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Scholary Paper (Seminar), 2006, 25 Pages
Author: Nicole Wegmann
Subject: Sociology - Individual, Groups, Society
Details
Institution/College: University of Education Weingarten
Tags: Leben, Werte, Normen, Gesetze, Recht, Gesellschaft, Soziale Arbeit, Sozialpädagogik, Individuum, Gruppe, Soziologie
Year: 2006
Pages: 25
Bibliography: ~ 30 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-22113-4
ISBN (Book): 978-3-640-22318-3
File size: 208 KB
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Abstract
Im Zusammenhang mit der Pädagogik, besonders mit der Sonderpädagogik treffen wir immer dann auf den Begriff der Normen, wenn es darum geht zu beurteilen ob etwas normal oder abnormal ist. Hier dient der Normbegriff der Klassifizierung von Handlungen und Personen. Normen definieren Normalität. Im Endeffekt ist der Mensch stets am urteilen, in jeglicher seiner Handlungen oder Gedankenvorgänge und Emotionen steht er wertend da. Er handelt, indem er ein Werturteil fällt. Es kann sich später als irrational oder unpassend zur eigenen Person herausstellen, doch in dem Moment, wo er handelt, ist jener Handlungsweg für ihn „richtig“, akzeptabel, für ein bestimmtes Ziel ausschlaggebend oder unumgänglich. Jegliche „freie“ Handlung ist also bedingt durch das vorherige Werten. „Jede Art von Entscheidung ist eine Entscheidung zwischen Achtung und Verachtung! “ Wie verhält es sich aber mit der objektiven Wertschätzung? Wer bestimmt jene Werte, die Allgemeingültigkeit besitzen? Muss eine Sache einen allgemeingültigen positiven Wert haben, wenn sie von der Mehrheit gewollt und begehrt wird? Gibt es international gültige Werte? Die Entnormierung der Gesellschaft, alte und neue Werte. Dies sind nur einige Begriffe, mit denen man in jeder Zeitepoche konfrontiert wird. Aufgrund von Pluralisierung und Individualisierung, der Entstrukturierung der Lebensverhältnisse und der Zunahme unterschiedlicher Lebensstile ist eine Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und individuellen Werten und Normen unvermeidlich geworden. Durch die aus der Pisa-Studie gewonnenen Erkenntnisse hat der Wertebegriff auf dem Gebiet von Pädagogik und Sozialpädagogik wieder an Bedeutung gewonnen. Die europaweit durchgeführte Studie hat gezeigt, dass eine Rückkehr zu alten Werten wie beispielsweise Höflichkeit, Pünktlichkeit und Ordnung, wichtige Bedingungsfaktoren für einen optimalen Lernerfolg sind. Neben der Sozialen Arbeit setzen sich zahlreiche Wissenschaften, wie beispielsweise die Soziologie, die Politologie und die Psychologie mit der Werteproblematik auseinander. Zwischen der Gesellschaft und deren Werten besteht ein direkter Zusammenhang. Veränderungen in der Gesellschaft haben Veränderungen von Werten und Normen zur Folge. Ebenso bedeuten Modifikationen von Werten und Normen eine Veränderung der Gesellschaft.
Excerpt (computer-generated)
Hochschule Ravensburg - Weingarten
Soziale Arbeit
Ist ein
Leben
ohne Werte, Normen
und Gesetze
möglich?
Nicole Wegmann
16. November 2006
Modul 7.3
Recht in der Gesellschaft
2.Semester
Inhaltsverzeichnis:
Ist ein Leben ohne Werte, Normen und Gesetze möglich?
1. Einleitung 03
2. Definitionen 04
2.1. Definition eines Wertes 04
2.2. Definition einer Norm 05
2.2.1.
Normung
05
2.2.2. Rechtsnorm 06
2.2.3. Soziale Norm 06
2.2.4. Normen in den Sozialwissenschaften 07
2.3. Definition von Moral 07
2.4. Definition von Sozialisation 08
2.5. Definition von Nihilismus 08
3. Unterschiede zwischen Norm und Wert 08
4. Normen und Werte einer Gesellschaft 08
5. Brauchen Menschen Gesetze? 09
5.1. Was alles für eine Rechtsordnung spricht 09
5.2. Recht und Unrecht 11
5.2.1.
