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Subtitle: Jones-Modell, Random-Walk-Modell, Verteilungsmodell nach Burgstahler
Diploma Thesis, 2008, 87 Pages
Author: Bastian Schultz
Subject: Economics / Business: Accounting and Taxes
Details
Tags: Kritischer, Vergleich, Verfahren, Aufdeckung, Bilanzpolitik
Year: 2008
Pages: 87
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 35 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-22445-6
ISBN (Book): 978-3-640-22478-4
File size: 478 KB
Nominiert für den Ehrensenatorpreis
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Abstract
Die Aufdeckung bilanzpolitischer Maßnahmen ist eines der zentralen Themen der Bilanzanalyse. Da den Außenstehenden oftmals nur die Bilanz als Informationsquelle zur Verfügung steht, ist dies stets mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden. Gerade in den letzten Jahren haben sich durch die immer stärkere Kapitalmarktorientierung die Anreize zur Bilanzpolitik deutlich erhöht, einhergehend mit einer immer genaueren Analyse, die diesem Trend entgegenzuwirken versucht. Mit Hilfe ständig neuer Methoden gilt es, sowohl die Anreize wie auch die Möglichkeiten der Unternehmen zu analysieren, um eine zuverlässige Prognose über den Umfang der Bilanzpolitik abgeben zu können. Seit den achtziger Jahren wurden zahlreiche statistische Modellansätze vorgestellt, mit deren Hilfe das Ausmaß der Bilanzpolitik untersucht werden kann. Der gängige Ansatz verwendet dabei die Periodenabgrenzungen um das Ausmaß an Bilanzpolitik zu schätzen. Es gibt aber auch andere Vorgehensweisen, die beispielsweise die Verteilung der Unternehmensgewinne um eine Schwelle herum betrachten. Die vorliegende Arbeit untersucht die gängigsten dieser Modelle und vergleicht sie hinsichtlich ihrer Fähigkeiten Bilanzpolitik zu identifizieren sowie ihrer Datenanforderungen. Ziel der Arbeit ist es zu ermitteln welches der Modelle Earnings Management (EM)1 am zuverlässigsten erkennt und wie das Aufwand-Nutzen-Verhältnis der Modelle liegt, um eine Einschätzung darüber treffen zu können, welches Modell unter den jeweiligen Untersuchungsvoraussetzungen am besten geeignet ist. Die Datenanforderungen spielen eine zentrale Rolle, wenn zur Durchführung einer empirischen Studie eines der Modelle zum Einsatz kommen soll, da die zur Verfügung stehende Datenbasis oft stark eingeschränkt ist und daher längst nicht alle Modelle in Frage kommen. Die Arbeit konzentriert sich auf die Periodenabgrenzungsmodelle sowie die Gewinnverteilungsmodelle, da diese die meist genutzten sind und das Weiterent-wicklungspotential am größten ist.
Excerpt (computer-generated)
Leuphana Universität Lüneburg
Institut für Betriebswirtschaftslehre
Rechnungswesen und Steuerlehre
Kritischer Vergleich ausgewählter statistischer Verfahren zur Aufdeckung von Bilanzpolitik
Jones-Modell, Random-Walk-Modell, Verteilungsmodell nach Burgstahler
Bastian Schultz
Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis ... IV
Variablenverzeichnis ... V
Abbildungsverzeichnis ... VII
1 Einleitung ... 1
2 Grundlagen der Bilanzpolitik ... 3
2.1 Definition und Zielsystem der Bilanzpolitik ... 3
2.1.1 Definition ... 3
2.1.2 Zielsystem ... 4
2.1.3 Zielgrößen der Bilanzpolitik ... 6
2.1.4 Instrumente der Bilanzpolitik ... 9
2.2 Modelle zur Entdeckung von Bilanzpolitik ... 11
2.2.1 Einführung ... 11
2.2.2 Darstellung verschiedener Modelltypen ... 12
2.2.2.1 Modelle basierend auf aggregierten Periodenabgrenzungen ... 13
