Netzwerke waren zwar
voneinander unabhängig, es gab jedoch spezielle Verbindungen um Nachrichten auch
zwischen den einzelnen Netzwerken austauschen zu können.15
Während das ARPANET die Kommunikation ursprünglich mit Hilfe des Network Control
Protocols (NCP) durchführte, setzte sich nunmehr das TCP/IP (Transmission Control
6
Kröger/Kuner
, Internet für Juristen2, 2.
7
Ellmaier
, Internet für Juristen, Praxisleitfaden für Rechtsanwälte, Notare, Richter, Juristen in Verwaltung und
Wirtschaft, 4.
8
Tanenbaum
, Computernetzwerke3, 65.
9
Bandzauner
, Internet, Grundlagen und Anwendungen, 10;
Kröger/Kuner
, Internet für Juristen2, 2.
10
Bandzauner
, Internet, 10,
Ellmaier
, Internet für Juristen, 4;
Kröger/Kuner
, Internet für Juristen2, 2.
11
Kröger/Kuner
, Internet für Juristen2, 2.
12
Kröger/Kuner
, Internet für Juristen2, 2,3.
13
Kröger/Kuner
, Internet für Juristen2, 3.
14
Ellmaier
, Internet für Juristen, 4.
15
Kröger/Kuner
, Internet für Juristen2, 3.
3/171
I. Einleitung
Protocol/Internet Protocol) vollständig durch.16 Das TCP/IP wurde 1982 im ARPANET
Standard und ist es bis heute geblieben. Mit Hilfe des TCP/IP Standards war es nun gelungen
netzwerkübergreifend zu arbeiten bzw. einen Zusammenschluss der unabhängig voneinander
operierenden Netzwerke herbeizuführen, was die Geburtsstunde des Internet bedeutete.17
Wie bereits zuvor erwähnt, war es auch schon vor der Einführung des TCP/IP möglich Daten
an die unterschiedlichen Netzwerke weiterzuleiten. Dies funktionierte über gemeinsam
genutzte Knotenrechner (Gateways). Nunmehr wurde aber eine einheitliche Methode
festgelegt.18 Es wurden mithilfe des TCP/IP alle Parameter festgelegt, die
Grundvoraussetzung für eine vollständige und fehlerfreie Datenübertragung zwischen den
einzelnen Netzwerken sind.19 Der große Vorteil an dieser netzwerkübergreifenden
Verbindungsmöglichkeit war, dass sämtliche Netzwerke in ihrem Aufbau und ihrer Funktion
unberührt blieben, sodass für den einzelnen Nutzer keinerlei Veränderungen in seiner
Arbeitsweise notwendig wurden. Er konnte sämtliche Software genauso weiterbenützen wie
zuvor und musste sich nicht mit einem neuen Aufbau und verschiedenen Darstellungen
auseinandersetzen. Dies war wohl auch der ausschlaggebende Grund, warum sich viele
Netzwerke am Internet anschlossen.20
Ein weiterer wichtiger Bestandteil in der Entwicklung des Internets stellte die Gründung des
,,National Science Foundation Network" (NSFNET) durch die National Science Foundation
(NSF) in den USA dar, welches von der US-Regierung finanziert wurde und auf deren
Betreiben verschiedene Hauptstränge (Backbones) für das Internet errichtet wurden, um ihre
sechs Superrechenzentren in San Diego, Boulder, Champain, Pittsburgh, Ithaca und Princeton
anzuschließen21 und somit die Datenübertragung im gesamten Internet erleichterte.22
Parallel zum NSFNET entstanden auch in Europa vergleichbare Netze (EBONE,
EuropaNET), wodurch zahlreiche Städte in Europa miteinander verbunden wurden.23
Aufgrund der verbesserten Infrastruktur und der fortwährenden Selbständigkeit wurde die
Zahl der wissenschaftlichen und staatlichen Einrichtungen, die sich dem Internet anschlossen,
immer größer.24 Diese Entwicklung wurde auch durch die Schließung des ARPANET nicht
gebremst, sondern vielmehr erkannten nun auch kommerzielle Netzwerkbetreiber die
16
Bigus/Bigus
, Intelligente Agenten mit Java programmieren: eCommerce und Informationsrecherche
automatisieren2, 30;
Ellmaier
, Internet für Juristen, 4;
Kröger/Kuner
, Internet für Juristen2, 3.