Die
Rechtsordnung
12
6. Geschichte 12
6.1. Politische Wertorientierungen und ihr Wandel 15
6.2. Wichtige Vertreter der Ethik und Moralphilosophie 17
Immanuel
Kant
17
Der
Utilitarismus
18
Jean
Piaget
18
Proto-Moral
19
Lawrence
Kohlberg
19
Franz
E.
Weinert
20
7. Was sind Menschenrechte? 20
8. Schlussbemerkung 21
9. Quellenverzeichnis 22
1. Einleitung
,,Wir sind alle Opfer der Zeit und des Ortes" 1
Der Mensch fühlt, denkt, erwägt, agiert und reagiert in einer Gesellschaft, aus der er sich nicht
ausschließen kann. Umgeben von Menschen, Gesetzen, Regeln, Verboten und Geboten muss
er sich seiner Umwelt fügen bzw. anpassen, da die zwischenmenschlichen Beziehungen sein
Dasein auf einer gewissen Ebene bestimmen.
Bereits in sehr frühen Lebensphasen des Menschen entwickeln sich Werte, die relativ stabil
sind. Was der Mensch im Erwachsenenalter für wichtig oder unwichtig hält, hängt unter
anderem vom Erziehungsstil seiner Eltern ab.
Ein niedriger sozioökonomischer Status führt zu einer geringen Selbstbestimmtheit und einer
hohen Konformität2.
Im Zusammenhang mit der Pädagogik, besonders mit der Sonderpädagogik treffen wir immer
dann auf den Begriff der Normen, wenn es darum geht zu beurteilen ob etwas normal oder
abnormal ist. Hier dient der Normbegriff der Klassifizierung von Handlungen und Personen.
Normen definieren Normalität.
Im Endeffekt ist der Mensch stets am urteilen, in jeglicher seiner Handlungen oder
Gedankenvorgänge und Emotionen steht er wertend da. Er handelt, indem er ein Werturteil
fällt. Es kann sich später als irrational oder unpassend zur eigenen Person herausstellen, doch
in dem Moment, wo er handelt, ist jener Handlungsweg für ihn ,,richtig", akzeptabel, für ein
bestimmtes Ziel ausschlaggebend oder unumgänglich. Jegliche ,,freie" Handlung ist also
bedingt durch das vorherige Werten. ,,Jede Art von Entscheidung ist eine Entscheidung
zwischen Achtung und Verachtung!3"
Wie verhält es sich aber mit der objektiven Wertschätzung? Wer bestimmt jene Werte, die
Allgemeingültigkeit besitzen? Muss eine Sache einen allgemeingültigen positiven Wert
haben, wenn sie von der Mehrheit gewollt und begehrt wird? Gibt es international gültige
Werte?
Die Entnormierung der Gesellschaft, alte und neue Werte. Dies sind nur einige Begriffe, mit
denen man in jeder Zeitepoche konfrontiert wird. Aufgrund von Pluralisierung4 und
Individualisierung, der Entstrukturierung der Lebensverhältnisse und der Zunahme
unterschiedlicher Lebensstile ist eine Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und
individuellen Werten und Normen unvermeidlich geworden.
Durch die aus der Pisa-Studie gewonnenen Erkenntnisse hat der Wertebegriff auf dem Gebiet
von Pädagogik und Sozialpädagogik wieder an Bedeutung gewonnen. Die europaweit
durchgeführte Studie hat gezeigt, dass eine Rückkehr zu alten Werten wie beispielsweise
Höflichkeit, Pünktlichkeit und Ordnung, wichtige Bedingungsfaktoren für einen optimalen
Lernerfolg sind.
Neben der Sozialen Arbeit setzen sich zahlreiche Wissenschaften, wie beispielsweise die
Soziologie, die Politologie und die Psychologie mit der Werteproblematik auseinander.
Zwischen der Gesellschaft und deren Werten besteht ein direkter Zusammenhang.
Veränderungen in der Gesellschaft haben Veränderungen von Werten und Normen zur Folge.