2.2.2.2 Modelle basierend auf spezifischen Periodenabgrenzungen ... 16
2.2.2.3 Modelle basierend auf der Verteilung der Gewinngröße ... 17
3 Kriterien zur Beurteilung der Modelle ... 19
3.1 Fehler erster und zweiter Art ... 19
3.2 Test der Gesamterklärungsgüte ... 21
3.3 Fehlspezifikationen / ommitted variables ... 23
3.4 Aussagekraft ... 24
3.5 Datenanforderungen ... 25
4 Beurteilung ausgewählter Modelle ... 26
4.1 Random Walk Modell von DeAngelo 1986 ... 26
4.1.1 Darstellung der Studie und ihrer Ergebnisse ... 26
4.1.2 Fehlspezifikationen und ausgelassenen Variablen ... 27
4.1.3 Fehler erster und zweiter Art ... 30
4.1.4 Bestimmtheitsmaß R² ... 31
4.1.5 Ansatz für weitere Untersuchungen ... 32
4.2 Cross-Sectional-Jones-Modell von DeFond und Jiambalvo 1994 ... 33
4.2.1 Darstellung der Studie und ihrer Ergebnisse ... 33
4.2.2 Vorstellung des verwendeten Modells ... 34
4.2.3 Fehlspezifikationen und ausgelassene Variablen ... 35
4.2.4 Beurteilung des Testvorgehens ... 35
4.2.5 Ansatz für weitere Untersuchungen ... 36
4.3 Modifiziertes Jones-Modell nach Dechow et al. 1995 ... 37
4.3.1 Darstellung der Studie und ihrer Ergebnisse ... 37
4.3.2 Vorstellung des verwendeten Modells ... 37
4.3.3 Fehler erster und zweiter Art ... 38
4.3.4 Ausgelassene Variablen und Fehlspezifikationen ... 39
4.3.5 Bestimmtheitsmaß R² ... 41
4.4 Modell nach Van Tendeloo, Vanstraelen 2005 ... 42
4.4.1 Darstellung der Studie und der Ergebnisse ... 42
4.4.2 Vorstellung des verwendeten Modells ... 43
4.4.3 Beurteilung des Modells ... 44
4.5 Modell von Maijoor/Vanstraelen 2006 ... 45
4.5.1 Darstellung der Studie und der Ergebnisse ... 45
4.5.2 Vorstellung des verwendeten Modells ... 46
4.5.3 Beurteilung des Modells ... 46
4.6 Das GMM-Modell von Kang/Sivaramakrishnan 1995 ... 47
4.6.1 Darstellung der Studie und ihrer Ergebnisse ... 47
4.6.2 Darstellung des Modells ... 49
4.6.3 Fehler erster und zweiter Art ... 49
4.6.4 Bestimmtheitsmaß R² ... 51
4.6.5 Fehlspezifikationen ... 52
4.7 Das TDM nach L. Babalyan (2007) ... 52
4.7.1 Darstellung der Studie und der Ergebnisse ... 52
4.7.2 Darstellung des verwendeten Modells ... 53
4.7.3 Beurteilung des Modells ... 55
4.8 Zwischenfazit der aggregierten Modelle ... 56
4.9 Spezifisches Accruals-Modell ... 59
4.9.1 Darstellung der Studie ... 59
4.9.2 Darstellung des Modells ... 59
4.9.3 Bestimmtheitsmaß ... 61
4.9.4 Fehlspezifikationen ... 62
4.9.5 Fehler erster und zweiter Art ... 62
4.9.6 Abschließende Beurteilung ... 63
4.10 Verteilungsmodell nach Burgstahler/Dichev 1997 ... 64
4.10.1 Darstellung der Studie und der Ergebnisse ... 64
4.10.2 Beurteilung des Modells ... 67
4.10.3 Überblick ähnlicher Studien ... 69
5 Fazit ... 70
5.1 Trade-Off zwischen Datenanforderungen und Aussagekraft ... 70
5.2 Abschließende Beurteilung ... 72
Literaturverzeichnis ... VIII
1 Einleitung
Die Aufdeckung bilanzpolitischer Maßnahmen ist eines der zentralen Themen der Bilanzanalyse. Da den Außenstehenden oftmals nur die Bilanz als Informationsquelle zur Verfügung steht, ist dies stets mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden. Gerade in den letzten Jahren haben sich durch die immer stärkere Kapitalmarktorientierung die Anreize zur Bilanzpolitik deutlich erhöht, einhergehend mit einer immer genaueren Analyse, die diesem Trend entgegenzuwirken versucht. Mit Hilfe ständig neuer Methoden gilt es, sowohl die Anreize wie auch die Möglichkeiten der Unternehmen zu analysieren, um eine zuverlässige Prognose über den Umfang der Bilanzpolitik abgeben zu können.
