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Subtitle: Eine Untersuchung anhand des Health-Belief-Modells
Intermediate Diploma Thesis, 2005, 35 Pages
Author: Ninja Pieper
Subject: Pedagogy - School Pedagogics
Details
Tags: AIDS-Prävention, Sexualerziehung
Year: 2005
Pages: 35
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 17 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-23341-0
ISBN (Book): 978-3-640-23359-5
File size: 173 KB
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Abstract
Beginnen werde ich mit einem kleinen Überblick über die aktuelle AIDS-Debatte bzw. aktuelle Zahlen, herausgegeben vom Robert-Koch-Institut, die mich zum Verfassen dieser Arbeit veranlasst haben. Im Weiteren werde ich kurz ausführen wie sich die schulische Sexualerziehung seit dem Aufkommen von AIDS Mitte der 80er Jahre verändert hat. Im dritten Kapitel soll es dann anhand des Health-Belief-Modells, um die Bedingungen für präventives Verhalten von Individuen gehen. Dies soll im Bezug zur schulischen Sexualerziehung seit dem Aufkommen von AIDS ausgeführt werden. Im Wesentlichen soll es darum gehen, die Faktoren vorzustellen, die für eine Verhaltensänderung bezüglich des präventiven Verhaltens des Einzelnen notwendig sind. Hier soll besonders darauf eingegangen werden, in wie weit die Schule unterstützend wirkt. Das vierte Kapitel beschäftigt sich dann mit Formen des Ansteckungsschutzes, deren Effektivität und auch damit, wie ihr Gebrauch in der schulischen Sexualerziehung vermittelt wird. Zu diesem Zweck werden die einzelnen Schutzmöglichkeiten vorgestellt und auf ihre Effektivität und Realisierbarkeit untersucht. Dabei soll deutlich werden, welche Verhaltensmöglichkeiten in der schulischen Sexualerziehung besonders empfohlen werden und in wie weit dies förderlich für das angestrebte, präventive Verhalten der Kinder und Jugendlichen ist. Abschließend werde ich die Ergebnisse meiner Betrachtungen auswerten. Ich werde versuchen Lücken und Fehler der schulischen Sexualerziehung aufzuzeigen und untersuchen an welchen Stellen ein Verbesserungsbedarf besteht, damit eine effektive, auf nachhaltige Verhaltensänderung basierende, schulische Präventionsarbeit geleistet werden kann.
Excerpt (computer-generated)
Universität Bielefeld
Fakultät für Pädagogik
Seminar: Grundlagen der Sexualpädagogik. Methoden und Übungen
Belegnummer: 250207, SS 2005
AIDS-Prävention in der schulischen Sexualerziehung
Eine Untersuchung anhand des Health-Belief-Modells
Vordiplomhausarbeit
vorgelegt von:
Ninja Pieper
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 2
2. Historische Einordnung des Themas 4
2.1 Aktuel er Zahlen aus der AIDS-Debatte in der Bundesrepublik 4
2.2 Das Aufkommen von AIDS als Auslöser für die Neuentdeckung der
Sexualerziehung 5
3. Bedingungen für präventives Verhalten des Individuums 7
3.1 Das Health-Belief-Model 7
3.2 Die wahrgenommene Gefährlichkeit der Krankheit 8
3.3 Die wahrgenommene Bedrohung durch die Krankheit 10
3.4 Der wahrgenommene Nutzen präventiven Verhaltens 11
3.5 Die wahrgenommenen Kosten als Barrieren für präventiven Verhaltens 12
4. Formen des Ansteckungsschutzes, deren Effektivität und Vermittlung ihres
Gebrauchs in der Sexualerziehung 15
4.1 Kondombenutzung 15
4.2 Sexuel e Treue/Enthaltsamkeit 18
4.3 ,,Safer Sex" 21
4.4 Der HIV-Antikörpertest 22
5. Auswertung der Ergebnisse - Ansatz für eine effektivere schulische
Präventionsarbeit 24
6. Schlussbemerkung 29
Literaturverzeichnis 31
Einleitung
Die neusten Untersuchungen haben ergeben, dass AIDS/HIV eine große gesundheit-
liche Bedrohung für die deutsche Gesel schaft darstel t und al er Voraussicht nach
auch weiterhin darstel en wird. Die Zahl der Neuansteckungen ist zwar zurückgegan-
gen, es ist aber nicht von der Hand zu weisen dass es jährlich zu einer hohen Anzahl
von Neuansteckungen in der Bundesrepublik Deutschland kommt. Hier wird deutlich,
dass auf diesem Gebiet noch viel getan werden muss und so stel t sich die Frage,
was verschiedene Präventionsprogramme bewirkt haben und wo ihre Fehler bzw.
