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Subtitle: Die Relevanz der Logistik von Hannibal bis zur Übernahme in die Privatwirtschaft
Scholary Paper (Seminar), 2008, 36 Pages
Author: Markus Schnedlitz
Subject: Economics / Business : Economic and Social History
Details
Institution/College: University of Applied Sciences Wiener Neustadt (Austria) (Institut für Offiziersausbildung an der Theresianischen Militärakademie)
Tags: Geschichte, Logistik, Militär, Versorgung, Nachschub, Napoleon, Russland, 1812, 1941, Taifun, Hannibal, Alpen, Definition, Taktik, Transport, Vorschriften, Entwicklung
Year: 2008
Pages: 36
Grade: 1,00
Bibliography: ~ 20 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-23337-3
ISBN (Book): 978-3-640-23355-7
File size: 208 KB
Sehr detaillierte, gut stukturierte Darstellung der Entwicklung der Logistik.
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Abstract
Diese Arbeit beschreibt die Geschichte der Logistik und deren Relevanz für das Militär von der Zeit Hannibals bis heute. Das zweite Kapitel geht auf die sprachhistorische Entwicklung des Logistikbegriffs ein. Die etymologische Herkunft des Wortes kann sowohl aus dem Griechischen, als auch aus dem Französischen nachgezeichnet werden. Das Hauptkapitel dieser Arbeit beschreibt die militärische Entwicklung der Logistik vom Altertum bis in die heutige Zeit. Die Übernahme des Logistikbegriffes in die Betriebswirtschaft wird darin ebenfalls dargestellt. Im vierten Kapitel werden moderne militärische und wirtschaftliche Definitionen dargestellt und miteinander verglichen. Das fünfte Kapitel stellt schließlich den Einfluss der Logistik auf die Entwicklung und den Ausgang von Feldzügen dar. Für diese Darstellung werden zwei ausgewählte kriegsgeschichtliche Beispiele herangezogen.
Excerpt (computer-generated)
Die Geschichte der Logistik
Die Relevanz der Logistik von Hannibal bis zur
Übernahme in die Privatwirtschaft
Seminararbeit aus Logistik
Verfasser:
SCHNEDLITZ Markus, Fhr
FH-Dipl StG Mil Fü - Theresianische Militärakademie
Wr. Neustadt, 02.06.08
Vorwort
Im Zuge der Seminararbeit aus dem Bereich Logistik habe ich das Thema ,,Die Geschichte
der Logistik" gewählt. Ausschlaggebend für die Wahl des Themas war einerseits mein
Interesse an logistischen Systemen und Abläufen im Militär selbst und andererseits die
Möglichkeit eine Arbeit nach der Wissenschaftlichen Methode der Geschichtswissenschaft zu
bearbeiten. Vor allem die Möglichkeit, das Thema anhand kriegsgeschichtlicher Beispiele zu
verdeutlichen, erschien mir eine besonders reizvoll zu sein. Da im Österreichischen
Bundesheer, unabhängig von der Führungsebene in weiten Bereichen, der Logistik und den
,,Logistiktruppen" ein geringer Stellenwert zugeschrieben wird, möchte ich mit dieser Arbeit
den wesentlichen Einfluss dieses Bereiches auf das Gefechtsfeld verdeutlichen.
SCHNEDLITZ Markus, Fhr
2
INHALT
1 EINLEITUNG 5
2 DIE SPRACHHISTORISCHE UNTERSUCHUNG DES BEGRIFFES
LOGISTIK 7
2.1
Der französische Ursprung des Wortes 7
2.2
Der griechische Ursprung die mathematische Deutung der Logistik
8
3 DIE ENTWICKLUNG DER LOGISTIK 9
3.1 NACHSCHUB UND VERSORGUNG BEI HANNIBAL 9
3.2 Logistik in Byzanz und der Logistikbegriff bei Leontos VI 10
3.3 Die Entstehung institutionalisierter Heere zur Zeit des dreißigjährigen
Krieges 11
3.4 Die Wiedereinführung des Logistikbegriffs bei Jomini 13
3.5 Der Logistikbergriff im amerikanischen Militär und bei George Cyrus
Thorpe 14
3.6 Die Militärlogistik im deutschsprachigen Raum das Verpflegs-, Train- und
Communicationswesen 16
3.7 Die Übernahme des Logistikbegriffes in die Wirtschaft 18
4 DEFINITION DES MODERNEN LOGISTIKBEGRIFFES IN
WIRTSCHAFT UND MILITÄR 20
3
5 KRIEGSGESCHICHTLICHE BEISPIELE IN BEZUG AUF DIE
RELEVANZ DER LOGISTIK 22
5.1
Der Russlandfeldzug Napoleons bis zum Rückzug aus Moskau am 13.
