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Eine kurze Geschichte der Sprachwissenschaft

Scholarly Essay, 2007, 24 Pages
Author: Andre Schuchardt
Subject: Speech Science / Linguistics

Details

Category: Scholarly Essay
Year: 2007
Pages: 24
Language: German
Archive No.: V119403
ISBN (E-book): 978-3-640-22624-5

File size: 213 KB

Abstract

Ziele diese Abhandlung sind vor allem eine knappe Übersicht zu bieten und dabei trotzdem die wichtigsten Entwicklungen und Anstöße anzuzeigen, von den Junggrammatikern bis hin zu neuesten Erkenntnissen. Grundlage waren vor allem B. Bartschat: Methoden der Sprachwissenschaft (Berlin 1996) sowie die genannten Originaltexte. Besonders zu den Junggrammatikern und dem Sprachwandel ist aber auch folgendes empfehlenswert: M. Steinberg – Sprachwandelmodelle.


Excerpt (computer-generated)

Eine kurze Geschichte der Sprachwissenschaft

Andre Schuchardt

 

Inhaltsverzeichnis


Eine kurze Geschichte der Sprachwissenschaft ... 1

Einleitung ... 2

Die Anfänge (~4.Jh.v. Chr. - 1800) ... 2

Die historisch-vergleichende Sprachwissenschaft (~1816 – 1940) ... 2

Die moderne Linguistik und der Strukturalismus (seit 1916) ... 5

Der Prager Kreis (1929 – 1939) ... 7

Die Glossematik (1935 – 1943) ... 9

Die deskriptive Linguistik (~1933 – 1960) ... 9

Vergleich der Strukturalisten ... 12

Generative Linguistik (seit 1951) ... 13

Neuere pragmatische Entwicklungen (seit 1955) ... 15

Auswahl der wichtigsten Werke im Zeitrahmen: ... 17

H. Osthoff & K. Brugmann: Vorwort zu „Morphologische Untersuchungen“ (1878) ... 17
F. de Saussure: „Mémoire sur le système primitif des voyelles des langues indoeuropéennes“ (1879) ... 17
H. Paul: „Prinzipien der Sprachgeschichte“ (1880) ... 18
F. de Saussure: „Cours des linguistiqe générale“ (1916) ... 18
L. Bloomfield: „A Set of Postulates for the Description of Language“ (1926) ... 19
Thesen des Prager Linguistenkreises (1929) ... 20
W. v. Wartburg: „Das ineinandergreifen von deskriptiver und historischer Sprachwissenschaft“ (1931) ... 20
R. Jakobson: „Beitrag zur allgemeinen Kasuslehre“ (1936) ... 21
N.S. Trubetzkoy: „Grundzüge der Phonologie“ (1939) ... 21
Z. Harris: „Textanalyse“ (1952) „Discourse analysis“ ... 22
N. Chomsky: „Aspects of a Theory of Syntax“ (1965) (Standardtheorie, Gesamtgrammatik) ... 22
J. Searle „Speech Acts“ (1969) ... 23
H. Sacks „A simplest systematics“ (1974) ... 23

 

 

Einleitung

Ziele diese Abhandlung sind vor allem eine knappe Übersicht zu bieten und dabei trotzdem die wichtigsten Entwicklungen und Anstöße anzuzeigen, von den Junggrammatikern bis hin zu neuesten Erkenntnissen.
Grundlage waren vor allem B. Bartschat: Methoden der Sprachwissenschaft (Berlin 1996) sowie die genannten Originaltexte.
Besonders zu den Junggrammatikern und dem Sprachwandel ist aber auch folgendes empfehlenswert: M. Steinberg – Sprachwandelmodelle.


