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Hausarbeit, 2005, 26 Seiten
Autor: Sebastian Gräbe
Fach: Wirtschaft - Unternehmensethik, Wirtschaftsethik
Details
Institution/Hochschule: Hamburg School of Business Administration
Tags: Ethik, Seminar, Unternehmenskultur
Jahr: 2005
Seiten: 26
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 30 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-22604-7
ISBN (Buch): 978-3-640-22749-5
Dateigröße: 431 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Unternehmenskultur und Wirtschaftsethik gehören vor dem Hintergrund von Globalisierung, Ressourcenknappheit und Wirtschaftsskandalen wie, Brent Spar oder Enron zu den neuen Schlagwörtern der Wirtschaftslehre. Die Forderungen von Politik und Gesellschaft nach sozialer Verantwortung durch Unternehmen werden immer lauter. Dennoch, so scheint es, keimt der Samen Ethik in der Wirtschafts-landschaft nur vereinzelt und zaghaft. Diese Arbeit soll untersuchen, ob das Oxy-moron Wirtschaftsethik wirklich existiert, ob Unternehmen eine Unternehmensethik brauchen und ob Ethik ökonomisch relevant ist. Anstoß zur Diskussion ist der Artikel Friedmann, der immer noch Diskusionsgrundlage vieler Wirtschaftsethikgegner ist. Die Argumentation wird aus ökonomischer und nicht ideologischer Sicht geführt.
Textauszug (computergeneriert)
Die Ökonomie der Ethik
- Hausarbeit an der HSBA Hamburg School of Business Administration
im Rahmen des Studiums zum
Bachelor of Arts (B.A.) in Business Administration-
Fach:
Unternehmenskultur
Dozent:
Vorgelegt am:
4.4.2005
Von:
Sebastian Gräbe
Inhaltsverzeichnis
1.
EINLEITUNG
- 1 -
2.
CHARAKTERISIERUNG UNTERNEHMENSETHIK
- 1 -
2.1.
ABGRENZUNG ZWISCHEN ETHIK UND MORAL
- 1 -
2.2.
TELEOLOGISCHE UND DEONTOLOGISCHE ETHIK
- 2 -
2.3.
UNTERNEHMENSETHIK
- 2 -
2.3.1.
Abgrenzung zwischen Unternehmensethik und Wirtschaftsethik
- 2 -
2.3.2.
Handlungsraum der Unternehmensethik
- 2 -
3.
DISKURS ÜBER DAS OXYMORON ETHIK ANHAND DER THESE VON FRIEDMANN - 3 -
3.1.
EINFÜHRUNG IN DIE THESE FRIEDMANNS
- 3 -
3.1.1.
Ökonomische Relevanz der Gewinnmaximierung
- 4 -
3.1.2.
Soziale Verantwortung der Gewinnmaximierung
- 5 -
3.2.
UNETHISCHES AGIEREN GENERIERT WETTBEWERBSVORTEILE BEGRÜNDUNG AUF BASIS
EINER SPIELTHEORIE
- 5 -
3.2.1.
Differenzierung des Gefangenendilemmas
- 7 -
3.2.2.
Das ethische Paradox
- 8 -
3.2.3.
Fazit
- 8 -
4.
ÖKONOMISCHE RELEVANZ DER ETHIK
- 9 -
4.1.
ANSATZ SPIELTHEORIE - ETHIK ALS GRUNDLAGE DER MARKTWIRTSCHAFT
- 9 -
4.1.1.
Irritierende Dilemmata sind Nash-Gleichgewichte
- 9 -
4.1.2.
Nash-Gleichgewichte erzwingen kooperative Strategien
- 10 -
4.1.3.
Ethisches Handeln rentiert sich durch sinkende Transaktionskosten
- 10 -
4.2.
MARKETINGANSATZ- PRODUKTDIFFERENZIERUNG DURCH ETHIK
- 11 -
4.2.1.
Product - Präferenzen durch ethischen Mehrwert
- 11 -
4.2.2.
Price Limitierung des Wertschöpfungsfaktors Ethik
- 13 -
4.2.3.
Promotion Verknüpfung von Ethik und Marke
- 15 -
4.2.3.1.
Risiken des Societal Marketings
- 15 -
4.2.3.2.
Vertrauensverlust und Kundenverlust
- 16 -
4.2.3.3.
Integrität zwingt zur moralisch vollentwickelten Organisation
- 16 -
4.2.3.4.
Unternehmensethik Vorraussetzung für die moralisch vollentwickelte
Organisation
- 17 -
4.2.4.
Fazit Marketingansatz
- 17 -
4.3.
ORGANISATORISCHER ANSATZ - QUALITÄTSMANAGEMENT DURCH UNTERNEHMENSETHIK
- 18 -
4.3.1.
Human Relation- Ansatz
- 18 -
4.3.1.1.