17
Kröger/Kuner
, Internet für Juristen2, 3.
18
Kröger/Kuner
, Internet für Juristen2, 3.
19
Ellmaier
, Internet für Juristen, 4.
20
Kröger/Kuner
, Internet für Juristen2, 3.
21
Tanenbaum
, Computernetzwerke3, 68.
22
Ellmaier
, Internet für Juristen, 4.
23
Tanenbaum
, Computernetzwerke3, 70.
24
Ellmaier
, Internet für Juristen, 4.
4/171
I. Einleitung
Möglichkeiten des Internet und schlossen sich diesem an.25 1995 wurden die Subventionen
der US-Regierung für das Internet beendet und dieses privatisiert.26
Die Popularität und der Wachstumsprozess des Internets wurde aber vor allem durch die
Einführung des einfach zu bedienenden Informationssystems World Wide Web (WWW)
ermöglicht. Musste man vor Einführung des WWW mit der Materie sehr gut vertraut gewesen
sein, um im Internet arbeiten zu können, war es nunmehr aufgrund der Einfachheit der
Bedienung auch einem Laien möglich, Vorteile aus dem Internet zu ziehen. Sowohl
Unternehmer als auch Privatpersonen haben die Möglichkeiten des Internets erkannt, sodass
die kommerzielle Nutzung des Internets immer bedeutungsvoller wurden.27
b) Struktur des Internets
Beim Internet (Interconnected Network) handelt es sich um ein Netz zu
Kommunikationszwecken, welches aus einem Verbund sämtlicher Computernetzwerke und
Rechnern besteht, die mit Hilfe eines weltweit einheitlichen Protokolls miteinander
kommunizieren.28
Grundlegendes Merkmal des Internets ist die fehlende Zentralität und Einheitlichkeit der
Organisationsstruktur. Vielmehr sind die einzelnen Netzwerke und Rechner nicht hierarchisch
aufgebaut, sondern haben eine gleichrangige Stellung29, wodurch in dieses auch nicht leitend
durch eine Stelle eingegriffen werden kann.30 Aufgrund des gemeinsamen Standards der
Datenübertragung - wie bereits erwähnt das TCP/IP - ist ein Unterschied in der
Rechnerarchitektur, Betriebssoftware oder sonstigen Netzwerkvoraussetzungen bei der
Datenübertragung ohne Bedeutung.31 Das TCP/IP Referenzmodell funktioniert dahingehend,
dass gemäß dem TCP die zu übertragenden Daten in kleinere Einheiten unterteilt werden32,
wobei die einzelnen Teile mit einer Absender- und einer Zieladresse ausgestattet werden und
jeder Teil eine Sequenznummer erhält, damit diese auch wieder richtig beim Empfänger
zusammengesetzt werden können.33 Mit Hilfe des Internet Protocols (IP) können die
einzelnen Einheiten über die verschiedenen Standorte (aber auch verschiedenen Netzwerke)
ihren jeweiligen Zielstandort erreichen34, wobei zwischen den beiden kommunizierenden
25
Kröger/Kuner
, Internet für Juristen2, 4.
26
Ellmaier
, Internet für Juristen, 5.
27
Ellmaier
, Internet für Juristen, 5.
28
Eichhorn
, Internet-Recht, Ein Lehrbuch für das Recht im World Wide Web, 19;
Fallenböck
, Internet und
Internationales Privatrecht: Zu den internationalen Dimensionen des Rechts im Electronic Commerce, 11;
Jahnel/Schramm/Staudegger
(Hrsg.), Informatikrecht2, 17.
29
Jahnel/Schramm/Staudegger
(Hrsg.), Informatikrecht2, 17;
Ellmaier
, Internet für Juristen, 21.
30
Eichhorn
, Internet-Recht, 19.
31
Fallenböck
, Internet und Internationales Privatrecht, 11.
