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Versuch einer kritischen Auseinandersetzung mit den „Westphälischen Schilderungen aus einer westphälischen Feder“ von Annette von Droste-Hülshoff

Termpaper, 2004, 26 Pages
Author: Magistra Artium Julia-Maria Warkentin
Subject: German Studies - Modern German Literature

Details

Category: Termpaper
Year: 2004
Pages: 26
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 7  Entries
Language: German
Archive No.: V119326
ISBN (E-book): 978-3-640-22867-6
ISBN (Book): 978-3-640-23043-3
File size: 103 KB

Abstract

Wie sie sich ihr Leben ausdachte, wie sie sein wollte, das steht, kaum verborgen durch den verschlüsselten Namen und die lustspielhafte Szenerie, in der Komödie Perdu! – als werde aus der Wirklichkeit zitiert. Mit diesen Worten leitet Herbert Kraft sein Buch, eine Biographie über Annette von Droste-Hülshoff, die zu den größten Dichterinnen Deutschlands zählt, ein. Meine Arbeit teilt sich in zwei Teile auf. Bereits beim Schreiben des ersten Kapitels hatte ich Schwierigkeiten, eine Biographie der Dichterin zusammenzustellen. Die Autoren, die über Annette von Droste-Hülshoff schrieben, waren sich in vielen Sachen uneinig. Auch sie hatten Schwierigkeiten, Annettes Leben von ihrem Werk zu trennen. Vielleicht kann man dazwischen auch keine klare Trennlinie ziehen, weil Annettes Leben sich hauptsächlich auf dem Papier abspielte. In einigen Sachen waren sich die Biographen einig: Sie war ein westfälisches Edelfräulein, katholisch, konservativ, allem Revolutionärem abgeneigt. Aber sie betonen auch, dass sie nicht die vorgeschriebenen Denk- und Lebensmuster übernahm, sondern sich ihr eigenes, teils ein eigenartiges Lebensbild zusammenstellte. Im ersten Teil meiner Arbeit habe ich versucht aus teils widersprüchlichen Angaben mein eigenes Bild der Droste zusammen zu stellen und hoffe, dass es mir gelungen ist. Im zweiten Teil meiner Arbeit werde ich auf die „Westphälischen Schilderungen aus einer westphälischen Feder“ zu sprechen kommen. Als Annette von Droste-Hülshoff ihre Schilderungen im Jahre 1845 veröffentlicht, ist sie bereits eine bekannte Dichterin und Schriftstellerin. Ihr Werk „Die Judenbuche“ sowie die Gesamtausgabe ihrer Gedichte werden nun endlich gelesen, gelobt, aber auch scharf kritisiert und vom Adel verspottet. [...]


Excerpt (computer-generated)

Magistra Artium Julia-Maria Warkentin

Universität Potsdam
Institut für Germanistik/ Literaturwissenschaft

Titel der Hausarbeit: Versuch einer kritischen Auseinandersetzung mit
den ,,Westphälischen Schilderungen aus einer westphälischen Feder"
von Annette von Droste-Hülshoff
























Inhaltsverzeichnis



A: Einleitung

3

B: Hauptteil

4

1. Versuch einer Biographie der

Dichterin und Schriftstellerin

4

2. ,,Westphälische Schilderungen

aus einer westphälischen Feder"

10

2.1. Zur Entstehungsgeschichte der

,,Bilder aus Westphalen"

10

2.2. Kurze Inhaltsangabe und Versuch einer

Interpretation der ,,Bilder aus Westphalen"

12

2.3. Erwiderungen und Berichtigungen der

,,Bilder aus Westphalen"

17

C: Schluss

23

D: Literaturverzeichnis

25




2


A: Einleitung



Wie sie sich ihr Leben ausdachte, wie sie sein wollte, das steht, kaum verborgen durch

den verschlüsselten Namen und die lustspielhafte Szenerie, in der Komödie

Perdu!

­ als

werde aus der Wirklichkeit zitiert.

Mit diesen Worten leitet Herbert Kraft sein Buch, eine Biographie über Annette von

Droste-Hülshoff, die zu den größten Dichterinnen Deutschlands zählt, ein.