Ebenso bedeuten Modifikationen5 von Werten und Normen eine Veränderung der
Gesellschaft.
1 SENNETT 2000: 202
2 Konformität: Anpassungsfähigkeit
3 Zitat von Professor Hans Walz
4 Pluralismus: eine ethische Grundhaltung, die es gutheißt, dass verschiedene Werte und Überzeugungen
nebeneinander bestehen und miteinander konkurrieren.
5 Modifikation: Veränderung, Verbesserung
3
2. Definitionen
2.1. Definition eines Wertes
,,Ein Wert ist eine explizite6 oder implizite7 Auffassung von Wünschenswertem, spezifisch
für ein Individuum oder charakteristisch für eine Gruppe, die die Auswahl unter möglichen
Handlungsweisen, Handlungsmitteln und Handlungszielen beeinflusst."8
Werte sind individuelle oder auf die gesamte Gesellschaft bezogene Grundhaltungen die das
Verhalten in bestimmten Situationen beeinflussen. Diese Art der Einschätzung von
Situationen kommt eher aus dem Unterbewusstsein.
Zum besseren Verständnis der Theorien des Wertewandels muss zunächst geklärt werden,
was man in der Soziologie unter einem Wert versteht. Hierbei werden die am weitest
verbreiteten Ansätze vorgestellt und Abgrenzungen zu im alltäglichem Sprachgebrauch
ähnlich anmutenden Begriffen getroffen. Die Entwicklung der modernen Wertforschung
spielt in diesem Zusammenhang natürlich ebenso eine wichtige Rolle wie der Blick auf
herrschende Wertorientierungen und deren Einteilung.
Allgemein formuliert ist ein Wert eine grundlegende, zentrale Zielvorstellung und
Orientierungsleitlinie für menschliches Handeln und soziales Zusammenleben. Laut
Kluckhohn sind Werte individuell und sozialstrukturell verankert und beziehen sich auf das
gesellschaftlich Wünschenswerte. Sie bestimmen die Auswahl verschiedener Handlungsarten,
-mitteln und -zielen und sind somit, die entscheiden Elemente einer Kultur9. Ein Wert als
Maßstab lenkt also das Handeln und ermöglicht Entscheidungen über Handlungsweisen zu
treffen.
Durch ihre ,,doppelte Verankerung" in der Persönlichkeit- bzw. Motivationsstruktur des
Einzelnen und ihrem Geltungsanspruch in der Sozialstruktur erhalten Werte ihre
gesellschaftliche Stabilität. Sie stellen gewissermaßen eine Verbindung zwischen der
Gesellschaft und ihren Mitgliedern her und wirken längerfristig. Darüber hinaus schaffen sie
Rangfolgen der Bevorzugung und ermöglichen die Bewertung sozialer Tatbestände
hinsichtlich Bedeutung und Sinn. In einer pluralistischen Gesellschaft können viele wie auch
zueinander widersprüchliche Werte nebeneinander existieren. Sie müssen also nicht für alle
Bevölkerungsgruppen, sondern jeweils nur innerhalb einer bestimmten Verbindlichkeit
bestehen10 .
Werte sind eine von der Mehrheit einer Gruppe geteilte allgemeine Vorstellungen darüber,
was gut oder schlecht, was wünschenswert oder nicht wünschenswert ist. Werte sind daher
bestimmend für Lebensstile11.
Werte sind zudem die ,,ethischen Imperative"12, die das Handeln von Menschen leiten. Das
bedeutet, dass sie die allgemeingültigsten Grundprinzipien, kultureller, religiöser und
ethischer Natur sind, als auch die sozialen Leitbilder darstellen, die für die
Handlungsorientierung und die Ausführung bestimmter Handlungen verantwortlich sind. Die
in einer Gesellschaft vorherrschenden Wertorientierungen bilden somit das Grundgerüst der
Kultur.
Es gibt keinen wertfreien Lebensraum.