32
Kröger/Kuner
, Internet für Juristen2, 3.
33
Fallenböck
, Internet und Internationales Privatrecht, 11.
34
Kröger/Kuner
, Internet für Juristen2, 3.
5/171
I. Einleitung
Standorten keine dauernde Verbindung aufgebaut wird, sondern die jeweiligen Datenpakete
der gleichen Nachricht sich frei im Netz bewegen und von Standort zu Standort
weitergeschickt werden. Hierbei können die jeweiligen Datenpakete auch durchwegs
unterschiedliche Wege einschlagen und auch zu unterschiedlichen Zeitpunkten beim
Zielstandort ankommen. Diese Datenpakete werden dann aufgrund ihrer Sequenznummer
wieder in der richtigen Reihenfolge zusammengesetzt.35
Dieses System der Datenübertragung kann aber lediglich dann effektiv funktionieren, wenn
die jeweiligen Standorte (bzw Rechner) auch zweifelsfrei bestimmbar sind. Diese
Identifikation wird durch die Vergabe einer eindeutigen Adresse ermöglicht. Im TCP/IP stellt
sich diese IP-Adresse (Internet Protocol Adresse) aus vier durch Punkte getrennte Zahlen,
welche zwischen 0 und 255 liegen können, dar (zB 2.255.13.147). Bei der Zuteilung der IP-
Adressen muss zwischen statischen und dynamischen IP-Adressen unterschieden werden. Bei
ersteren wird einem Rechner immer dieselbe IP-Adresse zugeteilt (etwa bei ADSL-
Leitungen), während bei zweiteren an den Rechner bei jeder Anmeldung beim Provider eine
neue IP-Adresse vergeben wird. So wird es selten vorkommen, dass einem Nutzer bei zwei
aufeinanderfolgenden Sitzungen dieselbe IP-Adresse zugeteilt wird. Die Vergabe von
dynamischen IP-Adressen entspricht einer ökonomischen Nutzung vorhandener IP-
Adressen.36
Die numerische Darstellungsweise der IP-Adressen ist aber nicht gerade benutzerfreundlich,
da die Zahlenblöcke nicht einprägsam sind. Daher wurde das Domain Name System (DNS)
eingeführt, bei dem sprachliche Begriffe (eventuell gemischt mit Zahlen) die Adresse
bestimmen (zB www.car4you.at).37 Neben der größeren Benutzerfreundlichkeit zeichnet sich
dieses System auch dadurch aus, dass nunmehr die Möglichkeit besteht, eine Marke, eine
Firma oder einen Namen mit dem Inhalt einer Internetseite zu verbinden, was vor allem für
Unternehmen und Dienstleister vorteilhaft ist, da die von ihnen im Internet zur Verfügung
gestellten Informationen leichter gefunden werden können.38 Die eindeutige
Identifizierbarkeit wird dadurch gewährleistet, dass jeder Domain Name nur einmal vergeben
werden kann.39
35
Fallenböck
, Internet und Internationales Privatrecht, 11.
36
Fallenböck
, Internet und Internationales Privatrecht, 12.
37
Ellmaier
, Internet für Juristen, 21;
Fallenböck
, Internet und Internationales Privatrecht, 12;
Jahnel/Schramm/Staudegger
(Hrsg.), Informatikrecht2, 17.
38
Fallenböck
, Internet und Internationales Privatrecht, 13.
39
Fallenböck
, Internet und Internationales Privatrecht, 13.
6/171
I. Einleitung
2. Cookies
a) Begriffsbestimmung
Cookies sind Textinformationen, die auf Anforderung eines Web-Servers durch den
Internetbrowser auf der Festplatte des Clients (Internetnutzers) abgespeichert werden. Wird
nun später die gleiche Web-Site oder eine Site der gleichen Domain erneut aufgerufen, so
schickt der Browser die im Cookie enthaltene Textinformation an den Web-Server zurück.
