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Subtitle: Das altsächsische Taufgelöbnis
Termpaper, 2006, 15 Pages
Author: Philipp vom Stein
Subject: History - Middle Ages, Early Modern
Details
Institution/College: University of Wuppertal
Tags: Religion, Sachsen, Christianisierung, Einführung, Studium, Geschichte, Herzog, Widukind
Year: 2006
Pages: 15
Grade: 2,5
Bibliography: ~ 11 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-22488-3
ISBN (Book): 978-3-640-22489-0
File size: 59 KB
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Abstract
„Entsagst du, glaubst du?“, wurden die Sachsen anlässlich der christlichen Taufe gefragt. Der Apostel Paulus konnte über die Thessalonicher schreiben, dass sie sich „von den Götzenbildern, zu Gott bekehrt hatten“ (vgl. 1.Thess 1,9). So wurde auch von Seiten der Franken gefordert, dass sich die sächsischen Stämme von den heidnischen Göttern abwenden sollten, hin zu Gott. Die Hausarbeit beschäftigt sich mit der schriftlichen Festhaltung dieser Forderung – dem sächsischen Taufgelöbnis. Zunächst soll das Volk der Sachsen dargestellt werden. Die Kapitel drei und vier über „Sachsenmission“ sollen einen historischen Hintergrund schaffen, um das Taufgelöbnis (Kapitel 5) einzuordnen. Kapitel 6 bietet einen Exkurs über die Taufe, bevor dann die Religion der Sachsen im Kontrast zum Christentum besprochen werden soll. Den Abschluss bildet die Quintessenz. Als besondere Hilfe stellte sich der Katalog „799 Kunst und Kultur der Karolingerzeit“ dar. Sowohl die darin enthaltenen Artikel von Arnold Angenendt „Angelsächsische Mission auf dem Kontinent“ und Peter Johanek „Der Ausbau der sächsischen Kirchenorganisation“, als auch die dort zu findende Besprechung des Taufgelöbnisses. Ebenso sind an dieser Stelle der schon ältere Aufsatz „Die Sachsenmission Karls des Großen und die Anfänge des Bistums Minden“ von Eckhard Freise und das Buch „Mission bis Millennium 313-1000“ von Angenendt zu erwähnen. Als Überblick steht Reinhard Schneiders Werk „Das Frankenreich“ (Oldenbourg Grundriss der Geschichte) zu Verfügung.
Excerpt (computer-generated)
,,Entsagst du, glaubst du?" Die Religion der
Sachsen vor der Christianisierung: Das
altsächsische Taufgelöbnis
Schriftliche Hausarbeit im Rahmen des Proseminars ,,Einführung in das Studium
der mittelalterlichen Geschichte: Herzog Widukind" (WS 04/05)
:
Philipp vom Stein
Bergische Universität Wuppertal
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG 3
2. DIE SACHSEN 3
3. DIE GEWALTSAME SACHSENMISSION KARLS DES GROßEN 4
4. BEWERTUNG DER SACHSENKRIEGE 6
5. DAS ALTSÄCHSISCHE TAUFGELÖBNIS 8
6. DIE TAUFE 9
7. DIE RELIGION DER SACHSEN 9
8. QUINTESSENZ 12
9. LITERATUR- UND QUELLENVERZEICHNIS 13
2
1. Einleitung
,,Entsagst du, glaubst du?", wurden die Sachsen anlässlich der christlichen Taufe
gefragt. Der Apostel Paulus konnte über die Thessalonicher schreiben, dass sie
sich ,,
von
den Götzenbildern,
zu
Gott bekehrt hatten" (vgl. 1.Thess 1,9). So wurde
auch von Seiten der Franken gefordert, dass sich die sächsischen Stämme von
den heidnischen Göttern abwenden sollten, hin zu Gott. Die Hausarbeit
beschäftigt sich mit der schriftlichen Festhaltung dieser Forderung dem
sächsischen Taufgelöbnis.
Zunächst soll das Volk der Sachsen dargestellt werden. Die Kapitel drei und vier
über ,,Sachsenmission" sollen einen historischen Hintergrund schaffen, um das
Taufgelöbnis (Kapitel 5) einzuordnen. Kapitel 6 bietet einen Exkurs über die Taufe,
bevor dann die Religion der Sachsen im Kontrast zum Christentum besprochen
werden soll. Den Abschluss bildet die Quintessenz.