Meine Arbeit teilt sich in zwei Teile auf. Bereits beim Schreiben des ersten Kapitels hatte

ich Schwierigkeiten, eine Biographie der Dichterin zusammenzustellen. Die Autoren, die

über Annette von Droste-Hülshoff schrieben, waren sich in vielen Sachen uneinig. Auch

sie hatten Schwierigkeiten, Annettes Leben von ihrem Werk zu trennen. Vielleicht kann

man dazwischen auch keine klare Trennlinie ziehen, weil Annettes Leben sich

hauptsächlich auf dem Papier abspielte. In einigen Sachen waren sich die Biographen

einig: Sie war ein westfälisches Edelfräulein, katholisch, konservativ, allem

Revolutionärem abgeneigt. Aber sie betonen auch, dass sie nicht die vorgeschriebenen

Denk- und Lebensmuster übernahm, sondern sich ihr eigenes, teils ein eigenartiges

Lebensbild zusammenstellte.

Im ersten Teil meiner Arbeit habe ich versucht aus teils widersprüchlichen Angaben mein

eigenes Bild der Droste zusammen zu stellen und hoffe, dass es mir gelungen ist.

Im zweiten Teil meiner Arbeit werde ich auf die ,,Westphälischen Schilderungen aus einer

westphälischen Feder" zu sprechen kommen. Als Annette von Droste-Hülshoff ihre

Schilderungen im Jahre 1845 veröffentlicht, ist sie bereits eine bekannte Dichterin und

Schriftstellerin. Ihr Werk ,,Die Judenbuche" sowie die Gesamtausgabe ihrer Gedichte

werden nun endlich gelesen, gelobt, aber auch scharf kritisiert und vom Adel verspottet.

Sie ist inzwischen so erfolgreich, dass sie es sich leisten kann, ein eigenes Haus zu kaufen.

Die Veröffentlichung von ,,Westphälischen Schilderungen" in den Münchener

,,Historisch-politischen Blättern" rief in Westfalen einige Empörung hervor, denn darin

beschrieb sie nicht nur Landschaften und Leute, Sitten und Gebräuche, sondern auch

Unsitten und Missstände. Die ,,Schilderungen" wurden zwar anonym veröffentlicht, aber

vermutlich hat man schon bald gewusst, wer die Verfasserin ist, und es wurde ihr

vorgeworfen, sie ergreife einseitig die Partei der adeligen Gutsbesitzer. Auf den ersten

Blick scheint es auch zu stimmen, aber bei näherer Betrachtung merkt man, dass hinter

den Schilderungen der Missstände der ärmeren Leute auch eine gewisse Kritik an den

Adelsfamilien, unter deren Herrschaft diese Missstände gewachsen waren, steckt. Was

wollte die Schriftstellerin nun mit ihren ,,Schilderungen" bewirken? Hat sie die

verschiedenen Volksgruppen des Landes nach ihrer eigenen voreingenommenen

Sichtweise geschildert und die Partei der Münsterländer und der Gutsherren ergreifen, wie

es ihr vorgeworfen wurde, oder steckt mehr dahinter? Im zweiten Teil meiner Arbeit will

ich versuchen, einige Antworten auf diese Fragen zu finden.

3


B: Hauptteil



1. Versuch einer Biographie der Dichterin und Schriftstellerin

Anna Elisabeth Franziska Adolphine Wilhelmine Louise Maria (Annette) von Droste-

Hülshoff wird am 12. Januar (anderen Quellen zufolge am 10.Januar)1 1797 auf der

Wasserburg Hülshoff in der Gemeinde Roxel bei Münster als Siebenmonatskind geboren.