Der Web-Server ist jedoch lediglich in der Lage ihm bereits bekannte Informationen im
Cookie abzuspeichern, sodass auch nur solche Informationen vom Browser an ihn
zurückgesandt werden.40
Der Vorgang des Anlegens und Auslesens von Cookies erfolgt folgendermaßen: Der Web-
Server, der die Web-Site für den Benutzer zur Verfügung stellt, empfängt die Daten des
Nutzers bei dessen erstmaligem Besuch auf der Web-Site. Der Web-Server sendet diese Daten
nun an den Browser des Nutzers, der diese Information in Form einer kleinen Textdatei auf
dem Rechner des Nutzers abspeichert. An welcher Stelle dies auf dem Rechner geschieht,
hängt vom verwendeten Browser (zB Netscape Navigator, Microsoft Internet Explorer,
Mozilla Firefox, ...) ab. Dieser Vorgang wiederholt sich für jede Web-Site, die der Nutzer
besucht. Daher entstehen beim Surfen im Internet eine Vielzahl von Cookies, die alle auf dem
Rechner des Nutzers abgespeichert werden. Wird eine Web-Site später wieder einmal
aufgesucht, wird das Cookie über den Browser an den betreffenden Web-Server
zurückgereicht. Dieser wertet die Informationen aus, verändert diese gegebenenfalls und
sendet sie zurück an den Browser, der die Textdatei wiederum auf dem Rechner des Nutzers
speichert.41
Nach einer weiteren Definition handelt es sich bei Cookies um eine Art Cache-Speicher,
durch den eine bestimmte Anzahl von Informationen gespeichert wird, aufgrund derer der
Web-Server einen User wiedererkennen kann.42
Cookies können laut Festlegung lediglich von der Domain gelesen werden, auf deren
Anforderung hin das Cookie auf der Festplatte des Nutzers gesetzt wurde. Diese
Einschränkung kann jedoch technisch umgangen werden, sodass auch andere als die besuchte
Domain die Möglichkeit haben, Cookies über den Browser auf die Festplatte des Nutzers zu
setzen. Man spricht in diesen Fällen von Cookies von Drittanbietern.43
40
Peyton
, Das neue PC Lexikon für Alle, 53.
41
Der Brockhaus
, Computer und Informationstechnologie, 192.
42
Voss
, Das große PC & Internet Lexikon 2003, 229.
43
Peyton
, Das neue PC Lexikon für Alle, 54.
7/171
I. Einleitung
Bei den gängigen Internet-Browsern (Microsoft Internet Explorer, Netscape Navigator)
besteht die Möglichkeit das Abspeichern von Cookies zu deaktivieren, was aber für das
reibungslose Surfen eine starke Beeinträchtigung mit sich bringt, da viele Internetseiten nur
dann ordnungsgemäß aufgebaut werden können, wenn man das Abspeichern von Cookies
zulässt. Eine weitere Einstellungsmöglichkeit besteht darin, dass man vor jedem Abspeichern
von Cookies gefragt wird, ob man dies auch wirklich will. Bei dieser Option wird man das
Surfen aber auch kaum genießen können, da man sich aufgrund der vielen Anfragen nicht
mehr auf die Informationssuche im Internet konzentrieren kann.
b) Zweck, Anwendungsbereich
Der technische Hintergrund für das Setzen von Cookies besteht darin, dass durch das im
WWW verwendete HTTP (HyperTextTransferProtokoll) keine Verbindung zwischen dem
Web-Server und dem Clientrechner (User) besteht, die über die Übertragungen von Daten
hinausgeht. Sämtliche Übertragungen sind von den vorhergehenden Übertragungen
vollkommen unabhängig. Dies schlägt sich oftmals als Problem nieder, vor allem bei an sich
zusammengehörenden Vorgängen wie etwa beim eCommerce. Die Erfindung der Cookies
diente dazu, dass mit ihrer Hilfe zwischen dem Web-Server und dem Rechner des Nutzers
eine Informationsaustausch stattfinden kann, welcher eine logische Sitzung und
Identifizierung des Nutzers (Clients) ermöglicht.44
Anwendungsfelder für Cookies sind weit gestreut, so können etwa Benutzerkennwörter in
Cookies gespeichert werden. Dies dient vor allem dazu, damit die Anmeldung nicht vergessen
wird, wenn von einer Web-Site auf eine andere gewechselt wird. Des weiteren werden
Cookies beim eCommerce verwendet, indem etwa der Einkaufswagen der letzten Session
oder der Name und die Adresse des Users gespeichert werden. Cookies werden auch
verwendet, um das Datum des ersten und letzten Aufrufs der Internetseite anzuzeigen.