Lücken zu sehen sind. Ich werde versuchen, dies in Bezug auf die schulische AIDS-
Prävention untersuchen. Aufgrund dessen sol sich meine Vordiplomhausarbeit mit
der Frage beschäftigen, in wie weit die Sexualerziehung dazu beiträgt, Kinder und
Jugendliche ausreichend und effektiv über die Ansteckungsgefahren zu informieren
und sie zu präventivem Verhalten zu motivieren, um Neuansteckungen und gesund-
heitsschädliches Verhalten zu vermeiden.
Beginnen werde ich mit einem kleinen Überblick über die aktuel e AIDS-Debatte bzw.
aktuel e Zahlen, herausgegeben vom Robert-Koch-Institut, die mich zum Verfassen
dieser Arbeit veranlasst haben. Im Weiteren werde ich kurz ausführen wie sich die
schulische Sexualerziehung seit dem Aufkommen von AIDS Mitte der 80er Jahre
verändert hat. Im dritten Kapitel sol es dann anhand des Health-Belief-Model s, um
die Bedingungen für präventives Verhalten von Individuen gehen. Dies sol im Bezug
zur schulischen Sexualerziehung seit dem Aufkommen von AIDS ausgeführt werden.
Im Wesentlichen sol es darum gehen, die Faktoren vorzustel en, die für eine Verhal-
tensänderung bezüglich des präventiven Verhaltens des Einzelnen1 notwendig sind.
Hier sol besonders darauf eingegangen werden, in wie weit die Schule unterstützend
wirkt. Das vierte Kapitel beschäftigt sich dann mit Formen des Ansteckungsschutzes,
deren Effektivität und auch damit, wie ihr Gebrauch in der schulischen Sexualerzie-
hung vermittelt wird. Zu diesem Zweck werden die einzelnen Schutzmöglichkeiten
vorgestel t und auf ihre Effektivität und Realisierbarkeit untersucht. Dabei sol deutlich
werden, welche Verhaltensmöglichkeiten in der schulischen Sexualerziehung beson-
1 Wenn ich in der vorliegenden Arbeit geschlechtsspezifische Bezeichnungen nur in der maskulinen
Person aufführe, so ist dies der besseren Lesbarkeit der Arbeit geschuldet und sol keinesfalls eine
Wertung oder Diskriminierung zum Ausdruck bringen.
ders empfohlen werden und in wie weit dies förderlich für das angestrebte, präventi-
ve Verhalten der Kinder und Jugendlichen ist.
Abschließend werde ich die Ergebnisse meiner Betrachtungen auswerten.
Ich werde versuchen Lücken und Fehler der schulischen Sexualerziehung aufzuzei-
gen und untersuchen an welchen Stel en ein Verbesserungsbedarf besteht, damit
eine effektive, auf nachhaltige Verhaltensänderung basierende, schulische Präventi-
onsarbeit geleistet werden kann.
2. Historische Einordnung des Themas
2.1 Aktueller Zahlen aus der AIDS-Debatte in der Bundesrepublik
Der am 28. April 2006 vom Robert Koch Institut herausgegebene epidemiologische
Bul etin zum Thema HIV-Infektionen und AIDS-Erkrankungen in Deutschland, berich-
tet von 2.490 neu diagnostizierten HIV-Infektionen und 1.103 neu erfassten Fäl en
von AIDS-Erkrankungen. Damit stieg die Zahl der erfassten Neuinfektionen im Zeit-
raum vom 01.01.2005 bis zum 01.03.2006 auf 13%. So sind nach aktuel en Angaben
insgesamt 24.335 Menschen in der Bundesrepublik an AIDS erkrankt (vgl. Robert
Koch Institut Epidemiologisches Bul etin 47 / 2005 [online]).