Seit den achtziger Jahren wurden zahlreiche statistische Modellansätze vorgestellt, mit deren Hilfe das Ausmaß der Bilanzpolitik untersucht werden kann. Der gängige Ansatz verwendet dabei die Periodenabgrenzungen um das Ausmaß an Bilanzpolitik zu schätzen. Es gibt aber auch andere Vorgehensweisen, die beispielsweise die Verteilung der Unternehmensgewinne um eine Schwelle herum betrachten.
Die vorliegende Arbeit untersucht die gängigsten dieser Modelle und vergleicht sie hinsichtlich ihrer Fähigkeiten Bilanzpolitik zu identifizieren sowie ihrer Datenanforderungen. Ziel der Arbeit ist es zu ermitteln welches der Modelle Earnings Management (EM)1 am zuverlässigsten erkennt und wie das Aufwand-Nutzen-Verhältnis der Modelle liegt, um eine Einschätzung darüber treffen zu können, welches Modell unter den jeweiligen Untersuchungsvoraussetzungen am besten geeignet ist. Die Datenanforderungen spielen eine zentrale Rolle, wenn zur Durchführung einer empirischen Studie eines der Modelle zum Einsatz kommen soll, da die zur Verfügung stehende Datenbasis oft stark eingeschränkt ist und daher längst nicht alle Modelle in Frage kommen.
Die Arbeit konzentriert sich auf die Periodenabgrenzungsmodelle sowie die Gewinnverteilungsmodelle, da diese die meist genutzten sind und das Weiterentwicklungspotential am größten ist. Der aktuelle Forschungsstand sieht die spezifischen Periodenabgrenzungsmodelle sowie die Verteilungsmodelle als zukunftsweisend an, da diese eine wesentlich exaktere Prognose erlauben. Bei den spezifischen Periodenabgrenzungsmodellen ist jedoch auch eine erhebliche Datenmenge erforderlich, die die Anwendungsmöglichkeiten stark einschränkt. Die Verteilungsmodelle hingegen haben nur eine relativ beschränkte Aussagekraft.2
In den Vergleich wurden Modelle einbezogen, die sich hinsichtlich ihrer Vorgehensweise hinreichend stark unterscheiden und häufig in empirischen Untersuchungen verwendet wurden. Die Auswahl ermöglicht es auch die hier nicht behandelten Modelle hinsichtlich ihrer Fähigkeiten einzuschätzen, da stets ein ähnliches Modell aufgeführt ist.
Zunächst sollen kurz die Grundlagen der Bilanzpolitik darlegt werden, da diese für das Verständnis der Funktionsweise der Modelle wichtig sind. Im dritten Kapitel werden dann die Kriterien erläutert, mit deren Hilfe die anschließende Bewertung der Modelle erfolgt. Im vierten Kapitel werden die Modelle einzeln vorgestellt und anschließend nach den dargestellten Kriterien untersucht. Hierbei folgt die Ordnung der Modelle den oben vorgestellten Generationen. Nach der Beurteilung der Modelle erfolgt eine Einschätzung der jeweiligen Datenanforderungen, bevor die Arbeit im Fazit die Ergebnisse der Untersuchung zusammenfügt.
2 Grundlagen der Bilanzpolitik
2.1 Definition und Zielsystem der Bilanzpolitik
2.1.1 Definition
Der Jahresabschluss ist für externe Interessengruppen eines Unternehmens wie Kleinaktionäre, Mitarbeiter oder Kreditgeber häufig die einzige Informationsquelle, die zur Verfügung steht, um sich über die finanzielle Lage des Unternehmens ein Bild zu machen. Damit stehen diesen Stake Holdern sehr viel weniger Details zur Verfügung als beispielsweise dem Management oder Großaktionären. Es ist daher wichtig, dass die Jahresabschlüsse verschiedener Perioden sowie Unternehmen miteinander vergleichbar sind, was durch die Aufstellung von Rechnungslegungsstandards wie HGB, IFRS oder US-GAAP sichergestellt werden soll. Um eine allgemeine Anwendbarkeit dieser Standards zu gewährleisten, bedarf es einer abstrakten Formulierung, mit der sich die unterschiedlichsten Geschäftsvorfälle darstellen lassen. Diese lässt Freiräume für individuelle Gegebenheiten und