Suchmaschinen können ebenfalls durch die Verwendung von Cookies personalisiert werden.45
Auch die meisten Counter verwenden Cookies um zu verhindern, dass jeder erneute Aufruf
der Web-Site durch denselben Nutzer mitgezählt wird, wenn dieser etwa den ,,Aktualisieren"-
Knopf betätigt. Somit wird durch die Verwendung von Cookies eine Reload-Sperre
ermöglicht.46
Wie zuvor bereits erwähnt, werden Cookies also hauptsächlich dazu verwendet,
Benutzerkennungen (User-ID´s) zu speichern.
Cookies enthalten Informationen, mit denen
der Server die persönlichen Voreinstellungen des Nutzers bei seinem nächsten Besuch auf der
44
Hofer
, datenschutz@internet, Die Privatsphäre im Informationszeitalter, 30.
45
Brandl/Mayer-Schönberger
, CPU-IDs, Cookies und Internet- Datenschutz, ecolex 1999, 368;
Jahnel
,
Datenschutz im Internet, Rechtsgrundlagen, Cookies und Web-Logs, ecolex 2001, 87.
46
Peyton
, Das neue PC Lexikon für Alle, 54.
8/171
I. Einleitung
Homepage abfragen, wiederherstellen und ihn so wiedererkennen kann. Dadurch wird es
überflüssig, sich bei jedem weiteren Besuch auf dieser Internetseite erneut durch die
Einstellungen zu ,,kämpfen". Somit kann der Anwender wiedererkannt werden, auch wenn er
die Web-Site vor langer Zeit unter einer anderen IP-Adresse besucht hat.
Cookies dienen allgemein der leichteren und besseren Nutzung des Internets, so können etwa
mithilfe von Cookies die vom User getroffenen Einstellungen auf einer Web-Site für den
nächsten Besuch derselben Site gespeichert und somit übernommen werden.47
3. Web-Logs
a) Begriffsbestimmung
Neben dem hier zu betrachtenden Phänomen der Web-Logs im Sinne eines
Zugriffsprotokolls, bezeichnet der Begriff Web-Log (auch Blog) zusätzlich eine Art
,,Onlinetagebuch", bei dem die Verfasser ihre Surfaktivitäten, aber auch ihre ,,offline"-
Aktivitäten für andere auf ihren Homepages zugänglich machen.48 Diese ,,Onlinetagebücher"
sollen aber in dieser Arbeit nicht weiter behandelt werden, womit der Begriff ,,Web-Log" im
Sinne eines Zugriffsprotokolls nun einer näheren Betrachtung zugeführt werden soll.
Wird im Internet eine Ressource, wie zB eine HTML-Seite abgefragt, so verbindet sich der
Browser mit dem jeweils angegebenen Web-Server und verlangt diese explizit. Bei jedem
dieser Aufrufe (sog. ,Hits′) protokolliert der Web-Server diese in der sogenannten Log-Datei.
Unter Logfile wird eine Datei verstanden, in der Daten protokolliert werden, die bei
bestimmten Aktivitäten des Rechners anfallen. Der Zweck dieser Logfiles besteht darin, dass
gewisse Geschehnisse nachvollzogen werden können, wie zB Installationsvorgänge,
Veränderungen von Daten oder auch Zugriffe auf einen Server.49
Es handelt sich dabei um eine Aufzeichnung über Zustände, Ereignisse oder Zugriffe.
Web-Logs sind Zugriffsprotokolle, die den Aufruf aller Dateien an einen Internet-Server
festhalten. Greift ein Anwender auf eine Datei auf dem Server zu, so wird dies in einer Log-
Datei verzeichnet.50
Das Speichern der Logfiles erfolgt in einer standardisierten Form, nämlich dem Common
Logfile Format (CLF).51
Hier sollen zwei typische Einträge eines Web-Logs52 angezeigt werden:
47
Der Brockhaus
, Computer und Informationstechnologie, 192.