Theorie Y- Gewinnen von Humankapitalen durch Menschenführung
- 18 -
4.3.1.2.
Werte sind Basis einer fruchtbaren Unternehmenskultur
- 19 -
4.3.2.
Fazit Organisationsansatz
- 20 -
5.
SCHLUSSBETRACHTUNG
- 21 -
LITERATURVERZEICHNIS
- 22 -
I
1. Einleitung
Unternehmenskultur und Wirtschaftsethik gehören vor dem Hintergrund von Glo-
balisierung, Ressourcenknappheit und Wirtschaftsskandalen wie, Brent Spar oder
Enron zu den neuen Schlagwörtern der Wirtschaftslehre. Die Forderungen von
Politik und Gesellschaft nach sozialer Verantwortung durch Unternehmen werden
immer lauter. Dennoch, so scheint es, keimt der Samen Ethik in der Wirtschafts-
landschaft nur vereinzelt und zaghaft. Diese Arbeit soll untersuchen, ob das Oxy-
moron Wirtschaftsethik wirklich existiert, ob Unternehmen eine Unternehmensethik
brauchen und ob Ethik ökonomisch relevant ist. Anstoß zur Diskussion ist der Arti-
kel "The social responsibility of business is to increase its profits" von Milton
Friedmann, der immer noch Diskusionsgrundlage vieler Wirtschaftsethikgegner ist.
Die Argumentation wird aus ökonomischer und nicht ideologischer Sicht geführt.
2. Charakterisierung Unternehmensethik
2.1. Abgrenzung zwischen Ethik und Moral
Zu unterscheiden ist zwischen Ethik und Moral. Moral (lateinisch: Mores / Sitte)
beinhaltet die verschiedenen Sitten und Wertevorstellungen einer Handlungsge-
meinschaft. Moral ist ergo nicht zwingend positiv. Abgeleitet von der Moral be-
schäftigt sich die Moralität, Sittlichkeit, mit der Qualität der Sitten.
Ethik reflektiert die Moral und Moralität und begründet sie. ,,Die Grundfragen der
Ethik beschäftigen sich mit den Richtlinien, an denen sich menschliches Handeln
ausrichten soll."1 Ihre Aufgabe besteht zum einen aus der Reflexion der jeweiligen
Moral und dem Aufstellen universeller Normen.
1 Lövenich, F: Ethik, in: Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2005
[http://de.encarta.msn.com] (Erstellungsdatum: k.A.; Verfügbarkeitsdatum: 23.03.05).
- 1 -
2.2. Teleologische und deontologische Ethik
Ethik lässt sich in zwei verschieden Grundrichtungen gliedern: Die teleologische
Theorie bewertet die Folgen einer Handlung als positiv, wenn ein größerer, allge-
meiner Nutzen als Schaden entsteht. Die deontologische Theorie beschäftigt sich
lediglich mit der Handlung. Die Folge, die aus einer Handlung resultiert, ist zweit-
rangig. Frankena löst das Problem durch eine gemischt deontologische Theorie.2
Unbedingte Forderung jeder Ethik lautet: Meide Böses, tue Gutes3. Aus dieser
Forderung definieren sich die Grundprinzipien der Ethik: Menschenwürde, Freiheit,
Gerechtigkeit [und] Solidarität.4
2.3. Unternehmensethik
2.3.1. Abgrenzung zwischen Unternehmensethik und Wirtschaftsethik
Zu unterscheiden ist zwischen Wirtschaftsethik und Unternehmensethik. Wirt-
schaftsethik behandelt wirtschaftliches Handeln auf der Makroebene. Sie ,,fokus-
siert die institutionelle Rahmenordnung mit ihrer Wirtschaftsordnung, der Wirt-
schafts-, Finanz- und Sozialpolitik".5 Unternehmensethik reflektiert die Handlungen
und Haltungen der Unternehmensführung und ihrer Mitarbeiter.
2.3.2. Handlungsraum der Unternehmensethik
Es gibt zwei unterschiedliche Ansätze Unternehmensethik zu definieren, aus de-
nen sich der Handlungsraum der Unternehmensethik erschließt. Hackmann cha-
rakterisiert ein Unternehmen als reine Institution, deren Handlungen und Haltun-
gen nicht einzelnen Individuen zugerechnet werden können. Hieraus ergibt sich
2 Vgl.: Frankena, W.: Analytische Ethik, München, 1981, S.22.
3 Vgl. Herrmann, B.: Wirtschaftsethik- Stand der Forschung, in: Albach, H (Schriftl.): Unternehmensethik,
Konzepte- Grenzen- Perspektiven, Wiesbaden 1992, S.7.
4 Vgl.: Böckle, F.: Anthropologie und Sachgesetzlichkeit im Dialog zwischen Moraltheologie und Wirt-
schaftsethik, in: Enderle, G.: Ethik und Wirtschaftswissenschaft, Berlin 1985, S.55-68.