Als besondere Hilfe stellte sich der Katalog ,,799 Kunst und Kultur der
Karolingerzeit" dar. Sowohl die darin enthaltenen Artikel von Arnold Angenendt
,,Angelsächsische Mission auf dem Kontinent" und Peter Johanek ,,Der Ausbau der
sächsischen Kirchenorganisation", als auch die dort zu findende Besprechung des
Taufgelöbnisses. Ebenso sind an dieser Stelle der schon ältere Aufsatz ,,Die
Sachsenmission Karls des Großen und die Anfänge des Bistums Minden" von
Eckhard Freise und das Buch ,,Mission bis Millennium 313-1000" von Angenendt
zu erwähnen. Als Überblick steht Reinhard Schneiders Werk ,,Das Frankenreich"
(Oldenbourg Grundriss der Geschichte) zu Verfügung.
Alle angegebenen Jahreszahlen sind n. Chr.
2. Die Sachsen1
Der Mathematiker Ptolemaeus (gestorben 180) erwähnte als erstes die Sachsen,
in seiner ,,Geographischen Anleitung". In dieser Schrift werden sie ins heutige
Schleswig-Holstein lokalisiert. Spätestens im 3. Jhr. bewegte sich der
Stammesbund südostwärts und erreichte gegen 700 Rhein und Lippe. Die aus der
fränkisch-sächsischen Auseinandersetzung hervorgegangenen Schriftquellen
1 Kapitel 1 nach Arnold Angenendt,
Mission bis Millennium 313-1000
(Münster: 1998), S. 117-123.
3
erwähnen 775 eine Dreiteilung der Sachsen: Ostsachsen (,,Austreludi Saxones"),
Engern (,,Angarii") und Westfalen (,,Westfaka(h)i").
Die Siedlungsräume der drei ,,Teilstämme" war streifenartig, in nord-südliche
Richtung angelegt, wobei sich an die Westfalen (das heutige oldenburgerische
Münsterland, Emsland, Osnabrückerland und Münsterland), die Enger und dann
die Ostfalen anschlossen. Neben drei jeweiligen Führern hatten adlige Familien
die Stellung von ,,ersten unter gleichen".
Auskunft über die sächsische Stammesverfassung geben Quellen, die in
Verbindung mit der Christianisierung der Sachsen stehen. Der Bericht ,,Passio"
von Beda über die beiden Ewalde, beide wurden erschlagen, erzählt von Fürsten
und Dorfvorstehern und dem Fehlen eines Königs. Eine zweite wichtige Quelle ist
die Lebensbeschreibung Lebuins (zw. 840/64 verfasst). Es wird darin eine
Jahresversammlung der Sachsen beschrieben, die in Marklo (einem Ort an der
Weser) stattgefunden haben soll, um dort über Krieg und Frieden zu entscheiden.
Die Anwesenden seien Häuptlinge und aus jedem Gau je zwölf Edle, Freie und
Halbfreie gewesen. Vor den Reden seien die Götter um Hilfe angefleht worden.
Die Sachinformationen, die dieser Quelle entnommen werden können, geben
Einblick in das politische und religiöse Leben der Sachsen: Sie hatten keinen
König, sondern ein ,,Repräsentativparlament". Und das Anflehen der Götter vor
politischen Entscheidungen zeigt das Zusammenwirken von Politik und Religion.
3. Die gewaltsame Sachsenmission Karls des Großen
Im Überblick soll nun, als historischer Hintergrund des Taufgelöbnisses, die
gewaltsame Eingliederung der Sachsen in das Fränkische Reich von 772-804,
durch Karl den Großen, dargestellt werden.
772 zog Karl das erstemal gegen Sachsen und zerstörte die Irminsul, ein
Baumheiligtum in oder bei der Eresburg, als Zeichen der Überlegenheit des
christlichen Glaubens. Von der folgenden Friedensverhandlung wurde lediglich die
Gestellung von zwölf sächsischen Geiseln überliefert.
Die engerischen Sachsen reagierten 773/4 in der Abwesenheit Karls, der auf
Gesuch des Papstes die Langobarden bekriegte, mit der Zerstörung des fritzlarer
Klosters und der erfolglosen Belagerung der Büraburg.
Der Reichstag von Quierzy im Januar 775 brachte den Entschluss, so die
Reichsannalen, die Sachsen entweder dem christlichen Glauben zu unterwerfen
4
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