,,Der Familienüberlieferung zufolge soll die Frühgeburt durch einen Sturz ihrer Mutter auf

dem Eis der Schloßgräfte verursacht worden sein. Die Pflege des schwächlichen Kindes

übernimmt Maria Catharina Plettendorf, eine aus Altenberge stammende Webersfrau. Ihr

kommt großer Anteil an der Erhaltung des Lebens der Droste zu. Die Amme verlässt später

Hülshoff, als die Lebensfähigkeit der Droste gesichert ist. Anfang der 30er Jahre zieht sie ins

Rüschhaus, wo die Droste für sie das Kostgeld bezahlt. Die Droste bringt ihrer Amme

zeitlebens eine besondere Wertschätzung entgegen, die z. B. in häufigen

Krankenpflegediensten zum Ausdruck kommt."2

Die Eltern waren Clemens August Freiherr Droste zu Hülshoff und Therese geborene Freiin

von Haxthausen. Außerdem hatte Annette drei Geschwister: Maria Anna (Jenny), Werner

Constantin und Ferdinand.3

,, Bis 1802 bestand das Fürstbistum (,,Hochstift") Münster. (...) Im Hochstift Münster gab es

drei Landstände: 1. das Domkapitel, 41 Kapitulare aus den stiftsadligen Familien; 2. die

Ritterschaft, über sechzig Mitglieder aus den stiftsadligen Familien; 3. die dreizehn

landtagsfähigen Städte. Den Stiftsadel bildeten die Familien mit landtagsfähigen Gütern und

sechzehn adligen Ahnen in der Generation der Ururgroßeltern; seit 1715 gehörte dazu wieder

die Familie Droste-Hülshoff. Keine eigene ständische Vertretung hatten der nicht-stiftsfähige

Adel, die niedere Geistlichkeit, die Beamten und Offiziere, die Bauern, die unterbürgerlichen

und unterbäuerlichen Schichten. In Johann Ferdinand Neigebaurs ′Katechismus der

Münsterländer′ konnte man später lesen, wodurch Münster sich auszeichnete als ′das

eigentlich wieder gefundene Paradies′: dadurch, ′dass die wenigen adligen Familien Herren

des Landes waren, die Bauern [...] ihre Leibeigenen, und der Mittelstand in ihren

Privatdiensten, entweder als Juristen, Capläne, Aerzte oder auch Lieferanten. Besonders aber

waren die Stifter die Hauptgarde der Glückseligkeit. [...] Der älteste Sohn bekam das

älterliche Vermögen, der andere wurde Domherr, der dritte Canonicus, und die Töchter alle

Chanoinessen, so waren sie alle versorgt.′"4 1802 wurde das Hochstift Münster aufgehoben:

,, die Hauptstadt und das östliche Münsterland fielen an Preußen zur Entschädigung für die

linksrheinischen Gebiete, die im Frieden von Luneville zu Frankreich kamen. Für den

münsterschen Adel bedeutete die Säkularisation das Ende seiner ständischen Mitregentschaft,

den Verlust der kirchlichen Ämter, Einkünfte und Versorgungsanstalten. Als ein Jahr nach der

1

Ronald Schneider: Annette von Droste-Hülshoff: S. 112

2

Walter Gödden: Annette von Droste-Hülshoff; Leben und Werk; Eine Dichterchronik: S. 24

3

Herbert Kraft: Annette von Droste-Hülshoff: S. 139

4

Herbert Kraft: Annette von Droste-Hülshoff: S. 14-15

4


preußischen Besetzung ′die Thore und Schilderhäuser [...] schwarz und weiß gefärbet′

wurden, wusste man in Münster, wie im ′Reichsdeputationshauptschluß′ über das Land

endgültig befunden worden war. Der neue Landherr des preußischen ′Erbfürstenthums

Münster′ hieß hier bloß der ′lutherske Küenink′; seine Beamten nannten sie ′dat prüüske

Volk′, die Offiziere ′prüüske Windbüüls′."5 Die Mehrheit der Bevölkerung lehnte die

preußische Regierung ab. Nach der Schlacht bei Jena und Auerstedt im Jahre 1806 siegten die

französischen Truppen unter Napoleon über die Preußen und lösten diese in Münster ab. Die

Franzosen wurden wie eine Befreiungsarmee empfangen. ,, Die hohe Geistlichkeit und der

Adel arrangierten sich schon deshalb lieber mit der französischen als mit der preußischen

