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Bayerns und Sachsens Gymnasiallehrpläne im Vergleich: Unterschiede, Gemeinsamkei... close

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Bayerns und Sachsens Gymnasiallehrpläne im Vergleich: Unterschiede, Gemeinsamkeiten und ihre Bedeutung für die Bildungspolitik der beiden Kultusministerien

Scholary Paper (Seminar), 2004, 20 Pages
Author: Markus Friedrich
Subject: History - Didactics

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2004
Pages: 20
Grade: 3
Bibliography: ~ 7  Entries
Language: German
Archive No.: V119263
ISBN (E-book): 978-3-640-22237-7

File size: 69 KB

Abstract

Erinnert man sich an die eigene Schulzeit zurück, so verbindet man mit dem Geschichtsunterricht in erster Linie Daten, Fakten, Entwicklungen und historische Zusammenhänge. Auch wenn es zunächst für die Schüler sehr interessant zu sein scheint etwas über die Vergangenheit der Menschheit zu lernen und dadurch auch die Gegenwart besser zu verstehen, so wenden sich dennoch viele frustriert vom Geschichtsunterricht ab. Es werden oft zu viele Jahreszahlen und einzelne kleine Ereignisse vermittelt, die sich die Schüler einprägen sollen, möglichst auch im Langzeitgedächtnis. Ohne ständige Wiederholung und Einübung ist das freilich nicht zu bewerkstelligen und ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass außer einem groben Überblick über die gesamte Geschichte nicht viel hängen geblieben ist. Besonders im Fach Geschichte ist das Engagement des Lehrers von immenser Bedeutung. Die Schüler bringen meist eine gewisse Vorbildung und Vorstellung in den Unterricht mit, allerdings sehr oft fehlerhaft und unvollständig. Daher ist es die Aufgabe des Lehrers, die Sachverhalte und Zusammenhänge klar und verständlich darzustellen und etwaige falsche Ansichten zu berichtigen. Wann sich schließlich die Schüler mit welchen Themen der Geschichte beschäftigen legt der Lehrplan fest. In dieser Arbeit wird das Augenmerk auf die Lehrpläne von Bayern und Sachsen für das Gymnasium gerichtet. Da Unterricht und Kultus Ländersache sind, wird man einige Unterschiede erwarten können. Nach einer allgemeinen Darstellung über die Aufgabe und die Bedeutung von Lehrplänen werden im Folgenden die Lehrpläne von der Unterstufe bis zur Kollegstufe analysiert und sich daraus ergebende Eigenheiten und Besonderheiten der Bildungspolitik herausgearbeitet. Dabei wird vor allem den Fragen nachgegangen: Welche Schwerpunkte setzen die Kultusministerien von Bayern und Sachsen im Geschichtsunterricht? Welche Bedeutung hat die Geschichte des eigenen Bundeslandes? Inwieweit können die Lehrer eigene Schwerpunkte setzen und auf Wünsche von Seiten der Schüler eingehen? [...]


Excerpt (computer-generated)

Ludwig-Maximilians-Universität München

Historisches Seminar

Didaktik der Geschichte

PS: Einführung in die Didaktik der Geschichte

Sommersemester 2004

Bayerns und Sachsens Gymnasiallehrpläne im Vergleich:
Unterschiede, Gemeinsamkeiten und ihre Bedeutung für die
Bildungspolitik der beiden Kultusministerien