48
Voss
, Das große PC & Internet Lexikon 2003, 976.
49
Peyton
, Das neue PC Lexikon für Alle, 182.
50
Jahnel
, Datenschutz im Internet, 88.
51
Hofer
, datenschutz@internet, 29.
52 http://de.wikipedia.org/wiki/Logfile, 2005-01-26.
9/171
I. Einleitung
183.121.143.432 - - [18/Mar/2003:08:04:22 +0200] "GET /images/logo.jpg HTTP/1.1" 200
512 "http://www.wikipedia.org/"
183.121.143.432 - - [18/Mar/2003:08:05:03 +0200] "GET /images/bild.png HTTP/1.1" 200
805 "http://www.google.org/"
Teilbereiche eines Eintrages:
Wer? - 183.121.143.432 - anfordernde Host-Adresse
Wann? - [18/Mar/2003:08:04:22 +0200] - Zeitstempel (Datum, Uhrzeit, Zeitverschiebung)
Was? - "GET /images/logo.jpg HTTP/1.1" - Anforderung, eines Bildes,
Übertragungsprotokoll
Ok? - 200 - Statusnummer (200=Erfolgreiche Anfrage)
Wieviel? - 512 - Menge der gesendeten Daten (Byte)
Woher? - "http://www.wikipedia.org/" - Von welcher Internetseite wird angefordert53
In dieser Log-Datei befinden sich Informationen über den User (die IP oder URL), Datum und
Zeit des Zugriffs, auf welche Datei der Nutzer zugreift, deren Umfang, die übermittelte
Datenmenge sowie den Status. Weitere Inhalte können Daten über die URL, von der der
Aufruf kommt oder welchen Agent (d.h. welches Betriebssystem und Browser) der
Zugreifende verwendet, sein.54 Darüber hinaus werden in solchen Web-Logs auch die
Anfrage im Volltext aber auch der Username, wenn etwa eine Passwortabfrage stattgefunden
hat, mitgespeichert.55
b) Zweck, Anwendungsbereich
Zweck dieser Web-Logs sind die Optimierung des Systems hinsichtlich der Software und
Hardware, aber auch die Fehlererkennung bezüglich Software und Hardware,
Sicherheitsrisiken und Verfügbarkeit der Infrastruktur. Die Erfassung der Besucheranzahl auf
einer Web-Site stellt eine weitere Möglichkeit dar.
53 http://de.wikipedia.org/wiki/Logfile, 2005-01-26.
54
Jahnel
, Datenschutz im Internet, 88.
55
Hofer
, datenschutz@internet, 29.
10/171
I. Einleitung
4. Location Based Services (LBS)
a) Begriffsbestimmung
Bereits 82 % aller Österreicher nutzen die Möglichkeit mobil zu telefonieren. Um diesen
Dienst anbieten zu können, bedarf es der Ortung des Endgeräts als unumgängliche
Voraussetzung. Die Ermittlung der Position des Mobiltelefon-Users dient also vorwiegend
zum Verbindungsaufbau und zur Abwicklung des Mobilfunkgesprächs. Neben diesem Zweck
bietet es sich aber auch an, diese Ortung für sogenannte standortbezogene Dienste (Location
Based Services) heranzuziehen.56
Die Ortung des Endgerätes kann auf verschiedene Arten erfolgen.