6 Explizit: ausdrücklich, deutlich, klar, ausführlich, differenziert
7 Implizit: mit enthalten, logisch zu erschließen
8 KLUCKHOHN, C. 1951: 211
9 Vgl. HILLMANN 1994: 928
10 Vgl. BÜRKLIN 1998: 139
11 Vgl. JOAS 2001: 72
12 ethische Imperative: sittliche Vorstellungen, Sittengesetz
4
2.2. Definition einer Norm
Normen sind Richtlinien des Verhaltens, Verhaltensforderungen, verpflichtende Kriterien des
Verhaltens, Bezugssystem zur Beurteilung von Handlungen. Normen regulieren das
menschliche Zusammenleben. Die Beurteilung von Zuständen, Dingen, Personen hängen
immer von der Sichtweise ab, die sich aus dem Zusammenhang der individuellen Werte
ergibt.
Normen sind allgemein geltende und in ihrer Allgemeinheit verständlich mitteilbare
Vorschriften für menschliches Handeln. Sie orientieren sich direkt oder indirekt an weit
verbreiteten Wertvorstellungen und beabsichtigen diese in die Realität umzusetzen.
Mittels Normen wird versucht, das menschliche Verhalten in Situationen festzulegen, in
denen dieses nicht schon auf eine andere Weise geregelt ist. Damit werden Erwartbarkeiten
geschaffen. Diese werden durch Sanktionen abgesichert.
Vom durchschnittlichen Verhalten ausgehend, bezieht sich Norm als verpflichtende
Verhaltenserwartung primär auf erwünschte Gleichförmigkeiten. Da Normen erlernt werden
müssen, ist der Begriff eng mit dem der Sozialisation verbunden.
Normen verändern sich im Wandel der Zeit. Sie variieren ebenso innerhalb ein und derselben
Gesellschaft. Die meisten Normen sind situationsbezogen.
Viele Normen sind als Gesetze oder Verordnungen formalisiert und ihre Durchsetzung wird
mit staatlicher Sanktionsmacht garantiert13 .
Eine sittliche Norm setzt dem Handeln Wertmaßstäbe, z. B. ,,Behandle deinen Mitmenschen
so, wie du selbst behandelt werden willst" (Goldene Regel). Für mündige Menschen
gewinnen Handlungsnormen nicht schon dadurch Gültigkeit, dass sie gegeben sind, sondern
ihr Verpflichtungscharakter ergibt sich nach verantwortlicher Prüfung. Eine Norm, die nicht
auf einem Wert gründet, hat keine sittliche Bindekraft.
2.2.1. Normung
,,,,Musizieren beflügelt das Denken", befand Albert Einstein.
Und für Nietzsche wäre ein ,,Leben ohne Musik ein Irrtum" gewesen. Die Frage, inwieweit
ein Leben ohne Normen ebenfalls ein Irrtum bliebe, mag zu hypothetischen Gedankenspielen
anregen...
Die reale Antwort lautet:
Ein Leben ohne Normen ist nicht existent. Nicht auf dieser Welt. Normung ist ein von
Menschen geschaffenes Kulturgut. Wie die Musik. [...]
Normen werden immer und überall gebraucht.
Normen machen das Leben einfacher. Jede Norm ist das Ergebnis eines Ausgleichs zwischen
technischer Tauglichkeit und wirtschaftlichem Nutzen. Normen dienen stets dem Wohl der
Allgemeinheit. Die Normung ist die Wiege der Wirtschaftlichkeit. Normen bilden wesentliche
Elemente der Betriebswirtschaft wie der Volkswirtschaft. Die technischen Innovationen von
morgen wachsen auf den gesicherten Erkenntnissen der Normung von heute. Wissenstransfer
und weltweiter Handel vollziehen sich in den durch Normen vorgezeichneten Bahnen.
Normen entstehen im Konsens, daher gibt es keine Dissonanzen. Normen spiegeln den Stand
der Technik. [...]