Markus Friedrich

Lehramt Gymnasium: Englisch/Geschichte

Viertes Semester


Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis 2

1. Einleitung 3

2. Aufgabe und Bedeutung von Lehrplänen 4

3. Bayerns und Sachsens Gymnasiallehrpläne 5

3.1 Die Unterstufe 6

3.2 Die Mittelstufe 9

3.3 Die Oberstufe 13

4. Zusammenfassung 17

Literaturverzeichnis 19

2


1. Einleitung

Erinnert man sich an die eigene Schulzeit zurück, so verbindet man mit dem

Geschichtsunterricht in erster Linie Daten, Fakten, Entwicklungen und

historische Zusammenhänge. Auch wenn es zunächst für die Schüler sehr

interessant zu sein scheint etwas über die Vergangenheit der Menschheit zu

lernen und dadurch auch die Gegenwart besser zu verstehen, so wenden sich

dennoch viele frustriert vom Geschichtsunterricht ab. Es werden oft zu viele

Jahreszahlen und einzelne kleine Ereignisse vermittelt, die sich die Schüler

einprägen sollen, möglichst auch im Langzeitgedächtnis. Ohne ständige

Wiederholung und Einübung ist das freilich nicht zu bewerkstelligen und ich

kann aus eigener Erfahrung sagen, dass außer einem groben Überblick über die

gesamte Geschichte nicht viel hängen geblieben ist. Besonders im Fach

Geschichte ist das Engagement des Lehrers von immenser Bedeutung. Die

Schüler bringen meist eine gewisse Vorbildung und Vorstellung in den

Unterricht mit, allerdings sehr oft fehlerhaft und unvollständig. Daher ist es die

Aufgabe des Lehrers, die Sachverhalte und Zusammenhänge klar und

verständlich darzustellen und etwaige falsche Ansichten zu berichtigen.

Wann sich schließlich die Schüler mit welchen Themen der Geschichte

beschäftigen legt der Lehrplan fest. In dieser Arbeit wird das Augenmerk auf

die Lehrpläne von Bayern und Sachsen für das Gymnasium gerichtet. Da

Unterricht und Kultus Ländersache sind, wird man einige Unterschiede

erwarten können. Nach einer allgemeinen Darstellung über die Aufgabe und

die Bedeutung von Lehrplänen werden im Folgenden die Lehrpläne von der

Unterstufe bis zur Kollegstufe analysiert und sich daraus ergebende Eigen-

heiten und Besonderheiten der Bildungspolitik herausgearbeitet. Dabei wird

vor allem den Fragen nachgegangen: Welche Schwerpunkte setzen die

Kultusministerien von Bayern und Sachsen im Geschichtsunterricht? Welche

Bedeutung hat die Geschichte des eigenen Bundeslandes? Inwieweit können

die Lehrer eigene Schwerpunkte setzen und auf Wünsche von Seiten der

Schüler eingehen?

3


2. Aufgabe und Bedeutung von Lehrplänen

Folgt man Hans-Jürgen Pandel, so gibt es im Wesentlichen drei Ursachen für

die ständig notwendige Veränderung von Lehrplänen.1 Zum einen entstehen

laufend neue Erkenntnisse und Entwicklungen in der Wissenschaft, die im

Schulunterricht berücksichtigt werden müssen. Diese Neuerungen fließen vor

allem in die Lehrerausbildung an den Universitäten ein und gelangen somit

auch indirekt an die Schulen. Dann unterliegt die Gesellschaft einem steten

Wandel, was neue Fragestellungen aufwirft und die Erziehung an den Schulen

zur Beantwortung dieser Fragen mit einbezieht. Die Folge sind die Entstehung

von neuen Fächern wie etwa Sozialkunde und die Gegenwarts- und Zukunfs-

orientierung der Lernprozesse in den einzelnen Fächern. Die dritte Ursache

schließlich, die im Folgenden besonders beachtet wird, stellt der Wandel der

bildungspolitischen Vorstellungen dar. Diskussionen über die Abschaffung des

13. Schuljahres, Zentralabiture oder die Kürzung von Stunden einiger Fächer

wirken sich auch immer auf die Lehrpläne aus.

Es versteht sich von selbst, dass die Geschichte im Laufe der Zeit immer länger

wird, und daher nicht alles gelernt und gelehrt werden kann. Pandel bezeichnet

dies als den quantitativen Gesichtspunkt, der eine Auswahl erfordert.2 Mit dem

qualitativen Gesichtspunkt weist Pandel darauf hin, dass vieles nicht nötig ist,

über viele Generationen überliefert zu werden, da es oft nicht mehr für die

gegenwärtigen Lebensverhältnisse notwendig und nützlich ist.3 Was dann im

Endeffekt wirklich gelernt wird, hängt wiederum von mehreren Ursachen ab.4

Die Kontrolle und Aufsicht von Seiten des Staates und der Gesellschaft über

die Schule kann sehr unterschiedlich erfolgen; dann spielt auch die

professionelle Autonomie der Lehrer ein wichtige Rolle, d.h. in wieweit

entscheiden sie selbst was ihrer Meinung nach für die künftigen Generationen

von Bedeutung sein wird. Schließlich sind auch die Schulform und Schulstufe

von Bedeutung, was zur Folge hat, dass sich die Art des Geschichtsunterrichts

1 Vgl. im Folgenden: Hans-Jürgen Pandel, Richtlinien im 21. Jahrhundert ­ Immer mehr

Ereignisse, immer weniger Stunden, in: Pandel, Hans-Jürgen/Schneider, Gerhard (Hg.): Wie