Oktober 1812
22
5.2
Die Operation ,,TAIFUN" der Deutschen Wehrmacht 1941
27
6 ZUSAMMENFASSUNG 32
LITERATURVERZEICHNIS: 34
4
1 Einleitung
In der heutigen Zeit ist der Begriff Logistik allgegenwärtig. Immer wieder hört und liest man
in den Medien von logistischen Herausforderungen und logistischen Meisterleistungen. Die
betriebswirtschaftliche Logistik hat in den letzten Jahren enorm an Bedeutung gewonnen. Mit
dem Militär wird sie jedoch selten in Verbindung gebracht. Die Wirtschaft hat die Disziplin
Logistik mit ihren Grundzügen jedoch nicht selbst entwickelt.
,,Der Logistikbegriff wurde nach dem 2. Weltkrieg vom Militär in die Wirtschaft übernommen
und hat sich zu einer eigenen Fachrichtung an Fachhochschulen und Universitäten
entwickelt."
1
Seit dem Auftreten von kriegerischen Auseinandersetzungen war es für Truppen
entscheidend, eine geregelte Versorgung zu besitzen. Während sich kleine Heere noch ohne
großen Aufwand selbst versorgen konnten, wurde die Aufbringung von Verpflegung und für
die Schlacht benötigten Mitteln durch das stetige anwachsen der Heere zu einer großen
Herausforderung. Die Logistik entwickelte sich zu einem nicht zu vernachlässigenden Faktor,
im Zuge des Beurteilungs- und Führungsverfahrens der Kommandanten.
Durch den gegebenen Handlungsbedarf entwickelten die Heerführer im Laufe der
Jahrhunderte verschiedene Systeme um eine geregelte Versorgung ihrer Soldaten aufrecht zu
erhalten. Das war Voraussetzung, um den Erhalt der Kampfkraft und Schlagfertigkeit der
Truppe zu gewährleisten. Vor allem seit dem Einsetzen der Motorisierung ist das
Transportvermögen enorm angestiegen und brachte großes Potential für die Umsetzung
logistischer Aufgaben mit sich. Die vorhandene ,,Hardware" ist jedoch nutzlos, ohne die
dazugehörige ,,Software" das Wissen um die Anwendung und Umsetzung logistischer
Systeme. Das moderne Gefechtsfeld bringt neue Herausforderungen für Kampftruppen und
Kampfunterstützungstruppen. Die forschungsleitende Frage dieser Arbeit stellt sich wie folgt
dar:
Warum ist logistisches Fachwissen für eine moderne Armee notwendig?
1 IHDE, Gösta B.: Transport, Verkehr, Logistik. 3. Auflage. Verlag Franz Vahlen GmbH. München 2001. S. 23
5
Um diese Frage zu beantworten muss das Wesen der Logistik erarbeitet werden. Dazu ist es
notwendig die Entwicklung der Logistik vor allem im militärischen Bereich zu erfassen. Auch
wenn der Begriff der Logistik im Sprachgebrauch von vielen militärischen Führern nicht
verwendet wurde und nicht bekannt war, wurde der Versorgung und dem Nachschub große
Bedeutung zugemessen. Die Methode der Geschichtswissenschaft ist hervorragend geeignet
um den Aufstieg der Logistik geeignet darzustellen. Diese Arbeit beschränkt sich nicht nur
auf jene Epochen und Armeen, in welchen der Begriff Logistik verwendet wurde. Um eine
vollständige Entwicklung der Logistik darzustellen muss neben der sprachhistorischen
Entstehung des Begriffes Logistik auch auf jene des Wesens und der Disziplin der Logistik
eingegangen werden. Um das zu gewährleisten ist es notwendig im Allgemeinen auf die
Entwicklung von Versorgung und Nachschub einzugehen. Die Ausgrenzung dieser Beispiele
wäre vergleichbar mit dem Umstand ein Werk über ,,die Entstehung und den Einsatz von
Werkzeug seit Beginn der Menschheit" zu verfassen und in der Darstellung zu jener Zeit zu
beginnen, als das erste Mal das Wort ,,Werkzeug" im Sprachgebrauch verwendet wurde.