Besonderheiten einzelner Branchen oder Unternehmen, damit die tatsächliche Lage des Unternehmens präziser dargestellt werden kann. Das zusätzliche Wissen der Unternehmensleitung soll nicht durch zu strikte Rechnungslegungsstandards verloren gehen. Im HGB sind diese Freiräume durch Ermessensspielräume und Wahlrechte realisiert. Genau diese Freiräume können von den Unternehmensleitungen jedoch auch ausgenutzt werden, um die Darstellung der Unternehmenslage zu verändern.3„Man spricht von Bilanzpolitik, wenn bei der Aufstellung des Jahresabschlusses [diese] Wahlrechte und Ermessensspielräume gezielt ausgenutzt werden, um damit Bilanzadressaten oder Rechtsfolgen zu beeinflussen. Mit Bilanzpolitik versuchen Bilanzersteller die Unternehmenslage so erscheinen zu lassen, dass Bilanzadressaten Entscheidungen in ihrem Sinne treffen. Von den Adressaten abzulehnen ist eine solche Politik dann, wenn sie zu deren Nachteil ist.“4 Klar abzugrenzen ist die Bilanzpolitik, welche sich ausschließlich im Rahmen der gesetzlich erlaubten Möglichkeiten bewegt von der so genannten Bilanzmanipulation, welche sich durch gesetzeswidriges Vorgehen auszeichnet.5 Diese Grenze ist in der Praxis nicht leicht zu ziehen, da es Grauzonen gibt, in welchen im Einzelfall die gesetzliche Lage unklar ist.6 Die Beurteilung dieser Fälle hängt stark vom Prüfer des Unternehmens ab, so dass die Prüfungsqualität durchaus einen Einfluss auf das Ausmaß der Bilanzpolitik hat.7
Die im Folgenden vorgestellten Modelle unterscheiden aufgrund ihres Aufbaus nicht zwischen Bilanzpolitik und –manipulation. Dies wird bei der Beschreibung der Modelle in Kapitel 4 deutlich. Zunächst sollen das Zielsystem sowie die Zielgrößen der Bilanzpolitik kurz erläutert werden.
2.1.2 Zielsystem
Die Bilanzpolitik kann als Teilbereich der Unternehmenspolitik betrachtet werden. Es lassen sich zwei grundsätzlich verschiedene Anreizgrundlagen unterscheiden:
1. Die Unternehmensziele
2. Die persönlichen Ziele des Managements
In eigentümergeführten Unternehmen fallen die beiden Zielgruppen regelmäßig zusammen, in managementgeführten hingegen kommt es häufig zu so genannten Agency-Konflikten, wenn die persönlichen Ziele des Managements nicht mit denen der Eigentümer übereinstimmen.8
Die erste Anreizgruppe, die bilanzpolitischen Unternehmensziele, lässt sich aus dem übergeordneten unternehmenspolitischen Zielsystem herleiten. Dabei kann die Bilanzpolitik als derivative Teilpolitik vor allem die Bereiche Finanz- und Publizitätspolitik unterstützen.9
Aufgabe der Finanzpolitik ist die Koordination sämtlicher Zahlungsströme des Unternehmens mit besonderem Augenmerk auf die stets zu erhaltende Zahlungsfähigkeit. Die Bilanzpolitik kann diese Aufgabe einerseits durch die Beeinflussung von Gewinn- andererseits von Ausschüttungsgrößen unterstützen.10 In Staaten mit Maßgeblichkeitsprinzip (wie z.B. Deutschland) ist die Steuerminimierung ein wichtiges mit der Bilanzpolitik zu unterstützendes Ziel.11
[...]
1 Earnings Management ist das englischsprachige Äquivalent zu Bilanzpolitik und wird in dieser Arbeit verwendet, um deutlich zu machen, wenn es sich um gewinnbezogene Bilanzpolitik handelt.
Vgl. Healy, Wahlen 1999, S. 368–369.
2 Vgl. McNichols 2000, S. 325; 336-337; Vgl. Goncharov 2005, S. 70.
3 Vgl. Döring, Obermann 2007, S. 415–416; Vgl. Sieben 1998, S. 5-6; Vgl. Habib 2007, S. 1.
4 Szczesny 2007, S. 101–102.
5 Vgl. Wöhe 1997, S. 58.
6 Vgl. Wagenhofer, Ewert 2003, S. 198.
7 Vgl. Maijoor, Vanstraelen 2006.
8 Vgl. Wagenhofer, Ewert 2003, S. 205.
9 Vgl. Sieben 1998, S. 11–13.
10 Vgl. Sieben 1998, S. 13.
11 Vgl. Wagenhofer, Ewert 2003, S. 197–198.
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