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Projektarbeit, 2007, 30 Seiten
Autor: Sascha Nikolai Schmidt
Fach: Touristik / Tourismus
Details
Institution/Hochschule: Duale Hochschule Baden-Württemberg, Ravensburg, früher: Berufsakademie Ravensburg
Tags: Aspekte, Bio-Zertifizierung, Gastronomie, Projektarbeit, Praxisphase, BIO, Künast-Siegel, Verordnung (EWG) Nr. 2092/91, EG-ÖKO-VERORDNUNG, Zertifikat, Marketing, Zielgruppe
Jahr: 2007
Seiten: 30
Note: "-"
Literaturverzeichnis: ~ 31 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-22933-8
ISBN (Buch): 978-3-640-23521-6
Dateigröße: 291 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Die Arbeit untersucht gesellschaftliche Rahmenbedingungen und rechtliche Grundlagen des BIO-Bereichs, widmet sich potentiellen Käuferschichten bzw. Kaufhemmnissen und erklärt dezidiert den technischen Ablauf einer BIO-Zertifizierung („Künast-Siegel“) „entlang der Verwertungskette“ am Beispiel eines Verarbeiters, nämlich eines Restaurants. Einige Überlegungen zu den unvermeidlichen Mehrkosten runden die Arbeit ab: Bio hat sein Palästinensertuch und die Birkenstock-Sandalen abgelegt und ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen Der Umsatz mit ökologischen Lebensmitteln in Deutschland ist allein in den Jahren 2000 bis 2006 um 125% gestiegen und lag zuletzt bei 4,5 Mrd, Euro: Dies zeigt, dass Bio-Produkte in den letzten Jahren starken Anklang finden und sich einer kontinuierlich wachsenden Nachfrage erfreuen können. Es dürfte sich um mehr als einen temporären Trend handeln, sondern um eine neue konstante Option bei Kaufentscheidungen wesentlicher Teile der Bevölkerung (Deutschlands). Entsprechend ist auch der flächenmäßige Anteil ökologischen Landbaus (nicht nur) in Deutschland im steten Wachstum, was die Wahrscheinlichkeit, ökologische Produkte „aus der Region“ erwerben zu können, entsprechend erhöht. Dieser Aspekt ist gerade für die Vermarktung ökologischer Produkte in der Gastronomie nicht unerheblich, worauf noch einzugehen sein wird. Der Bio-Boom erklärt sich nicht zuletzt aus Skandalen im Bereich der sog. konventionellen Landwirtschaft , so z.B. die Schweinepest (1991), Salmonellen in Eiern (1993), BSE (2000) und Maul-und Klauenseuche (2001) bei Rindern .Jedoch ist die Wirkung von Skandalen auf das Kaufverhalten langfristig nicht überzubewerten, Schlussendlich verlieren mediale Skandalmeldungen sukzessive an Nachrichtenwert, die Medienpräsenz lässt nach, eine andere Sau wird durch´s mediale Dorf getrieben, die öffentliche Besorgnis sinkt bzw. wird umgelenkt. [...]
Textauszug (computergeneriert)
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis I
Abkürzungsverzeichnis II
Abbildungsverzeichnis III
1. Einleitung - 1 -
2. Grundlagen - 2 -
2.1. Häufige Begriffe im BIO-Segment - 2 -
2.2. Überblick über gängige BIO-Kennzeichen - 2 -
2.2.1. Das staatliche BIO-Siegel - 2 -
2.2.2. Sonstige BIO-Siegel - 4 -
2.3. Objekte der Zertifizierung entlang der Verwertungskette - 5 -
2.3.1. Rechtliche Grundlagen - 5 -
2.3.2. Erzeuger/ Produzenten - 6 -
2.3.3. Handel - 7 -
2.3.4. Verarbeiter - 7 -
2.3.4.1. Verarbeiter im Allgemeinen - 7 -
2.3.4.2. Besonderheiten der Gastronomie als Verarbeiter - 8 -
3. Hintergrund und gesellschaftliche Rahmenbedingungen - 9 -
3.1. Aktueller BIO-Trend - 9 -
3.2. Zweck der staatlichen Zertifizierung - 10 -
3.2.1. Verbraucherschutz - 11 -
3.2.2. Schutz der Wettbewerber - 11 -
3.2.3. Transparenz - 11 -
3.4. ,,Neue" Zielgruppen im BIO-Lebensmittelbereich - 12 -
4. Technischer Ablauf einer BIO-Zertifizierung mit dem staatlichen BIO-Siegel - 14 -
4.1. Informationsbeschaffung - 14 -
4.2. Kontrollstelle auswählen - 14 -
4.3. Erstkontrolle - 16 -
4.3.1. Betriebsbeschreibung - 16 -
4.3.2. Kennzeichnungsvarianten in der Gastronomie / Auslobung der BIO-Produkte- 16 -
4.3.3. Getrennte Lagerhaltung und Waren(fluss)kontrolle - 18 -
4.4. Jährliche Überprüfungskontrolle - 19 -
5. Betriebswirtschaftliche Würdigung - 20 -
5.1. Höhere Kosten für potentielle Käufer - 20 -
5.2. Mehrkostenvermeidungsstrategien - 20 -
5.3. Kostenüberwälzung - 22 -
6. Fazit - 22 -
Literaturverzeichnis - 24 -
I
Abkürzungsverzeichnis
%
Prozent
&
und
Abb.