Die Arbeit ist im wesentlichem in vier Bereiche gegliedert. Als Grundlage wird im zweiten
Kapitel auf die etymologische Bedeutung des Begriffes Logistik eingegangen. Im dritten
Kapitel wird die Entwicklung der militärischen Logistik dargestellt. Nach der geschichtlichen
Auseinandersetzung vergleicht das vierte Kapitel moderne Definitionen aus dem militärischen
und wirtschaftlichen Bereich. Das fünfte Kapitel verdeutlicht die Relevanz der Logistik
anhand von ausgewählten kriegsgeschichtlichen Beispielen.
6
2 Die Sprachhistorische Untersuchung des Begriffes Logistik
Der Logistikbegriff ist zweifelsohne im Militärwesen entstanden. Bis heute gibt es jedoch
unter den unzähligen Autoren keine einheitliche Definition der Logistik (siehe Kapitel 4).
Auch in Bezug auf die sprachhistorische Entwicklung des Wortes gibt es keine eindeutige
Lösung. Dieses Kapitel beschreibt die etymologische Bedeutung des Wortes Logistik. Es soll
Aufschluss über den vielverwendeten Begriff geben und dessen grundsätzliche Bedeutung
darstellen. Etymologisch betrachtet lässt sich der Begriff Logistik auf verschiedene
Wortstämme zurückzuführen.
2.1 Der französische Ursprung des Wortes
Ein Ansatz den Ursprung des Wortes Logistik herzuleiten liegt in der
militärwissenschaftlichen Deutung des französischen Wortstammes. Der Begriff lässt sich auf
das französische
logistique
zurückführen2, welches seine Wurzeln im Verb
loger
(unterbringen, wohnen) beziehungsweise
logis
(Unterkunft, Quartier) hat.
Logis
bezeichnet ein einfaches Quartier für Armeeangehörige. Die Untergebrachten Soldaten
wurden jedoch auch mit Kleidung, Verpflegung und einheitlicher Grundausrüstung versorgt.3
Auch der Autor Bjelicic führt in seinem Artikel ,,Logistik: Eine sprachhistorische und
begriffsinhaltliche Untersuchung" den Logistikbegriff auf den französischen Begriff
maréchal
de logis
(Quartiermeister) zurück.4
Das Wort
loger
soll auf das französische Wort
loge
(abgeschlossener Raum) zurückzuführen
sein, welches seinen Ursprung im Wort
louba
(Laubhütte), also im germanischen hat. In
2 BROCKHAUS ENZYKLOPÄDIE in vierundzwanzig Bänden. Neunzehnte völlig neu überarbeitete Auflage.
Dreizehnter Band Loh Maf. F. A. Brockhaus. Mannheim 1990. S. 489
3 POLGAMANN, Stefan: Militärlogistik. Der ,,just in time" Krieg. Seminar Wirtschaftsinformatik und
Logistik. Fachhochschule Liechtenstein. Feldkirch 2004. S. 15
4 HEINEN, Christian: Geschichte der Logistik. Über die Entwicklung des Logistikbegriffes von einer
militärischen Konzeption zur betriebswirtschaftlichen Wissenschaft. Arbeit zur Zwischenprüfung. Historisches
Institut der RWTH-Aachen. Aachen 2004. S. 5
7
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