weiter? Zur Zukunft des Geschichtsunterrichts, Schwalbach (Ts.) 2001, S.165-184, hier: S.165.

2 Ebd., S.166.

3 Ebd., S.166 f.; vgl. dazu auch: Rudolf Künzli: Lehrplanarbeit. Über den Nutzen von

Lehrplänen für die Schule und ihre Entwicklung, Zürich 1999, S.78 f.

4 Vgl. im Folgenden: Bernd Schönemann: Lehrpläne und Richtlinien, in: Günther-Arndt, Hilke

(Hg.): Geschichtsdidaktik. Praxishandbuch für die Sekundarstufe I und II, Berlin 2003, S.48-

62, hier: S.48.

4


deutlich verändern kann. Auch wenn sich die im Folgenden untersuchten

Lehrpläne nur auf das Gymnasium beschränken, so ist dennoch zu erwarten,

dass sich zwischen den einzelnen Schulstufen einige Unterschiede bemerkbar

machen.

3. Bayerns und Sachsens Gymnasiallehrpläne

Bei der Betrachtung des bayerischen Lehrplans wird auf den Plan von 1990

zurückgegriffen. Der neue G8 Lehrplan gilt zwar ab dem Schuljahr 2004/05, ist

allerdings nur für die fünften und sechsten Klassen ausgearbeitet, die Pläne der

anderen Jahrgangsstufen sind noch nicht fertiggestellt.

Der Lehrplan von Bayern geht zunächst auf das Selbstverständnis der

Geschichte als Schulfach ein, wobei besonderer Wert auf die historische

Erkenntnis und das historische Bewusstsein gelegt wird.5 Diese gewährleisten

den Einfluss geschichtlicher Ereignisse auf die Gegenwart und sollen die

Notwendigkeit der Mitgestaltung der Zukunft erklären. Sachsen stellt die

Allgemeinbildung in den Vordergrund, vor allem die politische Willenbildung,

erkennt aber auch die Bedeutung der Mitgestaltung.6 Die Ziele des Geschichts-

unterrichts werden in beiden Ländern ähnlich dargestellt.7 Während in der

Unter- und Mittelstufe ein historischer Überblick vermittelt werden soll,

konzentriert sich die Oberstufe auf Längs- und Querschnitte, die zur Vertiefung

des bisher gelernten dienen. In der Kollegstufe betont Sachsen die vertiefte

wissenschaftspropädeutische Arbeit, das bayerische Kultusministerium

wiederum erachtet die Allgemeinbildung und die historische Orientierung mit

Hinblick auf das Berufsleben als wichtig. Eindeutige Unterschiede sind bei

didaktischen Grundsätzen zu erkennen, die Sachsen sehr ausführlich darlegt,8

beim bayerischen Lehrplan dagegen überhaupt nicht vorkommen. Statt dessen

wird hier der Bezug zu Fächern wie Deutsch, Sozialkunde, Religion etc.

hergestellt, um zu zeigen, wie eng Geschichte mit vielen anderen Fächern

5 Vgl. Amtsblatt der Bayerischen Staatsministerien für Unterricht und Kultus und Wissenschaft

und Kunst. Ausgegeben in München im Juli 2003, S.62. Im Folgenden abgekürzt mit: KMBl.

2003

6 Vgl. www.sn.schule.de/~ci/download/lp-gy-geschichte.pdf, 6.11.2004, S.2. Im Folgenden

abgekürzt mit : sn.schule.de

7 Vgl. KMBl. 2003, S.63 f. und sn.schule.de, S.3 f.

8 Vgl. sn.schule.de, S.4.

5



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