5 Enderle, G.: Ethik als unternehmerische Herausforderung, in: Die Unternehmung, 41. Jg., Nr.6, S. 433-450.
- 2 -
der Terminus Unternehmensethik.6 Freeman und Gilbert hingegen definieren ein
Unternehmen als Schnittstelle der verschiedenen Interessen der Stakeholder. Sie
betrachten die Individuen, die ihre persönlichen Ziele verwirklichen wollen und sich
dem Unternehmen bedienen. Sie sprechen somit dem Unternehmen die Möglich-
keit einer moralischen Handlung ab.7 Unternehmensethische Reflexionen können
somit sowohl an der Mikroebene, also beim Individuum selbst, oder an der Me-
soebene des Unternehmens ansetzen.8
Der eigentliche Handlungsraum der Unternehmensethik ist nicht klar abzugrenzen.
3.
Diskurs über das Oxymoron Ethik anhand der These von Friedmann
3.1. Einführung in die These Friedmanns
Die zentrale These in Milton Friedmanns Aufsatz ,,The social responsibility of busi-
ness is to increase its profits" lautet, ein Unternehmen könne nicht sozial handeln,
da es keine Person im eigentlichen Sinne sei und eine Unternehmensleitung dürfe
nicht sozial handeln, da ihre Aufgabe ausschließlich in der Mehrung des Kapitals
der Shareholder bestünde. Durch sozialethisches Engagement und den Versuch,
die Bedürfnisse der Stakeholder zu decken, würde das Unternehmen zum ,,Civil
Servant" werden und könne so die Interessen der Shareholder nicht mehr adäquat
vertreten. Damit sieht Friedmann die Grundprinzipien der Marktwirtschaft, Wahl-
freiheit und Selbstbestimmung, in Frage gestellt.9
Friedmann schließt sich in seinen Überlegungen Freeman und Gilbert an, wonach
Unternehmensethik über die Mikroebene definiert wird. Demnach wird im Folgen-
6 Vgl. Hackmann, J.: Gewinnmaximierung und Unternehmensethik, 1998, in: Wirtschaftsethische Perspekti-
ve IV, Schriften des Vereins für Sozialpolitik, Gesellschaft für Wirtschaft und Sozialwissenschaften, Bd. 228,
Berlin, S.55.
7 Vgl. Freeman, R.E. / Gilbert, D.R. Jr.: Unternehmensstrategie, Ethik und persönliche Verantwortung, Ne-
wYork, Frankfurt a.M., 1991, 126-161.
8 Vgl. Grabner-Kräuter, S.: Die Ethisierung des Unternehmens Ein Beitrag zum wirtschaftethischen Dis-
kurs, Wiesbaden, 1998, S.11.
- 3 -
den von einer Unternehmensethik auf der Mikroebene ausgegangen. Außerdem
unterstellt er eine Konvergenz zwischen ethisch agierenden Mitarbeitern und der
Rendite der Shareholder in Form von monetären Mitteln und definiert Gewinnma-
ximierung als soziale Verantwortung. Diese Aussagen sollen im Folgenden unter-
sucht werden.
3.1.1. Ökonomische Relevanz der Gewinnmaximierung
,,In einer (reinen) Marktwirtschaft können nur Unternehmen überleben, die für ihre
Produktion dauerhaft mehr als ihre Kosten erlösen"10, da nur so die nötigen Rohs-
toffe für die Produktion erworben werden können.
Hieraus ergibt sich die Notwendigkeit der Gewinnmaximierung: ,,Wenn Konkurrenz
mit freiem Marktzugang herrscht, werden Markteintritte erfolgen, so lange im Markt
Profite erwirtschaftet werden. [...] Durch Markteinritte wird der Gewinn aber ge-
drückt und verschwindet schließlich (′Nullprofitsituation′). In dieser Situation haben
die Unternehmen keine Wahl: Sie müssen den Gewinn maximieren, denn andern-
falls können sie im Markt nicht überleben."11 Friedmann hat also mit der Aussage
Recht, dass ein Unternehmen als ein wirtschaftlich-rechtliches Gebilde entspre-
chend dem erwerbswirtschaftlichen Prinzip (Gewinnmaximierung) nachhaltig Er-
tragbringende Leistungen erzielen muss.12
Friedmanns Aussage, Gewinnmaximierung sei eine Notwendigkeit, ist ökonomisch
betrachtet richtig.
9 Vgl. Friedmann, M.: The social Resposibility of Business is to increase its Profits, The New York Time
Magazine, September 13, 1970.
10 o.V.: [http://www.mikrooekonomie.de/an/zd/anzdge.htm] (Erstelldatum: k.A., Verfügbarkeitsdatum:
24.03.2005).
11o.V.: [http://www.mikrooekonomie.de/an/zd/anzdge.htm] (Erstelldatum: k.A., Verfügbarkeitsdatum:
24.03.2005).
- 4 -
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