Bei den HIV-Neuinfektionen ist, wie auch schon in den Jahren zuvor, die Gruppe der
Männer mit gleichgeschlechtlichen Sexualkontakten am stärksten betroffen (59%).
Unter ihnen stieg die Anzahl der Neuninfektionen in den letzten vier Jahren um 80%
(vgl. Goergen, Marc 2005, S. 218). Mögliche Gründe hierfür können die nur bedingte
Anwendung von ,,Safer Sex" und auch die wachsende Bereitschaft, mit einer stei-
genden Zahl von unbekannten Partnern auf effektiven Schutz zu verzichten sein (vgl.
Robert Koch Institut Epidemiologisches Bul etin 47 / 2005 [online]). Am zweithäufigs-
ten betroffen, sind Menschen die aus Ländern stammen, in denen AIDS sehr weit
verbreitet ist (Hochprävalenzländer). Hier liegen die gemeldeten Neuinfektionszahlen
bei 17%. Die drittgrößte Gruppe stel en Personen, die heterosexuel leben (16%). Die
am vierthäufigsten betroffene Personengruppe, infiziert sich durch Drogenkonsum
(7%). Weitere Gruppen stel en Kinder und Neugeborenen von AIDS-infizierten Frau-
en und Frauen, bei denen eine AIDS-Infektion nicht erwiesen ist.
Insgesamt fäl t auf, dass sich in dem angegebenen Zeitabschnitt deutlich mehr Män-
ner mit dem HI-Virus infizierten als Frauen. In Prozenten drückt sich das Verhältnis
folgendermaßen aus: Neuinfektionen bei Männern: 81%; Neuinfektionen bei Frauen:
19%. Auch die Infektionswege sind geschlechtsspezifisch unterschiedlich. Männer
stecken sich am häufigsten durch homosexuel e Kontakte an, die meisten betroffe-
nen Frauen sind solche, die aus Hochprävalenzländern kommen. Frauen (19%) infi-
zieren sich deutlich häufiger durch heterosexuel e Kontakte als Männer (7%). Insge-
samt sind die Neuinfektionen bei heterosexuel em Übertragungsrisiko gestiegen.
Mögliche Gründe für dieses Phänomen, können die steigende Zahl von Diagnosen,
ein Ansteigen der bisexuel en Infektionen von Männern, die den Virus dann an ihre
Partnerin weitergeben, eine Weitergabe des Erregers bei heterosexuel en Kontakten
und eine ansteigende HIV-Übertragung im Zuge von Prostitution sein. Bei Männern
mit gleichgeschlechtlichen Sexualkontakten ist prägnant, dass sich deutlich mehr
Männer bei anonymen Sexualkontakten (41%) als in festen Partnerschaften (23%)
infizieren.
Insgesamt ergeben die Zahlen, dass man von einer Eindämmung der HIV-Gefahr
weit entfernt ist und sich in den Bereichen Prävention und Betreuung noch erhebli-
cher Verbesserungsbedarf besteht. ,,[...] gibt es aber auch hierzulande erhebliche
Probleme in der Prävention und Betreuung [...]" (Robert Koch Institut HIV Halbjah-
resbericht II/2005; Sonderausgabe A / 2006 [online]).
2.2 Das Aufkommen von AIDS als Auslöser für die Neuentdeckung der Sexual-
erziehung
Durch das Aufkommen von AIDS erfuhr die Sexualpädagogik oder auch Sexualer-
ziehung genannt, neue Impulse. Eine breite Aufklärungsarbeit wurde mit der Bedro-
hung durch den HI-Virus erforderlich. Trotz voriger Meinungsverschiedenheiten der
einzelnen Bundesländer in Bezug auf die Formen bzw. die Ausführung der Sexualer-
ziehung, herrschte hier Einvernehmlichkeit, dass die Ansteckungsgefahr einge-
schränkt und zu einem wichtigen Thema in der Sexualerziehung werden muss (vgl.
