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Subtitle: Wege aus der Krise
Essay, 2008, 15 Pages
Author: Bachelor of Arts Patrick Krippendorf
Subject: Economics / Business: Economic Policy
Details
Institution/College: http://www.uni-jena.de/ (Wirtschaftspolitik)
Tags: Doha, Runde, Stillstand, Zukunft, Außenhandelspolitik, WTO
Year: 2008
Pages: 15
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 10 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-23627-5
ISBN (Book): 978-3-640-23834-7
File size: 245 KB
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Abstract
Dieser Essay beschäftigt sich mit der "stalemate Problematik" der Doha-Runde, sowie der damit eng verknüpften weiteren Zukunft der WTO. Dabei wurde ein weiter Ansatz gewählt, da zu viele spezifische Details den Rahmen dieser Arbeit ohnehin sprengen würden. Die Probleme, die zu dem Stillstand geführt haben, sind in erster Linie Strukturprobleme. Sie finden ihren Ursprung zum einen in der institutionellen Struktur der WTO, entzünden sich in erster Linie allerdings im Bereich der Marktstrukturen. Der Essay analysiert die unterschiedlichen Standpunkte, zeichnet die Ent- wicklung nach und versucht Lösungsansätze zu geben. Auf genaue Modelle zur Reduzierung von Zolltarifen, der Anwendung einer Schweizer Formel oder andere Zahlenspiele, wie beispielsweise von Nestor Stancanelli in seiner Rede zum OECD Forum 2008 in Paris vorgebracht, werden in die Analyse nicht miteinbezogen. Vielmehr widmet sich der Essay den Inhalten der Streitpunkte, da allein darin Lösungs- ansätze zu finden sind und nicht in dem Feilschen um akzeptable allgemeine Zollsenkungsraten. Zumal diese grundsätzlich eine gewisse diskriminierende Wirkung aufweisen, da manche Länder ihre Handelsschranken bereits wesentlich weiter gesenkt haben, als Andere. Wobei sich bei allen Betrachtungen und offenen Fragen grundsätzlich die Frage nach dem Sinn einer Fort-führung der Doha Runde stellt.
Excerpt (computer-generated)
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik
Prof. Dr. Andreas Freytag
-----------------------------------------------
Die Doha Runde, ihr Stillstand und die Zukunft der WTO:
Wege aus der Krise
Name:
Patrick Krippendorf
Erfurt, den 19.10.2008
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2
2. Problemstellung
3
3. Lösungsansätze
7
3.1 Agrarmärkte
7
3.2 Marktöffnungen
9
3.3 Die Zukunft der WTO
9
4. Konklusion
10
Literaturverzeichnis
13
1.
Einleitung
Sieben Jahre nach ihrem Beginn ist ein erfolgreicher Abschluss der Doha Runde noch immer
nicht in Sicht. Der letzte Versuch eine Einigung zu erzielen datiert auf den Juli 2008 und muss
als gescheitert betrachtet werden. In Anbetracht der politischen Großwetterlage erscheint es
nicht unwahrscheinlich, dass vor 2011 keine weiteren Fortschritte erreicht werden können, da
vor US-Präsidentschaftswahl und der darauf folgenden Übernahme der Amtsgeschäfte durch
den Nachfolger von George W. Bush egal ob seitens des demokratischen
Präsidentschaftskandidaten Barack Obama oder seines republikanischen Kontrahenten John
McCain für mindestens ein weiteres Jahr keine weiteren Verhandlungsrunden, geschweige
denn mögliche Kompromisse zu erwarten sind. Auch in Indien stehen Wahlen an und in der
EU wird es im September 2009 ebenfalls zu einem Führungswechsel kommen.1 Nicht allein
deshalb stellt sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit einer Fortsetzung der Doha Runde. Den
Themen, die vor zehn Jahren aktuell waren, fehlt in der momentanen wirtschaftlichen
Situation sowohl die politische Akzeptanz, als auch angesichts der Finanzkrise das globale
Vertrauen. In der Phase der globalen Rückbesinnung auf Protektionismus hat es eine
weiterführende Liberalisierung des Handels extrem schwer, Anhänger zu finden.