Fremdherrschaft, weil sie sich eine Wiederherstellung der altmünsterschen Verhältnisse

ausrechneten. Das preußische Schwarz-Weiß durfte denn auch ersetzt werden, allerdings nicht

durch das münstersche Gold-Rot-Silber, sondern durch das Rot der französischen

Festungswerke. (...) Die Einquartierungen nahmen nicht ab. Und viel stärker betrieb die

französische Regierung die erst eingeleitete Vermögenssäkularisation; an einem und

demselben Tag im Dezember 1811 wurden ′alle Capitel, das hochwürdige Domkapitel nicht

ausgenommen, wie auch Hochadlichen und freyweltlichen Stifter und Klöster′ aufgehoben.

(...) Bis 1813 dauerte die ′Franzosenzeit′ Münsters, bis zur Schlacht von Leipzig; danach

besetzten Truppen der Alliierten das Land. Die Einquartierungen wurden jetzt noch

drückender. In Hülshoff waren es mal Preußen, mal Kosaken und Russen, Sachsen und

Mecklenburger, Schweden und Dänen; man lebte ′wie im Lager′, schrieb Annette Drostes

Schwester Jenny in ihr Tagebuch. (...) (Allmählich) verbreitete sich (...) die Einsicht, dass

mit einer Wiederherstellung der stiftischen Länder nicht mehr zu rechnen sei, und die

Hoffnung auf eine bessere Zukunft verband sich bald mit einem preußischen Münster. Die

gesellschaftliche Grundlage der neuen Zeit ­ Kapital statt Stammbaum ­ existierte in

Ansätzen schon: was die hohe Geistlichkeit, also der Adel durch die Säkularisation an

Pfründen in kirchlichem Besitz verloren hatte, konnten Bürger, Bauern und Pächter als

Eigentum vom Staat erwerben. Darum hörte man in Münster mehr Zustimmung, weniger

Kritik, als der Wiener Kogreß 1815 Westfalen dem Königreich Preußen zuordnete. Die

′Provinz Westphalen′ wurde gebildet und Münster, ihre weitaus größte Stadt mit nunmehr

17000 Einwohnern (einschließlich des Militärs), zur Hauptstadt erklärt."6

Die historischen und politischen Ereignisse ließen Annette, die schon sehr früh mit dem

Dichten angefangen hatte ­ die frühesten lyrischen Versuche entstanden bereits 1804 7 - nicht

unberührt. ,, 1808, als aus Münster 98 Männer zur großherzoglich-bergischen Armee

eingezogen wurden, als es in den angrenzenden Staaten zu vermehrten Rekrutenaushebungen

kam und in deren Folge zu Bauernunruhen, verfasste Annette Droste das

Lied eines Soldaten
in der Ferne

. (...) Das Gedicht schildert 1808 keinen Traum vom Frieden nach den

Kriegshandlungen, sondern den Alptraum eines anhaltenden Kriegs. (...) Und der neue Text

zeigt den Krieg als Gewalt gegen den einzelnen. (...) Aus Bildung und Erfahrung, in der

Orientierung an literarischen Mustern ist mit dem

Lied des Soldaten in der Ferne

Literatur als

ästhetische Form entstanden. Das nötige ′Handwerkszeug′ erhielt Annette Droste zunächst

von ihrer Mutter (...).Dann kam 1807 als Hofmeister Bernhard Wenzelo nach Hülshoff (...).

Er brachte Annette Droste das Verseschreiben bei (...). Bereits als Zwölfjährige konnte

5

Herbert Kraft: Annette von Droste-Hülshoff: S. 17

6

Herbert Kraft: Annette von Droste-Hülshoff: S. 18-20

7

Ronald Schneider: Annette von Droste-Hülshoff: S. 112

5


Annette Droste in Hexametern dichten ­ und bei den Zäsuren machte sie weniger ′Fehler′ als

ihre Mutter. (...)

