Autor: Daniela Bröske
Fach: Pädagogik - Allgemein
Details
Jahr: 1999
Seiten: 25
Literaturverzeichnis: ~ 4 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 201 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-17969-0
ISBN (Buch): 978-3-638-68165-0
Zusammenfassung / Abstract
In dieser Ausarbeitung wird ein Ereignis, das jeder Mensch tagtäglich erlebt, ohne sich darüber bewußt zu sein, analysiert. Es handelt sich um Kommunikation im allgemeinen, zwischenmenschliche Kommunikation und die Störfaktoren, die während einer Kommunikation auftreten können, im besonderen. Die von Paul Watzlawick 1969 aufgestellten fünf Kommunikationsregeln ermöglichen es, diesen Elementen der Kommunikation und den "Schnittstellen" auf die Spur zu kommen. Er betrachtet die menschliche Kommunikation aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln und setzt verschiedene Schwerpunkte. Er beleuchtet den Sachinhalt einer Nachricht unabhängig vom Beziehungsaspekt der Kommunikationspartner und forscht nach Störmaterial, das sich ergibt, wenn beide Aspekte gemeinsam betrachtet werden, er begibt sich in den Kreislauf der Kommunikationsabläufe und erkennt, was passiert, wenn der Kreislauf von einem Kommunikationspartner unterbrochen wird, indem dieser einen Anfangspunkt für die Kommunikation benennt. Was beim Anwenden seiner Regeln nicht aus den Augen verloren gehen sollte, ist die Tatsache, daß zwar jeder kleinste Faktor, jeder Blickwinkel separat analysiert werden kann, Kommunikation jedoch stets aus allen Faktoren gleichzeitig besteht.
Textauszug (computergeneriert)
Humboldt Universität zu Berlin
Philosophische Fakultät IV
Abt. Allgemeine Rehabilitationspädagogik
Paul Watzlawick: Menschliche Kommunikation
- Formen und Störungen -
im SS 1999
Berlin, Juli 1999
1. EINLEITUNG 3
2. DIE BEGRIFFLICHEN GRUNDLAGEN 5
3. DIE FÜNF PRAGMATISCHEN AXIOME 7
3.1. Es ist unmöglich, nicht zu kommunizieren. 8
3.2. Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt derart, daß letzterer den ersten bestimmt und daher Metakommunikation ist. 11
3.3. Die Natur einer Beziehung ist durch die Interpunktion der Kommunikationsabläufe bedingt. 15
3.4. Menschliche Kommunikation bedient sich analoger und digitaler Modalitäten. 18
3.5. Zwischenmenschliche Kommunikationsabläufe sind entweder symmetrisch oder komplementär. 2121
4. SCHLUßBEMERKUNG 23
LITERATUR 25
1. Einleitung
In dieser Ausarbeitung soll ein Ereignis, das jeder Mensch tagtäglich erlebt, ohne sich darüber bewußt zu sein, analysiert werden. Es handelt sich um Kommunikation im allgemeinen, zwischenmenschliche Kommunikation und die Störfaktoren, die während einer Kommunikation auftreten können, im besonderen.
Oft beobachtet man im Alltag als Zuschauer oder Zuhörer Mitmenschen, die kommunizieren, sich unterhalten oder diskutieren. Ebenso oft beobachtet man, wie solche Kommunikationen "aus den Fugen" geraten, Streitereien mit gegenseitigen Schuldzuweisungen entstehen. Und im Normalfall ist man selber ebenso oft in die beschriebenen Situationen involviert, sei es in Kommunikation mit nur einer Person oder mit einer Personengruppe. Manchmal bemerkt man selber, daß im Gespräch "irgendwie der Wurm drin" ist, weiß aber nicht so recht, was der ausschlaggebende Faktor für bestimmte Eskalationen sein könnte.