Dieser Essay beschäftigt sich mit der
stalemate
Problematik der Doha-Runde, sowie der damit
eng verknüpften weiteren Zukunft der WTO. Dabei habe ich einen weiten Ansatz gewählt, da
zu viele spezifische Details den Rahmen dieser Arbeit ohnehin sprengen würden. Die
Probleme, die zu dem Stillstand geführt haben, sind in erster Linie Strukturprobleme. Sie
finden ihren Ursprung zum einen in der institutionellen Struktur der WTO, entzünden sich in
erster Linie allerdings im Bereich der Marktstrukturen. Der Essay analysiert die
unterschiedlichen Standpunkte, zeichnet die Entwicklung nach und versucht Lösungsansätze
zu geben. Auf genaue Modelle zur Reduzierung von Zolltarifen, der Anwendung einer
Schweizer Formel oder andere Zahlenspiele, wie beispielsweise von Nestor Stancanelli in
seiner Rede zum OECD Forum 2008 in Paris vorgebracht, werden in die Analyse nicht
miteinbezogen. Vielmehr widmet sich der Essay den Inhalten der Streitpunkte, da allein darin
Lösungsansätze zu finden sind und nicht in dem Feilschen um akzeptable allgemeine
Zollsenkungsraten. Zumal diese grundsätzlich eine gewisse diskriminierende Wirkung haben,
da manche Länder ihre Handelsschranken bereits wesentlich weiter gesenkt haben, als andere.
Wobei sich bei allen Betrachtungen und offenen Fragen grundsätzlich, wie bereits zu Beginn
geschrieben, die Frage nach dem Sinn einer Fortführung der Doha Runde stellt.
1 Vgl. Erixon 2008, S. 17.
- 2 -
2.
Problemstellung
Das GATT war über die Jahrzehnte an seine Grenzen gestoßen und musste dementsprechend
durch eine neue Ordnungsinstanz ersetzt werden. Eines seiner Hauptprobleme lag in der
Inflexibilität gegenüber der Implementierung und Regelung zahlreicher Sektoren, wie
beispielsweise den Agrarmärkten oder der Dienstleistungsindustrie. Auch der Schutz geistigen
Eigentums konnte über das GATT-Abkommen nicht geregelt werden. All diese Entwicklungen
im Welthandel wurden bei der Gründung der WTO beachtet. Durch sie konnte eine
multilaterale Liberalisierung des Handels erreicht werden2. Die Implementierung eines ,,
Single
Package
" Ansatzes, die Einführung eines verbindlichen Streitschlichtungsmechanismus, die
Modifizierung des GATT in Verbindung mit einer verschärften Anti-Dumping Politik, sowie
den neuen Abkommen GATS, TRIMs und TRIPs3 ermöglichte die Abdeckung und Regelung
beinahe des gesamten globalen Handels und setzte somit Anreize zum Beitritt. Aus dem
kleinen Club wurde eine globale Organisation immer umfassenderen Ausmaßes. Seitdem war
die Geschichte der WTO eine des Erfolgs. Seit ihrer Einführung im April 1994 zeichnete sich
die Organisation durch ihre Effizienz aus. Die WTO erschien unaufhaltsam. Der weltweite
Handel prosperierte wie noch nie zuvor und die Globalisierung schritt immer weiter voran.
Doch bereits gegen Ende der 90er Jahre zeigten sich erste Anzeichen für eine Überdehnung
der WTO. Stand in den vorangegangenen beiden Jahrzehnten eine umfassende multilaterale
Liberalisierung der Märkte und Handelsströme auf der politischen Agenda, so kam es gegen
Ende der 90er Jahre zum Wiedererstarken protektionistischer Tendenzen in den
Industrieländern. Die als Milleniumsrunde angekündigte Ministerkonferenz in Seattle 1999
sollte die bis dato größte und wichtigste Konferenz werden. Die anvisierten weiteren
multilateralen Liberalisierungen sollten alles Vorhergehende in den Schatten stellen. Doch
statt zu einem glänzendem Erfolg zu werden, führten Interessenkonflikte zu einem
ergebnislosen Abbruch der Runde. Zusätzlich kam es auf den Straßen zu Protesten und
Ausschreitungen bis dato unbekannten Ausmaßes seitens Anti-Globalisierungsaktivisten. All
dies gab einen Vorgeschmack auf zukünftige Entwicklungen. Die seitens der Industrieländer,
vor allem der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten, angestrebten Umwelt- und
Sozialstandards waren den Interessen der Entwicklungsländer diametral entgegengesetzt. Stoff
für weitere Konflikte lieferten die ebenfalls von den Industriestaaten geforderten weiteren
Marktöffnungen und Zollsenkungen der Schwellen- und Entwicklungsländer, während die
2 Vgl. Sally 2008, S. 99.
3 Vgl. Freytag 2001, S. 146.
- 3 -
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