Ein Mobilfunknetz besteht aus verschiedenen geografisch geordneten Gebieten, welche
jeweils durch einen Mobil-Funksender abgedeckt wird. Diese Gebiete werden als sogenannte
Mobilfunk-Zellen bezeichnet. Jedes aktivierte Mobiltelefon sendet ständig Signale, welche
dem Mobilfunknetz mitteilen, in welcher Zelle sich das Endgerät befindet. Ohne diese
Information wäre es nicht möglich Anrufe an das Mobiltelefon weiterzuleiten. Neben dieser
Funktion können die ständigen Signale des Handys auch zur Lokalisierung verwendet
werden, wobei die Messgenauigkeit von mehreren Faktoren, wie etwa von der Qualität des
Mobilfunknetzes, baulichen Barrieren (Mauern, Keller, etc ...) oder anderen Störfaktoren
abhängt. Derzeit kann bei GSM eine Genauigkeit von 200-500 Meter erreicht werden, wobei
bei UMTS dies auf bis zu 25 Meter reduziert wird.57
Durch technische Verfahren wie T-DOA (Time Difference of Arrival) oder E-OTD
(Enhanced Observed Time Difference) kann die Berechnung der Laufzeitunterschiede eines
Signals zwischen dem Mobiltelefon und mehreren Basisstationen zu noch exakteren Angaben
führen.58
Eine andere Möglichkeit der Ortung des Mobiltelefons erfolgt über das Global Positioning
System (GPS). Bei den Handys der neueren Generation ist es der Regelfall, dass diese mit
einem GPS-Satellitenempfänger versehen sind. Dieser verarbeitet Signale von bestimmten
Satelliten und ist dadurch in der Lage seine Position zu bestimmen. Die Messgenauigkeit liegt
hier bei ca. 20 Meter, allerdings funktioniert diese Technik innerhalb von Gebäuden eher
schlecht. Im Gegensatz zur zuvor vorgestellten Methode sendet der GPS-Empfänger
allerdings keine Signale.59
56
Fallenböck/Haberler
, Ortsbezogene Dienste für Handys, Droht der gläserne Benutzer?, Die Presse 2002/24/01
57
Lechner
, Location Based Services, in: Schweighofer/Menzel/Kreuzbauer (Hrsg.), IT in Recht und Staat, 348.
58
Kassai
, ,,Location Based Services" im Gefüge des Datenschutzrechts, MR 2004, 433.
59
Lechner
, Location Based Services, 348.
11/171
I. Einleitung
Unter Location Based Services (LBS) versteht man nach
Lechner
60 einen Dienst der
Informationsgesellschaft, dessen wesentliche Eigenschaft darin besteht, Informationen
abhängig von der Position des Benutzers zu liefern.
Kassai
61 definiert LBS als Dienste, die ortsbezogene Informationen anhand des aktuellen
Standorts eines Benutzers von mobilen Endgeräten bereitstellen. Für die Bereitstellung
solcher Dienste sind daher drei Voraussetzungen zu realisieren: die Bestimmung des
Standorts eines Benutzers, die Generierung eines Mehrwertdienstes auf Grundlage dieses
Standorts und die Bereitstellung dieses Mehrwertdienstes.
Die LBS setzen sich aus drei Komponenten zusammen, einem
Server
, auf dem sich die
Datenbank, die die Informationen beinhaltet (dabei handelt es sich meist um eine
Geodatenbank, weil ortsbezogene Daten benötigt werden), befindet, einem
Client
in Form
eines Endgerätes (etwa Laptop, PDA oder Mobiltelefon) und einem
Übertragungsweg
,
größtenteils das Internet, über den der Server mit dem Client verbunden ist.62
Der Workflow eines LBS läuft meist folgendermaßen ab:
· Positionierung (etwa durch GPS oder Funkzellenortung)
· Anfrage des Clients an den Server
· Weiterleitung der Anfrage über eine Web-Server Schnittstelle
· Verarbeitung der Anfrage im Web-Map-Server (WMS)
· Zugriff auf die Datenbank
· Abgabe des Ergebnisses des Zugriffs von der Datenbank an den WMS
· Erzeugung einer Karte bzw. von Sachdaten als Reaktion auf die Antwort der Datenbank
· Abgabe der Karte an den Web-Server über eine Schnittstelle
· Versand der Karte an den Browser
· Graphische Darstellung auf dem Endgerät des Benutzers63
60
Lechner
, Location Based Services, 347.
61
Kassai
, Location Based Services, MR 2004, 433.
62 http://www.gis1.bv.tum.de/lehre/vertiefung/gis%2Dprojekte/Dokumente/Gruppe4.pdf
63 http://www.gis1.bv.tum.de/lehre/vertiefung/gis%2Dprojekte/Dokumente/Gruppe4.pdf
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