Normung ist die Harmonielehre von Wirtschaft, Wissenschaft und Technik, für Handel,
Handwerk und Industrie. Selbst die Normung unterliegt gewissen Trends. In erster Linie ist
dies eine Frage technischer und wirtschaftlicher Entwicklungen: Normung ist integraler
Bestandteil des Wirtschaftslebens und des technischen Fortschritts. Normung lebt. Normen
entwickeln sich weiter wie die sie umgebenden Lebensbedingungen auch. Und sie wirken auf
13 Vgl. JOAS 2001: 74 - 76
5
diese zurück. Normen schützen und geben Sicherheit. Und sie erleichtern das tägliche Leben:
zu Hause, bei der Arbeit, unterwegs.14"
2.2.2. Rechtsnorm
Als Rechtsnorm wird in der Rechtswissenschaft jede Maßnahme eines Trägers öffentlicher
Gewalt bezeichnet, die darauf gerichtet ist, in einer unbestimmten Vielzahl von Einzelfällen
bestimmte Rechtsfolgen herbeizuführen, die sich nicht ausschließlich innerhalb dieses Trägers
öffentlicher Gewalt auswirken und in diesem Sinne so genannte Außenwirkung entfalten.
Rechtsnormen sind personenbezogen generell und sachverhaltbezogen abstrakt festgelegt.
Sachverhalt: Grundsätzlich verkörpern Normen, ob sie moralisch oder rechtlich zu verstehen
sind, eine Sollensanordnung. Diese Sollensanordnung verknüpfen den Tatbestand der Norm
mit der Rechtsfolge. Aus der Sollensanordnung geht der eigentliche Appell an die
Normadressaten hervor.
Als Sollensanordnung bestehen vier Typen:
Das Verbot: Es statuiert eine Unterlassungspflicht
Das Gebot: Es statuiert eine Handlungspflicht
Die Erlaubnis: Sie statuiert ein Handlungsrecht
Die Freistellung: Sie statuiert ein Unterlassungsrecht
Unter einer Norm versteht man eine Regel (Richtschnur). Die sittlichen Normen sind so
genannte Sollnormen, die nicht rechtsverbindlich sind und somit das Leben nur angenehmer
machen sollen. Die Rechtsnormen dagegen sind so genannte Mussnormen, diese sind
rechtsverbindlich und müssen von jedem eingehalten werden, da sonst eine Strafe oder eine
sonstige rechtliche Sanktion droht.
2.2.3. Soziale Norm
Soziale Normen (Gesellschaftliche Normen, Soziale Skripte) definieren mögliche
Verhaltensweisen in einer sozialen Situation und geben Verhaltensregelmäßigkeiten an. Sie
sind gesellschaftlich und kulturell bedingt und daher in den Kulturen verschieden und auch
mit der gesellschaftlichen Entwicklung wandelbar.
Soziale Normen sind konkrete Vorschriften, die das Verhalten betreffen. Die Einhaltung von
Normen wird durch Sanktionen garantiert (Belohnung oder Bestrafung). Diese Sanktionen
können durch die Mitmenschen erfolgen oder durch Personen in einer bestimmten
Machtposition.
Soziale Normen sind von den meisten Gesellschaftsmitgliedern (sozialen Akteuren)
akzeptierte und vertretene Vorstellungen, Handlungsmaximen und Verhaltensmaßregeln wie
zum Beispiel, dass man beim Essen nicht schmatzt, dass man sich den Hosenschlitz in einem
unbeobachteten Moment zuzieht, oder dass man andere Menschen nicht anrempelt. Soziale
Normen strukturieren so die Erwartungen der Interaktionspartner in einer Situation und
machen das Handeln und Reagieren in einem gewissen Maße vorhersagbar, sie reduzieren
daher Komplexität im sozialen Miteinander, engen aber die Verhaltensmöglichkeiten auch
ein.
Das Kind erlernt die jeweils in der Gesellschaft geltenden sozialen Normen während der
Erziehung im Elternhaus und in der Schule kennen (Sozialisation). Mit den Jahren erweitert
sich die Anzahl der Normen und der Heranwachsende passt sich immer mehr der Gesellschaft
an. Von einem erwachsenen Menschen erwarten die Leute, dass er die meisten Normen kennt
und beachtet, so dass er in der Öffentlichkeit nicht unangenehm auffällt. Die Einhaltung der
14 www.normung.din.de/sixcms_upload/media/1363/Beuth8seiterANP2005intern.pdf
6
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