Abbildung
Abs.
Absatz (eines Gesetzesartikels)
AHV
Außer-Haus-Verpflegung
Art.
(Gesetzes)Artikel
Aufl.
Auflage
BIO/bio
biologisch
BLE
Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung
BMELV
Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
BÖLW
Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e. V.
BÖW
Bundesverband Ökologischer Weinbau
bzw.
beziehungsweise
ca.
circa
CMA
Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH
d.h.
das heißt
DINKS
double income no kids (Paare ohne Kinder mit Einkommen beider Partner)
EG
Europäische Gemeinschaft
EU
Europäische Union
et al.
et alii (lat.: und andere)
etc.
et cetera (lat.: und so weiter)
e. V.
eingetragener Verein
EWG
Europäische Wirtschaftsgemeinschaft
f
folgend(e Seite)
ff
fortfolgend(e Seiten)
FN
Fußnote
GfK
Gesellschaft für Konsumforschung
GfRS
Gesellschaft für Ressourcenschutz
ggf.
gegebenenfalls
GmbH
Gesellschaft mit beschränkter Haftung
H.
Heft
HEAD
(hier:) Firma "Hotel Equipment And Design"
insb.
insbesondere
insg.
insgesamt
i.d.R.
in der Regel
Jg.
Jahrgang
lat.
lateinisch
m.E.
meines Erachtens
mind.
mindestens
Mrd.
Milliarden
m.w.N.
mit weiterem Nachweis
o.g.
oben genannte(r/n)
öko
ökologisch
ÖGS
Ökologischer Großküchen Service
s./S.
siehe
S.
Seite
sog.
sogenannte(r/n)
USP
unique selling proposition
usf.
und so fort
usw.
und so weiter
Vgl.
Vergleiche
www.
World wide web
z.B.
zum Beispiel
II
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1 BIO-Umsätze - 1 -
Abb. 2 ,,Alles Öko ?" - 2 -
Abb. 3 Das staatliche BIO-Siegel - 3 -
Abb. 4 Zeichen einiger Öko-Verbände - 4 -
Abb. 5 BIO-Handelsmarken - 4 -
Abb. 6 Anforderungen verschiedener Zeichen - 5 -
Abb. 7 BIO-Absatzwege - 8 -
Abb. 8 Flächenanteile BIO - 9 -
Abb. 9 BIO-Zielgruppen - 12 -
Abb. 10 Auswahl Kontrollstellen - 15 -
III
1. Einleitung
BIO hat sein Palästinensertuch und die Birkenstock-Sandalen abgelegt und ist in der Mitte
der Gesellschaft angekommen.1 Der Umsatz mit ökologischen Lebensmitteln in Deutschland
ist allein in den Jahren 2000 bis 2006 um 125% gestiegen und lag zuletzt bei 4,5 Mrd. Euro:
Abb. 1 BIO-Umsätze
Quelle: Bohnstein et al. (2007), in: Der Spiegel, S. 25
Dies zeigt, dass BIO-Produkte in den letzten Jahren starken Anklang finden und sich einer
kontinuierlich wachsenden Nachfrage erfreuen können. Es dürfte sich um mehr als einen
temporären Trend handeln, sondern um eine neue konstante Option bei Kaufentscheidungen
wesentlicher Teile der Bevölkerung (Deutschlands).2
Durch die Variante, insbesondere auch verarbeitete Speisen mit dem BIO-Siegel nach EG-
Öko-Verordnung zu kennzeichnen, eröffnet sich auch der Gastronomie die Möglichkeit, das
BIO-Siegel zu verwenden 3 und auf diesem Wachstumsmarkt aktiv zu werden.
Ziel der Arbeit ist es nun, das genaue Objekt der Zertifizierung eines gastronomischen Be-
1 Vgl. Kaletta (2007a) ; Artikel basiert auf einem Pressegespräch von regionalen BIO-Akteuren (den Autor ein-
schließend) mit dem ,,Heilbronner Stimme"- Redakteur Herbert Kaletta, der daraus eine BIO-Serie entwickelte, die
nach seiner Aussage auf außergewöhnlich hohes Leserinteresse stieß.
2 Vgl. Zenner (2004), S. 18.
3 Vgl. ÖGS (2006), S.10-11.
- 1 -
triebes zu erfassen und diesen von sonstigen zertifizierten Betrieben abzugrenzen, sowie im
Anschluss den Weg zur BIO-Zertifizierung einer Restaurantküche im Einzelnen aufzuzeigen.