Indes musste sich das literarische Talent des Mädchens herumgesprochen haben, denn bereits

1809 bot ihr Friedrich Raßmann ­ natürlich vergebens ­ die Mitarbeit an seinem poetischen

Taschenbuch ′Mimigardia′ an." 8

,, Sonst verlief das Leben damals in Hülshoff nach dem beim (katholischen) Landadel

üblichen Muster. Die Kinder, schrieb Therese Droste 1803,′ lernen braf und sind ihre

unachtsamkeit abgerechnet zimlich Gehorsam, artig sind sie gar nicht, rufen, specktackeln,

laufen, thüren loß lassen, am Tisch singen, und den ganzen Tag aus vollen Halse jubeln, dies

ist ihr tägliches Brod, dahingegen haben sie keinen haubtsächlichen Fehler wie Neugierde und

Geschwätzigkeit, sie lügen nicht, respectiren im strengsten Sinne des Worts ihr gegenseitiges,

und jedermanns Eigenthum.′ Das Betragen ihrer Kinder beurteile Therese Droste nach dem

Overbergschen Katalog für die ′Schulzucht′: ′Gehorsam′ ­ ,Ordnung und Stille′ (hier nicht

erreichbar) ­ ,Fleiß′ ­ ,Reinlichkeit′ (war selbstverständlich) ­ ,Schamhaftigkeit′ (darüber

sprach man aber nicht) ­ ,Gefällig- und Dienstfertigkeit′ (gehörten nicht zu den

Standestugenden) ­ ,Höflichkeit′ ­ ,kein Lügen′ ­ ,kein Erzählen allerley Neuigkeiten′. Mit

dem Lob für die Kinder, besonders für die begabten, gingen die Droste-Hülshoffs so sparsam

um, wie es in den Unterschichten selbstverständlich war; sie folgten aber dem allgemeinen

pädagogischen Grundsatz Overbergs: ′Lobet kein Kind seiner vorzüglichen Fähigkeiten

wegen.′

An keinem Sonntag oder gebotenen Feiertag durfte man die Heilige Messe versäumen und

hörte sie ziemlich regelmäßig auch an den Werktagen. (...) Morgengebet, Abendgebet, die

Tischgebete waren eine gewohnte Übung. Ohne nicht wenigstens das Kreuzzeichen gemacht

zu haben, konnte man gar nicht essen. Selbst wenn Annette Droste bei Evangelischen zu Gast

war, begann und beendete sie das Tischgebet mit dem Kreuzzeichen, betete obendrein länger;

darin war sie gut katholisch. (...)

Hülshoffer Beschäftigungen waren im Sommer Reiten, im Winter ­ Schlittenfahren und

Eislaufen auf der Gräfte; Blindekuh wurde gespielt und ′Kämmerchen vermieten′; man

versuchte sich im Ausschneiden, im Sticken, später, weil das nicht so mühsam war, im

Sametmahlen, manchmal im Spinnen, Stricken, Häkeln. (...) Vor allem aber zeichneten sie ­

unter Anleitung eines Lehrers; es wurde viel gesungen, viel Klavier gespielt (...), Verkleiden

war beliebt (...), dann das Tanzen (...).Natürlich hatten sie viel Besuch in Hülshoff, aus der

großen Verwandtschaft und von den zahlreichen Bekannten. (...) Und die Droste-Hülshoff

machten ihre Gegenbesuche, besonders oft im Stift Hohenholte, (...) Freckenhorst, (...)

manchmal ins Stift Metelen (...). Sie machten Spaziergänge zur Mühle an der Aa, kleine

Ausflüge zu den Köttern und Bauern in der Umgebung (...). Wallfahrten unternahm man zur

′Schmerzhaften Mutter′ nach Telgte, besonders an Mariä Geburt. (...)

Die Droste-Hülshoffs zählten zu den in Münster mit Höfen angesessenen Familien, hatten

also ein Stadthaus, und wie Annette Droste älter wurde, hielt sie sich noch öfter in Münster

auf (...)" 9

In den Jahren 1814 und 1815 erkrankte Annette zum ersten Mal schwer. Die Gründe dafür

8

Herbert Kraft: Annette von Droste-Hülshoff: S. 20-22

9

Herbert Kraft: Annette von Droste-Hülshoff: S. 23-30

6



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