Wel ensiek 1992, S.53). Gegen dieses neuerliche Erstarken erhob sich sofort Kritik
der verschiedenen Bedenkenträger.
So erlangte die Sexualerziehung plötzlich wieder öffentliches Interesse und kam
schnel in die Kritik. Sie wurde verantwortlich gemacht für Promiskuität in der Gesel -
schaft, andererseits wurde der Sexualerziehung vorgeworfen, die Kinder und Ju-
gendlichen nicht genügend mit Sachinformationen versorgt zu haben. Aufgrund des
Aufkommens von AIDS setzten ab 1986 viele neue sexualpädagogische Aktivitäten
ein, die aber nicht auf die bemängelten, grundsätzlichen Probleme eingingen. ,,[...]
setzte um das Jahr 1986 eine fast unübersehbare Fül e sexualpädagogischer Aktivi-
täten ein, deren Ausmaß sogar den ′ Boom′ der 1968er-Jahre übertraf" (Mül er 1992,
S. 43).
Man einigte sich darauf, in den Schulen ab dato über die Verbreitung, Entstehung
und Bekämpfung von AIDS zu informieren, wobei nicht nur auf biologische, hygieni-
sche usw. Aspekte eingegangen werden sol te, sondern auch Werte zu vermitteln
galten.
Hier gab es deutliche Unterschiede in der Umsetzung dieses Auftrages. Vor al em in
den südlichen Bundesländern mit hohem katholischen Bevölkerungsanteil wie Rhein-
land-Pfalz wurde sehr viel Wert auf die Vermittlung von partnerschaftlicher Treue bis
hin zur Enthaltsamkeit als Ziel einer verantwortlichen Sexualität gelegt (vgl. Wel en-
siek 1992, S. 55f.). Durch die Enquete-Kommission ,,Gefahren von AIDS und wirk-
same Wege zu ihrer Eindämmung" wurde nun durch al e vier Bundestagsfraktionen
ein fächerübergreifender Sexualkundeunterricht an Schulen beschlossen. Auch ein
Minimum der Zeit, in der dieser Unterricht stattfinden sol te wurde festgelegt. Alte
Aufklärungsschriften der Bundesregierung wurden aus dem Unterricht genommen
und Neue in Auftrag gegeben. Das Lehrermaterial wurde auf die aktuel e Problematik
ausgerichtet und es entstand ein großes Angebot an Lehrerfortbildungen mit neuen
Impulsen. Auch andere Institutionen mit Interesse an sexualpädagogischer Arbeit wie
z.B. Pro Familia bauten ihre Angebote auf diesem Gebiet nach Aufkommen von Aids
weiter aus (vgl. Mül er 1992, S. 47).
Diese Entwicklung mutet für den Betrachter auf den ersten Blick sehr positiv an, wur-
de aber vor al em von Vertretern einer emanzipatorischen, sexualfreundlichen Se-
xualpädagogik, kritisch hinterfragt. Die wie zu zeigen sein wird berechtigte Be-
fürchtung wurde laut, dass die konservativen Lager das Aufkommen von AIDS und
die damit Verbundene Angst dazu nutzen könnten, ihre christlichen Vorstel ungen
von Sexualität wie das ,,predigen" von Treue und Enthaltsamkeit neu zu etablieren
und in die schulische Sexualerziehung einzubringen. ,,Eine dumpfe Gegenaufklärung,
die AIDS als Verstärker ihrer antisexuel en Propaganda benutzt, macht sich breit"
(Kentler nach Mül er 1992, S. 51).
Dieser gegenläufigen Prozesse eingedenk, wurde die Frage interessant was heutzu-
tage in den schulischen Curricula und der Beratungsliteratur der BzgA zum Thema
AIDS und HIV-Prävention geschrieben steht und in wie weit so der gewünschten Ef-
fekt, nämlich eine Eindämmung der Neuansteckungsgefahr mit dem HIV-Virus, er-
reicht werden kann. Damit sol sich meine Arbeit beschäftigen.
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