Dies soll exemplarisch am Beispiel des Ausbildungsbetriebes ,,Hotel und Gutsgaststätte
Rappenhof" in Weinsberg erfolgen. Abschließend sollen einige betriebswirtschaftliche Aspek-
te einer BIO-Umstellung im gastronomischen Bereich dargestellt werden.
2. Grundlagen
2.1. Häufige Begriffe im BIO-Segment
Es herrschte und herrscht weithin eine gewisse Verunsicherung bei Konsumenten, was Pro-
dukte und deren Bezeichnungen im Öko-Sektor anlangt. ,,Umweltverträglich" muss keines-
wegs ,,ökologisch" sein, usf.:
Abb. 2 ,,Alles Öko ?"
Bezeichnungen, die auf ökologischen
Bezeichnungen, die nicht unbedingt auf
Landbau hinweisen
Öko-Produkte schließen lassen
BIO/Bio
Alternativ
Biologisch
Auf Gründünger gewachsen
Biologisch-dynamisch
Biologische Schädlingsbekämpfung
Kontrolliert ökologischer Anbau
Naturgedüngt
Kontrolliert Biologischer Anbau (kbA)
Gewachsen ohne Chemie
Ökologische Agrarwirtschaft
Kontrollierter Anbau
Organisch
Naturnahe Verfahren beim Umweltschutz
Ökologisch
Nicht chemisch behandelt/ Nicht gespritzt
Ökologischer Landbau(-EG-Kontrollsystem)
Aus umweltschonendem Anbau
Organic
Ohne Kunstdünger
Organisch-Biologisch
Umweltverträglich/ Unbehandelt/ Ungespritzt
Quelle: Verbraucherzentrale Bayern e.V. (1)
Die Begriffe allein erzeugen also keinerlei Sicherheit beim Verbraucher dahingehend, dass
das Produkt unter den landläufig von ,,BIO" erwarteten ökologischen Bedingungen hergestellt
wurde, sondern sind eher geeignet, Verwirrung und damit letztlich Misstrauen gegenüber der
gesamten BIO-Branche zu stiften.4
2.2. Überblick über gängige BIO-Kennzeichen
2.2.1. Das staatliche BIO-Siegel
Nicht zuletzt zum Schutz der Verbraucher vor irreführenden Bezeichnungen wurde im Mai
4 Vgl. Wirthgen (2005), S. 511f.
- 2 -
2001 von der damaligen Bundesverbraucherschutzministerin5 Renate Künast (Die Grünen)
das sog. ,,Staatliche BIO-SIEGEL" oder ,,Künast-Siegel" eingeführt, welches garantiert, dass
das so gekennzeichnete Produkt die Vorgaben der EG-Öko-Verordnung 2092/91 (s. Anlage
A) einhält.
Abb. 3 Das staatliche BIO-Siegel
Deutsches BIO-Siegel (,,Künast-Siegel")
Deutsche Version des EU-BIO-Siegels
(z.T. auch mit Inschrift ,,ökologischer Land-
bau")
Während in Deutschland das Europäische Siegel neben dem Künast-Siegel eher eine unter-
geordnete Rolle spielt, wird es in anderen europäischen Staaten durchaus als
das
BIO-
Siegel wahrgenommen. Beide Siegel verbürgen indes das Selbe, nämlich die Übereinstim-
mung des Produkts mit der EG-Öko-Verordnung 2092/91.6
Nach der o.g. EG-Verordnung dürfen mit dem Siegel nur Lebensmittel gekennzeichnet wer-
den, die
* nicht zur Konservierung radioaktiv bestrahlt werden,
* nicht durch gentechnisch veränderte Organismen erzeugt werden,
* nicht mit Einsatz von synthetischen Pflanzenschutzmitteln und
* nicht mit Hilfe von leicht löslichen mineralischen Düngern erzeugt werden,
jedoch bis zu 5 % konventionell erzeugte Bestandteile enthalten.
Es wird ferner gefordert,
* Fruchtfolgen (Zwei-, Drei- und Vierfelderwirtschaft) abwechslungsreich zu gestalten,
* Tiere artgerecht zu halten und
* mit ökologisch produzierten Futtermitteln ohne Zusatz von AntiBiotika und
Leistungsförderern zu füttern.
Im Jahr 2004 wurde das 20.000. Produkte mit dem BIO-Siegel ausgezeichnet. Ende Sept-
ember 2007 nutzten 2.431 Unternehmen das Siegel für 41.708 Produkte.7
5 Zur Umbenennung bzw. ,,Umwandlung" des vormaligen Bundeslandwirtschaftsministeriums im Jahr 2001 und
zur zugrundeliegenden sog. Agrarwende, vgl. Schmidt/Jasper.
6 Im Weiteren kurz: EG-Öko-VO (s. Anlage A).
7 Vgl. BLE (2007).
- 3 -
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