Die Anfänge (~4.Jh.v. Chr. - 1800)

Sprache wurde schon immer fasziniert erforscht. Die ersten Anfänge im Sinne methodischer Untersuchung von Sprache hat dabei vor allem Platon im Kratylos gemacht, doch war dies weiterhin eher Sprachphilosophie. Im Grunde genommen waren den Griechen nur die Bedeutung von Subjekt und Prädikat (Aristoteles) sowie Stilmittel wie die Rhetorik bekannt.
Die ersten größeren Grammatiken gab es im 4.Jh. von Donatus sowie im 6.Jh. von Priscian, natürlich zu Latein. Besonders Priscian hat sogar bereits Phonetik, Intonation, Flexionsbildung (Morphologie) sowie ein wenig Syntax behandelt.
Erst in der Renaissance war ein Aufstieg der Wissenschaft zu spüren, doch die Sprachwissenschaft war weiterhin Teil der Philosophie. Gegen Ende der Renaissance 1660 erschien die Grammatik von Port Royal, die erste universalgrammatische Betrachtung von Sprache basierend auf der zu der Zeit wirkenden Logik, später übernommen von Chomsky.


Die historisch-vergleichende Sprachwissenschaft (~1816 – 1940)

Die Zeit der Aufklärung war Beginn der historisch-vergleichenden Sprachwissenschaft. Es wurden immer mehr Sprachen entdeckt und beschrieben und bereits Leibniz forderte, sie alle zu vergleichen. 1786 berichtete schließlich William Jones von seiner Entdeckung, dass Sanskrit mit den Sprachen Europas verwandt sei. Damit löste er größere Bestrebungen aus diese Verwandtschaft zu erforschen. Wilhelm von Humboldt betrieb dies noch auf einer eher philosophischen Basis, 1808 forderte F. Schlegel eine historisch-vergleichende Sprachwissenschaft (h-vgl SW) und gründete damit diesen Terminus. 1814 erschienen Rasmus Rask (1787 – 1832) Ergebnisse zur Verwandtschaft und Ursprung des Altnordischen. Er erkannte bereits, dass man für den Beweis einer Verwandtschaft nicht so lexikalische sondern eher morphologische Bezugspunkte heranziehen musste, ähnliches erkannte auch der Russe A. Vostokov. Rask formulierte auch die ersten Lautgesetze.

1816 erschien Franz Bopps (1791 - 1867) Vergleich der Konjugation von Sanskrit mit anderen indoeuropäischen Sprachen, der methodische Beweis für Jones Feststellung. Bopp erhielt wenig später von seinem Schüler W.v.Humboldt einen eigens eingerichteten Stuhl für Indogermanistik an der neuen Universität Berlin, womit dieses Fach erstmalig gegründet wurde. 1833 erschien Bopps vergleichende Grammatik zahlreicher indoeuropäischer Sprachen, noch ohne Syntax und Semantik, auf Morphologie, Phonetik und ein bisschen Lexikon beruhend. Auf die Gesellschaft hatte dies einen so großen Einfluss wie die Entdeckungen Newtons. Auch formulierte er die These, dass Endungen entstanden sein durch allmähliche Agglutination von Pronomina, womit er Sprachen als Organismen klassifizierte, mit Geburt, Aufstieg, Höhepunkt und Verfall.

1819 erschien die deutsche (eigtl. vgl.) Grammatik des Jacob Grimm und 1822 formulierte er sein Lautgesetz (Grimm′s Law) auf Basis der Thesen von Rask, von der ersten Lautverschiebung (z.b. von romanischen hin zu germanischen Sprachen) und 1858 ebenso eine Stadientheorie für Sprachen wie Bopp. Man kann sagen, für das was Bopp entdeckte formulierte Grimm die Regeln.

1861 erschien das Compendium d. vgl. Grammatik v. indoeuro. Spr. des August Schleicher (1821 – 1868). Dies war die erste Auflehnung gegen die h-vglSW, doch noch eng an ihr orientiert. Schleicher näherte die SW der Naturwissenschaft an, indem er den Begriff des Sprachorganismus konkretisierte und den Ausdruck der Morphologie einführte. Sprachen seien wie Lebewesen, mit einer Lebensspanne und hierarchisch in Familien geordnet. In seiner neuen Stammbaumtheorie gab es zu jeder Sprache eine Muttersprache und für alle zusammen eine Ursprache, deren Rekonstruktion sein oberstes Ziel war und sich sogar in einer Fabel in dieser Sprache niederschlug, was später die stärkste Kritik war, da angenommen wird, dass schon immer mindestens Dialekte vorlagen und nie eine einzige geeinte Sprache.

 

[...]



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