Der Lösung kommt man näher, indem man die Kommunikation an sich betrachtet, die verschiedenen Elemente der Kommunikation, den Sender der Nachricht, die Nachricht selber und den Empfänger der Nachricht, in Einzelteile zerlegt, diese analysiert und sie hinterher wieder aneinanderfügt. Gerade an den "Schnittstellen" der einzelnen Elemente, die sich als Codierung, Übermittlung und Decodierung der Nachricht bezeichnen lassen, sind größte Vorsicht und höchste Aufmerksamkeit geboten: hier finden sich gehäuft Quellen für Störungsursachen.
Paul Watzlawick erstellte einen Katalog von Regeln, die es ermöglichen, diesen Elementen der Kommunikation und den "Schnittstellen" auf die Spur zu kommen. Er betrachtet die menschliche Kommunikation aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln und setzt verschiedene Schwerpunkte. Er beleuchtet den Sachinhalt einer Nachricht unabhängig vom Beziehungsaspekt der Kommunikationspartner und forscht nach Störmaterial, das sich ergibt, wenn beide Aspekte gemeinsam betrachtet werden (Kapitel 3.2.), er begibt sich in den Kreislauf der Kommunikationsabläufe und erkennt, was passiert, wenn der Kreislauf von einem Kommunikationspartner unterbrochen wird, indem dieser einen Anfangspunkt für die Kommunikation benennt (siehe Kapitel 3.3.), um nur einige seiner Blickwinkel zu nennen. Was beim Anwenden seiner Regeln nicht aus den Augen verloren gehen sollte, ist die Tatsache, daß zwar jeder kleinste Faktor, jeder Blickwinkel separat analysiert werden kann, Kommunikation jedoch stets aus allen Faktoren gleichzeitig besteht.
Die von Paul Watzlawick 1969 aufgestellten fünf Kommunikationsregeln, anhand derer man Interaktionen und Kommunikationen zwischen Personen analysieren kann, nennt er selber "pragmatische Axiome". Er betont, daß es sich bei diesen Regeln lediglich um "provisorische Formulierungen, die weder Anspruch auf Vollständigkeit noch auf Endgültigkeit haben"1 handelt.
Im folgenden Kapitel werden die Begriffe, die die Grundlagen für die folgende Ausarbeitung der Watzlawickschen Kommunikationsregeln bilden, erläutert. Diese Begriffe sind insbesondere Die Begriffe "Kommunikation" und "System".
Im dritten Kapitel gehe ich auf jedes einzelne von Paul Watzlawick aufgestellte Axiom ein, werde es erläutern und die möglichen Störungen mit Beispielen belegen. Ebenso sollen Möglichkeiten veranschaulicht werden, die helfen können, die Störungen zu erkennen und zu beseitigen.
Eine Zusammenfassung bzw. einige abschließende Worte bilden das Kapitel 4, bevor am Schluß die Literaturliste genannt wird.
2. Die begrifflichen Grundlagen
Um über Kommunikation zu sprechen und zu schreiben, ist es notwendig, den Begriff vorab zu definieren. Der Begriff stammt aus dem Lateinischen und bedeutet "Austausch, Verständigung; Übermittlung und Vermittlung von Wissen"2 Im weiteren Sinne seien alle Prozesse der Übertragung von Nachrichten oder Informationen gemeint, die durch Zeichen aller Art unter Lebewesen, womit sowohl Menschen als auch Tiere und Pflanzen gemeint seien, und / oder technische Einrichtungen, wie Maschinen, vermittelt werden. Die Vermittlung funktioniere über biologische, psychische, soziale und andere Informationsvermittlungssysteme.3
Zum Kommunikationsprozeß gehören drei wesentliche Elemente: der Sender, auch Kommunikator genannt, die Nachricht bzw. Mitteilung oder Aussage und der Empfänger der Nachricht.
[...]
1 vgl. P. Watzlawick, S. 50
2 dtv Brockhaus Lexikon, 1989, Band 10, S.56
3 ebd.
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